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February 3, 2020, Des Moines, Iowa, U.S: CARL VOSS, the precinct chair for precinct 55, verifies results at the caucus site for precinct 55 in downtown Des Moines. More than 1,000 voters registered to participate in precinct 55 caucus. The precinct awarded 14 delegates during its caucus. Pete Buttigieg was awarded 5, Bernie Sanders was awarded 5 and Elizabeth Warren was awarded 4. (Credit Image: © Jack Kurtz/ZUMA Wire |

Die Ergebnisse werden in Des Moins, Iowa, überprüft. Bild: Jack Kurtz/dpa

Panne bei US-Vorwahl in Iowa – so kam es zum Ergebnis-Chaos

Chaos statt Aufbruch: Die Demokraten sind in den Vorwahlkampf gestolpert. In Iowa versagte wohl eine neue App zur Ergebnisübermittlung. Die Partei hatte aus ihr ein großes Geheimnis gemacht.

Johannes Bebermeier / t-online

Die Bewerber sind sauer, der Spott ist riesig: Im Bundesstaat Iowa wollten die US- Demokraten mit einem großen Spektakel in den Wettbewerb um die US-Präsidentschaftskandidatur starten. Doch auch Stunden später ist noch nicht klar, wer nun eigentlich gewonnen hat. Die Partei sah sich am Montagabend nicht in der Lage, Ergebnisse zu veröffentlichen.

Die Demokraten in Iowa begründen die Verzögerung damit, dass sie Ungereimtheiten in drei Ergebnissen festgestellt hätten. Die Stimmen sollen nun per Hand überprüft werden. Es habe keinen Hackerangriff gegeben.

Die App soll nicht ausreichend getestet worden sein

US-Medien berichten hingegen, dass es Probleme mit der App und auch der Telefonhotline gegeben habe. "Die App, über die die Ergebnisse an die Partei gemeldet werden sollten, hat versagt; das Backup-Telefonsystem hat auch versagt", schrieb Joe Bidens hochrangige Kampagnen-Mitarbeiterin Dana Remus.

Wie die "New York Times" berichtet, soll die App sehr kurzfristig in den vergangenen zwei Monaten entwickelt worden sein. Es habe keine ausreichenden Tests gegeben, in der eine bundesstaatenweite Übermittlung von Ergebnissen simuliert worden wäre, wie der Zeitung mehrere anonyme Quellen gesagt haben.

Mehrere Verantwortliche in Iowa berichteten am Montag von Problemen mit der App und der Telefonhotline, als sie die Ergebnisse ihres Bezirks übermitteln wollten. Einige sollen eine Stunde lang in der Warteschlange gehangen haben.

Die Demokraten in Iowa hatten laut "New York Times" ein Geheimnis daraus gemacht, welche App sie nutzen. Nun berichtet die Zeitung, dass es sich um ein Programm der Technologiefirma Shadow handelt. Die Abteilung Cyber-Sicherheit beim Heimatschutzministerium hat erklärt, dass die Behörde die App nicht überprüft habe.

"Online-Wahlen sind noch nicht bereit für die Prime-Time"

Eine anonyme Quelle sagte der "New York Times", dass es schon vorher die Sorge gab, dass die App an Orten mit schlechter Netzabdeckung nicht funktionieren könnte. Oder dass es die Netze überlasten könnte, wenn viele Menschen gleichzeitig die Ergebnisse abliefern wollten. Auch die Geheimniskrämerei um das Programm sei infrage gestellt worden.

"Das ist eine dringende Mahnung, dass Online-Wahlen noch nicht bereit für die Prime-Time sind"

Informatikprofessor J. Alex Halderman "New york Times"

Auch wenn die Ergebnisse aus Iowa im Laufe des Tages manuell übermittelt werden und feststeht, ob Bernie Sanders sich zu Recht zum Sieger erklärt hat: Das App-Problem wird die Demokraten weiter beschäftigen. Im Bundesstaat Nevada stehen die Vorwahlen am 22. Februar an. Die Ergebnisse müssen auch hier aus den Bezirken in die Zentrale übermittelt werden. Zum Einsatz kommen soll dafür: dieselbe App wie in Iowa.

Der Artikel erschien zuerst bei t-online.de

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