Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: Unsplash Montage

"Warum ist er mir entfolgt, obwohl wir befreundet sind?"

Bianca Xenia Jankovska
Bianca Xenia Jankovska

Liebe Bianca!

Ich bin gestern Abend mal wieder zu lange vor Instagram abgehangen. Und wie das beim Scrollen eben passiert, bin ich irgendwann auf das Profil eines Freundes, um mir seine neuesten Fotos anzusehen. Wir hatten seit etwa zwei Monaten keinen Kontakt mehr, kennen uns allerdings schon seit 2015. Damals haben wir gemeinsam im Marketing-Team eines mittelständischen Unternehmens gearbeitet und auch Mal am Wochenende abgehangen.

Lange Rede kurzer Sinn: Aus Interesse habe ich gecheckt, ob er mir zurückfolgt – und siehe da. Tut er nicht! Keine Ahnung übrigens seit wann. Dabei ist zwischen unserem letzten Treffen und heute nichts Außergewöhnliches passiert. Ich habe nichts gepostet, das ihn hätte aufregen können. Glaube ich zumindest. Warum fühlt es sich trotzdem komisch an, entfolgt zu werden? Und: Können wir überhaupt noch befreundet sein, nach diesem digitalen Freundschaftsbruch?

Ängstlich dank Instagram

Hallo Ängstlich dank Instagram!  

Lass mich dein Problem in meine Worte fassen: Du zweifelst an einer Freundschaft, weil dir die Person auf Social Media entfolgt ist, obwohl es keinerlei Anlass dafür gab. Keinen Streit, keine hässlichen SMS, kein unabsichtliches Schwängern der festen Freundin.  

Oder, um es dramatischer zu formulieren: 

Du denkst, dass eine Freundschaft automatisch "echt" ist, wenn man am digitalen Leben des jeweils anderen teilnimmt? Fair enough.

Macht irgendwo auch Sinn, jetzt, wo viele young professionals beruflich und privat zwischen zwei und mehr Städten feststecken.  

Ich denke trotzdem nicht, dass ein "Follow" unbedingt das Ende einer "Freundschaft" bedeuten muss, im Gegenteil. Ich für meinen Teil bin zum Beispiel sehr erleichtert, wenn mir meine Freunde nicht auf Instagram folgen, um sich dort meine pathetischen Abhandlungen über "dieses Social Media" durchzulesen. Mein schreibendes Alter Ego ist konstruiert, überspitzt, auch mal eindimensional. Warum? Weil es möglich ist.  

Ich finde es angenehmer, wenn ich meinen Freunden IRL erzählen kann, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen, anstatt ihnen meine verkürzten und zensierten Captions zum Lesen zu geben. Und ja, auch mir ist es schon mal passiert, dass mir eine heute nicht mehr ganz so enge Freundin entfolgt ist. Ich habe sie nie darauf angesprochen, obwohl wir uns danach sogar noch getroffen haben.  

Was soll man auch groß fragen? Wie beim Schlussmachen gibt es dafür keinen passenden Zeitpunkt. "Hey, ähm, übrigens habe ich gesehen, dass du mir entfolgt bist. Kannst du bitte drei Gründe nennen, warum? Dann kann ich mein Profil künftig besser an deine Bedürfnisse anpassen."

Mein Motto lautet seither: Entweder, man folgt mir, oder man folgt mir eben nicht.

Du hingegen, mein Lieber, scheinst das alles zu sehr an dich ranzulassen. Und klar, es ist irgendwo auch eine Kränkung zu sehen, dass anderen das, was du postest, nicht gefällt. Das Ding ist nur: Es wird immer etwas geben, das anderen an dir nicht gefällt – und wenn es deine neuaufgelegte John-Travolta-Frisur ist. Es wird immer etwas geben, weswegen es sich für andere richtig anfühlt, den Unfollow-Button zu drücken.

Sei es, weil du in ihren Auge zu glücklich oder zu unglücklich wirkst, oder, weil du seit zwei Jahren überbelichtete Monstera-Pflanzen postest, die so langweilig sind wie ein Skinny Bitch. Du bist nicht dein Profil. Gleichzeitig erfüllt dein Profil für deine Follower gerade im offenen Meer Instagram eine Art Zweck.

Wenn du ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigst, sind sie schneller weg, als du eine neue Strategie verfolgen kannst.

Unfollowed zu werden kann ganz pragmatische Gründe haben, die nichts mit dir als Person zu tun haben.

OK – außer es handelt sich dabei um den Partner, die beste Freundin oder Lieblingscousine. Das wäre allerdings ein anderes Thema.  

Ich für meinen Fall kann eine Person im echten Leben durchaus mögen, ihr Instagram oder Facebook einfach nur anstrengend finden.

Was interessiert mich die Angeberei von Johanna, die sie eigentlich nicht nötig hat? Was interessiert mich ein Feed, der nur aus Hundefotos besteht, wenn ich selbst keinen haben kann? Eben. Und wenn ich nicht verliebt in dich bin, dann will ich auch keine fünf Millionen Selfies sehen.  

Ich hoffe, du kannst jetzt in Ruhe so weiterposten, wie du es für richtig hältst. Followers gonna unfollow.

Alles Liebe,

B. X. 

Bianca Xenia Jankovska...

...hat bisher in vier Städten in drei Ländern gewohnt, die Sicherheit einer Festanstellung gegen konstante Ungewissheit getauscht und dabei unter anderem gelernt, dass man nicht ewig gegen seine inneren Neigungen arbeiten kann, ohne unglücklich zu werden. Als freie Autorin und Bloggerin schreibt sie über Machtstrukturen und persönliche Kämpfe auf dem Arbeitsmarkt und Privilegien, die manchmal selbst enge Freunde entzweien. Ihr erstes Buch "Das Millennial Manifest" erscheint im Herbst 2018.

Du hast auch eine Frage?

Dann schick sie uns per Mail! mindfucked@watson.de

Wer jetzt in Lesestimmung ist, kann hier gleich weiterklicken

Trump ist einem Transgender-Verbot im Militär ein Stück näher

Link zum Artikel

Wie dich "The Crown" dazu bringen wird, Margaret Thatcher zu lieben

Link zum Artikel

Polizist sucht Unbekannte – und das Internet reagiert von "süüüß" bis "Creep" 

Link zum Artikel

Ihr fragt, wir antworten: Was ist eigentlich dieses Harz beim Handball?

Link zum Artikel

Pusten, sonst startet das Auto nicht – 8 Fragen zu Alkolocks

Link zum Artikel

Siewert und Co – wie der BVB zum Trainer-Sprungbrett für England wurde

Link zum Artikel

Eltern alarmiert: Eine sächsische Schule lehrt "Rassentheorien"

Link zum Artikel

Rechte Gewalt am Wochenende – diese 2 Vorfälle solltet ihr kennen

Link zum Artikel

Diese 7 Videos zeigen, dass Kevin-Prince Boateng Barca verzaubern wird

Link zum Artikel

"Armutszeugnis für Europa" – Deutschland pausiert Teilnahme an Mittelmeer-Mission Sophia 

Link zum Artikel

Mit einem Sieg ziehen die deutschen Handballer schon heute ins Halbfinale ein

Link zum Artikel

Die Amazon-Bewertungen zu diesem Vagina-Parfum sind... geil?

Link zum Artikel

Lady Gaga ist für den Oscar nominiert – falls sie gewinnt, wissen wir schon, was sie sagt

Link zum Artikel

May hat ihren "Plan B" im Unterhaus vorgestellt – und die EU hat schon Nein gesagt

Link zum Artikel

Diese Personen wollen Trump vom Thron stoßen – und so stehen ihre Chancen

Link zum Artikel

Liverpools Milner wurde vom Platz gestellt – von seinem Ex-Grundschullehrer

Link zum Artikel

"Die Schlampe lügt'" – Chris Brown streitet Vergewaltigungsvorwurf ab

Link zum Artikel

"Wir waren nie Freunde": Die Social-Media-Battles der Stars

Link zum Artikel

Wie Mourinho eine Sperre mit einem Wäschekorb umging – und den FC Bayern schlug

Link zum Artikel

Reiß dich zusammen, diesen Leuten geht's definitiv schlechter als dir

Link zum Artikel

Mechaniker bis BWL-Student – das macht das Handball-Nationalteam beruflich

Link zum Artikel

WhatsApp beschränkt Weiterleiten-Funktion – um Desinformation und Gerüchte zu bekämpfen

Link zum Artikel

Es lag nicht an dir, sondern an WhatsApp! Die App war weltweit gestört 

Link zum Artikel

"An die Typen, die mich am Strand ausgelacht haben...F*** Euch!"

Link zum Artikel

"Habe bei der WM nie simuliert" – Neymar spricht über Schwalben und Drogen-Gerüchte

Link zum Artikel

"Nicht alle zu Nazis abstempeln" – so verteidigt Sahra Wagenknecht Wutbürger von Chemnitz

Link zum Artikel

Der Verfassungsschutz soll die AfD in Ruhe lassen, findet Sahra Wagenknecht – kein Wunder

Link zum Artikel

Technokreuzfahrt: Drogenspürhund geht seiner Arbeit nach und erleidet Überdosis 

Link zum Artikel

Warum Zehntausende Menschen jedes Jahr durch Schlangenbisse sterben

Link zum Artikel

Wer zeigt die Spiele? Wer wartet im Halbfinale? Alle Antworten zur Handball-WM

Link zum Artikel

Diese Filme, Schauspieler (und Donald Trump) sind für den Anti-Oscar nominiert

Link zum Artikel

Erklären Sie mir das, Frau Rowling! Die 11 größten Handlungslücken in "Harry Potter"

Link zum Artikel

Geschmackloser WhatsApp-Kettenbrief droht Kindern mit Tod von Mutter – per Sprachnachricht

Link zum Artikel

Weil Montag ist: 5 präsidiale Bilder des neuen HSV-Präsidenten Marcell Jansen

Link zum Artikel

Flugzeug mit Fußballer Emiliano Sala an Bord von Radar verschwunden

Link zum Artikel

Nach Rassismus-Vorwürfen – Fler entschuldigt sich für N-Wort-Witze

Link zum Artikel

"Nächster Einschlag wird kommen" – wie Experten Geschosse aus dem All abwehren wollen

Link zum Artikel

Macron wollte möglichst viel möglichst schnell – nun droht ihm die Entzauberung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ribéry flippt aus – und das Internet schmeißt sich weg vor Lachen

Hach, der Franck wollte doch einfach nur einmal ein goldenes Steak essen. Aber, so einfach ist es manchmal nicht. 

Während der Winterpause bestellte sich Bayern-Spieler Ribéry ein Steak im Restaurant "Nusr-Et" in Dubai. Doch Koch Nusret Gökçe servierte dem Fußballspieler des FC Bayern München nicht irgendein Steak, sondern ein vergoldetes Stück Fleisch für sage und schreibe 1.200 Euro. Einige Fans und Reporter fanden das geschmacklos.

"Das ist unnötig, dekadent und verschwenderisch", befand …

Artikel lesen
Link zum Artikel