International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Xi Poker Trump

Bild: Unsplash/dpa Montage

Im Handelspoker gegen Trump hat Xi einen Royal Flush

Philipp löpfe

"China hat keine Angst vor einem Handelskrieg", erklärte Zhu Guangyao. Der stellvertretende Handelsminister Chinas reagierte mit diesem Statement auf die Drohung von Donald Trump, weitere Strafzölle in der Höhe von 100 Milliarden Dollar auf chinesische Importe zu erheben.

Peking weiß, dass es
bessere Karten hat.

Chinas Präsident Xi Jinping reagiert in diesem "Wie-du-mir-so-ich-dir"-Gerangel cool wie ein abgezockter Pokerspieler, der genau weiß, dass er das bessere Blatt in der Hand hat.

Er denkt nicht im Traum daran, auf Trumps Bluff hineinzufallen, denn er hat einen Royal Flush.

Der Präsident sitzt fest im Sattel

Xi ist der mächtigste Politiker Chinas seit Mao Zedong. Seit seinem Amtsantritt 2012 hat er sämtliche Gegner vom Spieltisch entfernt. Kürzlich haben die Chinesen die Verfassung so geändert, dass Xi bis an sein Lebensende im Amt bleiben kann.

China Xi

Xi ist so mächtig wie einst Mao. Bild: AP

Chinas Wirtschaft ist nicht mehr auf Exporte angewiesen

Vor zehn Jahren betrugen die Exportüberschüsse Chinas noch neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), ein absurd hoher Wert. Der damalige chinesische Premierminister Wen Jiabao bezeichnete Chinas Wirtschaft deshalb als "instabil und unkoordiniert".

China Trade

Die Chinesen haben den Konsum entdeckt. Bild: AP

Heute ist China nicht mehr Exportweltmeister, der Überschuss in der Leistungsbilanz beträgt gerade mal 1,4 Prozent des BIP. Die Strafzölle haben daher viel von ihrem Schrecken verloren. "Wir sehen Anzeichen, dass die chinesische Wirtschaft weniger unausgewogen ist und mehr vom einheimischen Konsum leb"", stellt Martin Wolf in der "Financial Times" fest.

Chinas Ansehen ist weltweit gestiegen

Softpower, die Attraktivität einer Kultur, wird in der Geopolitik des 21. Jahrhunderts immer wichtiger. Davon profitiert China. Das Reich der Mitte hat seine 200 Jahre dauernde Krise überwunden und kann an den Glanz alter Tage anknüpfen.

China

China erstrahlt in altem Glanz. Bild: Kyodo

Dazu kommt, dass sich die Chinesen mit ihrem Programm "One Road, One Belt" Verbündete rund um den Globus anziehen, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

China sieht sich schon vor Spielbeginn klar im Vorteil:

Es stellt günstige Kredite zur Verfügung und baut Straßen und Eisenbahnen. Für die Industriestaaten ist China nicht nur ein bedeutender Kunde, sondern auch ein wichtiger Investor. 

Warum Trump ein
mieses Blatt hat

Ganz anders sieht es auf den anderen Seite des Pazifiks aus. Donald Trumps Wirtschafts- und Handelspolitik ist von Angst und Ignoranz getrieben. Er wechselt fast täglich seine Positionen und hat einen zerstrittenen Beraterstab.

Kurz: Er hat ein lausiges Blatt und muss bluffen.

Im Weißen Haus herrscht Chaos

Der Personalverschleiß im West Wing ist gewaltig. Jede Woche treten wichtige Vertreter zurück oder werden gefeuert. Die Zurückgeblieben sind verunsichert und zerstritten.

Gary Cohn

Wirtschaftsberater Gary Cohn wurde abgesägt. Bild: AP

Zwar sind viele der sogenannten Globalisten inzwischen weg, vor allem Wirtschaftsberater Gary Cohn und Außenminister Rex Tillerson. Doch der Streit geht weiter. So soll Finanzminister Steven Mnuchin über Trumps Strafzoll-Pläne alles andere als erfreut sein.

Im US-Kabinett scheidet ein Politiker nach dem nächsten aus:

Mit zerstrittenen Mitspielern ein Match gewinnen zu wollen, ist selten eine gute Idee.

Die Börsen und die Bauern laufen Amok

Trumps Äußerungen zu möglichen Strafzöllen haben zu hektischen Kursausschlägen an den Finanzmärkten geführt. "Meint der Präsident es ernst oder nicht?", lautet derzeit die Gretchenfrage der Investoren. Die gefühlte Antwort lässt die Kurse in die Tiefe sausen oder in die Höhe schießen.

Das Börsentheater kann Trump zumindest vorübergehend kalt lassen. Die wahre Gefahr droht von der realen Wirtschaft, konkret von den Bauern. Diese sind von den Retourkutschen der Chinesen besonders betroffen – und sie reagieren sauer.

Senator Ben Sasse, ein Republikaner und Trump-Anhänger aus dem Bundesstaat Nebraska, ist empört. "Selbst wenn der Präsident es nur halbernst meint, ist es Blödsinn", kommentiert der die Strafzoll-Absichten. "Es ist die dümmst mögliche Art, die Chinesen zu bestrafen."

Die Freunde werden vor den Kopf gestoßen

Mit den Strafzöllen will Trump China treffen, er fügt jedoch vor allem den Alliierten der USA Schaden zu. Mit dem Verzicht auf den Freihandelsvertrag TPP hat er zur Freude Chinas die Verbündeten in Asien verärgert. Japan, Australien & Co. wollen das Abkommen nun ohne die Amerikaner durchziehen.

Trudeau Trump

Kanadas Premier sitzt auch nicht mehr gerne mit Trump am Spieltisch. Bild: dpa

Das Hickhack um den Freihandelsvertrag Nafta hat dazu geführt, dass der Haussegen zwischen den USA und Kanada mehr als schief hängt, von Mexiko gar nicht zu sprechen. Seit Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängt und Strafzölle auf Autos angedroht hat, ist auch das Klima zwischen Berlin und Washington frostig geworden.

Trumps fataler Irrtum

Handelskriege seien locker zu gewinnen, hat Trump vor kurzem getweetet.

Ein fataler Irrtum. Dabei hätten die USA tatsächlich gute Gründe, gegen China vorzugehen. Patentschutz und Gegenseitigkeit werden in Peking mit Füßen getreten.

Mit seinem chaotischen Vorgehen spielt Trump jedoch Xi direkt in die Karten.

Und wenn Trump mal nicht pokert? Ist auch eine Menge los:

Trump will weiter kritische Twitter-Follower verbannen können

Link to Article

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump – will sich notfalls selbst begnadigen

Link to Article

Soziopath, Hochstapler, Egomane: Netflix-Doku zeigt den wahren Donald Trump

Link to Article

Merkel ist auch wegen Trump erneut angetreten – sagt ein Obama-Vertrauter

Link to Article

Trump, der Unberührbare – was hinter seiner neuen Verteidigungsstrategie steckt

Link to Article

Trump nach Rassismus-Tweet von Roseanne: "Bei mir hat sich ABC nie entschuldigt!"

Link to Article

Warum Trump gerade einen Super-Bowl-Champion aus dem Weißen Haus ausgeladen hat

Link to Article

Ein bisschen gut für die Demokratie – ein bisschen sehr gut für Angela Merkel

Link to Article

"So unfair, so böse"– Trump sauer wegen Spekulationen um seine Melania

Link to Article

In diesem "bescheidenen" Hotel treffen sich Donald Trump und Kim Jong-un

Link to Article

Warum Trumps Null-Toleranz-Politik an der US-Grenze nicht normal ist

Link to Article

Trumps nächster Berater tritt zurück - Nummer 18 auf unserer Liste

Link to Article

Der Angriff in Syrien hat sich gelohnt – zumindest für Trump

Link to Article

Er liebt Trump und Taylor Swift – jetzt wurde der "Asian-Nazi" verhaftet 

Link to Article

Affäre um Porno-Star: FBI durchsucht Büro von Trumps Anwalt

Link to Article

19 mal "Soo Saaad!": Erinnerst du dich an diese Trump-Aussteiger?

Link to Article

5 Attacken auf Trump – jetzt schlägt der US-Präsident auf Twitter zurück

Link to Article

Donald Trump droht mit Raketenangriff nach Giftgasangriff auf Syrien

Link to Article

Boxer mit Trump-Mauer auf Shorts wird von Mexikaner zerstört

Link to Article

Luftangriffe auf Syrien – Trump will Truppen schnellstmöglich abziehen

Link to Article

Mueller hat neue Beweise und bringt damit Trump-Anwalt immer mehr in die Klemme

Link to Article

Comey: Trump ist "moralisch nicht geeignet" fürs Präsidentenamt

Link to Article

Trump feuert Außenminister Rex Tillerson – weil der seinen Job macht

Link to Article

Der US-Senat bestätigt Hardliner Pompeo als Außenminister – so kam's

Link to Article

Wer hat Angst vor der Waffenlobby NRA? Donald Trump

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 06.04.2018 22:29
    Highlight Highlight Die EU hätte es in der Hand gehabt identische Einschränkungen durchzusetzen wie China sie hat: Nur 49% Beteiligungen und Offenlegung jegliches Know How.
    Aber nein man lässt die Chinesen mit Staatsgeld ihrer Nationalbank welches politisch zu Null Zinsen Unternehmen gegeben wird alles aufkaufen.
    Nein man kaufte damals sogar Huawei Geräte die anfangs freche Raubkopien von Cisco-Geräten waren ohne mit der Wimper zu zucken da "billiger".

    CH trieb es mit dem Freihandelsabkommen noch übler. Totale Unterwerfung nur um Milchpulver verkaufen zu dürfen dafür gibt's in CH Märkten nur noch Made in China.
    0 0 Melden

Trump läuft mit Schirm zur Air Force One – und macht dann etwas, das so was von Trump ist

Nicht nur in der Deutschland, auch in Washington D.C. kam am Wochenende ordentlich Wasser vom Himmel. Dies musste unter anderem auch Donald Trump feststellen. Bevor der US-Präsident am Samstag die Air Force One in Richtung Indianapolis bestieg, musste er im Freien den Reportern Rede und Antwort stehen. Vom Regen geschützt durch einen großen, schwarzen Schirm.

Wie gewohnt ließ Trump die Reporter mit einigem Stirnrunzeln zurück. In einer Synagoge in Pittsburgh wurden elf Personen getötet und …

Artikel lesen
Link to Article