Leben

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Mit Hilfe dieser Schatzkarte wirst du reich! Eventuell. Sicher ist jedenfalls, dass du den Spuren von 75 Schätzen nachjagen kannst, die noch immer darauf warten, gefunden zu werden.

Anna Rothenfluh, Lea Senn / watson.ch

Seid willkommen, Suchende.

Wir haben für euch versunkene Schiffe, Piratenschätze, Mongolen- und Armadaschiffe, einige obligate Nazi-Schätze und natürlich die Legenden um den Nibelungenhort, die Bundeslade und den Schatz der Tempelritter.

Klickt euch wild durch die Schatzkarte oder liest erst in Ruhe unsere Empfehlungen durch, die ihr gleich darunter findet.

Unsere Karte erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sie erzählt die Geschichten von 75 erlesenen Schätzen, die noch niemand gefunden hat. Manche davon sind in der Karte mehrmals verzeichnet, weil es mehrere Standorte gibt, an denen sie vermutet werden.

Und nun: "Schatz Ahoi euch allen!" – wie der Schatzsucher möglicherweise zu sagen pflegt.

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Eine kleine Empfehlung der Redaktion

Wem das willkürliche Herumklicken auf der Karte zu blöd ist, dem sei hier eine Orientierungshilfe gegeben:

So. Und jetzt wirklich: "Schatz Ahoi!"

Du findest alle Ausführungen zu den Schätzen in der Karte sowie im Artikel.

Armada-Schiffe

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Die Armada vor der englischen Küste, Gemälde von Cornelis Claesz. van Wieringen, um 1620–1625 Bild: wikimeedia

1588 schickte der spanische König Philipp II. seine Grande y Felicísima Armada, seine "große und allerglücklichste Kriegsflotte", zum Angriff auf England aus – und verlor unzählige seiner 130 Schiffe in den Stürmen und unerbittlichen Fluten des Atlantischen Ozeans. Nur 67 Schiffe kehrten nach Hause zurück. Von den rund 27.000 Soldaten und Seeleuten überlebten nur etwa 10.000. Der ganze Rest der Männer starb an Krankheiten oder durch die Kanonen der Engländer, manche verhungerten, andere zerschellten mit ihren Schiffen an spitzen Klippen oder sanken mit ihnen auf den Meeresgrund. Einige Wracks wurden entdeckt, doch viele liegen noch immer da unten, überall verstreut entlang der britischen Inseln und der Nordseeküste – und diese stellen wir nun vor:

San Marcos (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: zwischen Mutton Island und Lurga Point (heute Seafield, Quilty), Irland

Beschriebung: Die schwere Galeone San Marcos gehörte zur portugiesischen Schwadron der Armada, die der auf See unerfahrene Herzog von Medina-Sidonia befehligte. Sie sank, nachdem sie im September 1588 gegen die irischen Felsen von Mutton Island krachte. Von den 490 Männern an Bord schafften es nur vier an Land. Doch der Sheriff von Clare, Boetius MacClancy, folgte strikt den Anweisungen des Lord Deputy William Fitzwilliam, der ihn ermächtigte, "eidesstattlich, mit Hilfe von Folter oder auf andere Weise Nachforschungen anzustellen, um alle Schiffsrümpfe, Vorräte, Schätze usw. in die Hände zu nehmen und alle gefundenen Spanier unabhängig ihres Ranges zu ergreifen und hinzurichten." Und so wurden die Überlebenden zusammengetrieben, inhaftiert, gefoltert und schließlich beim heutigen Spanish Point gehängt. Ihre Leichen warf man in ein nahe gelegenes Massengrab, das den irischen Namen "Tuama na Spaineach" (Grab der Spanier) trägt.

Aus einigen Wrackteilen der San Marcos liess sich Clancy einen aufwendig geschnitzten Tisch herstellen, der 2018 für 359.318 Euro versteigert wurde. Trotz intensiver Suche des "San Marcos Projects" wurde der Rest des Schiffes bis heute nicht gefunden.

San Esteban (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: Doonbeg Flussmündung, Irland

Beschriebung: Nachdem die Engländer der Armada in der Seeschlacht von Gravelines so richtig zugesetzt hatten, trieb der Wind die San Esteban gemeinsam mit den anderen noch halbwegs seetüchtig gebliebenen Schiffen immer weiter in die Nordsee. Eine Rückkehr zur niederländischen Küste, wo sie sich mit den Truppen des Herzogs von Parma vereinigen sollten, war nun nicht mehr möglich. Die Spanier sahen sich gezwungen, weiter nach Norden zu segeln, Schottland zu umrunden und dann entlang der Westküste Irlands nach Hause zurückzukehren. Die San Esteban war eines der ca. 24 spanischen Schiffe, die an der irischen Küste untergingen. Sie sank am 20. September 1588 bei Doonbeg.

60 Männer schafften es, das Ufer zu erreichen. Diejenigen, die den mörderischen Händen der Einheimischen und der dort stationierten englischen Soldaten entkamen, wurden gemeinsam mit den vier Überlebenden der San Marcos auf Geheiß des Sheriffs Boetius MacClancy erhängt. Ihre Leichen liegen irgendwo beim Spanish Point in einem Massengrab und warten ebenso wie das Wrack der San Esteban darauf, endlich entdeckt zu werden.

La Rata Santa Maria Encoronada (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: Fahy Strand beim Doona Castle, Ballycroy, Irland

Beschriebung: Die Rata Santa Maria Encoronada umsegelte erst kunstvoll die Nordküste Mayos, doch dann trieb sie der Wind in die für ihre gefährlichen Brandungsrückströme bekannte Bucht vor Fahy Strand, wo sie am 21. September 1588 auf Grund lief. Kapitän Martinez de Leyva brachte seine ganze Besatzung sicher an Land, wo sich die Männer mit Munition und Vorräten im nahe gelegenen Doona Castle verbarrikadierten. Das Schiff setzten sie in Brand, damit es nicht in gierige Engländerhände fiel.

Als sie von der im 25 Meilen entfernten, im Elly Bay vor Anker liegenden Duquesa Santa Ana hörten, machten sich die Männer sofort auf den Weg, um sich mit der dortigen Besatzung zu vereinen.

Duquesa Santa Ana (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: in der Loughros Mor(e) Bay in der Nähe von Rossbeg, Crockacoagh und Glendorragha, Irland

Beschriebûng: Die Duquesa Santa Ana segelte ihr letztes Stück mit der Besatzung der auf Grund gelaufenen Rata Santa Maria Encoronada und der ebenfalls schiffbrüchigen Santiago an Bord. Doch am 26. September 1588 strandete auch sie in einer der fiesen irischen Buchten. Abermals gelang es Kapitän Martinez de Leyva, seine Leute ans Ufer zu bringen, er selbst verletzte sich dabei allerdings an der Ankerstange.

Eine Woche lang hielten sich die Schiffbrüchigen in einer Burgruine vor englischen Soldaten versteckt, bis sie Nachricht erhielten, dass die Girona 19 Meilen weiter südlich im Hafen von Killybegs vor Anker lag – man reparierte dort ihre zerstörten Seitenruder, und das ansässige irische Clanoberhaupt half den Spaniern sogar dabei. Die Männer machten sich sofort auf den Weg zum Schiff, ihren verwundeten Kapitän in einer Sänfte tragend.

1300 Männer befanden sich an Bord der Girona, alle zusammengewürfelt von verschiedenen Besatzungen, die ihr Schiff verloren hatten oder aufgeben mussten. Am 26. Oktober setzte sie Segel – mit Kurs auf das neutrale Schottland. Denn der Gefahren des offenen Atlantiks würde das lädierte Schiff nach Einschätzung de Leyvas nicht trotzen. Leider trotze es auch den Klippen an der irischen Nordküste bei Lacada Point nicht. Nur neun Spanier schafften es ans Ufer, wo sie vom lokalen Clanführer weiter nach Schottland geschickt wurden. 250 Leichen spülte es an Land. Der Rest verschwand in den unerbittlichen Fluten, darunter auch Kapitän Leyvas.

Während die Girona 1967 von belgischen Tauchern entdeckt wurde und so der bis anhin größte Armada-Schatz geborgen werden konnte, liegen die Reste der Duquesa Santa Ana wahrscheinlich noch immer irgendwo bei Rossbeg auf dem Grund des Meeres.

Santiago (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: Broadhaven, Mayo, Irland

Beschriebung: Juan de Luana war der Kapitän der Santiago, die in der irischen Folklore auch "Long Maol" genannt wird. Ohne ihren Großmast sei sie gesegelt, bis auch sie bei Inver Schiffbruch erlitt. Die Überlebenden der 86 Männer machten sich bald darauf auf nach Ellys Bay, wo die Duquesa Santa Ana vor Anker lag. Gemeinsam mit der Besatzung der schiffbrüchigen Rata Santa Maria Encoronada machte sich daraufhin die Duquesa weiter nach Süden auf.

San Nicolas Prodaneli (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: Broadhaven, Mayo, Irland

Beschrieb: Die San Nicolas Prodaneli erlitt dasselbe Schicksal wie der Transporter Santiago. Drei spanische Ärzte der San Pedro Mayor, die es später bis nach Hause schafften, gaben an, das Wrack der San Nicolas vorgefunden zu haben. 60 Männer hätten überlebt, neun davon seien von den dort stationierten englischen Soldaten gefangen genommen worden. Ein paar Leute der San Pedro versuchten daraufhin mit den Engländern zu verhandeln, doch diese seien an Geld nicht interessiert gewesen und hätten drei der Verhandlungsmänner getötet.

Die Aussagen der Ärzte und Soldaten sind gemeinhin sehr vage, was die Identifikation der Schiffe sehr schwierig macht. Die spärlichen Karten, die den Spaniern damals von Irland zur Verfügung standen, waren verheerend ungenau, sodass auch die angegebenen Standorte sowie ihre Namen mitunter nicht viel mehr als ein großes Fragezeichen hinterlassen.

Ciervo Volante (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: in der Killala Bay, Mayo, Irland

Beschriebung: Am 22. September strandete die Ciervo Volante auf den Sandbänken in der Kialla Bay. Die Mehrheit der Mannschaft ertrank und die anderen waren, als sie sich an Land retteten, so schwach, dass es für einen gewissen Melaghlin McCabb ein Leichtes war, 80 von ihnen mit seiner Axt niederzumachen. Der Rest wurde gefangen genommen.

El Gran Grin (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: bei Clare Island, Mayo, Irland

Beschriebung: Der verheerende Sturm vom 20. September 1588 besiegelte nicht nur das Schicksal der San Esteban, sondern ebenso das des Vize-Flaggschiffs des Vizcaya-Geschwaders, El Gran Grin. Der 1160-Tönner donnerte mit voller Wucht an die Klippen von Clare Island. Das Wasser lief in rasendem Tempo ins Schiff, 200 Männer ertranken, während sich Kapitän de Mendoza mit weiteren 100 seiner Leute ans Ufer der Insel zu retten vermochte. Dort erwartete sie allerdings der Clanführer von Clare Island, ein gewisser Dubhdaire O'Malley, und nahm sie gefangen. Und als die Spanier mit ihren Fangbooten zu fliehen versuchten, schickte das Schwert O'Malleys auch sie in den Tod.

Castillo Negro (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: östlich von Malin Head, Irland

Beschriebung: Die See beruhigte sich an diesem 10. September 1588 endlich, doch der Rumpf der Castillo Negro füllte sich bereits mit Wasser, allzu sehr war sie von den vorangegangenen Stürmen durchgeschüttelt worden. Sie befand sich damit in guter Gesellschaft, auch die Barca de Amburgo leckte bereits und ging noch in derselben Nacht unter. Die Castillo Negro war mitsamt den 313 Männern an Bord am nächsten Morgen verschwunden.

Barca de Amburgo (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: Malin Head, Irland

Beschrieb: Die schwer beschädigte Barca de Amburgo versuchte sich am 10. September 1588 noch über Wasser zu halten, doch sie schaffte es nicht mehr. Sie sank an der irischen Nordküste, während sich die Mannschaft auf kleinen Booten in die Trinidad Valencera (in der Kinnagoe Bay, Irland, gesunken und 1971 entdeckt) und die Gran Grifón (bei Fair Isle, Schottland, gesunken und 1970 entdeckt) hinüberretten konnte.

Trinidad (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: Valentia Island, Irland

Beschrieb: Von diesem kastilischen Schiff weiss man sehr wenig, es verschwand am 12. September 1588 spurlos – mitsamt seinen 302 Männern an Bord. Die Nacht des 15. auf den 16. September war von Stürmen erfüllt, sie sank also womöglich irgendwo bei Valentia Island. Fischer haben dort im Jahr 1845 den äußeren Ring eines Sternhöhenmesser aus dem Wasser gezogen – ein Teil eines nautischen Instruments zur Messung von Zenitdistanzen der Gestirne. Der ganze Rest des Schiffes muss also noch irgendwo auf dem Meeresgrund liegen.

San Pedro Mayor (1588)

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Was: Schiffswrack, Spitalschiff der Spanischen Armada
Wo: Bolt Tail, Hope Cove, Devon, England

Beschriebung: Die San Pedro Mayor war das einzige Armada-Schiff, das an der englischen Küste unterging. Sie war ein Spitalschiff und hatte deshalb ein paar Männer der San Salvador an Bord, die während der Scharmützel im Ärmelkanal von den Engländern verwundet worden waren. Ihr Schiff wurde dabei gekapert und explodierte dann. Die San Pedro Mayor schaffte es, die gefährliche Küste Irlands zu umsegeln, doch dann brachten sie die starken Winde von ihrem Weg ab, sodass sie am 6. November 1588 an die Klippen von Hope Cove geriet.

Erstaunlicherweise erging es den Überlebenden besser als den meisten ihrer Kampfgenossen, die irisches Land erreichten. Man hielt sie zwar bei Kingsbridge gefangen, aber keiner wurde exekutiert. Im gemächlichen Devon sah man die Spanier offenbar nicht als Gefahr für die Sicherheit der Nation. Die Wärter stritten sich allerdings mit den Staatsbeamten darüber, wer nun für ihre mageren Rationen aufkommen soll. Drei Männern gelang die Flucht, womöglich wurde ihnen wegen ihrer medizinischen Funktion an Bord auch mehr Bewegungsfreiheit gewährt. Ihre Aussagen wurden auf den 18. Februar 1589 datiert, sie erreichten Spanien also drei Monate nach dem Schiffbruch. Dort sagten sie aus, das Wrack der San Nicolas Prodaneli bei "Ross" – wahrscheinlich bei Broadhaven – vorgefunden zu haben. Als sie weitersegeln wollten, sei der Anker derart festgesteckt, dass sie sich gezwungen sahen, das Seil durchzuschneiden und die Rückfahrt ohne Anker anzutreten.

Fálcon Blanco Mediano (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: Barna, Galway, Irland

Beschriebung: Die 300 Tonnen schwere Fálcon Blanco Mediano wurde Opfer des großen Sturms vom 21. September. Die Mannschaft überlebte den Schiffbruch und wurde zuerst vom ortsansässigen Clansoberhaupt versorgt. Doch dann mussten sich alle Sir Richard Bingham ergeben, dem Gouverneur von Connacht. Auf seinen Befehl wurden alle Spanier bis auf einen gewissen Don Louis de Córdoba exekutiert – er scheint im Besitze der Segelpläne der Armada gewesen zu sein.

Concepción de Joanes del Cano (1588)

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiff der Spanischen Armada
Wo: Mace Head, Galway, Irland

Beschriebung: Die Concepción de Joanes del Cano zerschellte am Felsen, der von den Einheimischen "Duirling na Spainneach" genannt wird. 20 Besatzungsmitglieder überlebten das Unglück, wurden danach aber ebenso wie die Männer der Fálcon Blanco Mediano auf Geheiss von Sir Richard Bingham, dem Gouverneur von Connacht, getötet.

Santiago II (1588)

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Was: Schiffswrack, Versorgungsschiff der Spanischen Armada
Wo: Mosterhamn im Hardanger Fjord, Norwegen

Beschriebung: Als die Santiago am 21. Juli 1588 von La Coruña aus in den Ärmelkanal segelte, hatte sie 116 Leute an Bord. Darunter befanden sich 32 Frauen, die Gattinnen der spanischen Soldaten. Diese sonderbare "Fracht" brachte der Santiago den Spitznamen "Frauenschiff" ein.

Nach den Scharmützeln mit den Engländern trieben die Winde das leckende Schiff auf dem Weg um die britischen Inseln immer weiter nach Osten hinaus in die Nordsee. Die Sicht war schlecht und der Vorrat knapp, als sie am 18. September in der Nähe von Skudeneshavn Halt machten. Ein Einheimischer erklärte sich bereit, der Mannschaft den Weg nach Bergen zu zeigen. Doch als die Santiago weiter die norwegische Küste hinaufsegelte, geriet sie in einen Sturm und erlitt im Hardjangerfjord Schiffbruch, den allerdings alle an Bord überlebten. Von dort aus machte sich die Mehrheit der Crew mit einem deutschen Schiff auf in Richtung Hamburg, das bei Halmstad in Schweden auf Grund lief. Den Rest des Heimwegs nahmen sie über Land.

Mongolenschiffe (1274 und 1281)

Unter Dschingis Khans Enkel Kublai Khan versuchten die Mongolen, Japan einzunehmen. Ein "göttlicher Wind" – von den Japanern "Kamikaze" genannt – wusste dies aber zwei Mal zu verhindern und zerstörte die gegnerische Flotte 1274 und 1281.

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Was: Schiffswrack, Kriegsschiffe der mongolischen Flotte
Wo: westlich und nördlich der Insel Kyūshū, genauer Punkt dort, wo schon mehrere Wrackteile gefunden wurden, rund um die Insel Takashima, Japan

Beschreibung: Beim ersten Versuch machten sich 20.000 bis 40.000 Männer auf etwa 1000 schlecht gebauten koreanischen Schiffen nach Japan auf. Sie landeten und eroberten Hakata schnell, denn sie waren den Samurais nicht nur zahlenmäßig, sondern auch kampftechnisch überlegen. Doch bald schon brach ihre Versorgungslinie zusammen, was sie zur Rückkehr zwang. Nach der Einschiffung der Truppen in der Hakata-Bucht aber zog ein schwerer Sturm auf, der etwa ein Drittel der Schiffe versenkte.

Die zweite, besser geplante Invasion, für die Kublai Khan extra das "Amt zur Züchtigung Japans" schuf, wurde mit rund 4000 Schiffen und etwa 170.000 koreanischen, chinesischen und mongolischen Kriegern durchgeführt. Doch abermals fegte ein Taifun über die Küste Kyūshūs hinweg und vernichtete etwa einen Drittel der koreanischen und weit über die Hälfte der chinesischen Streitkräfte.

Einige dieser Wracks wurden bereits entdeckt, eines in einer Bucht nahe der Stadt Matsuura, an der Westküste der Insel Kyūshū, ein anderes in den Gewässern um die Insel Takashima, wo schon öfters Gegenstände der mongolischen Flotte gehoben wurden. Münzen, chinesisches Porzellan, Kanonenkugeln, Planken, Ziegelsteine, die als Ballast Verwendung fanden, und chinesische Tintensteine zum Anreiben der Tusche. Was da wohl noch alles verborgen im Schlamm des Meeresgrundes herumliegt?

Die Schiffe von Christoph Kolumbus

1492, das Jahr, das sich fast jeder merken kann, weil es das Jahr ist, in dem Kolumbus den Seeweg nach Indien auf dem Westkurs zu finden versuchte und auf Amerika stiess. Der grosse Seefahrer verlor auf seinen insgesamt vier Reisen neun Schiffe, deren Reste bis heute irgendwo auf dem Grund des Karibischen Meeres liegen.

Santa Maria (1492)

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Was: Schiffswrack, Flaggschiff der ersten Kolumbus-Flotte
Wo: Cap-Haïtien, Haiti

Beschriebung: Kolumbus mochte sein Flagschiff nicht sonderlich, es war riesig und viel zu langsam für seinen Geschmack. Mit ihm fand er dann auch nicht den Seeweg nach Ostasien, wie es sein eigentliches Ziel war, aber immerhin Amerika, sprich die Inseln am nordöstlichen Rand der Bahamas. Auf welche er an jenem 12. Oktober 1492 tatsächlich Fuß setzte, ist allerdings bis heute nicht klar, da die Spanier die Insel nicht besiedelten. Sie versklavten "nur" deren Ureinwohner, die ihre Heimat "Guanahani" nannten.

Dann segelten die Entdecker weiter zur großen Antillen-Insel Hispaniola (heute Haiti und Dominikanische Republik), die 500 km südlich liegt. Dort lief Kolumbus am 25. Dezember mit seiner Santa Maria auf eine Sandbank. Das Schiff konnte nicht mehr gerettet werden, also ließ er aus ihrem Holz die erste spanische Festung erbauen – La Navidad. Kolumbus selbst wurde der Gouverneur und Vizekönig der Insel.

2014 wurde vor der Küste Haitis ein Wrack gefunden, das man erst für die Überreste der Santa Maria erhielt. Doch die Untersuchungen der UNESCO haben ergeben, dass das Schiff aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammen muss.

Die Santa Maria wartet also noch immer auf einen glücklichen Finder – sofern sie nicht gänzlich den Schiffsbohrwürmern in den warmen Wassern der Karibik zum Opfer gefallen ist. Denn diese "Termiten des Meeres" können ein Wrack innerhalb eines Jahrzehnts auffressen – damit hatte bereits Kolumbus während seiner Reisen immer wieder zu kämpfen.

Maríagalante, Gallega, Cardera, San Juan (1494/95)

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Was: Schiffswrack, Schiffe der zweiten Kolumbus-Flotte
Wo: La Isabela, Dominikanische Republik

Beschriebung: Auf der Nordküste der Insel Hispaniola gründete Kolumbus auf seiner zweiten Reise die erste planmäßig angelegte Siedlung auf amerikanischem Boden – La Isabela, benannt nach der spanischen Monarchin Isabella I. von Kastillien, die den Entdecker Zeit ihres Lebens förderte. Doch die Bucht wurde immer wieder von Hurrikans heimgesucht, denen mindestens 8 Schiffe zum Opfer fielen.

La Niña überlebte die Katastrophen, es war Kolumbus' Lieblingsschiff, auch weil es viel schneller segelte als die riesige Santa Maria. La Niña setzte am 3. Februar 1498 zum letzen Mal Segel und kam im Oktober 1499 wohlbehalten in Hispaniola an. Doch die Meuterei in seiner Kolonie zwang den in Geldnot geratenen Kolumbus, sein geliebtes Schiff an einen gewissen Diego Ortiz zu verkaufen. Danach verliert sich auch seine Spur gänzlich.

Mehrere archäologische Expeditionen haben nach den verlorenen Schiffen in der Bucht von La Isabela gesucht – bisher vergeblich. Die Überreste liegen irgendwo unter mindestens drei Metern Schlamm, toten Korallen und anderen Trümmern verborgen.

Gallega (1503)

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Was: Schiffswrack, Schiff der vierten Kolumbus-Flotte
Wo: in der Lagune vom Río Belén, Panama

Beschriebung: Auf seiner vierten Reise begleiteten Kolumbus vier Schiffe: die Capitana (Flaggschiff), die Santiago de Palos, die Vizcaína und die Gallega. Mit ihnen erkundete er die mittelamerikanische Küste zwischen Honduras und Panama, da er beweisen wollte, dass es dort eine Passage nach China gebe.

Doch auch die Chirqui-Lagune, in der die Männer landeten, stellte sich als Sackgasse heraus. Kolumbus befand sich allerdings tatsächlich an einer der engsten Stellen des Isthmus, aber anstatt seine Leute zu diesem anderen Meer zu schicken, von dem ihm die Guyamis, die Ureinwohner Panamas, erzählten, jagte er dem Gold hinterher. Offen soll es hier aus der Erde quillen. Bald überfallen die Spanier die Dörfer der Indianer, und als sich diese zu wehren beginnen, segelt Kolumbus mit seiner Mannschaft weiter. Doch sie geraten bald in einen üblen Sturm, Mitte Dezember 1502 schreibt der Entdecker an das spanische Königspaar:

"Neun Tage fuhr ich so, ohne Hoffnung zu überleben. Niemals sahen Augen das Meer so hoch, so hässlich, so ganz Schaum geworden. Der Wind war zu heftig, als dass man hätte Segel setzen können, und nirgends ein schützendes Kap, das Zuflucht geboten hätte. So fuhr ich in diesem Meer umher, das wie flüssiges Blut war. Feuer und Blitze fielen allenthalben vom Himmel, und immer hielt ich Ausschau, ob es mir nicht Mast und Segel geraubt hätte. In all dieser Zeit hörte es niemals auf vom Himmel zu schütten, eine zweite Sintflut schien mir, hatte begonnen. Die Leute waren so erschöpft, dass sie den Tod herbeisehnten, nur um den Qualen ein Ende zu machen."

Als das Tosen endlich nachlässt, finden die vier Schiffe einen Fluss, den sie Rio Belén nennen. Hinter der Sandbank des Flusses erstreckt sich eine Lagune, dort ankern sie. Bald finden sie auch Gold, sie kratzen es mit ihren Messern einfach aus der Erde und laden es in die Gallega. Diese will Kolumbus dann auch hier zurücklassen, und selbst nach Hispaniola zurücksegeln, um einen gross angelegten Abbau des Edelmetalls zu organisieren. Doch die Spanier sitzen fest – durch die Trockenheit der letzten Tage ist das Wasser so weit zurückgegangen, dass die Schiffe es nicht über die Sandbank hinaus zum offenen Meer schaffen. Die Guyamis wissen das – und beschießen die Eindringlinge wochenlang mit Pfeilen. Dann endlich kommt das Wasser und die Schiffe machen sich zur Abfahrt bereit. Aber als die Indianer sehen, dass die Gallega allein in der Lagune zurückbleibt, gehen sie zu einem Großangriff über. Sie sind in der Überzahl, selbst die Feuerwaffen der Spanier kommen dagegen nicht an. Die Gallega – mitsamt ihrem geladenen Gold – ist verloren.

Der Fluss Belén und seine Umgebung wurde bereits von Forschern mit High-Tech-Gradiometern, sediment-echographischen Sonaren und speziellen Sonden abgesucht, doch die Gallega entzog sich allem.

Vizcaína (1503)

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Was: Schiffswrack, Schiff der vierten Kolumbus-Flotte
Wo: Portobelo, Panama

Beschriebung: Kolumbus und seine Mannschaft waren gezwungen, die Gallega nach dem Grossangriff der Indianer in der Lagune zurückzulassen. Nun segelten sie weiter nordöstlich an der Küste Panamas entlang, wie den Aufzeichnungen von Diego Méndez zu entnehmen ist:

"Wir hielten an unserem Kurs bis wir Portobelo erreichten; dort mussten wir die Vizcaína zurücklassen, weil sie viel Wasser aufnahm und ihre Planken vom Schiffsbohrwurm komplett durchlöchert waren."

Diese gierigen Muscheln zerfrassen die Schiffe innerhalb weniger Monate. Und wenn sie noch ein bisschen etwas von der Vizcaína übrig gelassen haben, dann liegt es wohl hier an der Karibik-Küste Panamas.

Inzwischen wird es eng auf der Capitana und der Santiago de Palos, die Männer zwängen sich aufs Deck der zwei einzigen übrig gebliebenen Schiffe.

Capitana, Santiago de Palos (1503/04)

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Was: Schiffswrack, Schiffe der vierten Kolumbus-Flotte
Wo: St. Ann’s Bay, Jamaika

Beschriebung: Kolumbus liegt krank darnieder und seine Männer wollen nach all den Strapazen, die diese "hohe Reise" ihnen bereits eingebracht hat, nur noch nach Hause – mitsamt dem Gold, das in in den Bäuchen ihrer Schiffe lagert. Aber bald kommen sie vom eigentlichen Kurs ab, erreichen erst Kuba und geraten dann an der Südküste der Insel in einen Sturm, der sie weiter nach Süden abtreibt. Mit Eimern schöpfen sie verzweifelt das Wasser aus ihren lecken Schiffen, bis die morschen Rümpfe in einer nördlichen Bucht Jamaikas auf Grund laufen.

Mit Glasperlen und Messingschellen bezahlen die Männer die Fische und Früchte der Eingeborenen (Kaziken und Tainos). Sie wissen, dass sich kein Spanier jemals zu dieser Insel aufmachen würde, war es doch Kolumbus selbst, der überall verkündet hatte, dass es hier nichts zu holen gäbe.

Deshalb schmiert Diego Mendez ein Kanu mit Teer ein, verstärkt den Bug und das Heck mit Brettern, stattet es mit einem kleinen Mast aus näht ein Segel. Sechs Indianer nimmt er mit auf den Weg nach Santo Domingo, der spanischen Stadt auf Hispaniola, wo er Hilfe finden würde. Die Ruderer werden allesamt auf diesem Höllentrip sterben.

Währendessen harren Kolumbus und die zurückgebliebenen Spanier weiterhin in ihrer Bucht aus. Sie langweilen sich, werden aggressiv, sie wissen ja nicht einmal, ob Méndez es überhaupt geschafft hat. 50 Männer überfallen in ihrer Verzweiflung die Dörfer der Eingeborenen und stehlen deren Kanus. Doch schon als die Meuterer durch die hohe Brandung ins offene Meer zu gelangen versuchen, scheitern sie kläglich. Kolumbus hatte dies natürlich vorausgesehen. Und so kehrten die Aufständischen kleinlaut zurück – und stellten in einiger Entfernung abermals ein Lager auf.

Die Indianer wollten nach den Übergriffen nicht weiter mit den Spaniern verhandeln. Als erfahrener Astronom wusste Kolumbus jedoch, dass es am 29. Februar 1504 eine Mondfinsternis geben würde. Also trommelte er kurz davor die Eingeborenen zusammen, um ihnen zu sagen, dass der mächtige Gott der Weißen ihnen zürne, weil sie seine Anhänger darben ließen. Zur Strafe würde er ihnen den Mond stehlen. Und tatsächlich, als Kolumbus dramatisch nach oben zeigte, verschwand er Stück für Stück vom Himmel. Die verängstigten Indianer versprachen Kolumbus daraufhin, den Handel mit den Spaniern wieder aufzunehmen und so zeigte sich der Magier gnädig – und holte das Gestirn aus dem Schlagschatten der Erde zurück.

Am 28. Juni 1504, nach einem Jahr und vier Tagen in dieser jamaikanischen Bucht, wird der schwer kranke Kolumbus endlich von Méndez' ausgesandtem Schiff (dieser wurde auf Santo Domingo vom Gouverneur Ovando 7 Monate lang eingesperrt) gerettet und nach Hause zurückgebracht.

Seine vierte Reise war gescheitert, er fand die Meeresstrasse nach Indien und China nicht. Und auch "das Paradies und mehr", das er zu gewinnen anstrebte, blieben ihm verborgen.

Jahrhunderte der Tropenstürme, der wechselnden Landnutzung und der Entwaldung haben die Küstenlinien, an denen Kolumbus einst navigierte, inzwischen stark verändert. Der Archäologe Greg Cook hat in der Stadt Saint Ann’s Bay in Jamaika nach den Überresten der Capitana und der Santiago gesucht. Mit einem Seitensichtsonar und einem Magnetometer. Nichts.

Schatzschiffe

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit Schiffen, deren hauptsächlicher Zweck es war, Schätze zu transportieren. Darum finden sich hier auch hauptsächlich versunkene Galeonen der Spanier in der Liste – die Hauptausbeuter der Neuen Welt.

Silberflotte (1715)

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Was: Schiffswrack, spanische Schatzschiffe
Wo: Treasure Coast an der Ostküste Floridas, Countys Indian River, Martin und St. Lucie

Beschriebung: Die 11 Schiffe waren auf dem Weg von Havanna nach Spanien – beladen mit den Schätzen aus den Kolonien. Doch vor der Ostküste Floridas geriet die Flotte in einen Hurrikan. Der Kapitän versuchte noch, seine Schiffe in den Wind zu drehen, um der drohenden Strandung zu entgehen, doch in der Nacht vom 30. zum 31. Juli 1715 wurden sie vom Sturm getroffen. Zwei Schiffe versanken im Meer, während die beiden schweren Kriegsschiffe am frühen Morgen vor den der Küste vorgelagerten Korallenriffen zerschellten. Fast die ganze Besatzung kam dabei ums Leben. Der Rest der Flotte wurde gegen die Sandbänke getrieben und strandete. Nur die Grifon konnte sich retten.

Es dauerte nicht lange, bis Piraten und Freibeuter aufkreuzten und das Lager der Überlebenden überfielen. Trotz dieser Angriffe setzten die Spanier die Bergung des Schatzes noch bis ins nächste Jahr fort – doch viel von ihrem Gold fanden sie nicht mehr und allmählich geriet die gesunkene Silberflotte in Vergessenheit.

Bis in den 1950er Jahren ein amerikanischer Bauunternehmer eine Silbermünze am Strand fand. Seither gelang es verschiedenen privaten Schatzsucher-Firmen, verschiedene Schätze aus den Wracks zu bergen. Man fand sogar ein mit Goldmünzen vollgestopftes Kanonenrohr – damals ein bevorzugtes Schmuggel-Versteck. Noch 2015 förderten Taucher ein Vermögen im Wert von von mehreren Millionen Franken zutage, aber sicherlich ist noch etwas für dich übrig – wenn du dich beeilst.

San José (1708)

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Was: Schiffswrack, spanisches Handelsschiff
Wo: vor der Küste von Cartagena, Kolumbien

Beschriebung: Die San José war Teil der Silberflotte, die kontinuierlich Silber und andere Schätze aus den südamerikanischen Kolonien nach Spanien brachte. In Portobelo in Panama wurde sie mit 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden aus Peru beladen und verliess am 28. Mai den Hafen in Richtung Cartagena, Kolumbien. Nur 16 Seemeilen (rund 30 Kilometer) vor ihrem Ziel kam es am 8. Juni 1708 zum Seegefecht mit vier britischen Kriegsschiffen – denn seit 1701 befanden sich die zwei Nationen aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges im Kriegszustand. 10 Stunden dauerte die Schlacht, dann geriet die San José in Brand, ihre Pulverkammer explodierte und sie sank. 578 Seeleute, Soldaten und Passagiere fanden dabei den Tod, nur elf überlebten das Gefecht.

Der heutige Wert der Fracht liegt zwischen 3 und 17 Milliarden Schweizer Franken, was die San José zum wertvollsten Wrack der westlichen Hemisphäre macht. Die Bergung des Schatzes verzögert sich allerdings wegen des tobenden Rechtsstreits darüber, wem das Schiff gehört: Gemäß einer UNESCO-Konvention über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund dem Herkunftsland, also Spanien. Doch Kolumbien hat diese Konvention nicht unterzeichnet.

Espiritu Santo, Santa Maria de Yciar (1554)

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Was: Schiffswrack, zwei spanische Schatzschiffe
Wo: Padre Island, texanische Küste, USA

Beschriebung: Die beiden Schiffe waren Teil der spanischen Schatzflotte auf dem Weg von Veracruz, Mexiko, nach Havanna, Kuba. Gemeinsam mit der San Esteban – die 1970 gefunden und deren Artefakte sich im Corpus Christi Museum of Science and History in Texas befinden – gerieten sie in einen Sturm und erlitten Schiffbruch vor Padre Island an der texanischen Küste.

Die meisten der rund 300 Seeleute und Passagiere ertranken, als sie versuchten, das Ufer zu erreichen. 30 retteten sich auf ein Boot, um Hilfe zu suchen. Der Rest verdurstete oder fiel den heute ausgestorbenen Karankawa-Indianern zum Opfer. Die spanische Expedition, die später zur Unfallstelle segelte, konnte nicht einmal die Hälfte des Schatzes bergen. Da muss sich also noch einiges an Gold- und Silberbarren, Edelsteinen und Juwelen am Meeresgrund befinden.

Spanische Galeone (1591)

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Was: Schiffswrack, spanisches Handelsschiff
Wo: Ardglass, Nordirland

Beschrieb: Der Name dieser spanischen Galeone ist nicht bekannt, wir wissen nur, dass sie mitsamt ihrer beachtlichen Gold- und Silberladung in der irischen See bei Ardglass unterging.

7 Schiffe der Neu-Spanien-Flotte (1614)

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Was: Schiffswrack, spanisches Handelsschiff
Wo: Cabo Catoche, Yucatán, Mexiko

Beschriebung: Befehligt wurde dieses Geschwader der Flota de Nueva España von Juan de La Cueva y Mendoza. 41 Schiffe segelten unter seinem Kommando von Cádiz aus in die Neue Welt, die es mächtig auszubeuten galt. Die Route der Neu-Spanien-Flotte führte südlich an den Großen Antillen vorbei bis nach Veracruz im Golf von Mexiko. Die Fahrt über den Ozean dauerte rund drei Monate. Während die Schiffe im Hafen überwinterten, wurden sie mit den in Mexiko gewonnenen Edelmetallen – vorwiegend Silber –, aber auch mit anderen in Amerika erzeugten Handelswaren, sowie Erzeugnissen und Erträgen der Philippinen und aus Ostasien beladen.

Mendozas Flotte befand sich allerdings auf dem Hinweg, als 7 seiner Schiffe in der stürmischen Nacht vom 7. Juli 1614 an der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán versanken. Geladen hatte sie vor allem Waren für den täglichen Bedarf in den Kolonien, aber auch große Mengen an Quecksilber, das zur Gewinnung von Silber verwendet wurde und dessen Vorkommen in Amerika zu gering war, um den Bedarf zu decken. Wie bei der Goldgewinnung wurden die Erze mit Quecksilber gemischt – denn Quecksilber bildet mit Silber eine Legierung. Dann wurde die Verbindung erhitzt, das Quecksilber entwich, und übrig blieb das Silber.

Die Rettungsboote vermochten nur einen winzigen Teil der untergegangenen Ladung zu retten. Der Rest schlummert noch immer im Meeressand.

Navio Santiago (ca. 1686)

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Bild: watson

Was: Schiffswrack, spanisches Handelsschiff
Wo: zwischen Banco Chinchorro und Bahía del Espíritu Santo, Yucatán, Mexiko

Beschriebung: Vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán wurden schon einige Schiffwracks entdeckt, so zum Beispiel ein dänisches Kriegsschiff aus dem 18. und ein britisches Dampfschiff aus dem 19. Jahrhundert. Die Navio Santiago aber bleibt unentdeckt. Ein gewisser Kapitän Arreynaza erspähte das Wrack 1689, unternahm aber offenbar nichts, damit dieses geborgen wurde.

Capitana, Almiranta, Santo Cristo de Maracaibo (1717)

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Bild: watson

Was: Schiffswrack, drei spanische Handelsschiffe
Wo: Campeche, Mexiko

Beschreibung: Ein Geschwader der Neu-Spanien Flotte, bestehend aus drei großen spanischen Galeonen unter Admiral Francisco de Cornejo, sank auf seinem Weg von Spanien nach Veracruz gar nicht weit vor seinem Ziel auf den Grund des Meeres – nichts von der Ladung und niemand von der Mannschaft konnte gerettet werden.

Capitana II (1725)

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Was: Schiffswrack, spanisches Handelsschiff
Wo: Campeche, Mexiko

Beschrieb: Die Capitana II, ebenfalls zur Neu-Spanien-Flotte gehörend, segelte unter dem Kommando von Admiral Antonio Serrano, als sie Schiffbruch erlitt. 400 Männer fanden dabei ihren Tod.

Neustra Señora de Guadalupe (1772)

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Was: Schiffswrack, spanisches Kriegsschiff
Wo: Banco Chinchorro, Mexiko

Beschriebung: Die Fregatte Neustra Señora de Guadalupe – auch La Tetis genannt – war beladen mit 29 Truhen voll mit Silber, als sie beim Atollriff Chinchorro an der Südostküste Mexikos sank. Sie war auf dem Weg von Omoa, Honduras, zurück nach Spanien. 26 der Truhen konnten geborgen werden, drei liegen noch immer auf dem Meeresgrund, irgendwo zwischen den neun Wracks, die man dort bereits gefunden hat.

La Kateryne (1478)

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Was: Schiffswrack, flandrisches Handelsschiff
Wo: St Michael's Mount, Cornwall, England

Beschriebung: Die Kateryne verliess Spanien mit einer Ladung Textilien, Eisen, Wachs und anderen Waren – offenbar auch Gold, denn in der Nähe, wo sie gesunken ist, wurden bereits neun spätmittelalterliche spanische Goldmünzen mit Hilfe eines Metalldetektors gefunden.

Grosvenor (1782)

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Was: Schiffswrack, britischer Ostindienfahrer
Wo: Port St. Johns, Südafrika

Beschriebung: Am 3. Juni 1782 verließ der vollbeladene Dreimaster die Ostküste Sri Lankas, um zurück nach Portsmouth, England, zu segeln. An Bord befanden sich etwa 138 Personen, darunter auch Frauen und Kinder, eine offizielle Fracht im Wert von 300.000 Pfund (heute rund 3,51 Millionen Euro wert) vorrangig aus Seiden und Gewürzen. Dazu kam die private Habe der Offiziere und Mannschaftsmitglieder der Ostindien-Kompanie – jede Menge Gold, Edelsteine und Juwelen. Man erzählt sich, dass sich sogar der Pfauenthron des indischen Großmoguls darunter befunden habe. Der mit Blattgold und 26.733 Edelsteinen verzierte Thronsessel gilt als verschollen und ist heute ca. 35 Millionen Euro wert.

Kurz nachdem das Schiff Madagaskar passiert hatte, kam ein schwerer Wind auf. Kapitän Coxon vermutete aufgrund seiner ungenauen Seekarten, dass er sich noch mindestens 300 Seemeilen östlich der afrikanischen Küste befände. Er lag falsch. Die immer stärker werdenden Winde trieben die 40 Meter lange Grosvenor immer näher ans Ufer der Wild Coast, bis sie gegen ein Riff lief. Die starke englische Eiche, aus der das Schiff gebaut wurde, gab nach, das Schiff füllte sich mit Wasser und brach irgendwann in zwei Teile auseinander. Das Heckteil, auf dem sich die meisten Menschen befanden, wurde landwärts in eine seichte Bucht getrieben, sodass alle an Land gebracht werden konnten. Die See nahm sich an diesem Unglückstag "nur" 15 Menschen.

Doch das Land, das die Überlebenden auf der Suche nach der nächsten niederländischen Ansiedlung durchwanderten – die steilen Felsen, das undurchdringliche Dickicht und die ihnen feindlich gesinnten Eingeborenen – holte sich noch mehr Menschen. Nur 13 überlebten die Odyssee.

Erst hundert Jahre nach dieser Tragödie versuchte man das Wrack der Grosvenor zu bergen. Man sprengte den Felsen und schickte Taucher hinunter, die indische Münzen, venezianische Dukaten und mehrere Schiffskanonen ausfindig machten – der große Schatzfund blieb jedoch aus.

Und auch all die nachfolgenden Bergungsversuche scheiterten. 1923 wurde ein 40 Meter langer mit Sand bedeckter Schiffsrumpf in einer Felsrinne vor der Küste geortet. Doch die raue See lässt eine Bergung vom Meer her nicht zu, weshalb man einen 170 Meter langen Tunnel in den Felsen bohrte, um auf diese Weise an das Wrack zu gelangen. Doch der Tunnel stürzte ein und wurde hoffnungslos überflutet.

Neben den besagten Kanonen und Münzen wurden drei Anker und ein Silberbarren geborgen – der ganze Rest befindet sich noch immer auf dem sandigen Meeresgrund.

HMS Lutine (1799)

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Was: Schiffswrack, von Briten erbeutetes Kriegsschiff
Wo: vor Terschelling, Niederlande

Beschrieb: Die HMS Lutine war eine französische Fregatte, die 1793 von der Royal Navy erbeutet wurde. Die Briten rüsteten das Schiff mit 38 Kanonen aus, mit denen es fortan die Nordsee sicherte. Doch am 9. Oktober 1799 geriet die Lutine in einen starken Nordweststurm und strandete auf einer Sandbank vor der niederländischen Insel Terschelling. Der Befehlshaber der beiden vor Vlieland stationierten britischen Schiffe, Commander Nathaniel Portlock, berichtete an die Admiralität in London:

"Sir, mit tiefstem Bedauern muss ich Ihnen das traurige Schicksal der Lutine melden, die am 9. dieses Monats in einem schweren NNW-Sturm auf die äussere Bank der Durchfahrt vor Vlieland gelaufen ist, und ich fürchte sehr, dass ihre Mannschaft bis auf einen einzigen Mann, der sich auf einem Wrackteil retten konnte, umgekommen ist. Dieser Mann befand sich, als er geborgen wurde, in einem Zustand fast völliger Erschöpfung. Er ist nun hinreichend erholt und berichtet, dass die Lutine die Reede von Yarmouth am 9. dieses Monats mit Kurs auf Texel verlassen hat, und dass sie eine beträchtliche Menge Geld an Bord hatte."

240 Männer starben und die Lutine sank mitsamt ihrer Gold- und Silberladung in Form von Barren und Münzen im damaligen Wert von 1.2 Millionen Pfund in die berüchtigten Untiefen des Vliestrooms im Wattenmeer.

Unmittelbar nach der Strandung begann das Wrack der Lutine zu versanden, was die Bergung ab 1804 verunmöglichte. Die Holzfässer, in denen die Goldbarren und Münzen verstaut waren, waren innerhalb eines Jahres grösstenteils zerschlagen.

Bis heute vermochte man einzelne Teile des Schiffes an Land zu holen – so die 48 Kilo schwere Schiffsglocke (heute im Gebäude der Schiffsversicherungsgesellschaft Lloyd’s in London), das Ruder (aus dem ein Stuhl und ein Tisch wurde, stehen heute in der Old Library des Lloyd’s building in London) , mehrere Kanonen (eine davon auf Windsor Castle) und die beiden vorderen Anker (heute in Amsterdam). Doch das Gold und das Silber schlummern noch immer irgendwo auf diesem unheilvoll umströmten Grund voller wechselnder Sandbänke.

Flor de la Mar (1512)

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Was: Schiffswrack, portugiesisches Frachtschiff
Wo: Straße von Malakka, Ostküste von Sumatra

Beschrieb: 400 Tonnen wog das riesige portugiesische Frachtschiff Flor de la Mar, das eigens für das Befahren der Gewürzroute gebaut wurde. Ihre erste Fahrt leistete sie unter dem Kommando eines Cousins von Vasco da Gama, dem Entdecker des Seewegs um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien. Mit ihren 38 Metern Länge war sie fast doppelt so groß und schwieriger manövrierbar als die anderen Schiffe auf derselben Route. Ihre Reisen verzögerten sich, immer wieder musste sie repariert werden.

Doch so unhandlich sich die Flor de Mar für manche Frachtfahrten erwies, so geräumig schien sie ihrem letzten Kapitän Afonso de Albuquerque, der darin all die Schätze transportierte, die er aus dem Palast des Sultans von Malakka erbeutet hatte. Doch bereits in der Strasse von Malakka geriet das schwer beladene Schiff in einen Sturm, brach auseinander und sank im November 1511 irgendwo an der Ostküste von Sumatra. Ihre Ladung: mit Blattgold überzogene Sänften, Löwen aus Gold, ja gar der mit Edelsteinen übersäte Thron der Königin von Malakka soll sich an Bord befunden haben.

Schätzungen über den Wert des Schatzes belaufen sich auf bis zu7,45 Milliarden Euro. Das Geld, das bereits in die Suche des Wracks investiert wurde, geht in die Millionen – doch der Erfolg blieb bis heute aus.

Kurfürstliches Tafelsilber (1648)

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Was: Schiffswrack, deutsches Flussschiff
Wo: In der Inn bei Mühldorf, Deutschland

Beschriebung: Angesichts der drohenden Niederlage gegen die Schweden und Franzosen am Ende des Dreissigjährigen Krieges will der Kurfürst von Bayern sich, seine Familie und sein Tafelsilber schleunigst in Sicherheit bringen.

Es war das Jahr 1648. Bei Zusmarshausen in Bayerisch-Schwaben hatte die letzte Schlacht getobt, in der die Habsburger und Bayern unterlagen. Und als sich die feindlichen Truppen nach München aufmachten, ließ Maximilian I. sein Silbergeschirr in 40 Kisten verpacken. 340 Kilogramm sollen sie gewogen haben. Von Wasserburg setzten sie ihre Reise mit dem Schiff auf dem Inn fort. Doch bei Mühldorf rammte das fürstliche Gefährt einen Brückenpfeiler und sank samt Silber in den Fluten. Acht Männer ertranken, der Kurfürst aber blieb unversehrt. Zeit, um den Schatz zu bergen, blieb den Flüchtenden nicht. Man wollte schnell ins sichere Österreich gelangen.

Heute dürfte Maximilians Tafelsilber 4,82 Millionen Euro Franken wert sein. Nur gefunden hat den Schatz bis heute niemand. 1984 suchten 200 Mühldorfer drei Tage lang das Land mit Detektoren ab, während sich zehn Taucher des Flusses annahmen – nichts.

Las Cinque Chagas (1594)

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Was: Schiffswrack, portugiesisches Handelsschiff
Wo: zwischen Azoreninseln Pico und Faial, Portugal

Beschriebung: Von Goa, Indien, nach Lissabon, Portugal, war der 1200-Tönner unterwegs – voll beladen mit 1000 Menschen, 400 davon Sklaven, 3,5 Millionen Cruzados, 22 Schatzkisten voller Diamanten, Rubine, Perlen, Diamanten, Elfenbein und Goldbarren. Eine Beute, deren Wert heute auf weit über eine Milliarde Euro geschätzt wird.

Das Schiff hatte den größten Weg bereits hinter sich gebracht, als es zwischen den Azoreninseln Pico und Faial von britischen Freibeutern – der Mayflower, der Royal Exchange und der Sampson – angegriffen wurde. Zwei Tage lang dauerte der Kampf, dann fing die Cinque Chagas Feuer und sank am 13. Juli 1594 auf den Grund des Meeres. Man schätzt, dass das Wrack in einer Tiefe von über 760 Metern liegt.

Merchant Royal (1627)

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Was: Schiffswrack, britisches Handelsschiff
Wo: Land's End, Cornwall, England

Beschreibung: Die Merchant Royal handelte mit den spanischen Kolonien der Westindischen Inseln, gerade herrschte Frieden zwischen dem englischen Königreich und Spanien. Auf ihrem Heimweg nach London wurde sie in den Hafen von Cádiz gerufen. Als sie dort ankam, muss sie schon einen ziemlich miserablen Eindruck gemacht haben. Dennoch wollte ihr Kapitän Limbrey sich einen Extraverdienst nicht entgehen lassen:

Er wollte die Schätze nach Antwerpen bringen, die als Bezahlung der 30'000 dort kämpfenden spanischen Soldaten dienen sollten. Also lud er mindestens 100'000 Pfund Gold (heute über 1,31 Millionen Euro), 400 Barren mexikanisches Silber (rund 800.000 Euro) und fast 500.000 spanische Pesos und andere Münzen auf sein marodes Schiff, das bald darauf weiter leckte. Und als auch die Pumpen ausfielen, verschwand sie mitsamt ihrer wertvollen Ladung am 23. September 1641 in den Fluten der rauen See. 18 Männer ertranken. Limbrey und 40 Mitglieder seiner Crew konnten sich in Boote retten und wurden später vom Schwesternschiff der Merchant Royal aufgelesen.

2007 verlautbarte die amerikanische Firma Odyssey Marine Exploration (Project Black Swan), sie habe Silber- und Goldmünzen im Wert von 500 Millionen Schweizer Franken aus einem Schiffswrack geborgen – und schon munkelte man, es handle sich dabei um die Merchant Royal. Und während das am Meeresgrund gefundene Vermögen in die Staaten abtransportiert wurde, identifizierten spanische Forscher das Wrack als dasjenige der Nuestra Señora de las Mercedes, ein spanisches Schiff, das 1804 gesunken war. Die spanische Regierung klagte gegen Oyssey Marine Exploration wegen illegaler Plünderung – und gewann. Der Schatz musste an Spanien zurückgegeben werden.

Das Schatz der Merchant Royal aber, einer der wertvollsten Schiffsschätze überhaupt, bleibt weiterhin unentdeckt.

Passagierschiffe

Das traurige Schicksal der Titanic kennt jeder – aber da gibt es noch jede Menge andere Passagierschiffe, die verunglückt sind und bis heute nicht gefunden wurden.

RMS Republic (1909)

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Bild: watson

Was: Schiffswrack, britisches Passagierschiff
Wo: 80 km südlich der Insel Nantucket, Massachusetts, USA

Beschreibung: Die RMS Republic war eines der grössten, modernsten und luxuriösesten Dampfschiffe ihrer Zeit. Doch am nebligen Morgen des 23. Januar 1909 kollidierte sie südlich der Insel Nantucket mit dem italienischen Passagierschiff Florida. Sechs Personen kamen dabei ums Leben. Und während sich die Florida über Wasser halten konnte, sank die Republic am Abend des nächsten Tages. Über 1500 Menschen konnten dank des damals technisch neuen abgesetzten Seenotsignals von beiden Schiffen in Sicherheit gebracht werden – bis heute zählt diese Rettungsaktion zu den grössten, die je auf offener See durchgeführt wurden.

Bald danach hörte man die Leute darüber tuscheln, was die RMS Rebublic wohl alles geladen hatte. 15 Tonnen Goldbarren und amerikanische Münzen für die Atlantikflotte der United States Navy? Spendengelder für die Opfer des Erdbebens von Messina? Oder, wie Captain Martin Bayerle – der Entdecker des Wracks – meint, doch eher eine Million Schweizer Franken in Goldmünzen, die als Teil eines Darlehens ans Russische Zarenreich gehen sollten?

Allein der Verkauf der Münzen würde heute wohl vier Milliarden Euro einbringen – wenn sie denn tatsächlich existieren.

Captain Martin Bayerle hat den Schatz jedenfalls noch nicht gefunden. In den 1980ern suchte er das erste Mal danach. 2008 sollte dann das in etwa 80 Metern Tiefe liegende Wrack in Abschnitte zerlegt werden, doch dieser Bergungsversuch scheiterte daran, dass man Bayerle die genauen Schiffspläne nicht aushändigte.

Príncipe de Asturias (1916)

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Was: Schiffswrack, spanisches Passagierschiff
Wo: Ponta da Pirabura, vor der Insel Ilhabela, Brasilien

Beschrieb: Das spanische Dampfschiff Príncipe de Asturias sank am 5. März 1916 in nur fünf Minuten in einem Winkel von 70 Grad vor der brasilianischen Küste – sie war auf einen Felsen aufgelaufen. Von den 588 Menschen an Bord überlebten nur 143, weshalb das Schiff von Marinehistorikern auch als "spanische Titanic" bezeichnet wird.

Ihr Wrack liegt in einer Tiefe von ca. 40 Metern, doch die Strömungen dort sind stark, das Wasser unruhig und die Sicht schlecht, sodass es selbst für Profi-Taucher schwierig ist, es zu erreichen. Deshalb wurden auch ihre grössten Schätze noch nicht geborgen.

SS Waratah (1909)

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Bild: watson

Was: Schiffswrack, britisches Passagier- und Frachtschiff
Wo: Irgendwo zwischen Durban und Kapstadt, Südafrika

Beschreibung: Die SS Waratah trat 1908 ihre Jungfernfahrt von London nach Australien an. Keinerlei Probleme traten auf, ihr Kapitän, Joshua E. Ilbery, hielt sie für ein seetüchtiges Schiff, als er die Anker lichtete, um über Südafrika wieder nach London zurückzufahren. Am 26. Juli 1909 verliess er mit 92 Passagieren, 119 Besatzungsangehörigen und über 10.000 Tonnen diverser Fracht den Hafen von Durban. Von drei Schiffen wurde die Waratah am folgenden Tag gesichtet, wie sie sich bei schlechtem Wetter durch neun Meter hohe Wellen kämpfte. Der Kapitän der Harlow sah hinter sich einen stark rauchenden Dampfer und später auch ein zweimaliges Aufblitzen von Lichtern, die er erst für Feuerstellen an der Küste hielt. Doch nach seiner Ankunft auf den Philippinen meldete er eine Explosion – das Schifff hinter ihm musste gebrannt haben.

Die Waratah kam niemals in Kapstadt an. Zunächst hielt es niemand für möglich, dass der Dampfer untergegangen sein mochte. Es tobte zwar tatsächlich ein Unwetter, doch andere Schiffe hatten die gleiche Route gemeistert. Da waren keinerlei Wrackteile, keine Rettungsboote und auch keine Leichen.

Ein Notsignal konnte sie nicht senden, da sie – im Gegensatz zur RMS Republic, die im selben Jahr sank – noch über keinen Schiffsfunk verfügte. Sicher hatte sie einen Maschinenschaden und driftete jetzt irgendwo umher, sagte man sich und schickte zwei Kreuzer der Royal Navy aus, um sie zu finden. Zwei australische Schiffe suchten einen Monat lang die See ab. Nichts.

Zwischen Durban und Kapstadt wütet die See gern. Wenn ein Südweststurm die Strömung am Nadelkap aufpeitscht, türmen sich die Wellen zu 18 Meter hohen Ungetümen auf – und wahrscheinlich haben sie die Waratah verschlungen.

Das verschollene Schiff regte die Fantasie der Menschen an, schon bald wollte man an einem australischen Strand die Flaschenpost eines Überlebenden gefunden haben, während ein paar Hellseher behaupteten, die Position des Wracks zu kennen. Und dann waren da noch die Geschichten von weissen Kindern, die von afrikanischen Stämmen nahe der Küste aufgezogen worden seien.

Die Waratah ist bis heute eines der ungelösten Rätsel der Schifffahrtsgeschichte. 2004 gab auch Emyl Brown auf. 22 Jahre lang hatte er vergeblich damit zugebracht, das Schiff zu finden: "Ich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ich habe keine Ahnung, wo ich noch suchen soll."

SS Arctic (1854)

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Was: Schiffswrack, US-amerikanisches Passagierschiff
Wo: 40 km vor Kap Race, Neufundland

Beschrieb: Die SS Arctic war ein transatlantisches Passagierschiff, das zwischen Liverpool und New York verkehrte – eines der größten und modernsten seiner Art und seiner Zeit. Doch sechs Tage nach ihrer Abfahrt aus Liverpool geriet sie vor der neufundländischen Küste in einen dichten Nebel. Als sie den französischen Dampfer Vesta endlich sah, war es schon zu spät. Nur eine Minute danach rammte das Schiff seinen Bug in die Steuerbordseite der Arctic und riss drei Löcher hinein. Sofort schickte Kapitän James C. Luce ein Rettungsboot zu Wasser, das zur Vesta übersetzen sollte, doch diese war schon im dichten Nebel verschwunden. Sie schaffte es, den Hafen St. Johns anzulaufen.

Erst jetzt dämmerte es der Besatzung auf der Arctic, dass ihr Schiff im Begriff war zu sinken. Der Schiffszimmermann stopfte an einem Seil hängend die Löcher mit Kissen und Decken. Dann ließ der Kapitän die Arctic mit voller Geschwindigkeit auf Cape Race zulaufen, um sie auf Grund zu setzten und so vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Doch sie füllte sich stattdessen nur noch schneller mit Wasser. Immer wieder wurde Signalgeschütz in den Himmel gefeuert und mit diesem Feuerwerk an Hilfeschreien wuchs auch die Panik unter den Passagieren.

Ein Rettungsboot kippte beim Hinablassen seine Insassen ins Meer, fünf andere wurden mitsamt ihren Passagieren sicher zu Wasser gelassen, verschwanden aber spurlos. Andere sprangen über Bord. "Frauen und Kinder zuerst" galt nicht mehr, sie starben allesamt an jenem Donnerstag Mittag im September. Insgesamt ertranken etwa 350 Menschen. Nur 85 Männer überlebten – davon 61 Besatzungsmitglieder. Auch Kapitän Luce konnte gerettet werden, sein gehbehinderter Sohn fand sein Grab wie alle anderen Kinder in den Fluten des Nordatlantiks.

Die Arctic sank schließlich 20 Meilen vor Kap Race. Das Wrack wurde bis heute nicht gefunden. Man nimmt an, dass es in rund 150 Metern Tiefe liegt. Das Wasser dort ist kalt und wird vom Golfstom durcheinandergewirbelt.

SS Vaitarna (1888)

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Bild: watson

Was: Schiffswrack, britisches Passagier- und Frachtschiff
Wo: an der Küste vor Mangrol, Indien

Beschreibung: Das Dampfschiff Vaitarna verkehrte auf der Route zwischen den Städten im Norden der indischen Westküste. Wie die anderen Schiffe der Region war sie nicht dafür gebaut, Stürmen standzuhalten, da sie nur in der ruhigen Jahreszeit entlang der Küste Hafen um Hafen anlief. Die vom Indischen Monsun aufgepeitschte See mied sie gemeinhin.

Am 8. November 1888 verliess das Schiff Dwarka mit 703 Passagieren an Bord. Eigentlich sollte es den Hafen in Porbandar anlaufen, doch wegen des schlechten Wetters entschied sich sein Kapitän Haji Kasam dafür, direkt nach Bombay (heute Mumbai) zu fahren. Vor der Küste von Mangrol sah man sie zum letzten Mal, am nächsten Tag war sie verschwunden – und mit ihr 746 Menschen. Darunter 13 frisch vermählte Pärchen, die an Bord geheiratet hatten und viele angehende Studenten, die sich an der Universität in Bombay einzuschreiben gedachten.

Wahrscheinlich war die Vaitarna in einen Wirbelsturm geraten und sank auf den Grund des Arabischen Meeres. Wrackteile oder Leichen wurden nie gefunden.

General Grant (1866)

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Was: Schiffswrack, US-amerikanisches Passagier- und Frachtschiff
Wo: an der Westküste der Hauptinsel der Auckland-Inseln, Neuseeland

Beschreibung; Das Segelschiff war nach Ulysses S. Grant benannt, dem Oberbefehlshaber im Sezessionskrieg und späteren US-Präsidenten. Es brachte Passagiere und Fracht von Australien nach Großbritannien. Am Freitag, dem 4. Mai 1866, legte die General Grant in Melbourne ab. An Bord befanden sich 25 Besatzungsmitglieder und 58 Passagiere, darunter sechs Frauen und etwa 20 Kinder. Außerdem hatte sie Gold geladen – 2576 Unzen davon. Denn unter den Passagieren befanden sich viele Goldgräber, die in Australien erfolgreich waren und nun ihren erworbenen Reichtum nach Hause zurückbrachten.

Nach einer Woche auf See kamen plötzlich starke Winde auf, die Kapitän Loughlin immer weiter vom Kurs abbrachten. Er wollte darum die Auckland-Inseln, auf die er unwiderruflich zutrieb, nördlich passieren. Dann meldete der Ausguck Land direkt voraus, doch der Offizier mit dem Fernglas widersprach ihm und meinte, es handle sich dabei lediglich um eine Nebelbank. Es waren aber die 120 Meter hohen felsigen Basaltklippen an der Westküste der Auckland-Insel, auf die die General Grant zuhielt. Das Setzen der Segel half nichts, da war kein Wind und der Anker fand keinen Boden.

Die Kinder weinten und schrien, als die Flut das Schiff anhob und es in eine Felsenhöhle schwemmte. Der Fockmast war zu lang, er stieß an der Höhlendecke an und bohrte sich dann langsam nach unten durch den hölzernen Rumpf. In der finsteren Höhle versuchten die Menschen verzweifelt, das sinkende Schiff zu verlassen. Ein Rettungsboot mit 40 Passagieren verschwand in der Dunkelheit. 48 Menschen ertranken, 15 überlebten, darunter die Stewardess Mary Ann Jewell, die einzige Frau.

Der irische Goldgräber James Teer übernahm fortan die Führung der kleinen Truppe. Mit seinen letzten Streichhölzern machte er ein Feuer, das sie die nächsten eineinhalb Jahre am Brennen hielten. Die Insel war unbewohnt, einzig ein paar Robben- und Walfänger verirrten sich ab und an hierhin. In ihren Hütten fanden die Gestrandeten Unterschlupf. Sie ernährten sich von Schweinen, Robben und Muscheln und nähten Kleidung aus Seehundefell. Acht Monate lebten sie bereits auf der Insel, als sich vier Männer dazu entschieden, sich mit dem Rettungsboot nach Neuseeland aufzumachen. Sie wurden nie wieder gesehen.

Am 21. November 1867, 18 Monate nach dem Untergang der General Grant, wurde das mittlerweile auf zehn Leute hinabgestorbene Grüppchen von einem Schiff auf Robbenjagd gefunden und aufgenommen.

Einige der Überlebenden halfen später selbst bei der Suche nach dem Wrack der General Grant. Einer davon war David Ashworth, der dabei mit seinem Boot und fünf anderen Männern spurlos an der Felsenküste der Insel verschwand.

Das Wrack – und mit ihm das Gold – ist trotz zahlreicher Unternehmungen bis heute nicht gefunden worden.

Nazi-Schätze

Die Nationalsozialisten haben während des Zweiten Weltkrieges geschätzt 600.000 Kunstwerke aus ganz Europa zusammengestohlen. Das Raubgold stammt hauptsächlich aus dem "arisierten" Besitz der Menschen, die in den Konzentrationslagern eingesperrt und dort zum Großteil ermordet wurden. Sein Verbleib ist bis heute weitgehend ungeklärt, dafür ranken sich so manche Mythen um das verschollene Edelmetall.

Gold-Zug (um 1945)

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Bild: watson

Was: Kriegsbeute der Nazis
Wo: Walbrzych, Niederschlesien, Polen

Beschreibung: Haben die Nazis in der Endphase des Zweiten Weltkriegs tatsächlich einen gepanzerten Zug mit 300 Tonnen geraubten Goldes, Kunstschätzen und Schmuck in einem unterirdischen Tunnel versteckt? Bewiesen wurde die Geschichte nie, da sind keinerlei historische Belege, noch wurden je andere Beweise für die Existenz eines solchen Zuges veröffentlicht.

Die Gerüchte um einen verborgenen Nazi-Schatz in den Stollen der Region Walbrzych fegten allerdings schon kurz nach dem Krieg durch das zerbombte Europa. Erst suchte die Rote Armee danach, dann kamen Schatzjäger und Touristenführer, und 2015 verkündeten die zwei Hobbyforscher Andreas Richter und Piotr Kopper, sie hätten den Panzerzug ausfindig gemacht. Zum Beweis legten sie der polnischen Regierung ein Geo-Radarbild von der angeblichen Fundstelle vor.

Diese liegt bei Kilometer 65 der Bahnstrecke zwischen Wroclaw und Walbrzych im Untergrund. Dort, unter dem schlesischen Eulengebirge, haben die Nazis nämlich ein Stollensystem – Projekt Riese genannt – errichtet. Ausgegangen wurde vom prächtigen, 500 Räume großen Schloss Fürstenstein, das Rüstungsminister Albert Speer zu einem neuen, der Front fernen Führerhauptquartier umbauen ließ. Ausgeführt hatten die Arbeiten Tausende Zwangsarbeiter aus dem Außenlager Riese, das zum Konzentrationslager Groß-Rosen gehörte.

Bis heute ist nicht bekannt, wie lang dieses System insgesamt ist, auch weil die meisten Baupläne nach Kriegsende vernichtet wurden. Polnische Behörden schätzen, dass erst etwa ein Drittel der Stollen bekannt sind. Das alles macht den Ort natürlich geradezu perfekt für einen verborgenen Schatz.

Auch Polens stellvertretender Kulturminister Piotr Żuchowski war sich "zu 99 Prozent sicher", dass die beiden Hobbyforscher einen gepanzerten Zug gefunden haben. Seine Zuversicht stützte sich neben dem Geo-Radarbild auf die Beichte eines sterbenden Mannes, der damals geholfen habe, den Zug im Stollen zu verstecken.

Doch versickerte das viele Geld, das Richter und Koper in die Ausgrabungen steckten, ebenso wie die Hoffnungen der nach Niederschlesien strömenden Heerscharen von Schatzsuchern und Touristen in den Weiten jenes rätselhaften Tunnelsystems.

Im August 2018 stieg Richter dann auch aus der Sache aus. Die vielen Ungenauigkeiten bei den Sucharbeiten hatten ihn frustriert. Koper aber bleibt weiterhin dran.

Schatz vom Toplitzsee (um 1943)

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Bild: watson

Was: Kriegsbeute der Nazis
Wo: Toplitzsee, Steiermark, Österreich

Beschrieb: Im österreichischen Toplitzsee versenkten die Nationalsozialisten zu Kriegsende Kisten mit gefälschten britischen Pfund-Banknoten – angefertigt von KZ-Häftlingen. Man hatte damit die britische Wirtschaft in den Ruin treiben wollen. 1983 holte der Biologe Hans Fricke das Falschgeld mit seinem Forschungs-U-Boot an die Oberfläche. Er fand auch Bomben, Sprengsätze, abgeschossene Raketen und Minen, denn zwischen 1943 und 1945 wurden hier unzählige waffentechnische Versuche der deutschen Kriegsmarine durchgeführt. In 60 Metern Tiefe begegnete der Biologe dann auch erstmals dem 23 Zentimeter langen Toplitzseewurm, der im sauerstofflosen, schwefelwasserstoffhaltigen Tiefenwasser lebt.

Das ist der Teil des Schatzes, der tatsächlich existiert. Im See, so munkelt man, seien aber nicht nur Kisten mit Falschgeld versenkt worden, sondern auch Goldreserven des Dritten Reichs, Hinweise auf Nummernkonten und allerlei Kunstgegenstände. Diese Legende findet sogar im James-Bond-Streifen "Goldfinger" (1964) Erwähnung.

Bisher aber fand man nichts weiter als eine Kiste voller Kronkorken, die fünf Stammtischbrüder in den 80ern im See versenkt hatten.

Schatz vom Stolpsee (1945)

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Bild: watson

Was: Kriegsbeute der Nazis
Wo: Stolpsee, Brandenburg, Deutschland

Beschreibung: Der Augenzeuge Eckhard Litz will gesehen haben, wie in einer Märznacht im Jahre 1945 SS-Einheiten mit Lastern ans Ufer des Stolpsees gefahren seien. 20 bis 30 abgemagerte Männer in KZ-Kleidung hätten dann schwere Kisten in zwei Schlauchboote verladen müssen. Sechs Mal seien sie damit in die Seemitte gefahren und hätten die Kisten versenkt. Und nachdem sie von ihrer letzten Fahrt zurückgekehrt seien, habe die SS die KZ-Häftlinge erschossen, ihre Leichen in die Schlauchboote gelegt und sie dann ebenfalls dem Wasser übergeben.

Dies gab Litz einer alliierten Untersuchungskommission zu Protokoll, deren Unterlagen im Bundesarchiv in Koblenz liegen. Dort habe sie zumindest eine Gruppe englischer Geschäftsleute im Jahr 2011 ausfindig gemacht, heißt es.

Den Schatz im Stolpsee – angeblich eine halbe Tonne Gold und Platin – haben sie dennoch nicht gefunden. Genauso wenig wie zwei Jahre danach der Israeli Yaron Svoray mit seiner dreidimensionalen Expertenkarte vom Seegrund und 30 Jahre davor die Stasi mit ihrer verschlüsselten Schatzkarte. Mit dieser geheimnisvollen Zeichnung hatte der "Stern"-Journalist Gerd Heidemann – der später wegen der Veröffentlichung der gefälschten Hilter-Tagebücher zünftig verlacht wurde – vor der Nase des Stasi-Chefs Erich Mielke herumgewedelt.

Sie stamme, so erzählte er Mielke, von der Hand eines gewissen Medard Klapper, Inhaber eines Waffenladens in Karlsruhe, der sie wiederum bei einem in Venezuela lebenden früheren Luftwaffen-Adjutanten aus der Umgebung von Reichsmarschall Hermann Göring entdeckt und abgemalt hätte, erzählte Heidemann damals.

Sofort ließ der Stasi-Chef den Stolpsee absuchen, doch die tagelangen Tauchgänge der "Operation Nazi-Gold" förderten rein gar nichts zutage. Und so wanderte die Schatzkarte ins Aktenarchiv der Stasi, wo sie so lange Staub ansetzte, bis Heinz Renkel sich ihrer annahm.

Falsch interpretiert habe die Stasi die Nummern und das eingezeichnete Kreuz auf der Karte, das am Nordufer des Sees auf einem angedeuteten Dachfirst prangt, sagt Renkel. Weiter sind da noch Pfeile und Linien, ein in einen Baumstumpf eingelassener Nagel und ein Haus mitten im Wald. Es gehörte bis 1943 Göring und sei dann von einem Oberstleutnant der Luftwaffe aus Hamburg übernommen worden, meint Renkel, der den genauen Standort des Schatzes mittels eines Lineals zu ermitteln suchte, den er so über die Karte schob, dass sich ein Dreieck bildete, dessen Schenkel sich dann auf der gegenüberliegenden Uferseite trafen. Dazu addierte er die auf der Karte stehenden Zahlen und kam auf eine Stelle im See, etwa 200 Meter vom Ufer entfernt.

Aber auch da lag kein Schatz, wie die nachfolgende, von der Denkmalpflege genehmigte Suche Renkels 2011 offenbarte.

Bernsteinzimmer (1941)

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Was: Kriegsbeute der Nazis
Wo: Königsberger Schloss, Deutschland (1), Schloss Friedland (Frýdlant), Böhmen, Tschechien (2), Wuppertal, Deutschland (3)

Beschreibung: Der soldatisch gesinnte Preussenkönig Friedrich Wilhelm I. schenkte sein Bernsteinzimmer dem russischen Zaren Peter der Große. Dieser hatte es bei seinem Besuch im Berliner Stadtschloss intensiv bewundert. Friedrich Wilhelms Vorgänger hatte dieses "achte Weltwunder" einbauen lassen, er selbst hatte wenig für solchen Tand übrig, dafür umso mehr für "lange Kerls" – über 1.88 Meter große Männer für seine Leibgarde. In ganz Europa sammelte er seine Lieblinge zusammen und gab, sonst stets sparsam gesinnt, Unmengen an Geld für seine erlesene Kollektion aus. 250 hoch gesprossene Russen versprach ihm Peter der Grosse – der mit seinen zwei Metern selbst ein Riese gewesen sein soll – im Gegenzug für die prächtigen bernsteinernen Wandverkleidungen. Das war im Jahr 1716.

225 Jahre später belagerten die Nazis die von jenem großen Zaren auf dem Sumpfgebiet an der Newa errichtete Stadt, die inzwischen Leningrad hiess. Über eine Million Menschen liessen sie mittels Blockade systematisch verhungern. Als Wohnunterkunft diente der Wehrmacht der Katharinenpalast, der 25 Kilometer außerhalb der Stadt lag. Bald nach ihrem Einzug klaubten sie das Bernsteinzimmer innerhalb von 36 Stunden von den Wänden, verpackten die einzelnen Paneele in 28 Kisten und transportierten sie nach Königsberg ab.

Im November 1941 wurde das erbeutete Zimmer auf dem Königsberger Schloss ausgestellt. Doch nach dem Brand in einem der Ausstellungsräume verbannte man es in den Schlosskeller. Nur so sicher war es dort nicht – rund drei Jahre später werfen die Briten ihre Bomben auf Königsberg und auch auf die Mauern seines Schlosses nieder, zerstörten aber wahrscheinlich nur die Sockelverkleidungen des Bernsteinzimmers.

Dann kam die Rote Armee – und eroberte die Stadt mitsamt ihrer Schlossruine, die dann 1986 auf Befehl von Leonid Breschnew abgerissen wurde. Die Kellergewölbe aber, wo das Bernsteinzimmer eingelagert war, haben teilweise überlebt. Nach noch erhaltenen Plänen sind die tief gelegenen Kellerräume noch nicht freigelegt worden. Liegt es noch immer irgendwo da unten, verborgen in einer Nische?

Seit 1945 gilt das "achte Weltwunder" als verschollen. Gesucht wird eifrig nach ihm, an über 130 Orten soll es sich versteckt halten. 2016 führte eine Spur den ehemaligen deutschen Geheimdienstler Erich Stenz auf Schloss Friedland in Böhmen. Eine frühere Köchin des Schlosses habe im Februar 1945 gesehen, wie mehrere Lastwagen der SS auf den Hof gefahren seien. Und erst als die Zugbrücke hochgezogen worden sei, habe man die Kisten mit Herkunft Berlin entladen.

Stenz ist sich sicher, dass sich darin das Bernsteinzimmer befand. Er hat sich daraufhin als Tourist auf das Schloss begeben, sich in die Katakomben gestohlen und dort eine Wand entdeckt, die erst nachträglich eingemauert worden sei. Doch die tschechische Denkmalbehörde ließ Stenz nicht in die Gebäudepläne des Schlosses linsen und verbot auch weitere Untersuchungen in den Gemäuern.

Die Theorie des Schatzsuchers Karl-Heinz Kleine besagt, dass der ehemalige Gauleiter in Ostpreussen, Erich Koch, das Bernsteinzimmer in den letzten Kriegsmonaten per Zug in seine Heimatstadt liefern liess – nach Wuppertal. Hier habe er es versteckt, in einem der über 200 Bunker. Bis heute wird hier in alten Stollen herumgekrochen, bisher aber vergeblich.

Lohnen würde sich das Auffinden des Bernsteinzimmers allemal. Sein Schätzwert liegt heute zwischen 148 Millionen und 285 Millionen Schweizer Franken.

Piratenschätze

Kommen wir nun zu den Klassikern – den Piratenschätzen!

Schatz der Esperanza (1816)

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Was: Piratenschatz
Wo: Palmyra-Atoll, USA

Beschreibung. James Hines ist der einzige Überlebende der Besatzung der Esperanza, eines Piratenschiffes, das am 1. Januar 1816 vom peruanischen Hafen Callao in den Pazifik auslief – mit einem Bauch voller gestohlenem Gold, Silber und Edelsteinen. Von ihm stammt auch die folgende Geschichte, die er angeblich kurz vor seinem Tod in einem Brief niederschrieb.

Das Schiff geriet nach einigen Wochen in einen üblen Sturm, der es immer weiter auf die gefährlichen Korallenriffe um Palmyra zutrieb, bis die Esperanza an ihnen zerschellte. Die Männer konnten sich mitsamt dem Schatz an Land retten.

Doch nach über einem Jahr ohne Aussicht auf Rettung auf diesem gottvergessenem Atoll entschlossen sie sich, ihre Beute zu verbuddeln und sich auf selbst gebauten Flössen aufs Meer hinauszubegeben. Nur James Hines überlebte diese Odyssee – er wurde von einem amerikanischen Walfänger aufgelesen. Er starb jedoch kurz darauf an einer Lungenentzündung.

Bevor er für immer ins Jenseits entschwand, schrieb er eben jenen Brief, in dem sich diese Geschichte finden soll, gemeinsam mit dem genauen Standort des Schatzes. Nur gefunden hat ihn bisher niemand.

Das Rätsel von Pirat La Buse (ca. 1720)

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Was: Piratenschatz
Wo: La Réunion, Indischer Ozean (1), Seychellen-Insel Mahé (2), madagassische Insel Sainte Marie (3)

Beschreibung: Der französische Priat La Buse – zu Deutsch der Bussard – erspähte am 26. April 1720 in der Bucht von Saint-Denis auf der Insel Bourbon (heute: La Réunion) ein Schiff in Reparatur. Es handelte sich um die Nossa Senhora do Cabo e São Pedro, ein 800-Tönner, der auf seiner Überfahrt von Indien nach Portugal durch Stürme beschädigt worden war. Auf ihm reisten der Vize-König von Portugiesisch-Indien und der Erzbischof von Goa mitsamt einer Ladung Diamanten, Schmuck, Gold- und Silberbarren, Perlen, edler Stoffe, Gewürze, Möbel und Edelsteinen. Den heutigen Wert der Ware schätzen Historiker auf bis zu 5.5 Milliarden Schweizer Franken. Selbst das Goldene Kreuz von Goa soll sich an Bord befunden haben, drei Männer waren nötig, um das 100 Kilo schwere Ungetüm zu verladen.

Gemeinsam mit seinem Piraten-Kollegen John Taylor griff La Buse das Schiff an, überwältigte die Besatzung und kaperte das Schiff, während die Bewohner von Saint-Denis nur hilflos zuschauen konnten. Die Männer, die den Angriff überlebt hatten, setzten sie an Land aus.

Doch schon bald danach ging es La Buse selbst an den Kragen. Er wurde gefangen genommen und mit Eisen an den Füssen nach Saint-Denis zurückgebracht. Nachdem er gegenüber dem Gouverneur die Aussage verweigert hatte und seine Wächter ihn über die Brücke des Baches der "Ravine à Malheur" führten, soll er gesagt haben: "Mit dem, was ich hier versteckt habe, könnte ich die ganze Insel kaufen!"

Am 7. Juli 1730 um 17:05 Uhr wurde der Pirat erhängt. Doch bevor sein Nacken knackte, habe er noch ein letztes Mal etwas Rätselhaftes von sich gegeben: "Mes trésors à qui saura comprendre!" ("Mein Schatz demjenigen, der dies versteht") Dann warf er ein Kryptogramm in die Menge und starb.

Verstanden hat es bis heute niemand so richtig. 1923 fand die auf der Seychellen-Insel Mahé wohnhafte Rose Savy aufgrund des niedrigen Wasserspiegels tief in den Felsen eingekerbte Symbole am Strand von Bel Ombre – da waren ein Hund, eine Schlange, eine Schildkröte, ein Pferd, eine Fliege, zwei verbundene Herzen, ein Schlüsselloch, ein starres Auge, eine Wahlurne, der Körper einer jungen Frau und der Kopf eines Mannes. Einige der Zeichen passten zu einem ominösen Kryptogramm, das ebenfalls in ihrem Besitze war. Sie brachte es zum Konservator der französischen Nationalbibliothek, der das Pergament auf das 18. Jahrhundert datierte.

Später verkaufte sie es ihrem Nachbarn, Reginald Cruise-Wilkins, und dieser vererbte es mitsamt dem Schatzfieber, das seinen Körper bis zum Ende erhitzte, an seinen Sohn John. Dieser nun brachte Jahre damit zu, allein das mysteriöse Kryptogramm La Buses zu knacken. Weil jener ein Intellektueller war, versuchte es John Cruise-Wilkins mit Griechisch, Hebräisch, Astrologie, Astronomie, Okkultismus und Freimaurersymbolik und kam zum Schluss, dass der Schatz nach einem komplexen Rätsel vergraben sein musste, das von den zwölf Arbeiten des Herakles inspiriert sei.

Doch seine Suche förderte bisher nur Musketenkugeln, einige Münzen, Porzellan-Statuen, einen goldenen Ohrring und die Gebeine zweier Piraten zutage. Inzwischen hat Cruise-Wilkins ein Tourismus-Projekt gestartet, um die Suche auf der Insel weiterhin finanzieren zu können. Und während er sich auf Mahé beschränkt, graben andere auf La Réunion und der madagassischen Insel Sainte Marie, von wo aus La Buse jeweils seine Übergriffe startete.

Doch der Schatz entzieht sich allen.

Störtebekers Gold (um 1400)

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Was: Piratenschatz
Wo: unter dem Königsstuhl auf der Ostseeinsel Rügen, Deutschland

Beschreibung: Zeitgenössische Quellen zu Klaus Störtebeker fehlen. Im Grunde weiß man nicht einmal, ob der Kerl überhaupt existiert hat. Wenn es ihn aber gegeben haben sollte, dann war er ein deutscher Seeräuber. Und seinen Namen verdankte er seiner Trinkfestigkeit – Störtebeker stammt aus dem Niederdeutschen und heißt "Stürz den Becher". Man sagt, dieser Held habe einen 4-Liter-Humpen Wein oder Bier in einem Zug geleert.

Gemeinsam mit seinen Vitalienbrüdern – Kaperfahrer, die ihre Angriffe gern auch im Auftrag von Königreichen und Hansestädten ausführten – trieb er Ende des 14. Jahrhunderts sein Unwesen in der Nord- und Südsee.

Doch am 22. April 1401 war damit endgültig Schluss. Die Legende besagt, dass Störtebeker nach hartem Kampf mit hamburgischen Friedeschiffen bei Helgoland gefangen genommen und zum Tode verurteilt wurde. Er versuchte noch, sein Piratenleben zu retten, indem er dem Rat von Hamburg eine goldene Kette anbot, die so lang sei, dass sie um die ganze Stadt reiche.

Der Rat liess sich aber nicht davon beeindrucken und so wurde Störtebeker am 21. Oktober mit seinen 72 Gefährten zum Richtplatz geführt. Die Männer, an denen er ohne seinen Kopf vorbeizugehen vermöchte, würden vom Beil verschont bleiben, versprach der Bürgermeister dem Piraten. An elf schritt er nach seiner Enthauptung tatsächlich vorüber, dann stellte ihm der Henker ein Bein und Störtebeker stürzte in den Tod. Und auch die Köpfe der elf gerettet geglaubten Gefährten wurden von ihren Rümpfen gesäbelt – der Bürgermeister hatte gelogen.

Der Piratenschatz aber blieb den Augen der Hamburger wie zum Hohn verborgen. Einzig in den Masten seines Schiffes fand man Gold und Silber versteckt, doch das war nur eine Kleinigkeit. Wo aber war der Rest abgeblieben?

Der Legende nach soll er sich auf der Ostseeinsel Rügen befinden, der ehemaligen Operationsbasis des Piraten. Hier, in einer Höhle bei den Kreidefelsen im heutigen Nationalpark Jasmund, habe er sein ganzes Gold versteckt. Die berühmteste Kreidefelsformation dort heißt Königsstuhl, darunter, in einem etwa 200 Quadratkilometer großen Plateau, schlummere der Schatz seit über 600 Jahren.

Captain Kidds Schatz (1698)

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Was: Piratenschatz
Wo: Gardiners Island, USA (1), Charles Island, vor der Küste von Milford, USA (2), kanadische Insel Grand Manan (3), Oak Island, an der Ostküste von Nova Scotia, Kanada (4)

Beschreibung: Angefangen hatte der in Schottland geborene Captain William Kidd nicht als Pirat, sondern als lizenzierter Kaperfahrer im Namen der British East India Company. Er sollte sich französische Schiffe vornehmen. Doch leider war seinem Unternehmen keinerlei Erfolg beschert, er konnte kaum die Kosten decken. Seine Mannschaft fuhr nicht auf Heuer, sondern auf Anteil. Machten sie also keine Beute, so war die Reise ein Verlustgeschäft. Wahrscheinlich deshalb stitt sich Kidd mit seinem Geschützmeister William Moore, dem er im Eifer des Gefechts einen mit Metall beschlagenen Eimer an den Kopf warf. Moore stürzte daraufhin vom Hauptdeck und starb.

Sein Tod aber war der Anfang von Kidds Freibeuterleben. 1698 kaperte er die Quedagh Merchant – ein armenisches Schiff, das voll beladen war mit Gold, Silber, Stoffen und anderen Wertgegenständen aus Ostindien. Er hisste zum Schein die französische Flagge, woraufhin sich auch das Handelsschiff als französisch zu erkennen gab.

Kidd aber gab nun noch im selben Jahr das Piratenleben auf, nachdem die Mehrheit seiner Crew zu Robert Culliford, einem ihm feindlich gesinnten Piratenkapitän, übergelaufen war. An Bord der Quedagh Merchant segelte er nach New York zurück, wo er aber gleich bei seiner Ankunft gefangen gesetzt wurde. Dann schickte man ihn nach London, wo er sich wegen Piraterie und dem Mord an William Moore zu verantworten hatte. In allen Punkten für schuldig befunden, führte man Kidd vom berüchtigten Newgate-Gefängnis auf den Richtplatz, wo er am 23. Mai 1701 gehängt wurde. Doch der Strick, an dem der Pirat baumelte, riss. Die ihn umstehende Menge hielt dies für ein Zeichen Gottes und verlangte Kidds Freilassung, doch der Henker fuhr unberührt fort mit seiner Arbeit. Er knüpfte den Verurteilten ein zweites Mal auf – dieses Mal richtig.

Dann teerte man Kidds Leiche, legte sie in Ketten und hängte sie in einem Eisenkäfig über der Themse auf – als Warnung für künftige Piraten.

Was aber ist mit Kidds Hinterlassenschaft geschehen? Es heisst, er habe mit Erlaubnis der Besitzer sein erbeutetes Gold, Silber und Edelsteine auf der Gardiners Island, knapp drei Kilometer vor der Ostküste Long Islands, verbuddelt. Doch nach seiner Verhaftung 1699 liess der Gourverneur von Massachusetts den Schatz ausgraben. Es soll sich hierbei aber nur um einen winzigen Teil der Beute der Quedagh Merchant (gefunden 2007 bei der Küste von Catalina Island, Dominikanische Republik) gehandelt haben. Der Rest liege noch immer irgendwo unter der Erde, entweder auf der eben erwähnten Gardiners Island, der Charles Island vor der Küste von Milford oder auf den kanadischen Inseln Grand Manan und Oak Island.

Schatzinsel

Oak Island hat eine Gesamtfläche von 0,57 km². Und auf dieser kleinen Fläche sollen etliche Schätze vergraben sein ...

Oak Island

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Was: Schatzinsel
Wo: Oak Island, Kanada

Beschreibung: Angefangen hatte alles im Jahre 1795, als der 16-jährige Holzfäller Daniel McGinnis bei seinem Besuch auf der Insel auf eine Vertiefung im Boden stiesß die offenbar künstlich geschaffen worden war. Im Baum gleich darüber entdeckte er verrottete Seilfetzen und einen Ast, in den sonderbare Kerben eingeritzt waren. Der Fund auf der unbewohnten Insel erstaunte den Jungen so sehr, dass er sofort damit begann, an der ominösen Stelle zu graben.

Er fand eine Lage Schieferplatten, die auf der Insel nicht natürlich vorkamen, darunter eine Schicht aus Holzstämmen, gefolgt von Erde, dann abermals eine Lage Holzstämme, dann wieder lehmige Erde.

In 30 Metern Tiefe schließlich entdeckte man eine große Schieferplatte mit seltsamen Zeichen – Hinweise auf einen vergrabenen Schatz? Entziffern konnte die Symbole niemand, und heute gilt sie als verschollen.

Noch immer wird auf der Insel gegraben, sechs Menschenleben hat die Schatzsuche bereits gekostet. Der Legende nach müssen sieben Menschen sterben, bis die Insel ihr Geheimnis preisgibt.

Der Originalschacht ist wegen der unzähligen Umgrabungen nicht mehr eindeutig erkennbar. Über den ursprünglichen Sinn der vermeintlichen Anlagen lässt sich deshalb auch nichts aussagen, eine archäologische Untersuchung ist nicht mehr möglich. Skeptiker vermuten gar, dass die vorgefundenen Strukturen im Untergrund ein Werk der Natur seien.

Zu Tage gefördert haben die Arbeiten auf Oak Island bisher einen Fetzen Ziegenhaut mit den Buchstaben V und W, geschrieben mit chinesischer Tusche und einem Federkiel. Doch wie die Schieferplatte gilt auch dieses rätselhafte Fragment heute als verschollen. 1939 entdeckte man einen Stein mit einem eingeritzten Freimaurerzeichen, das womöglich von früheren Schatzsuchern stammt, von denen viele der Bruderschaft angehörten.

Trotz dieser kümmerlichen Ausbeute der rund 224 Jahre andauernden Grabungsarbeiten verschiedenster Firmen und Privatpersonen reissen die Geschichten über einen verborgenen Schatz auf Oak Island nicht ab. Liegt hier Catpain Kidds Schatz begraben? Oder die Beute von Francis Drake? Das Vermögen jenes englischen Piraten, der erst die spanische Silberflotte kaperte, um dann, im Jahre 1588, auch der spanischen Armada den Garaus zu machen? Oder findet sich hier doch eher die Kriegskasse der Briten aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg? Oder gar die verlorenen Manuskripte des englischen Philosophen Francis Bacon? Oder gar der Schatz der Tempelritter?

Andere Schätze

Zuletzt wollen wir uns den Schätzen zuwenden, die sich nicht so leicht einordnen lassen ...

Nonnenschatz (1790)

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Was: Klosterschatz
Wo: Le Mans, Frankreich, unter der Place de l'Étoile, Rue des Ursulines und Rue des Arènes sowie Rue Albert-Maignan und Rue Gougeard.

Beschreibung: Von diesem Schatz berichten die Klosterchroniken der Ordensgemeinschaft der Ursulinen von Le Mans. Die Schwestern wurden vom Pfarrer des benachbarten Ortes gewarnt, dass am nächsten Morgen schon ein Miliztrupp hier eintreffen würde, um sich das Kloster im Namen der Französischen Revolution einzuverleiben – es sollte in ein Gefängnis umgebaut werden.

Noch vor Sonnenaufgang standen fünf mächtige Eichenkisten im Speisesaal – randvoll mit Gold und Silber, Kunstwerken und Edelsteinen. Ein Maurer hilft den Nonnen, die Kisten durch die Falltür im Kachelfussboden des Speisesaals in einen Geheimgang zu schaffen. Die Oberin geht umher in jenem unterirdischen Labyrinth, bis sie dem Maurer eine Stelle im Gewölbe zeigt, in die er ein riesiges Loch schlagen soll.

Darin verschwinden alle fünf Kisten. Dann wird die Öffnung wieder zugemauert und die Stelle mit einem in den noch feuchten Putz eingeritzten Kreuz markiert. Und als die Schwestern die Falltür erreichen, hören sie bereits die Kommandorufe der das Kloster stürmenden Männer. Gerade noch bevor die Miliz den Speisesaal stürmt, sitzen die Schwestern gemeinsam mit dem Maurer am Frühstückstisch.

1818 vernichtet ein Großbrand die gesamte Klosteranlage bis auf die Grundmauern. Graf de Tascher, ein Cousin von Napoleons Frau Josephine, legt daraufhin auf jener Stelle einen Garten an. Er will unbedingt den Schatz der Ursulinen finden und so spürt er in der Normandie die einstige Äbtissin des Klosters auf, die steinalte Mademoiselle Louise Desportes. Unglücklicherweise ist ihr Gedächtnis mitsamt ihrem Seh- und Hörvermögen entschwunden, sie kann ihm keine Hinweise mehr geben. Der Graf gibt seine Suche nicht auf, doch er scheitert an den 250 Meter langen Schächten, in denen der Schatz noch heute ruht. Sein Wert wird inzwischen auf 5.5 bis 11 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

Goldmine vom Ritter von Weichs (um 1485)

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Was: Ritterschatz
Wo: Ohlstadt, Kaseralm, Deutschland

Beschreibung: Mitten in einem Bergwald nicht weit vom oberbayerischen Dörfchen Ohlstadt erhebt sich ein 30 Meter hoher, bewaldeter Felsen. Auf diesem stand einst die Burg Schauenburg, von der heute nur noch ein in den Fels gehauener Steig übrig ist. Hier lebte seit 1485 der Ritter Oswald von Weichs. Neben der Burg besaß er eine Goldmine im Heimgartenmassiv. Der Goldbergbau dieser Gegend ist in den Klosterchroniken des dort gelegenen Klosters Schlehdorf verbürgt. Als nun der Ritter mit der Obrigkeit in Streit geriet, fürchtete er um seine Reichtümer und ließ sie mit 15 Mauleseln den Berg hinauftragen, um sie dann in seiner Goldmine zu verstecken. Daraufhin schüttete er den Eingang mit Felsblöcken zu. Um die Stelle aber für sich zu markieren, meisselte er die Ziffer V in mehrere Steine hinein.

Der Legende nach starb der Ritter, bevor er seines Schatzes wieder habhaft werden konnte. Immer wieder wollen seither Jäger auf ihren Streifzügen oben in den Felshängen die Ziffer V gesehen haben. Doch bis auf zwei Goldmünzen aus dem 12. bis 13. Jahrhundert wurde auf der Kaseralm bislang nichts entdeckt.

Goldreserven des Russischen Reiches (1920)

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Was: Zarengold
Wo: Baikalsee, Sibirien, Russland

Beschreibung: Die Goldreserven des Russischen Reiches fielen im November 1918 in die Hände von Admiral Alexander Koltschak, einem Offizier der Zarenmarine mit zackigem Kurzhaarschnitt, der im Russischen Bürgerkrieg für den "Sieg über den Bolschewismus" kämpfte. Der Weißgardist vertrieb seine Feinde aus dem sibirischen Gebiet, erbeutete das 500 Tonnen schwere Zarengold und errichtete daraufhin selbst eine autoritäre Militärdiktatur.

Anfang 1920 ging es dann Admiral Koltschak an den Kragen. Die Roten erschossen ihn, und die an seiner Seite kämpfenden tschechoslowakischen Legionäre händigten der Regierung in Moskau 410 Goldrubel aus (ca. 107 Millionen Schweizer Franken), im Gegenzug für freies Geleit in ihre Heimat. Was aber geschah mit dem Rest? Ein Rest, der in 5000 Kisten und 1700 Säcke gefüllt worden sei und für dessen Transport nicht weniger als 40 Eisenbahnwaggons benötigt worden seien?

Man erzählt sich, dass die Weissgardisten mitsamt dem Goldzug das Eis des Baikalsees zu überqueren versucht hätten. Doch die Waggons waren zu schwer, sie brachen ein und versanken mitsamt dem Schatz in den 1642 Meter tiefen Gewässern.

Mittlerweile wird sein Wert auf 3.6 Milliarden Schweizer Franken geschätzt, doch die U-Boote der russischen Forscher haben bis anhin noch nichts zutage gefördert. Vielleicht, weil Admiral Koltschak bereits alles für Waffen und Munition verprasst hatte, wie vom Historiker Oleg Budnizki vermutet? Oder weil es davor von tschechoslowakischen Söldnern gestohlen wurde? Wer weiss. Womöglich weiss sich das Gold auch einfach gut auf dem Grund dieses tiefsten und ältestesten Süssgewässers der Erde zu verstecken.

Nibelungenhort (5. Jahrhundert)

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Was: Rheingold
Wo: Am Schwarzen Ort bei Gernsheim im Rhein, Deutschland (1), Hamm am Rhein und Eich, Deutschland (2), Loch bei Rheinbach, Deutschland (3)

Beschreibung: Die frühesten Zeugnisse, die von diesem Schatz berichten, stammen aus dem 10. Jahrhundert. Wahrscheinlich haben sich im Laufe der Zeit dann ganz verschiedene Schatz-Erzählungen zu einer einzigen verwoben – der vom Nibelungenhort. Hierzulande kennt man besonders das mittelhochdeutsche Nibelungenlied, das um 1200 entstand und von einem Schatz von solch gewaltigem Umfang erzählt, dass zwölf Leiterwagen vier Tage lang dreimal hin- und herfahren mussten, um all das Gold fortzuschaffen. Dies soll im 5. Jahrhundert nach Christus geschehen sein, zur Zeit der germanischen Völkerwanderung.

Jenen gigantischen Reichtum habe der niederträchtige Vasall der Burgunderkönige Hagen von Tronje in den Rhein gekippt. Er fürchtete sich vor der verbitterten Kriemhild, die sich für den Meuchelmord an ihrem geliebten Mann Siegfried rächen wollte. Und so liess Hagen das Gold "bei dem Loche versenken in den Rhein", heisst es im Lied. Dem Vergeltungsschlag der armen Frau kann er nicht entrinnen, doch er nimmt das Geheimnis des Verstecks mit in den Tod.

"Loch" ist eine typische Bezeichnung für tiefe, schwer passierbare Stellen im Rhein, weshalb Forscher auf den sogenannten "Schwarzen Ort" bei Gernsheim als Standort des Goldes geschlossen haben. Dort befindet sich das schärfste Rheinknie. Doch die Tauchgänge mitsamt Echolot und Radar haben nichts ergeben.

Der listige Hagen, so muss angenommen werden, hat wohl den schnellsten Weg gewählt, um den Schatz eigenhändig beiseite zu schaffen. Von Worms aus hat er sich also wahrscheinlich in einem Kahn rheinabwärts treiben lassen und das Gold dann an geeigneter Stelle in den Fluss gekippt.

Es müsse bei "Lochheim" gewesen sein, sind sich manche Forscher sicher. So hieß eine kleine Siedlung, die einst am Rhein gelegen hatte – auf dem heutigen Gebiet von Hamm am Rhein und Eich. Wegen der ständigen Hochwassergefahr wurde sie bereits im Mittelalter aufgelöst.

Der Hobby- Historiker Rudolf Patzwald wiederum meint, dass Hagen sein Machtmittel sicher "nicht unwiederbringlich in die Fluten" geworfen habe. Nach seinen abenteuerlichen etymologischen Interpretationen zum Wort "sancte" ist er zum Schluss gekommen, dass es nichts mit "versenken" zu tun habe, sondern mit "sanct"-ionieren. Hagen habe den Schatz dem germanischen Betrugs- und Unterweltgott Loki geweiht, um sich vom Meuchelmord an Siegfried reinzuwaschen. Und von Loki könne sich der Name des kleinen Ortes Loch bei Rheinbach ableiten, wo er den Schatz vermutet. Unter einer Pferdekoppel in einem römischen Erzstollen.

Schatz der Tempelritter (1307)

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Was: Templerschatz
Wo: Burg von Gisors, Frankreich (1), Rennes-le-Château, Frankreich (2), Rosslyn-Kapelle, Schottland (3), Oak Island, Kanada (4)

Beschreibung: Der geistliche Ritterorden der Templer wurde in Folge des Ersten Kreuzzugs (1096–1099) gegründet. Die ihm angehörigen Männer sollten die Ideale des adligen Rittertums mit denen des Mönchtums vereinen. Erst operierte der Orden als militärische Eliteeinheit, doch als sich der französische König Philipp IV. ("der Schöne") durch seine Kriege an den Rand des finanziellen Ruins getrieben hatte, plante er gemeinsam mit Papst Clemens V. die Vernichtung des Templerordens.

Am Morgen des 13. Oktober 1307 begann man in Paris damit, die Templer wegen angeblicher sittlicher Verfehlungen und Ketzerei zu verhaften. Auf diese Weise wollte man sich das erwiesenermaßen riesige Ordensvermögen an Goldmünzen, goldverziertem Mobiliar, Pfandbriefen – die Templer durften als einzige Christen Geld gegen Zins verleihen – und Ländereien unter den Nagel reissen. Doch selbst im Temple, der befestigen Anlage der Ordensbrüder, fanden die königlichen Soldaten nichts.

Der Templer Jean de Châlon gab bei seinem Verhör an, dass man den Schatz mit Hilfe von 50 Pferden am Abend vor der Verhaftungswelle vom Temple zum Meer abtransportiert habe. 18 Schiffe seien daraufhin mit der Ladung ausgelaufen – wohin, wisse niemand.

Erst vermutete man den Templerschatz auf Oak Island, 1992 dann suchte der Hobbyforscher Niven Sinclair in der schottischen Roslyn-Kappelle nach dem Schatz– bis die Einsturzgefahr ihn zur Aufgabe zwang. Es handelt sich hierbei zwar um eine echte Templerkirche, allerdings wurde sie erst im Jahre 1456 erbaut – also rund 150 Jahre nach der Verhaftungswelle.

Daraufhin zog man die französische Burg Gisors in Betracht, die sich zwischen 1158 und 1161 in der Verwaltung des Templerordens befand. Lhomoy, der Kastellan und Gärtner der Burg, fand 1944 bei seinen nächtlichen Grabungsversuchen nach eigenen Angaben einen Saal mit Statuen Christis und der Apostel, außerdem 19 Steinsarkophage und 30 Truhen mit wertvollen Gegenständen. Als er dem Bürgermeister davon berichtete, liess dieser wegen der Einsturzgefahr das Grabungsloch wieder zuschütten.

Erst im Jahre 1964 wurden offizielle Grabungen in der klapprigen Burg durchgeführt. Auf Veranlassung des Kulturministers hin sperrte sie das Militär für Monate. Doch als der Turm der Burg einzustürzen drohte, wurden die Arbeiten abermals ergebnislos eingestellt. Seither sind weitere Ausgrabungen untersagt.

Gérard de Sède konzentrierte sich daraufhin in seinem Buch "Der verfluchte Schatz von Rennes-Le-Château" auf das Gebiet der Ruine des Château de Blanchefort. Hier hatte der Templer-Grossmeister Bertrand de Blanchefort zwischen 1156 und 1158 durch deutsche Bergleute eine Art unterirdisches Bauwerk anlegen lassen. Liegt hier der Templerschatz? Oder wurde er hier nur zwischengelagert, um dann vom nicht weit entfernten, stark befestigten Templerhafen Collioure aus über die See weiterzureisen?

Bundeslade (586 v. Chr.)

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Was: Reliquie
Wo: Tempelberg, Jerusalem, Israel (1), Aksum, Äthiopien (2), Berg Nebo, Jordanien (3)

Beschreibung: Indiana Jones hat sie als "Jäger des verlorenen Schatzes" gefunden. Die mythische Bundeslade, von der uns die Bibel erzählt. Nach genauen Anweisungen Gottes ließ sie der Prophet Moses erbauen, jene mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz mit zwei Tragbalken. Darin verstaute Moses die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten, die er von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hatte. Und auch der grünende Stab seines Bruders Aaron und die sagenhafte Speise Manna sollen darin aufbewahrt worden sein.

Auf dem abnehmbaren Deckel sitzen zwei engelhafte Mischwesen mit Tierleib und menschlichem Antlitz (Cherubim), die schützend ihre Flügel über die Truhe ausbreiten. Die Lade ist das Symbol für den Bund Gottes mit dem Volk Israel – ein archäologischer Nachweis ihrer Existenz wurde jedoch bis anhin nicht erbracht.

Salomo, der dritte König Israels, ließ laut Altem Testament die Bundeslade nach Jerusalem bringen. Dort wurde sie im Jerusalemer Tempel aufbewahrt, bis Nebukadnezar II. im Jahr 587/586 v. Chr. die Stadt eroberte. Auch der Tempel wurde dabei geplündert und zerstört. Seither gilt die Bundeslade – vorausgesetzt, es gab sie tatsächlich – als verschollen.

Doch noch europäische Kreuzritter wollen bei der Eroberung Jerusalems die Bundeslade in einem Tunnel unter dem Tempelberg entdeckt haben – so erzählt es jedenfalls die populärwissenschaftliche Literatur. Echte Zeugnisse dazu gibt es nicht. Die tatsächlich existierenden Schächte aber waren Gegenstand archäologischer Forschungen, bedauerlicherweise aber auch einiger unerlaubter Grabungen, sodass in der Folge die islamischen Behörden jegliche Ausgrabungsarbeiten auf dem Tempelberggelände streng untersagt haben.

Die Äthiopier wiederum sind sich sicher, dass sich die Bundeslade in ihrem Land befindet, genauer in der alten Kapelle der Kirche der Heiligen Maria von Zion in Aksum, wo sie von einem Mönch bewacht wird. Nach dem Kebra Negest, dem äthiopischen Nationalepos, wurde die Bundeslade mitsamt den mosaischen Gesetzestafeln von Menelik, dem Sohn von Salomon und der Königin von Saba, nach Äthiopien gerettet.

In den 1920er-Jahren behauptete der Amerikaner Antonia Frederick Futterer, im Berg Nebo in Jordanien einen Geheimgang gefunden zu haben, der die Hieroglyphen-Inschrift "Hierin liegt die goldene Bundeslade" trug. Als dies aber überprüft werden sollte, fand Futterer den Ort nicht mehr.

Besagter Berg findet im zweiten Buch der Makkabäer Erwähnung. Hierin heisst es, der Prophet Jeremia habe noch vor Nebukadnezars Plünderung des Jerusalemer Tempels die Bundeslade am Berg Nebo in einer Höhle vergraben. Und als sich einige seiner Begleiter die Stelle merken wollten, zürnte Jeremia ihnen und sprach: "Diese Stätte soll kein Mensch finden noch wissen, bis der Herr sein Volk wieder zuhauf bringen und ihnen gnädig sein wird."

Egills Silber-Schatz (995)

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Was: Wikingerschatz
Wo: Island, bei Mosfellsbær

Beschreibung: Die "Egils saga" erzählt vom Leben des isländischen Wikingers Egill Skallagrímsson, der so talentiert gewesen sei, dass er bereits mit drei Jahren sein erstes Gedicht schrieb. Allerdings rammte er auch mit sieben Jahren schon seine erste Axt in den Kopf eines anderen Jungen. Jener hatte ihn – so glaubte er zumindest – beim Ballspiel betrogen. Aber daran war auch ein bisschen das väterliche Erbe Schuld, denn Skallagrímur hatte im Jähzorn auch fast seinen eigenen Sohn erschlagen, nachdem er gegen ihn in eben diesem Ballspiel verloren hatte.

Schön war er nicht, der großkopfige Egil, dafür aber tapfer, was wiederum dem norwegischen König Harald Schönhaar gefiel, an dessen Hof er als junger Mann kam. Doch weil er einen Verwandten der Königin Gunnihildr tötete – der hatte ihn beleidigt – lud er den Zorn der Königin auf sich und wurde bald darauf zum Gesetzlosen erklärt. Als solcher kehrte er nach Island zurück, natürlich nicht ohne erst zahlreiche seiner Verfolger wirkungsmächtig niederzumetzeln. Mit seiner Frau lebte er auf dem Hof Mosfell und zeugte mit ihr fünf Kinder, von denen zwei kurz hintereinander starben. Das machte Egill so traurig, dass er nicht mehr leben wollte. Doch seine Tochter schaffte es, ihn vom Selbstmord abzubringen – Egill schrieb dafür das Gedicht "Sonatorrek" – "Die Trauer um die Söhne".

Bevor er im Greisenalter um das Jahr 995 starb, bestieg er eines Abends zusammen mit zwei Dienern, die zwei Kisten schleppten, einen Berg. Am nächsten Morgen kehrte er allein zurück. Die Isländer erzählen sich, dass die Diener das ganze Silber ihres Herrn in einer Schlucht vergraben mussten. Daraufhin hat sie Egill getötet – auf dass niemand das Versteck des Schatzes verraten kann.

2001 wurden in Mosfellsdalur, einem breiten, grünen Tal etwa 20 Kilometer östlich von Islands Hauptstadt Reykjavík, Reste einer Stabkirche ausgegraben, die wohl kurz nach der Christianisierung des Landes erbaut worden war. In der weiteren Umgebung fanden Archäologen mehr als 20 Skelette, aber keinen Schatz.

Yamashitas Gold (1943)

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Bild: watson

Was: Kriegsbeute der Japaner
Wo: Philippinen

Beschreibung: "The Tiger of Malaya", so nannte man den japanischen General Yamashita, der während des Zweiten Weltkrieges mit seiner 25. Armee auf Malaysia gegen die zahlenmäßig überlegenen Briten kämpfte. Nach 70-tägiger Belagerung nahm er Singapur ein.

1944 erhielt Yamashita den Oberbefehl über die 14. Regionalarmee auf den Philippinen – er sollte dort die Abwehr einer befürchteten alliierten Invasion vorbereiten. Zu dieser Zeit, so glauben einige, sei die Kriegsbeute der Japaner bereits auf den Philippinen vergraben worden. Diese Schätze seien die Ausbeute ausgedehnter Plünderungen und Raubzüge in den eroberten Gebieten Südostasiens gewesen, an denen gar Kaiser Hirohito beteiligt gewesen sei. Zu diesem Zweck habe er seinen Bruder, den Prinzen Yasuhito Chichibu, zum Leiter der Geheimorganisation "Kin no yuri" ("Goldene Lilie") ernannt. Mit der Beute – Schätzungen zufolge 4000 bis 6000 Tonnen Gold sowie weitere Edelmetalle, Edelsteine, Münzen, Banknoten, Kunstwerke und Antiquitäten im Wert von über 100 Milliarden Schweizer Franken – sollten die Kriegsanstrengungen Japans finanziert werden.

Ein Teil davon sei auf direktem Wege vom südostasiatischen Festland nach Japan verschifft worden, doch als sich das Kriegsglück für die Japaner zu wenden begann und der Seeweg wegen der amerikanischen U-Boote allmählich gefährlich wurde, habe man die Raubgüter auf die Philippinen gebracht – in der Annahme, die Inseln würden nach Kriegsende im japanischen Herrschaftsgebiet verbleiben.

Der philippinische Geschichtsprofessor Ricardo Jose widerspricht dieser Theorie, weil er der Ansicht ist, dass die Japaner 1943 nicht mehr in der Lage gewesen seien, die Meere zu kontrollieren. "Es ergibt keinen Sinn, den Schatz auf die Philippinen zu bringen, vernünftiger wäre gewesen, ihn nach Taiwan oder China zu schicken", sagt er.

Doch da gibt es noch eine andere Geschichte: Die des philippinischen Schatzsuchers Rogelio Roxas, der im Krieg als Dolmetscher für die Japaner arbeitete. 1970 habe er nach Hinweisen von Yamashitas Übersetzer eine unterirdische Kammer in der Nähe von Baguio City gefunden, gefüllt mit Bajonetten, Samuraischwertern, Skeletten in japanischer Militäruniform, einem fast ein Meter hohen goldenen Buddha und zahlreichen Kisten. Eine habe er geöffnet und die darin enthaltenen 24 Goldbarren zusammen mit dem Buddha in seinem Haus versteckt. Für die Suche habe er eine Genehmigung erhalten von Richter Pio Marcos, einem Verwandten des damaligen philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos. Kurz darauf habe jedoch der Präsident von dem Fund erfahren, Roxas nach etlichen Drohungen festnehmen und foltern lassen und dessen Schatz gestohlen.

Nach seiner Freilassung klagte Roxas gegen Marcos vor einem hawaiianischen Staatsgericht wegen Diebstahl – er und sein Schatzsucher-Verein hatten die Eigentumsrechte am Schatz –, und als dieser als Präsident abgesetzt wurde, kam es zum Prozess. Doch am Vorabend verstarb Roxas, seiner Aussage aber wurde ohne Überprüfung jener letztlich nicht gesichert existierenden Schatzkammer geglaubt. Roxas Schatzsucher-Verein, der Golden Buddha Corporation, wurde ein Schadensersatz von sechs Millionen Dollar zugesprochen, seinen Erben gar über 13 Millionen Dollar.

Doch hatte Roxas wirklich Yamashitas Gold gefunden? Wer weiss. Angeblich war besagter Buddha gar nicht aus Gold, sondern lediglich aus Bronze, und selbst Roxas Sohn Jose sagte vor Gericht aus, sein Vater habe nie einen goldenen Buddha gefunden.

Japanisches Grasschneider-Schwert (1185)

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Bild: watson

Was: Japanische Throninsignie
Wo: Kammon-Strasse im Südwesten Japans, zwischen den Hauptinseln Honshū und Kyūshū

Beschreibung:Zu den Throninsignien Japans zählen drei Artefakte: das Schwert Kusanagi no Tsurugi, ein Krummjuwel Yasakani no Magatama und ein Spiegel, Yata no Kagami. Sie sind weder der Wissenschaft noch der Öffentlichkeit zugänglich, nicht einmal das Kaiserhaus hat je Beschreibungen oder Abbildungen der Insignien veröffentlicht. Alles, was sich also um die Artefakte dreht, bleibt rätselhaft.

Dem Mythos zufolge hat der Gott Susanoo eine achtköpfige Schlange getötet, indem er das Ungetüm mit Reiswein betrunken machte. Im Körper der Schlange fand er das Schwert, das er Amaterasu schenkte, der Ahnherrin des Kaiserhauses.

Generationen später bekam es vom kaiserlichen Prinzen Yamatotakeru den Namen, den es noch heute trägt: Kusanagi no Tsurugi, das Grasschneider-Schwert. Denn der Held wurde von Aufständischen in eine Falle gelockt, man steckte um ihn herum das Gras in Brand. Das Schwert aber rettete seinem Besitzer das Leben, indem es plötzlich von alleine damit begann, die brennenden Halme niederzumähen, sodass Yamatotakeru fliehen konnte. Das Schwert verblieb so lange in der Familie, bis es am 25. April 1185 in der Seeschlacht von Dan-no-ura zusammen mit dem sechsjährigen Kindkaiser Antoku auf den Grund des Meeres sank.

Die aktuelle Regierung behauptet, im Besitz des Schwertes zu sein – es liege im Schrein von Atsuta in Nagoya. Manche Gelehrte bestreiten dies und gehen davon aus, dass sich dort nur eine Replik befinde. Andere wiederum glauben, dass Kusanagi no Tsurugi gar nicht mit an Bord war, als der unglückliche Regent in den Fluten ertrank.

Kronjuwelen von Johann Ohneland (1216)

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Bild: watson

Was: Englische Kronjuwelen
Wo: Flussmündung/Bucht The Wash, England

Beschreibung: Der klein gewachsene englische König Johann Ohneland – der Bruder und Widersacher des beliebten Richard Löwenherz – befand sich gerade auf einem Feldzug durch Ostengland, als das Unglück passierte. Die Barone in seinem Land rebellierten gegen ihn, er war bereits gezwungen worden, im Juni 1215 die Magna Carta anzuerkennen – eine Urkunde, die dem Adel grundlegende politische Freiheiten gegenüber dem englischen König garantierte. Doch schon bald hatte sich Johann über deren Bestimmungen hinweggesetzt, was nun in einen offenen Bürgerkrieg mündete.

Darum schleppte der König auch seinen ganzen Schatz mit sich, neben seiner Kriegskasse bestand dieser laut britischen Verwaltungsakten (Patent Rolls) aus Gold- und Silbergeschirr, seinen Kronjuwelen einschließlich seiner Königskrone und der kaiserlichen Insignien seiner Großmutter Matilda.

Als Johann Ohneland in King's Lynn ankam, erkrankte er an der Ruhr und war so schwach, dass man in Anbetracht der anrückenden Truppen entschied, ihn nach Newark Castle zurückzubringen. Der König habe, so wird angenommen, die langsamere und sichere Route um die gefährliche Flussmündung des Wash genommen, während sein Tross sich durch jene heimtückischen Sümpfe kämpfte. Der Weg war nur bei Ebbe benutzbar. Aber die von den Schätzen schwer gewordenen Pferdefuhrwerke waren zu langsam, bald schon kam die Flut und holte sich die königliche Habe – und gab sie auch bis heute nicht wieder her.

Johann selbst starb in der Nacht auf den 19. Oktober 1216 im Newark Castle. Sein Sohn Heinrich III. musste sich bei seiner Krönung in der Westminster Abbey mit den wenigen, im Besitze seines Vaters verbliebenen Insignien begnügen.

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