Leben

Der Gewinner der sexistischsten Werbung des Jahres ist dieses Spielzeug...

Mädchen in Werbeclibs in glitzernde Prinzessinnen-Kleider zu stecken und Buben mit Plüsch-Werkzeugen auszurüsten, trägt den Namen "Gendermarketing". Auf  besonders ekelhafte Varianten dieser Marketing-Methode spezialisierten sich Gründer des Negativpreises "Der goldene Zaunpfahl", der für besonders sexistische Werbungen vergeben wird. 

Der diesjährige Gewinner steht fest und hat sich gegen sechs andere Nominierte durchgesetzt. Ausgewählt hat die Jury des goldenen Zaunpfahls aus zahlreichen Einsendungen, die sie per Twitter und Facebook erreicht hatten. "Es gibt viele Leute, die sich über solche Formen des Marketings nerven – wir haben knapp 150 Vorschläge bekommen", sagte Sascha Verlan, einer der Initiatoren des Preises, gegenüber "SRF". 

Edeka und die Bibel

Nominiert waren unter anderem zwei Exemplare einer Bibel. Die Frauenbibel, geziert mit bunten Blumen, verspricht ein Lesevergnügen, das berührt. Die Bibel für den Mann zeigt ein schnörkelloses Cover und sei zum "Draufloslesen". 

Ebenfalls in die Sexismus-Trickkiste gelangt und damit nominiert für den goldenen Zaunpfahl, hat die deutsche Supermarktkette Edeka. Im Werbespot mit dem Titel "Herren Des Feuers" reiten Ritterhorden bewaffnet durch einen Wald, während sich ein Herr in Anzug über die Verweichlichung des heutigen Grilleurs lustig macht. 

Auf wenig Begeisterung bei Jurymitglied Verlan stieß auch ein Katalog der Firma Jako-o. Darin wurde für gendergerechtes Spielzeug geworben. Während es für die Mädchen Bastel-Utensilien wie Nähmaschinen zu erwerben gab, wurden den Buben Plüsch-Bohrmaschinen schmackhaft gemacht. 

Vor allem bei Kindern sei das Gendermarketing fatal, weil diese die vermittelten Rollenbildern nicht hinterfragen, sagt Verlan. "Früher gab es Werken für Jungs, Handarbeit für Mädchen. Heute machen die Kinder in der Schule beides, aber die Werbung führt diese Trennung wieder ein."

And the winner is ...

Als klarer Gewinner des goldenen Zaunpfahls ging aber eine andere Marke aus dem Rennen: Barbie.

Barbie

Screenshot: Kosmos-Verlag

Der "Barbie-Experimentierkasten" wirkt zwar auf den ersten Blick fortschrittlich, zeigt er doch eine Barbie in weißem Laborkittel. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass die Wissenschaftsbarbie doch nur mit Kleidern, Schuhregalen und Waschmaschinen experimentieren kann, die alle natürlich rosa Farben haben.

(ohe)

Kämpfen für genderneutrale Werbung: Die Jury des Negativpreises "Der Goldene Zaunpfahl".

Wie mich das Klum-Kaulitz-Gelaber abfuckt

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Video: watson/Lia Haubner, Marius Notter

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