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7 Kinofilme, die bei der Premiere für die Zuschauer zu heftig waren

Pascal Scherrer / watson.ch

Filme entführen uns in unbekannte Welten, lassen uns träumen und manchmal sorgen sie auch einfach nur für Entsetzen. Das hat aber nicht immer nur damit zu tun, dass der Film äußerst brutal wäre. Aber lest selbst.

"Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat" (1896)

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gemeinfrei

Zugegeben, dieser Film wurde nicht in einem Kino aufgeführt. Das liegt aber schlicht daran, dass es damals noch keine Kinosäle im klassischen Sinne gab. Vielmehr wurden die kurzen Filme in Schaubuden, Theatern oder – wie in diesem Fall – in einem Café aufgeführt. So auch "Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat", in dem man schlicht einen Zug sieht, der auf die Kamera zufährt.

Da Filmaufnahmen zu dieser Zeit noch etwas völlig Neues waren, wussten die meisten Zuschauer überhaupt nicht, was sie eigentlich zu erwarten hatten. So kam es schließlich, dass die Leute bei der Vorführung panisch aus dem Café stürmten, weil sie dachten, der Zug fahre wirklich in die Kaffeestube. Einige Filmhistoriker sehen allerdings einfach den Überraschungseffekt als Grund: Die Zuschauer sollen von dem zugleich realistischen und doch irrealen Abbild eines Zuges schlicht überfordert gewesen sein.

Hier gibt's den ganzen Film. Bitte nicht wegrennen:

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Video: YouTube/raphaeldpm

"Freaks" (1932)

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mgm

1932 erschien ein Film, der das Publikum gleich auf mehrere Arten vollkommen überforderte. In der Geschichte geht es um eine Freakshow, in welcher Menschen mit mehr oder weniger deformierten körperlichen Merkmalen in einem Zirkus präsentiert werden.

Der Film porträtiert die "Freaks" als normale Menschen, die natürliche Bedürfnisse wie Zuneigung oder auch Sex haben und diese ausleben wollen. Dennoch werden sie – unter anderem vom Zirkusdirektor – als Untermenschen behandelt und rächen sich dafür schlussendlich grausam. In den USA der 1930er-Jahre ein absoluter Skandal.

Menschen mit Deformationen als normal darzustellen und zu zeigen, wie sich diese reproduzieren war ein Affront. So verließen viele Zuschauer den Saal unter Protest. Auch störten sie sich daran, dass der Film die Sympathie des Zuschauers auf die "Freaks" lenkte und die "normalen" Menschen als Bösewichte darstellte.

Hinzu kam auch noch die Gewaltdarstellung, die als zu hart empfunden wurde. Eine Zuschauerin behauptete sogar, sie hätte wegen des schrecklichen Films eine Fehlgeburt gehabt. Daraufhin ließ das Studio MGM die kontroversesten Szenen herausschneiden. Doch auch das reichte nicht, um die Zuschauer zu beruhigen, sodass "Freaks" schließlich in der Versenkung verschwand. Die Karriere des Regisseurs war danach ruiniert.

"127 Hours" (2010)

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20th century fox

Halten wir kurz fest, um was es in "127 Stunden" geht: Ein Mann, der sich beim Wandern seinen Arm eingeklemmt hat, muss ihn mit einem Taschenmesser amputieren, um freizukommen.

Ungefähr so steht es in der Inhaltsangabe des Films und auch der Trailer kündigt das an.

Fun Fact: Bei einem Test-Screening soll ein Zuschauer in Ohnmacht gefallen sein, kehrte aber angbelich nach dem Aufwachen wieder in den Saal zurück und gab dem Film ein "Ausgezeichnet" als Wertung.

"Blair Witch Project" (1999)

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arthouse

1998 begründete der Film "Blair Witch Project" das Genre des Found Footage. Dass das Kinopublikum verwackelte und schnell wechselnde Filmaufnahmen noch nicht gewohnt war, zeigten die Reaktionen der Zuschauer. Viele klagten über Übelkeit und mussten sich sogar übergeben, weil der Film bei ihnen die Reisekrankheit auslöste.

Die Zuschauer sollen die Kinos regelrecht vollgekotzt haben, glaubt man den noch erhaltenen Presseberichten von 1999. Gegenüber der "Associated Press" sagte ein Kinomanager:

"In der ersten Woche hat sich jemand in der Frauentoilette, der Männertoilette und in der Eingangshalle übergeben."

Dies führte dazu, dass die Kinos anfingen die Besucher davor zu warnen, dass der Film Übelkeit und Kopfweh verursachen könnte. Vermutlich hat aber genau dies das Interesse nur noch gesteigert. Der Film spielte fast 250 Millionen Dollar ein – bei einem Budget von 60.000 Dollar.

"Irreversible" (2002)

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alamode film

Wenn ein Film zum "Most-walked-out-movie of the Year" gekürt wird, muss er wirklich verstörend sein. Tatsächlich schaffte es "Irreversible" mit äußerst expliziter Gewaltdarstellung, Zuschauer und selbst Filmkritiker, die oft mehr gewöhnt sind, zu verstören. Bei der Premiere in Cannes sollen von 2400 anwesenden Zuschauern 200 den Saal verlassen haben. Andere blieben zwar sitzen, buhten den Film aber aus.

Für besonders viel Entsetzen sorgte bei den Kino-Fans eine neunminütige Szene, in der eine Frau von hinten vergewaltigt wird. Am Schluss wird ihr Kopf so lange auf den Boden geschlagen, bis sie regungslos liegen bleibt. Die Kamera hält während der ganzen Zeit voll drauf. Während die negativen Stimmen den Film als Tiefpunkt der Filmkunst betitelten, sahen ihn die Befürworter genau wegen dieser Szenen als äußerst authentisch an.

"King Kong und die weiße Frau" (1933)

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mfa+

Es war die erste Testvorführung von "King Kong", die beim Publikum für eine regelrechte Panik gesorgt haben soll. Darin zu sehen war eine Szene, in der die Protagonisten von gruseligen, schleimigen Kreaturen angegriffen werden – darunter auch riesige Spinnen. Beim Anblick der großen Achtbeiner sollen große Teile des Publikums vor Panik geschrien und den Saal verlassen haben. Sogar von Ohnmachtsanfällen wird berichtet.

Es ist klar, dass das Studio solch eine Reaktion nicht sehr prickelnd fand und die Szene herausschneiden ließ. Sie ist bis heute verschollen, da überzählige Szenen früher nicht aufgehoben wurden. Im Remake von 2005 ist dieser Part übrigens drin – und ist ebenfalls ziemlich eklig. 

Gucken auf eigene Gefahr:

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Video: YouTube/Movieclips

Der König der Löwen (1994)

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disney

Okay, ein Trickfilm von Disney aus dem Jahr 1994 hat die Zuschauer verstört? Echt jetzt?! Ja. Denn wir dürfen hier nicht vergessen, dass die meisten Zuschauer Kinder waren. Und diese haben den Tod von Mufasa überhaupt nicht gut verkraftet. In der betreffenden Szene muss der junge Löwe Simba mitansehen, wie sein Vater von einer Herde Gnus zu Tode getrampelt wird, nachdem er von seinem Bruder verraten wurde.

Für viele Kinder war diese Szene so schrecklich, dass sie anfingen zu weinen und ihre Eltern sie aus dem Kino bringen mussten, um sie wieder zu beruhigen. Es entstand sogar eine Debatte darüber, ob der Film überhaupt für kleine Kinder geeignet sei oder nicht. Eine Zeitung druckte am Schluss eines Artikels über den Film sicherheitshalber einen Leitfaden für Eltern, die sich "Der König der Löwen" trotzdem ansehen wollen. Dort drin steht unter anderem:

"Verdecken Sie die Augen ihres Kindes. Zwingen Sie Ihr Kind nicht, die schrecklichen Teile zu sehen. Erlauben Sie Ihrem Kind, sich von der Leinwand abzuwenden."

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