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President Donald Trump speaks at Joint Systems Manufacturing Center in Lima, Ohio, Wednesday, March 20, 2019. (AP Photo/Michael Conroy)

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Trump sagt, die USA seien "voll" – doch das Land hat ein ganz anderes Problem

Donald Trump hat ein neues Mantra, das er nicht müde wird zu wiederholen: "Unser Land ist voll." Die Vereinigten Staaten würden aus allen Nähten platzen, es vertrage deshalb keine höhere Einwanderungsrate.

Doch diese Aussage steht im Widerspruch zu dem, was amerikanische Demografen und Ökonomen sagen. Sie sehen reichlich Beweise dafür, dass das Land nicht annähernd voll ist. Vielmehr kämpfe es mit einer alternden Bevölkerung und einer sinkenden Geburtenrate. Städte und Gemeinde seien unterbevölkert, Wohnungen blieben leer, die öffentlichen Finanzen befänden sich in der Schieflage.

Wie die "New York Times" in einem Artikel schreibt, beobachten viele lokale Beamte vor Ort eine schrumpfende Bevölkerung und einen Mangel an Arbeitskräften. Phil Scott, republikanischer Gouverneur von Vermont habe der Zeitung zufolge bei einem öffentlichen Auftritt gesagt: "Die sinkende Zahl an Arbeitskräften ist die größte Bedrohung für uns. Sie ist Ursache für jedes Problem, mit dem wir zu tun haben."

Das Congressional Budget Office, die Behörde, die über das US-Haushaltsbudget verfügt, prognostiziert, dass die amerikanische Erwerbsbevölkerung in den kommenden zehn Jahren nur um 0.5 Prozent pro Jahr steigt. Das ist etwa ein Drittel so schnell wie von 1950 bis 2007. Laut "New York Times" ist das ein wesentlicher Grund dafür, dass das Wirtschaftswachstum voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des späten 20. Jahrhunderts bleiben wird.

Das Bevölkerungswachstum in den Vereinigten Staaten hat inzwischen den niedrigsten Stand seit 1937 erreicht.

In kleineren Städten und ländlichen Gebieten ist der demografische Rückgang eine Tatsache. Eine aktuelle Studie der Economic Innovation Group ergab, dass in 80 Prozent der Bundesstaaten von 2007 bis 2017 die Zahl der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter zurückging.

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Rot: Rückgang um über 10 Prozent. Orange: Rückgang um zwischen 0 und 10 Prozent, Hellblau: Zunahme um zwischen 0 und 10 Prozent. Dunkelblau: Zunahme um über 10 Prozent. screenshot: economic innovation group

Das Bevölkerungswachstum in den Vereinigten Staaten hat inzwischen den niedrigsten Stand seit 1937 erreicht, was zum Teil auf eine rekordverdächtige niedrige Geburtenrate zurückzuführen ist. Wie es im Artikel lautet, weisen die USA zunehmend eine ähnliche Bevölkerungswachstumsraten auf wie Japan und Westeuropa, wobei die Einwanderung diese Verschiebung teilweise kompensiert.

Zumindest was die Wirtschaft betrifft, sieht das Land eher aus wie eines, das zu leer als zu voll ist.

Die Trump-Regierung stellt den Anstieg der Asylbewerber an der Südgrenze als Krise dar und wendet aggressive Taktiken an, um die unregistrierten Einwanderer in den USA abzuschieben. US-Ökonom Matthew Kahn sagt gegenüber der New York Times: "Dass Einwanderer immer wieder hier auftauchen, ist ein Beweis für unsere Freiheit und die wirtschaftliche Chance hier." Würden Migranten glauben, dass die Vereinigten Staaten voll sind, wäre das laut Kahn ein Problem.

Zusammenfassend heißt es im Artikel: "Zumindest was die Wirtschaft betrifft, sieht das Land eher aus wie eines, das zu leer als zu voll ist."

(sar)

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