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Bild: imago/ ZUMA

Kinder werden ihren Müttern entrissen: 7 Fakten über die Situation an der US-Grenze

Die Bilder sind herzzerreißend: Migranten werden an der mexikanischen Grenze von US-Grenzpatrouillen abgefangen und von ihren Kindern getrennt. Zwischen dem 5. Mai und dem 9. Juni seien 2342 Kinder von ihren Eltern getrennt worden, teilte das US-Heimatschutzministerium mit.

Betroffen sind damit im Schnitt mehr als 66 Kinder pro Tag. In der vergangenen Woche hatte das Ministerium angegeben, dass in dem längeren Zeitraum vom 19. April bis zum 31. Mai insgesamt 1995 Kinder von ihren Eltern getrennt worden seien – das entspricht etwa 47 Kindern pro Tag.

Dieses Foto ging viral. Ein kleines Mädchen aus Honduras steht weinend neben ihrer Mutter, während diese kontrolliert wird. Danach wurde das Kind der Mutter weggenommen.

Was ist passiert?

US-Justizminister Jeff Sessions hatte am 7. Mai eine "Null-Toleranz"-Politik an der Grenze zu Mexiko verkündet. Im Zuge dieses Vorgehens werden systematisch alle Menschen, die illegal die Grenze überqueren, als Gesetzesbrecher behandelt und festgenommen. Da Kinder nicht mit ihren Eltern inhaftiert werden dürfen, werden die Familien auseinandergerißen. Viele Kinder werden nach Angaben demokratischer Abgeordneter in umzäunten Auffanglagern in der Nähe der Grenze festgehalten, die als "Käfige" beschrieben wurden.

Wie kam es dazu?

US-Präsident Donald Trump schiebt die Schuld den Demokraten in die Schuhe. Dass Kinder bei illegaler Einwanderung von ihren Eltern getrennt werden, sei schlussendlich ein Resultat demokratischer Politik. Wären die Demokraten an einem runden Tisch zusammengekommen, hätte man sehr rasch eine Lösung finden können. 

Hillary Clinton äußerte sich kurz nach Trumps Auftritt und sprach Klartext:

"Das ist eine komplette Lüge!"

Für diese Politik müsse sich Trump verantworten.

Was sagt die Bevölkerung?

Gemäß einer Umfrage von CNN sind rund zwei Drittel aller Teilnehmer gegen eine solch strikte Einwanderungspolitik – 28 Prozent aber sind mit der harschen "Null-Toleranz"-Politik vollständig einverstanden. 

Den ganzen Bericht zur Umfrage von CNN findet man über den Link im Tweet. 

Wie rechtfertigen sich die Behörden?

Die Ministerin für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten, Kirstjen Nielsen, rechtfertigt die "Null-Toleranz"-Politik. Man werde sich nicht entschuldigen, nur weil man seinen Job macht, gab sie an einer Pressekonferenz bekannt.

Dass an den Grenzen Familien getrennt werden, ist also Bestandteil von Trumps Politik. "Es ist wichtig zu wissen, dass man sich gut um die Minderjährigen kümmert. Glaubt der Presse nicht", zitiert ABC News die Ministerin für Innere Sicherheit. 

Am Tag vorher klang das noch ganz anders. Kirstjen Nielsen verneinte, dass Familien bei illegalen Einreisen getrennt werden. 

Gibt es Widerstand?

Ja. Zum Beispiel von der Senatorin Hirono. Sie findet die "Null-Toleranz"-Politik abscheulich. Die Republikanerin fühlt mit den Flüchtlingen mit. Ihre Familie kam in die USA, als sie acht Jahre alt war. Zudem wünscht sie sich einen Neubeginn für Amerika: Alle Politiker, die in dieser Affäre lügen, sollten ihrer Meinung nach zurücktreten. 

Die Demokratin Kamala Harris fordert indes den Rücktritt von Kirstjen Nielsen. Der Staat solle Familien zusammenhalten, nicht auseinanderbrechen.

Auch ehemalige First Ladies fordern ein sofortiges Ende von Trumps Einwanderungspolitik. Neben Hillary Clinton und Michelle Obama, haben sich auch Rosalynn Carter und Laura Bush öffentlich dagegen ausgesprochen.

Diese "herzlosen Methoden" müssten sofort enden, verlangt Jeb Bush von Donald Trump. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Florida und Bruder des Ex-Präsidenten George W. Bush schlägt vor, dass der Kongress eine umfassende Lösung ausarbeitet. 

Wie geht es den Kindern?

Im Internet sind Tonaufnahmen von Kindern aufgetaucht, die von ihren Angehörigen getrennt wurden. Die Verzweiflung ist ihnen anzuhören: Die Kinder aus Zentralamerika rufen weinend nach Ihren Eltern und Verwandten – immer und immer wieder. Zu hören ist auch die Stimme eines Grenzwächters. "Wir haben ein Orchester hier. Jetzt fehlt nur noch ein Dirigent", scherzt er über die leidenden Kindern.

Noch was?

Die rechtskonservative Kolumnistin und Autorin Ann Coulter behauptet, diese Szenen mit den weinenden Kindern seien nur inszeniert. Sie warnt den US-Präsidenten, er solle nicht auf diese Masche hereinfallen.

(dpa/vom)

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