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Bild: imago images / Prod.DB / lloyd jones/ watson-montage

Disney lehnt die Bitte eines trauernden Vaters ab und kassiert einen Shitstorm

Pascal Scherrer / watson.ch

Der Engländer Lloyd Jones musste etwas tun, was man keinem Vater wünscht: seinen vierjährigen Sohn zu Grabe tragen. Weil der kleine Ollie so ein großer Spider-Man-Fan war, möchte seine Familie einen Grabstein mit dem Superhelden darauf machen lassen.

Doch damit beginnt eine Odyssee, an deren Ende eine riesige Enttäuschung steht.

Die traurige Vorgeschichte

Lloyd Jones' Kinder Ollie und Laillah leiden beide an der seltenen Krankheit Leukodystrophie, einer genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung. Im vergangenen Dezember, kurz vor Weihnachten, starb der vierjährige Ollie und ließ seine Familie in tiefer Trauer zurück.

Da der kleine Junge ein riesiger Spider-Man-Fan gewesen ist, möchte sein Vater einen speziell gestalteten Spider-Man-Grabstein machen lassen. Über den Beweggrund sagt Jones:

"Er war verrückt nach Spider-Man. Also falls es ein Leben danach gibt und er hier herunter schaut, würde er es garantiert lieben, diesen Grabstein zu haben."

Außerdem mochte die Familie den Gedanken, dass sie so am Grab etwas vorgefunden hätte, das sie wirklich mit ihrem Sohn in Verbindung gebracht hätte.

Ein unerwartetes Problem taucht auf

Die Familie ließ einen Entwurf für den Spider-Man-Grabstein anfertigen, der die Inschrift tragen sollte:

Dein strahlendes Lächeln wird für immer in unseren Herzen und Gedanken bleiben.

Alles war bereit, der Grabstein hätte nur aus dem Stein geschnitten werden müssen. Doch dann kontaktierte die Behörde, die für den Friedhof zuständig ist, die Familie. Sie teilte ihnen mit, dass sie den Grabstein so leider nicht verwenden könne.

Der Grund: Disney müsse als Rechteinhaber des Marvel-Charakters sein schriftliches Einverständnis dafür geben. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als beim Konzern um Erlaubnis zu bitten, Spider-Man auf dem Grabstein des vierjährigen Ollie abbilden zu dürfen.

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Bild: lloyd jones

Für Jones und seine Familie begann daraufhin ein Kampf gegen Windmühlen. Mehrfach hatten sie versucht, Marvel und auch Disney zu erreichen – telefonisch und schriftlich – doch nie kam eine Antwort zurück. Auch die Behörde, die für den Friedhof zuständig war, versuchte vergeblich, Marvel zu erreichen.

Selbst als die BBC auf den Fall aufmerksam wurde und im Juni einen Bericht brachte und gleich selbst bei Disney nachfragte, blieb der Konzern eine Antwort schuldig. Auf seiner Website teilt Disney mit, dass jegliche Lizenzierung für Marvel-Charaktere schriftlich eingereicht werden müsse und eine Antwort aufgrund der vielen Anfragen mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne.

Disney antwortet doch noch

Anfangs Juli erhielt die Familie schließlich endlich eine Antwort von Disney – und diese war ernüchternd.

"Wir sprechen Ihnen unser aufrichtiges Beileid aus. Wenn wir einen kleinen Beitrag zu Ollies Glück leisten konnten, fühlen wir uns geehrt.

Generationen von Fans haben auf unsere Charaktere mit demselben Staunen und derselben Freude reagiert, wie Ollie es getan hat. Tatsächlich glauben sogar viele, dass die Charaktere echt sind.

Wir haben uns stets bemüht, die gleiche Unschuld und Magie unserer Charaktere zu bewahren, die Ollie so viel Freude bereitet haben.

Aus diesem Grund befolgen wir eine Richtlinie, die mit Walt Disney selbst begann. Sie verbietet die Verwendung von Charakteren auf Grabsteinen, Friedhöfen und anderen Gedenkstätten oder Urnen."

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bild: lloyd jones

Disney entschuldigte sich für diese Entscheidung und bot der Familie als Trost eine handgefertigte Spider-Man-Zeichnung mit persönlicher Widmung an.

So reagierte die Familie

Ollies Onkel Jason Jones war über die Reaktion von Disney mehr als bestürzt. Als der Friedhofsverantwortliche ihn angerufen habe, um ihm die Entscheidung von Disney mitzuteilen, habe er zuerst an einen Scherz gedacht. Die Familie verstehe nicht, warum da so ein Problem sei.

Die ganze Beerdigung sei im Spider-Man-Thema abgehalten worden, selbst ein Mann im einem entsprechenden Kostüm sei anwesend gewesen. Die Familie sei am Boden zerstört – sie hätte diesen Grabstein so sehr gebraucht, um weitermachen zu können.

Auf Facebook machte der Vater seinem Frust Luft:

"Nun, das ist GROSSARTIG, dass Disney Ollie seinen Spider-Man-Grabstein verweigert hat. Es war okay, als er deren Spielzeug kaufte, deren Disneyland besuchte, sein kurzes Leben dort verbrachte, seinen Geburtstag dort feierte, sein Erspartes dort ausgab. Aber sie [Disney] wollen nicht mit dem Tod in Verbindung gebracht werden. Kinder bedeuten Disney also nur etwas, wenn sie am Leben sind und Geld einbringen."

So reagierte das Internet

Das Echo der Netzgemeinde nach dem Bekanntwerden von Disneys Entscheid liess nicht lange auf sich warten. Nebst hunderten Kommentaren von wütenden und enttäuschten Leuten fanden auch schnell entsprechende Memes ihren Weg ins Netz.

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bild: reddit

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Um den Disney-Konzern nun doch noch zum Umdenken zu bewegen, haben User eine Online-Petition gestartet. Von den 20.000 geforderten Unterschriften sind bereits über 10.000 eingegangen.

Disney hat sich zur ganzen Angelegenheit bisher nicht mehr geäußert. Lloyd Jones hofft noch immer, dass der Spider-Man-Grabstein für seinen Sohn Realität wird. Auf die Frage, was er dem Medienkonzern mitteilen möchte, antwortete er uns:

"Ihr macht mit all euren Produkten riesigen Profit. Ein großer, großer Teil eurer Kunden sind Kinder und der größte Teil davon schafft es bis ins Erwachsenenalter. Keiner von ihnen will dann noch einen Spider-Man-Grabstein. Könnt ihr nicht eine einzige Sache kostenlos zurückgeben, an die unglückliche, winzig kleine Gruppe eurer Hauptkunden, die ihren Superhelden auf ihrem Grabstein wollen und euch geholfen haben, den Großteil eures Profits zu machen, bevor ihr Leben so tragisch geendet hat?"

Hinweis: Sämtliche Fotos von Ollie und seiner Familie wurden uns von Lloyd Jones zur Verfügung gestellt und mit seinem Einverständnis im Artikel verwendet.

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