International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
FILE PHOTO: Dry earth cracks in a farmer's field near Altringham, Cheshire, Britain, July 26, 2018. REUTERS/Phil Noble/File Photo

Bild: X01988

Die Erde stellt auf Heißzeit um – und das sind die (verhaltenen) Reaktionen der Politik

Rekordhitze in Europa, Waldbrände auch in Skandinavien, nun haben Klimaforscher vor einer neuen Heißzeit gewarnt. 

Die Reaktionen:

Das sagen die Umweltverbände

Die Umweltgruppen WWF und Germanwatch haben der Bundesregierung Untätigkeit beim Klimaschutz vorgeworfen. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten sie am Dienstag:  

"Angesichts der zunehmenden Wetterextreme muss die Bundesregierung endlich zu einer aktiven Klimaschutzpolitik zurückkehren."

Michael Schäfer, WWF-Klimaexperte

Schäfer forderte, den Auftrag der von der Regierung eingesetzten Kohlekommission dahingehend zu präzisieren, dass "durch den Rückbau von Kohlekraft bis 2022 die Gesamtemissionen tatsächlich um 40 Prozent sinken".

Die Verbände drängen auf Sofortmaßnahmen in Energie, Verkehr und Landwirtschaft, um den deutschen Klimazielen für 2020 zumindest noch nahe zu kommen und Weichen für das Erreichen der Ziele für 2030 zu stellen.

So müsse Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) seinen Widerstand gegen die steuerliche Förderung des Klimaschutzes in Gebäuden aufgeben, forderte der Politische Direktor von Germanwatch, Christoph Bals.

Bals nannte es "erbärmlich", dass die große Koalition nicht einmal diese beiden in ihrem eigenen Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahmen umsetze.

Das sagt die Politik 

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter rief die Bundesregierung zu einem Kurswechsel auf. 

"Noch ist es nicht zu spät, das Ruder herumzureißen, um die Erhitzung der Welt auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen."

Toni Hofreiter, Grünen-Fraktionsvorsitzender

Jetzt sei es an der Zeit für einen raschen Kohleausstieg und eine ökologische Verkehrswende. "Trotz der deutlichen Warnung der Forscher stellt die Bundesregierung weiterhin klimaschädliche Profite über den Schutz unserer Lebensgrundlagen", kritisierte Hofreiter

Und das steht in der Studie

Bislang nehmen viele Forscher an, dass die Klimaerwärmung bei zwei Grad gestoppt werden kann. Nun verweist ein internationales Team darauf, dass selbst bei unter zwei Grad durch verschiedene Kippelemente eine Kaskade von Prozessen starten könnte. Die Folgen: 

Langfristig bedeutet  ein Zeitraum «über Jahrhunderte und vielleicht Jahrtausende». Es sei jedoch noch viel Forschung nötig, um das Risiko für den Start der Kaskade abzuschätzen, betonen die Forscher. 

Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf sagte: 

"Weitere Belege für den Klimawandel sind das schmelzende Eis an den Polen, Gletschern und auf Grönland, die Erwärmung der Ozeane bis in große Tiefen und der immer rascher werdende Anstieg des Meeresspiegels."

Stefan Rahmstor, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Hitzerekord-Monate seien bereits fünfmal häufiger, als bei einem stabilen Klima zu erwarten wäre. "Es gibt erdrückende Belege, dass der Mensch für nahezu die komplette globale Erwärmung verantwortlich ist", sagte Rahmstorf.

So könnten etwa die Permafrostböden in Russland oder Nordamerika auftauen und dabei große Mengen Kohlendioxid und Methan freisetzen. Der Amazonas-Regenwald könnte mehr Kohlendioxid abgeben, als er aufnimmt. Das Eisschild Grönlands könnte komplett abtauen.

(dpa, afp)

Mehr zum Thema Umwelt

Ausgebrochene Zootiere in Rheinland-Pfalz waren doch nicht ausgebrochen ¯\_(ツ)_/¯

Link to Article

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

Link to Article

So tötet der Klimawandel die Korallen des Great Barrier Reef

Link to Article

Richtige Männerfreundschaft: Männliche Delfine kennen sich beim Namen

Link to Article

Sumpfkrebs-Fang in Berlin boomt – ein Fischer fing 8500 Tiere im 1. Monat

Link to Article

Dieser Pottwal kämpft in der Nordsee gerade ums Überleben

Link to Article

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat 😢

Link to Article

Von wegen "natürlich" –Verbraucherschützer wollen irreführende Etiketten abschaffen

Link to Article

In diesen 7 Ländern und Städten herrschen bereits Plastikverbote

Link to Article

An den Balearen schwimmt ein Weißer Hai herum – erste Sichtung seit 30 Jahren

Link to Article

Kragenbär Mike wurde heute erschossen – das ist seine Geschichte 

Link to Article

Mehr als 1000 Demonstranten fordern schnellen Kohleausstieg 

Link to Article

Touristin findet in einem Wald (!!!) in Russland (!!!) einen toten Delfin 🤔

Link to Article

Wale stranden zu Dutzenden – 6 Erklärungen für das Tierdrama

Link to Article

33 Kilo Müll landen jährlich  in deinem Briefkasten – das soll sich nun ändern

Link to Article

Wie die Umweltministerin beim UN-Klimagipfel den Planeten retten will

Link to Article

Süüüüüüüüüüß. Und gefährdet. 10 Tiere, die wir lieben und töten

Link to Article

Schon wieder! Holländisches Insektengift in deutschen Bio-Eiern

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Erster Verlierer: Der Regenwald. Warum Brasiliens neuer Präsident eine Klima-Gefahr ist

Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen. Der Ex-Militär kam auf 55,14 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag nach der Auszählung fast aller Stimmen mitteilte. Sein Gegner Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei erhielt demnach 44,86 Prozent.

Denn Jair Bolsonaro macht sich nicht viel aus dem Regenwald. Der Rechtsextreme findet Landwirtschaft wichtiger als Umweltschutz. Vor seinem Wahlsieg hat er angekündigt, das brasilianische …

Artikel lesen
Link to Article