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Gegen alle Widerstände: Muslimas, Ureinwohner und ein offen Schwuler gewinnen bei Midterms

Die Wahlnacht in den USA ist immer noch im Gange. Einige außergewöhnliche Siegergeschichten können wir jedoch schon erzählen. Eine Auswahl – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der erste offen schwule Gouverneur

Im Bundesstaat Colorado eroberte der Demokrat Jared Polis das Gouverneursamt. Damit wird er der erste offen homosexuelle Mann in einem solchen Amt. Polis vertrat den Bundesstaat Colorado seit 2008 im Repräsentantenhaus. Davor hatte er als erfolgreicher IT-Unternehmer ein Millionenvermögen erarbeitet.

Die ersten Muslimas ziehen in den Kongress ein

In Zeiten, in denen die Trump-Administration einen "muslim ban" durchzusetzen versucht, senden die Wähler in Michigan und Minnesota ein starkes Zeichen nach Washington: Mit der 42-jährigen Rashida Tlaib und der 36-jährigen Ilhan Omar schafften erstmals in der Geschichte muslimische Frauen den Einzug in den Kongress. Die beiden Frauen werden solid demokratische Distrikte im Repräsentantenhaus vertreten.

Rashida Tlaib ist das älteste von 14 Kindern von palästinensisch-amerikanischen Eltern. Omar wird die erste Frau im Kongress sein, die ein Kopftuch trägt. Sie wurde in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren und floh als Kind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat, erst nach Kenia und dann in die USA.

Die jüngste Kongressabgeordnete und DER neue Star der US-Linken

Democratic nominee for New York s 14th congressional district Alexandria Ocasio-Cortez exits after she casts her vote in New York City on November 6, 2018. Ocasio-Cortez won the Democratic primary in New York s 14th congressional district. This year s midterms are the first nationwide contests since 2016 when President Donald Trump was elected. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY NYP20181106121 JOHNxANGELILLO

Bild: imago 

Sie sorgte bereits im Juni für Schlagzeilen: Die damals noch 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez schlug in den Vorwahlen Joe Crowley, ein Schwergewicht der Demokraten. Nun hat sie kurz nach ihrem 29. Geburtstag problemlos die Wahl im 14. Kongressdistrikt von New York geschafft. Er umfasst Teile von Brooklyn und Queens. Die ausgebildete Ökonomin mit puerto-ricanischen Wurzeln ist in der kurzen Zeit ihrer nationalen Berühmtheit bereits zu einer Leaderfigur des progressiven Flügels der Demokraten aufgestiegen. Sie unterstützte mit ihren Auftritten andere linke Kandidaten im Wahlkampf.

Nach 10.000 "Einwanderern": Die ersten indigenen Frauen im Kongress

Mit Deb Haaland vom Laguna-Stamm und Sharice Davids vom Winnebago-Volk schafften erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten zwei Angehörige der "Native Americans", der US-Ureinwohnern, die Wahl in den Kongress. Die beiden ausgebildeten Juristinnen schafften die Wahl für die Demokraten in New Mexico beziehungsweise Kansas. Erstaunlich: Seit der Unabhängigkeit der USA im Jahr 1776 dienten mehr als 10.000 Menschen im Senat und im Repräsentantenhaus. Keine davon war "Native American".

Die Frauen

Noch sind nicht alle Wahlkreise ausgezählt. Zur den Midterms sind so viele Frauen als Kandidatinnen angetreten wie noch nie. Im abtretenden Kongress sassen 104 Frauen, was einem Anteil von 19,4 Prozent entspricht. Bis am frühen Mittwochmorgen (deutscher Zeit) hatten laut "LA Times" 67 Frauen die Wahl in den Kongress geschafft. Gut möglich, dass eine Rekord-Zahl erreicht wird und der neue Kongress so weiblich geprägt ist, wie noch nie.

(cbe)

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