Leben
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Bild: Collage/watsonch

"Harry Potter" und 4 weitere Filme, die beinahe durch dumme Entscheidungen ruiniert wurden

Pascal Scherrer / watson.ch

Zwischen all dem Müll, den Hollywood uns Jahr für Jahr zumutet, gibt es immer wieder Filme, die einfach richtig geil sind. Manche davon werden sogar zu Kultfilmen. Doch selbst diese Filme haben es selten leicht, bis sie das Filmlicht dieser Welt erblicken. Die folgenden fünf Beispiele zeigen, dass die Grenze zwischen einem tollen Film und Müll oft nur durch eine kreative Entscheidung getrennt ist.

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"Zurück in die Zukunft" sollte einen anderen Titel tragen

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Bild: imago

Gibt es einen besseren Zeitreisefilm als "Zurück in die Zukunft"? Nein! Hört man sich aber an, was gewisse Studiobosse für Inputs hatten, kann man sich kaum vorstellen, dass Marty McFlys Reise in die Vergangenheit diesen Kultstatus erreicht hätte.

So forderte der Studio Manager Sid Sheinberg in einem Memo an Steven Spielberg, der den Film produzierte, diesem einen neuen Titel zu geben:

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Damit der Titel plausibel sei, forderte er Spielberg auf, diesen im Film an mehreren Stellen einzubauen. Beispielsweise sollte sich Marty gegenüber George nicht als "Darth Vader from Vulcan" vorstellen, sondern als "Space man from Pluto".

Sheinberg war von seiner Titelwahl überzeugt:

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Bild: watsonch

Special shapes, such as Darth Vader adorn the sky each year during the Albuquerque International Balloon Fiesta takes place in Albuquerque, New Mexico each year drawing in participants and spectators from across the globe. Highlights include an early morning dawn patrol, followed by mass ascencion of aircraft and an evening glow which all take place at the Balloon Fiesta Park throughout the week long event., Albuquerque New Mexico USA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: JeremyxWadexShockley SHJE000044

Bild: Jeremy Wade Shockley/imago

Und wie reagierte Steven Spielberg darauf? Er schickte seinerseits ein Memo an Sheinberg, bedankte sich für die humorvolle Nachricht und meinte, dass sie alle ordentlich gelacht hätten. Und damit war die Sache erledigt.

"Harry Potter" sollte eigentlich ganz woanders zur Schule gehen

Warner Bros. Pictures - Heyday Films / DR HARRY POTTER ET LE PRINCE DE SANG MELE HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE de David Yates 2009 USA Rupert Grint Emma Watson Daniel Radcliffe. sequelle; saga; suite; fantastique; fantastic; teenager; adolescent d apres le roman de J.K. Rowling based on the novel by J.K. Rowling PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY HARRY POTTER ET LE PRINCE DE SANG MELE (2009) 106 NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG & REDAKTIONELLE BUCHCOVER NUR IM KONTEXT DER FILMBERICHTERSTATTUNG!

Bild: Warner Bros. Pictures - Heyday F/imago

Okay, streng genommen handelt es sich bei "Harry Potter" um eine ganze Filmreihe. Doch was die vermeintlich kreativen Köpfe dieser beinahe angetan hätten, ist wahrlich ein Sakrileg.

So berichtete David Heyman, der alle acht Filme produziert hat, dass das amerikanische Studio Warner Bros für Harry Potter ganz andere Pläne hatte. In einem frühen Stadium der Filmumsetzung wollte man die ganze Geschichte um den Zauberschüler in die USA verlegen.

June 24, 2007 - Hollywood, California, U.S. - Producer David Heyman promoting Harry Potter and the Order of the Phoenix in London, England, UK on June 24, 2007 Hollywood U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAg203 20070624_bap_g203_251 Copyright: xArmandoxGallox

David Heyman Bild: Armando Gallo/imago

Harry Potter wäre dann so etwas wie ein Teenie-Drama mit magischen Elementen geworden:

"In einem der ersten Gespräche mit den Autoren in Amerika, gab es diese Idee, Harry Potter in die Staaten zu verlegen. Ihr wisst schon, Cheerleader und alle das."

David Heyman gegenüber dem "Independent".

Schließlich hätten alle Beteiligten dann aber eingesehen, dass "Harry Potter" einfach zu Britisch sei, um die Geschichte einfach in die Staaten zu überführen.

In der Schachtel in "Seven" wäre beinahe etwas anderes gewesen

New Line CinŽma / DR SEVEN (SE7EN) de David Fincher 1995 USA avec Brad Pitt et Morgan Freeman affiche PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SEVEN(AFF) 01 NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG & REDAKTIONELLE BUCHCOVER NUR IM KONTEXT DER FILMBERICHTERSTATTUNG!

Bild: imago

Es ist wohl eines der brutalsten Ende der Filmgeschichte - visuell als auch emotional. Wenn der Serienmörder am Schluss eine Schachtel an Detektive Miller per Kurier überbringen lässt, ahnt man als Zuschauer bereits Böses. Ein paar Sekunden später hat man Gewissheit: In der Box liegt der Kopf von Millers Frau. Dieser verliert daraufhin die Nerven und erschießt den Serienmörder John Doe.

Wäre es nach dem Filmstudio gegangen, hätte dieses Ende folgendermaßen ausgesehen:

Der Kurier bringt die Schachtel zu Detektive Miller. Dieser öffnet sie und entdeckt darin den abgetrennten Kopf seines Hundes. Daraufhin verliert er die Nerven und will John Doe erschießen - besinnt sich dann aber eines Besseren und tut es nicht.

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Glücklicherweise gab es da Brad Pitt. Dieser hatte nämlich bereits nach dem Lesen des Drehbuchs erahnt, dass dem Studio das Originalende zu krass sein würde. Darum ließ er sich dieses vertraglich zusichern. Zwar wollte ihn das Studio nachträglich noch umstimmen, scheiterte aber glücklicherweise.

"Gravity" war zu wenig romantisch

Bildnummer: 60551132  Datum: 01.10.2013  Copyright: imago/UPI Photo
Sandra Bullock and George Clooney arrive on the red carpet at the New York Premiere of Gravity at AMC Lincoln Square in New York City on October 1, 2013. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY People Entertainment Film Premiere Filmpremiere Pressetermin xdp x0x 2013 quer premiumd 

 60551132 Date 01 10 2013 Copyright Imago UPi Photo Sandra Bullock and George Clooney Arrive ON The Red Carpet AT The New York Premiere of Gravity AT AMC Lincoln Square in New York City ON October 1 2013 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Celebrities Entertainment Film Premiere Film premiere Press call XDP x0x 2013 horizontal premiumd

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Okay, wir haben da also ein Filmscript mit einer starken Frauenrolle, die auch noch gleich Hauptdarstellerin ist. Diese Frau ist Astronautin und muss nach der Zerstörung der Weltraumstation, in der sie sich befindet, um ihr Überleben kämpfen. Schlussendlich schafft sie es tatsächlich durch viel Know-how und Überlebenswille mehr oder weniger wohlbehalten auf die Erde zurückzukehren.

Und was sagte das Studio zu diesem Script?

Nachgestellte Szene:

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Zum Glück hat sich Regisseur Alfonso Cuarón nicht beirren lassen und den Film so gedreht, wie er das für richtig hielt.

"Das Ding aus einer anderen Welt" sollte ein Happy End haben

The Thing, aka: Das Ding aus einer anderen Welt, USA 1982, Regie: John Carpenter, Szenenfoto Copyright: IFTN UnitedArchives05417

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Das Studio-Verantwortliche mit ihren kreativen Entscheidungen oftmals falsch liegen, beweist das Beispiel von "Das Ding aus einer anderen Welt".

Im Science-Fiction-Horror geht es um die Besatzung einer Forschungsstation in der Antarktis, die ein gefrorenes Alien entdeckt und wiedererweckt. Anschließend dezimiert das nach und nach die Mannschaft. Schlussendlich wird die Basis zerstört, fast alle sterben und am Schluss bleibt offen, ob der Protagonist überlebt oder nicht.

Unschwer zu erraten, dass dem Studio dieses Ende nicht sonderlich gefiel. Also zwangen sie den Regisseur John Carpenter ein neues Ende zu drehen, in welchem die Hauptfigur R. J. MacReady am Schluss gerettet wird.

Schließlich wurden beiden Enden einem Testpublikum vorgeführt und diese haben nicht so reagiert, wie sich das Studio das wohl vorgestellt hat:

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So kam also die Version in die Kinos, welche John Carpenter von Anfang an geplant hatte – und die wir heute alle lieben. 

DIY: So wirst du zum 99 FIRE-FILMS Regisseur

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Abgeschnitten: Die Bilder zum Film

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