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In Kalifornien brennt es – und YouTube kämpft gegen Verschwörungstheorien

Knapp 80 Tote hat das Feuer von in Kalifornien mittlerweile gefordert, Tausende Menschen haben ihr Zuhause verloren. So unfassbar scheint die Katastrophe, dass gerade eine besonders wahnwitzige Verschwörungstheorie die Runde auf Youtube macht – und die Videoplattform kommt mit dem Löschen offenbar nicht hinterher, wie Motherboard US berichtet.

Wer gerade bei Youtube auf Englisch "California Wildfire" eingibt, der bekommt die angebliche Verschwörung sogar in Deutschland serviert. Von "directed energy weapons" ist dann die Rede, von gezielten Energie-Waffen also, oder von "Lasern". Die Anhänger dieser Verschwörungstheorie glauben, dass die US-Regierung das Feuer selbst entfacht hat, indem sie Laser von Flugzeugen in die trockenen Gebiete Kaliforniens abschoss. Sie wolle so einen alten Entwicklungsplan der Nato durchsetzen. So so. 

Um das direkt zu sagen: Nein, da muss man inhaltlich nicht mitkommen. Aber die Theorien sind ein Problem:

Dahinter, so vermutet auch motherboard, stehen in Wahrheit Kritiker des Klimawandels. Die wollen schlicht jede Feuer-Ursache logischer finden als eben wärmere Temperaturen. Dazu sind ihnen alle Mittel Recht. Sie nutzen Bilder für ihre Videos, die sie aus dem Kontext reißen. Auch Clips, die überhaupt nichts mit den Feuern von Kalifornien zu tun haben.

Das Problem steckt weniger in der Verrücktheit dieser Verschwörungstheoretiker, als in der Tatsache, dass Youtube nicht mit dem Löschen der Inhalte hinterher kommt. Und so eine breite Masse ohne Aufklärung mit den falschen Behauptungen konfrontriert wird. Immer wieder werden die Videos als Nachrichtensendungen getarnt, sie umgehen geschickt die Löschregeln von YouTube und tricksen dessen Algorithmus aus. Die Lüge kann sich so immer weiter verbreiten.

Weil neue Videos in eigenen "New" Sektionen auftauchen, so berichtet Motherboard, würden Verschwörungstheoretiker auch dazu angestachelt, gleich mehrere Videos zu produzieren.

YouTube hat eine Flag-Funktion, mit der ihr solche Inhalte melden könnt. Nutzt Sie!

(mbi)

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Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

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