International

Trump erklärt sich beim Nato-Gipfel zum "stabilen Genie" und was sonst noch los war

US-Präsident Donald Trump hatte der Nato erst nach Angaben von Diplomaten offen mit einem amerikanischen Alleingang in Verteidigungsfragen gedroht. Nun gelobt er Bündnistreue, fordert jedoch von den Verbündeten mehr Geld. 

Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagte Trump demnach am Donnerstag beim Gipfeltreffen in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus mehreren Quellen erfuhr.

U.S. President Donald Trump speaks during a press conference during a summit of heads of state and government at NATO headquarters in Brussels, Belgium, Thursday, July 12, 2018. NATO leaders gather in Brussels for a two-day summit. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Bild: AP

Hier kannst du dir die Pressekonferenz von Trump anschauen:

abspielen

Video: YouTube/NEWS5

Nun sieht Trump nach dem Streit beim Nato-Gipfel einen "enormen Fortschritt" bei den Verteidigungsausgaben der Verbündeten der westlichen Militärallianz:

"Ich glaube an die Nato."

Donald Trump

U.S. President Donald Trump points his finger during press conference after a summit of heads of state and government at NATO headquarters in Brussels, Belgium, Thursday, July 12, 2018. NATO leaders gather in Brussels for a two-day summit. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Bild: AP

Zuvor hatte er durch scharfe Verbalattacken vor allem auf Deutschland den Streit um die nach seiner Ansicht zu niedrigen Ausgaben der Nato-Partner der USA eskalieren lassen, so dass noch eine Sondersitzung der Allianz anberaumt wurde. Nach heftigen Angriffen auf Kanzlerin Angela Merkel im Streit um Verteidigungsausgaben Trump nun zurückgerudert und Deutschland gelobt:

"Ich habe große Achtung vor Deutschland."

Donald Trump

Sein Vater komme aus Deutschland, seine Eltern kämen aus Europa, so Trump weiter. Russlands Präsident Putin bezeichnete der US-Präsident als "Konkurrent" und nicht als "Feind". Trump sieht außerdem  in sich Genie und Stabilität vereint:

"Ich bin sehr konsistent. Ich bin ein sehr stabiles Genie."

Donald Trump

Die Nato-Mitglieder trafen sich zur Krisensitzung

Nach Trumps Äußerungen kamen die 29 Bündnispartner zu einer Sondersitzung zusammen. Ein ursprünglich für 10.15 Uhr angesetztes Pressestatement von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde verschoben.

Bei der Krisensitzung sprach Merkel von einer "sehr ernsten Diskussion". Auf eine entsprechende Frage antwortete sie: "Ich kann nur zusammenfassen, was das Ergebnis ist: Klares Bekenntnis aller zur Nato und eine deutliche Bereitschaft aller, angesichts veränderter Sicherheitslagen einen Beitrag zu leisten."

Trump habe laut der Kanzlerin gefordert, dass die Lastenteilung sich verändern müsse, berichtete die Kanzlerin. "Ich habe für mich deutlich gemacht, andere haben das auch deutlich gemacht, dass wir auf diesem Weg sind."

Was ist Hintergrund des Streits?

Beim Gipfel hatte sich zuvor vor allem Deutschland geweigert, weitreichende Zusagen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben zu machen.

Die Bundesregierung will die Quote bis 2024 lediglich auf 1,5 Prozent des BIP erhöhen. Sie verweist dabei darauf, dass sich die Nato-Staaten 2014 lediglich darauf geeinigt haben, sich bis 2024 in Richtung der zwei Prozent zu bewegen.

Der Streit um die 2-Prozent:

Dies hält der US-Präsident für völlig unzureichend. Trump beklagt eine unfaire Lastenteilung und attackiert seit Monaten vor allem Deutschland. Nach den jüngsten Prognosen der Nato werden 2018 neben den USA lediglich Griechenland, Großbritannien, Polen, Rumänien sowie die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland das Zwei-Prozent-Ziel erreichen. Deutschland liegt trotz deutlich steigender Verteidigungsausgaben derzeit bei etwa 1,24 Prozent.

(pbl/pb/dpa)

Nach Sturm aufs Kapitol: US-Polizei sucht nach "Schamanen" – dabei ist der längst bekannt

Beim Sturm auf das Kapitol in Washington D.C. am Mittwoch hatte sich vor allem ein Mann ins Gedächtnis vieler Zuschauer gebrannt, der sich mit nacktem Oberkörper, bemaltem Gesicht, Fellmütze und Büffelhörnern stolz den Kameras präsentierte. Einige User in sozialen Netzwerken fragten spöttisch, ob es sich um den Jamiroquai-Sänger Jay Kay handele. Der Brite hatte vor allem Ende der 90er Jahre mit einem ähnlichen Look Erfolg mit seiner Jazz-Funk-Band.

Es war aber natürlich nicht Jay Kay. Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel