International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Mit diesen Tricks manipulieren US-Politiker ganz legal die Wahlen

Helena Serbent und Sarah Thust

Mit legalen Tricks können beide Parteien in den USA Wahlergebnisse beeinflussen. Einige kamen auch bei den Zwischenwahlen zum Einsatz. Fünf Beispiele.

Tricks und Mogeleien gehören bei Wahlen in den USA dazu. Die meisten davon sind legal und werden von Republikanern und Demokraten gleichermaßen angewandt. Bei der Kongresswahl haben diesmal zwar die Republikaner die Kontrolle über das Repräsentantenhaus verloren. Doch die Mehrheit im Senat konnte die Partei ausbauen. Und das, obwohl sie beispielsweise – technisch gesehen – weniger Stimmen haben könnte als die Demokraten.

Der Schummel mit den Wahlkreisen

Die Wahlkreise in den USA sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können alle zehn Jahre neu festgelegt werden. Welcher Straßenabschnitt zu welchem Wahlbezirk gehört, bestimmt keine unabhängige Kommission, sondern die Regierung des jeweiligen Bundesstaates. Sie kann ihn formen, wie es für die Regierung am günstigsten ist, um in den Wahlkreisen wieder eine Mehrheit zu erlangen.

Bild

Quelle: washingtonpost.com

Die Bevölkerungszahl muss dabei zwar immer gleichgroß sein, doch die Hochburgen der politischen Gegner können so in einem großen Wahlkreis zusammengeschlossen werden. Dadurch bekommt der Konkurrent trotz größerer Mehrheit nur ein Mandat.

Dieser Prozess wurde das erste Mal vom Gouverneur von Massachusetts, Elbridge Gerry angewandt. Er fürchtete 1812 die Wahlniederlage und zeichnete seinen Wahlkreis neu. Der glich anschließend keinem Kreis mehr, sondern einem Salamander. Seitdem wird diese Manipulation "Gerrymandering" genannt – und von beiden Parteien genutzt. In Ohio beispielsweise sehen die Wahlkreise nach Neuordnung durch die Republikaner aus wie ein Puzzlespiel, besonders auffällig ist es am District 1. 

Hürden in den Wahllokalen

Doch die Parteien biegen sich nicht nur die Wahlkreise zurecht. In Einzelfällen schließen sie auch Wahllokale. Im republikanisch regierten Georgia wurden seit 2012 etwa acht Prozent der Wahllokale geschlossen, berichtete der "Spiegel" . Diese lagen meist in Gegenden, in denen mehrheitlich Afroamerikaner leben. Denn die stimmen meist für die Demokraten.

Auch bei der Wählerregistrierung gibt es ab und an Unregelmäßigkeiten: Ebenfalls in Georgia erschwert ein Gesetz vielen Wählern die Registrierung. Das sogenannte Exact-Match-Law soll laut dem "Spiegel" 53.000 Registrierungen verhindern, vor allem von schwarzen, also tendenziell demokratischen Wählern. Bei jeder noch so kleinen Abweichung zwischen Registrierungsformular und Führerschein wird die Registrierung für ungültig erklärt. Kritiker warfen Amtsinhaber Brian Kemp deswegen Manipulation vor.

Bild

Anstehen in Georgia: Technische Probleme verlängerten die Wartezeiten für einige Wähler im Bundesstaat. bild: Lawrence Bryant , Reuters

Technische Probleme bei den Midterms

In den USA werden Stimmzettel aus Papier, aber auch Wahlautomaten und Wahlcomputer eingesetzt. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der elektronischen Systeme ist umstritten. Im Laufe des Wahltages führten sie mehrfach zu technischen Problemen.

In Arizona, Pennsylvania und Tennessee hätten die Wahlmaschinen nicht richtig funktioniert, berichtete  unter anderem die "New York Times" . Schwierigkeiten mit der elektronischen Stimmabgabe gab es auch in Georgia. Bilder von langen Warteschlangen gingen durch die Medien.

In einem Wahlbüro in Georgia saßen laut einem Bericht des  "Evening Standard"  teilweise mehr als 100 Wartende auf dem Boden. In Indiana soll sogar ein Richter angeordnet haben, dass die Wahlurnen bis zu 2,5 Stunden länger geöffnet bleiben müssen. So arg waren offenbar die Verzögerungen. 

Dennoch meldete die US-Heimatschutzministerium am Abend: Es gebe es nur wenige Berichte über technische Probleme bei der Wahl. Diese hätten offenbar keinen wesentlichen Einfluss auf die Stimmabgabe gehabt, teilt das Ministerium mit.

Bild

Midterm-Wähler in Florida: Die Wahlbeteiligung war in diesem Jahr höher als üblich. bild: Giorgio Viera, imago

Diese Menschen sind von den Wahlen ausgeschlossen

Mehr als 235 Millionen Amerikaner sind wahlberechtigt. Das gilt grundsätzlich für jeden Staatsbürger, der mindestens 18 Jahre alt und nicht vorbestraft ist. Wer an der Wahl teilnehmen will, muss sich allerdings rechtzeitig registrieren lassen – und da wird es kompliziert. Millionen Amerikaner werden immer wieder am Gang zur Wahlurne gehindert.

Behörden warnen vor Einflussnahme aus dem Ausland

Geheimdienst, FBI und die Regierung der USA halten die Einmischung ausländischer Akteure in die Midterms für denkbar. Besonders Russland werde verdächtigt, durch gezielte Fehlinformation die Wahlen zu manipulieren. Konkrete Hinweise gebe es dafür allerdings bislang nicht, sagten Geheimdienstdirektor Dan Coats, FBI-Chef Christopher Wray, Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und Justizminister Jeff Sessions in einer gemeinsamen Erklärung.

Russland soll bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2016 versucht haben, Trump unter anderem durch die Verbreitung von Falschinformationen zum Sieg zu verhelfen. Sonderermittler Robert Mueller hat bereits Dutzende von Anklagen gegen russische Staatsbürger erhoben. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

Die AfD bejubelt das Aus von Angela Merkel

abspielen

Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner

Das könnte dich auch interessieren:

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Dieser Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Er hetzte gegen Geflüchtete– jetzt bittet ein britischer Rechtsextremist Trump um Asyl

Tommy Robinson hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, gegen Geflüchtete und Migranten in Großbritannien zu agitieren – vor allem gegen muslimische. Jetzt bat der bekannte Rechtsextremist selbst den amerikanischen Präsidenten Donald Trump um Asyl, um nach einer Verurteilung durch ein britisches Gericht seiner Strafe zu entgehen.

Dem rechten Verschwörungstheorie-Onlinesender Infowars sagte Robinson in einem Video:

Tatsächlich erwartet ihn laut Informationen der BBC eine Haftstrafe von maximal …

Artikel lesen
Link zum Artikel