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Bild: Netflix

Die Netflix-Serie "Insatiable" ist eine kranke Krise aus Glitzer

Bereits im Vorfeld war der Protest gegen die neue Teen-Serie riesig. Jetzt ist sie da. Ein Fazit nach fünf Folgen (sorry, mehr ging nicht)

14.08.18, 20:30 14.08.18, 22:16

Simone Meier / watson.ch

Ich hab gedacht, nach fünf Folgen "Insatiable" (Unersättlich) sei ich schlauer. Stimmt nicht. Die Serie hat mein Hirn an die Wand gefahren. So gründlich wie nichts vorher. Wenn ich in mich hineinschaue, wachsen da neuerdings pink glitzernde Alienbabys mit dem einzigen Lebenszweck, Schönheitswettbewerbe mit so irren Titeln wie "Miss Magic Jesus" zu gewinnen. Geht es nur mir so oder allen?

Aber wieso? Ist "Insatiable" so übersmart? So fast and furious? Oder etwa  – wie "Vanity Fair" vorschlägt – so schlecht, als wär sie nicht von Menschen, sondern von einem schon etwas angeschlagenen Netflix-Algorithmus geschrieben worden? Und sollte Letzteres der Fall sein – was um Himmels Willen hat der Algorithmus da miteinander zu verquicken versucht? Was will uns das Ganze sagen?

Trailer zu "Insatiable"

Video: YouTube/Netflix

Eigentlich genau zwei Dinge und die in aller Offenheit – man kann sie sich ganz einfach merken: Schlank ist besser als dick. Und: Reich ist besser als arm. Aber leider gibt's aus beidem kein richtiges Entkommen. Der Dreck der Armut, das Fett des Übergewichts, sie bleiben ein Leben lang an einem Menschen kleben und machen ihn schlecht. Echt jetzt? Ja! Wow. So ehrlich sind Serien selten. Fuck all Pseudosensibilität à la "Tote Mädchen lügen nicht".

Bild: Screenshot Netflix

"Insatiable" wurde schon vor seiner Netflix-Premiere berühmt, weil sich mehr als 228.000 Menschen in einer Petition gegen die Ausstrahlung aussprachen. Sie befürchteten "Fat-Shaming". Natürlich ließ sich Netflix durch die Extrawerbung der 228.000 nicht von einer Ausstrahlung abbringen. Wie blöd wär das denn gewesen?

Oder anders gefragt: Wie blöd ist Netflix eigentlich, wenn es darum geht, die Zielgruppe der Teenies zu bespielen? Denn nach der Suizid-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" und dem Magersuchtsfilm "To the Bone" ist "Insatiable" jetzt bereits der dritte Fall, der als Fail gewertet wird und zu Protesten führt.

Dies nicht zu Unrecht: Jugendzentren berichten von einer dramatischen Zunahme von Suizidversuchen, die anscheinend "Tote Mädchen lügen nicht" als Vorbild hatten – immer öfter wird die Serie in Abschiedsbriefen erwähnt. Zudem habe Netflix die zweite Staffel während der Highschool-Abschlussprüfungen ausgestrahlt, eine besonders sensible Zeit für gefährdete Teenager. Das Resultat? Zwanzig Prozent mehr Google-Suchen nach Suizid als in anderen Jahren.

Dass Netflix "Tote Mädchen lügen nicht" erst ab 18 Jahren empfiehlt, spielt dabei keine Rolle. Auch 13-Jährige sollen sich, angeregt durch die Serie, umgebracht haben. Und erst im Juli wurde bekannt, dass 40 Jugendliche an der Universitätsklinik Zürich durch den Einfluss der Serie notfallmäßig behandelt werden mussten.

"Insatiable" wird ab 16 Jahren empfohlen. Schließlich geht es darin nicht um Suizid, sondern um das optimierte Leben. Auf einem sehr primitiven Level ist "Insatiable" ein bisschen lustig. Wir lernen immerhin brauchbare Worte wie "Tritch" (ein Troll gekreuzt mit einer Bitch).

Doch im Großen und Ganzen ist "Insatiable" ist vollkommen empathiebefreiter Schund. Was sich natürlich auch von einer Teen-Serie wie "Pretty Little Liars" behaupten lässt. Bloß zielt die nicht so schamlos direkt auf das Schlachtfeld Mädchen-Körper ab, das sowieso schon ins Kreuzfeuer von Mode, Beauty und Influencer-Medien geraten ist. Kurz: Ins Kreuzfeuer von allen, die wollen, dass das junge weibliche Selbstbild bestimmten Ikonen entspricht. "Insatiable" ist eine kranke Krise aus Glitzer. Ein verlogenes Glam-Bang-Desaster.

Bild: Screenshot Netflix

Diese Disney-Klassiker gibt es (bald) als Realverfilmung:

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