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Schüsse an Youtube-Hauptquartier – vier Verletzte, Tatverdächtige tot

03.04.18, 22:50 04.04.18, 07:38

In der Zentrale des Internet-Unternehmens Youtube soll eine Frau am Dienstag Schüsse abgegeben und anschließend sich selbst umgebracht haben. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Ed Barbarini, der Polizeichef der Stadt San Bruno bei San Francisco. Ein 36-jähriger Mann, befindet sich Medienberichten zufolge in "kritischem" Zustand. Den Zustand einer 32-jährigen Frau beschrieb ein Kliniksprecher als ernst.

Zu den möglichen Motiven der Frau nahm Barberini nicht Stellung. Die Behörden gehen nicht davon aus, dass die Tat einen terroristischen Hintergrund hatte. Medien hatten berichtet, die Frau habe versucht, ihren Freund zu erschießen. Die Leitung der Ermittlungen habe die Polizei San Bruno, teilte die Bundespolizei FBI mit. Das Youtube-Gebäude sei evakuiert worden, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Arbeitsplätze verlassen.

Die Polizei hatte die Anwohner via Twitter gewarnt:

Diese Luftaufnahmen zeigen, wie das Gebäude evakuiert wurde:

Der Youtube-Beschäftigte Vadim Lavrusik schrieb auf Twitter, er sei mit Kollegen in einem Raum in der Firmenzentrale verbarrikadiert. Er habe Schüsse gehört und Menschen davon rennen sehen, als er an seinem Schreibtisch saß. 

Wenig später schrieb er dann, er sei "sicher" und aus dem Gebäude herausgebracht worden. Die Polizei durchsuchte den Komplex. Erst nach mehreren Stunden kam die Entwarnung, dass den Beschäftigten der Google-Tochter keine weitere Gefahr drohte.

Die YouTube-Angestellte Dianna Arnspiger sagte, sie habe sich im zweiten Stock der Zentrale aufgehalten, als sie Schüsse gehört habe. Dann sei sie ans Fenster gerannt und habe eine Frau auf den Innenhof feuern sehen. Sie habe eine "große, riesige Pistole" gehabt. Dann habe sie, Arnspiger, "Schützin" gerufen, woraufhin jeder weggerannt sei, sagte die Mitarbeiterin. Sie und andere Kollegen hätten sich eine Stunde lang in einem Konferenzraum versteckt und immer wieder den Notruf angerufen.

"Es war furchterregend."

Dianna Arnspiger, YouTube-Angestellte

Zach Vorhies, ein Software-Ingenier bei YouTube, schilderte, er habe im zweiten Stock am Schreibtisch gesessen, als der Feueralarm auf einmal losgegangen sei. Er sei mit dem Skateboard zum Innenhof gefahren, wo er die mutmaßliche Schützin gesehen habe. "Sie schrie: 'Komm' zu mir oder hole mich'", sagte Vorhies. In der Nähe habe er jemanden mit einem roten Fleck auf dem Bauch auf dem Boden liegen sehen.

Mitarbeiter des Unternehmens berichteten dem lokalen Sender KCBS, sie hätten viele Schüsse gehört. Mehrere Menschen seien angeschossen worden. Notrufe aus dem Gebäude gingen gegen 13 Uhr Ortszeit bei der Polizei ein. Fernsehbilder zeigten ein großes Aufgebot von Polizei im Umfeld der Gebäude. Zahlreiche Menschen strömten aus dem Gebäude, teilweise mit erhobenen Händen. Sie wurden von Beamten durchsucht.

"Dies ist ein trauriger Tag für die Youtube-Familie"

Chris Dale, Youtube-Sprecher

Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete den Vorfall als einen "schrecklichen Akt von Gewalt". Viele Mitarbeiter stünden unter Schock. Er sagte den Betroffenen Hilfe zu, um diese "unvorstellbare Tragödie" zu überwinden.

US-Präsident Donald Trump erklärte, seine "Gedanken und Gebete" seien bei denen, die in die Tat in San Bruno verwickelt seien.

(ak/as/cma/sg/dpa/ap/reuters)

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