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Fleisch gegen Veggie: Der große Burgerkrieg

Veggie-Burger sind auf dem Vormarsch und werden zu einem Big Business. Jetzt schlagen die Viehzüchter zurück.

Philipp Löpfe / watson.ch

Im Zeichen der Klimaerwärmung gilt für den Fleischkonsum das Gleiche wie für das Fliegen: je weniger, desto besser. In Schulmensas und Unternehmenskantinen zerbrechen sich die Köche deshalb den Kopf, wie sie die Mittagsgäste von Schnitzel Pommes und Spaghetti Bolognese auf gemischten Salat und Auberginen-Lasagne umpolen können.

Ernährungs- und Umweltwissenschaftler sind sich einig, dass ein jährlicher Fleischkonsum von 20 Kilo sowohl für unsere Gesundheit als auch unsere Umwelt ideal wären. Davon sind wir noch weit entfernt. Der Fleischkonsum des durchschnittlichen Deutschen beträgt nach wie vor rund 60 Kilogramm pro Jahr, der durchschnittliche Amerikaner bringt es fast auf das Doppelte.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: die Veggie-Burger. Sie sind längst nicht mehr gehackter und zerstampfter Salat und Kichererbsen. Mittlerweile sind sie ebenso schmackhaft wie die Fleisch-Vorbilder, und sie werden auch nicht mehr von idealistischen Späthippies gegessen, sondern sind im Mainstream angekommen.

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Auch ohne Fleisch lecker: der Vegi-Burger. Bild: obi/watson

Ins Veggie-Burger-Business sind deshalb die ganz großen Player wie Kellogg, Kraft Heinz und Nestle eingestiegen.

Die Viehzüchter schlagen zurück

Nun aber schlägt die Lobby der Fleischproduzenten zurück. Die rund 800.000 amerikanische Viehzüchter haben den Veggie-Burger-Herstellern den Krieg erklärt. Sie wollen per Gerichtsbeschluss erreichen, dass die vegetarischen Burger, aber auch Würste und Hot Dogs sich nicht mehr mit Bezeichnungen schmücken dürfen, die irgendeinen Bezug zu "Fleisch" haben.

A cowboy on a horse surrounded by livestock during a cattle drive

Fühlen sich bedroht: amerikanische Viehzüchter. Bild: Getty Images/iStockphoto

Die Viehzüchter können erste Erfolge vorweisen. Die "Washington Post" meldet, dass inzwischen gegen 30 US-Bundesstaaten Gesetze erlassen haben, die Hinweise auf Fleisch bei den Vegi-Burgern und andern Kunstfleisch-Produkten verbieten. Wer etwa im Bundesstaat Mississippi gegen dieses Gesetz verstößt, wird mit mindestens 1000 Dollar bestraft und kann für bis zu ein Jahr hinter Gitter wandern.

Die Viehzüchter haben die Lektion ihrer Kollegen, der Milchbauern, gelernt. Weil die Konsumenten immer häufiger auf vegetarische Produkte wie Mandel- und Sojamilch ausweichen, ist der Verkauf von Kuhmilch in den USA letztes Jahr um mehr als eine Milliarde Dollar eingebrochen.

Auch Richter werden den Veggie-Erfolg nicht stoppen

Selbst Richter werden jedoch den Vormarsch der Vegi-Burger kaum stoppen können. Die fleischlosen Snacks erobern nicht nur die Supermärkte. Selbst Fast-Food-Ketten springen auf den Zug auf: Subway will bald vegetarische Fleischbällchen ins Sortiment nehmen, während Burger King in allen Filialen einen fleischlosen Whopper auf der Karte hat.

Tofurky beweist derweil, dass sich nicht nur Rindfleisch ersetzen lässt. Der Anbieter von vegetarischen Truthahn-Nuggets konnte seinen Umsatz in den letzten sieben Jahren regelmäßig um einen zweistelligen Prozentsatz erhöhen. Heute ist das Unternehmen ein gefragter Gesprächspartner beim Einzelhandelsriesen Walmart.

Die Kellogg-Tochter Morningstar Farms war lange ein Nischenanbieter. Heute betreibt sie 25.000 Restaurants, Uni-Mensas und Cafeterias. Nächstes Jahr sollen es gar 75.000 Restaurants sein.

Auf die Viehbauern kommt neues Ungemach zu: künstliches Fleisch. Smithfield Foods, der größte Verarbeiter von Schweinefleisch in den USA, hat eine Kunstfleisch-Linie unter der Marke "Pure Farmland" angekündigt. Auch Tyson Foods, der andere Fleischgigant, will in dieses Geschäft einsteigen.

So leicht wollen sich die Viehbauern jedoch nicht unterkriegen lassen. Mike Deering, Vizepräsident der Missouri Cattlemen’s Association, erklärt trotzig: "Wir sind seit jeher den Launen des Marktes und des Wetters ausgeliefert. Aber wir gehören zu den widerstandsfähigsten Menschen auf diesem Planeten, und wir nehmen es jeden Tag mit jedem auf – und am Sonntag zwei Mal."

Viel Urlaub, wenig CO2: So gehts!

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