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Spahn will jeden zum Organspender machen. Hat er Recht?

03.09.18, 08:45

Jens Spahn ist wieder einmal vorgeprescht. 

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für die sogenannte Widerspruchslösung bei Organspenden ausgesprochen. Künftig solle jeder Deutsche automatisch ein Spender sein, so lange er oder die Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen würden, sagte Spahn der "Bild"-Zeitung. Nur so könne "die Organspende zum Normalfall werden". 

German Christian Democratic Union (CDU) Health Minister Jens Spahn visits the operating theatre of the Martini-Klinik, a private clinic of the University Hospital Hamburg-Eppendorf (UKE), specialising in prostate cancer in Hamburg, Germany, August 24, 2018.     Christian Charisius/Pool via Reuters

Jens Spahn in voller OP-Montur in der Martini-Klinik in Hamburg-Eppendorf. Bild: reuters

Zwar stelle eine solche Neuregelung einen Eingriff des Staates "in die Freiheit des Einzelnen" dar, doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die stark zurückgehende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, "leider ohne Erfolg" geblieben.

"Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung." 

Spahn hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, die Zahl der Organspenden durch eine bessere Vergütung der Krankenhäuser erhöhen zu wollen, da es den Krankenhäusern vielfach an Zeit und Geld fehle, um Spender zu identifizieren.

So läuft es bislang:

In Deutschland gilt seit 2012 die sogenannte Entscheidungslösung: Jeder über 16 Jahre wird von seiner Krankenkasse aufgefordert, eine freiwillige Erklärung über seine Organspendenbereitschaft abzugeben. Forderungen auch aus der Ärzteschaft nach einer Widerspruchslösung stießen in der Bundesregierung bislang auf Ablehnung.

In Ländern wie Frankreich, Italien oder den Niederlanden ist das anders. Dort gilt die Widerspruchslösung: Jeder Mensch ist grundsätzlich Organspender, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich.

Wir brauchen dringend mehr Organspenden

2017 sanken die Zahlen der Organspende auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Das Problem liegt auch in den Kliniken

Nach Ansicht der DSO nimmt die Spendebereitschaft der Bevölkerung eigentlich nicht ab. 84 Prozent stehen der Organspende positiv gegenüber.

Die Schwachstellen liegen offenbar eher in den Kliniken. So gab es in den vergangenen Jahren von dort weniger Meldungen von möglichen Organspendern.

Ebenso kann aber auch eine unklare Formulierung in einer Patientenverfügung die Organspende verhindern.

(tl/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Compuking 03.09.2018 10:52
    Highlight Das finde ich eine gute Lösung. Das ist bei uns in Österreich auch schon so und wenn ich nach meinem Tod noch etwas Gutes tun kann für die anderen Menschen, dann möchte ich das gerne tun.
    0 0 Melden

6 Dinge, die Ärzte schon aus den Hintern von Patienten entfernen mussten

"Was reingeht, muss auch wieder rausgehen". Das klingt zwar wie eine logische Handlungsanweisung, aber sie klingt eben nur so.

Manchmal gehen Dinge, die reingegangen sind, eben nicht mehr so einfach wieder raus. Und zwar insbesondere dann, wenn sie rektal eingeführt wurden. 

So wird in der medizinischen Fachliteratur von Fällen berichtet, in denen Flaschen, Sextoys, Zahnbürsten aber auch Dinge wie ein Besenstiel oder ein Schweineschwanz (ja, Schweineschwanz) bereits aus Hintern entfernt …

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