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US-Marineeinheiten in Straße von Hormus am Persischen Golf. Bild: imago images / ZUMA Press

Straße von Hormus: So denken die Deutschen über einen Militäreinsatz am Golf

Der Iran bleibt hart, der Westen auch: Die Lage im Persischen Golf ist explosiv. Sollte auch Deutschland Soldaten schicken? Einer US-Mission schließt sich Berlin nicht an. Das meinen die Deutschen.

Johannes Bebermeier / t-online

Die USA drängen, doch die Bundesregierung will nicht mit Trump: Außenminister Heiko Maas hat am Mittwoch ausgeschlossen, dass sich Deutschland im Konflikt mit Iran an einer US-geführten Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligt. Berlin befinde sich da in enger Abstimmung mit Frankreich, sagte Maas.

Ein Einsatz unter US-Kommando ist also vom Tisch. Aber schließt das auch eine europäische Mission aus?

Fachpolitiker der großen Koalition hatten sich in den vergangenen Tagen in diese Richtung geäußert. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen schloss eine Mission unter US-Flagge aus und forderte stattdessen eine europäische Antwort. Sein Parteikollege Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag meinte, Deutschland könne nicht einfach sagen, man mache nicht mit, wenn andere Länder ihre Schiffe entsenden. Frankreich, Italien und Dänemark hatten nach einem britischen Vorschlag für eine europäische Schutzmission ihre Unterstützung angekündigt.

Mehrheit ist gegen einen Militäreinsatz

Die Mehrheit der Deutschen lehnt eine deutsche Beteiligung allerdings grundlegend ab. Knapp 56 Prozent der Bevölkerung sind dagegen, dass sich Deutschland an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligt. Knapp 33 Prozent sind für eine Beteiligung Deutschlands, rund 11 Prozent sind unentschieden. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de.

Im Osten Deutschlands ist die Ablehnung eines internationalen Militäreinsatzes mit deutscher Beteiligung noch deutlich größer als im Westen. Knapp 63 Prozent der Ostdeutschen sind dagegen, während es im Westen rund 54 Prozent sind.

Viele Unionsanhänger sind für eine deutsche Beteiligung

Am meisten Zustimmung findet eine deutsche Beteiligung an einem internationalen Militäreinsatz unter Anhängern der Unionsparteien. Knapp 49 Prozent sind dafür, rund 39 Prozent dagegen und rund 12 Prozent unentschieden.

Auch viele FDP-Anhänger sind dafür, deutsche Soldaten an den Golf zu schicken. Knapp 44 Prozent stützen eine deutsche Beteiligung an einer Militärmission, 45 Prozent sind dagegen, rund 11 Prozent sind unentschieden.

Die größte Ablehnung eines Militäreinsatzes gibt es bei der Linkspartei. 76 Prozent ihrer Anhänger sind dagegen, dass sich Deutschland an einem Militäreinsatz am Golf beteiligt, knapp 18 Prozent sind dafür und gut 6 Prozent unentschieden.

Doch auch bei den Anhänger der anderen Parteien, die im Bundestag vertreten sind, überwiegt die Ablehnung deutlich: Bei der SPD sind knapp 62 Prozent gegen einen Militäreinsatz, bei Grünen und AfD jeweils rund 60 Prozent.

Zur Methodik:

In die Umfrage flossen die Antworten von 5.028 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 30. und dem 31. Juli 2019 online gefragt wurden: "Sollte sich Deutschland Ihrer Meinung nach an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligen?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozentpunkte; für Teilgruppen kann er davon abweichen. Zusätzliche Informationen zur Methodik finden Sie auf C ivey.com und im Civey-Whitepaper.

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erschienen.

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