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5 Gründe, warum Bali die Nase voll von der Touristen-Invasion hat

Adrian Müller / watson.ch

Den Balinesen reichts. Weil Instagrammer auf heiligen Stätten posieren, erlässt die Regierung nun ein Bikini-Verbot. Dies ist nur ein Beispiel, wie der Massentourismus die Götterinsel langsam erstickt. Die Einheimischen leiden.

Die Zeit drängt. Tourbus um Tourbus staut sich vor dem Eingang zum weltberühmten Hindu-Tempel Tanaloth auf Bali. Mit Selfie-Sticks bewaffnet hasten die Touristenscharen durch das Wirrar von Marktständen zum Sunset Point. Russen, Deutsche und Chinesen.

Ein Victory-Zeichen hier, ein Bikini-Blitzer da: Mit peinlichen Posen setzen sich die Touristen vor den Tempelfiguren in Szene, wie ein watson-Reporter während eines Asien-Arbeitseinsatzes beobachtete. Noch während des Sonnenuntergangs laden einige die Bilder auf Instagram

Nun zieht Bali wegen der respektlosen Touristen-Massen die Reißleine. Wer die heiligen Tempel besucht, muss in Zukunft Kleidung tragen, die Schultern sowie Knie bedecken. Knappe Bikinis sind fortan tabu. "Wir sind zu offen mit Touristen – also es kommen zu viele – und die Qualität der Touristen ist jetzt anders als früher", sagte der Provinzgouverneur der BBC. 

Darum haben die Einheimischen genug von den Touristen: 

Der Chinesen-Ansturm

Allein in den letzten zwei Jahren ist die  Zahl der chinesischen Touristen auf Bali von 986.000 (2016) auf 1,4 Millionen (2017) gestiegen – also fast um 50 Prozent! Das Problem: Die so genannten "Zero-Dollar-Touristen" bringen den Balinesen kaum Einnahmen. Denn die chinesischen Pauschaltouristen jetten zu absoluten Tiefstpreisen nach Bali. "70 Prozent der Chinesen kommen mit den 'Gratis-Reisen', das ist absolut alarmierend", so der balinesische Tourismusdirektor Ida Bagus. 

Viel von der Insel bekommen die Chinesen allerdings nicht zu sehen. Um das Geld wieder reinzuholen, werden sie von den Reiseveranstaltern in eigens dafür eröffnete Shops gekarrt. Dort werden sie teilweise gezwungen, völlig überteuerte Waren zu kaufen – die Shops gehören chinesischen Geschäftsleuten. "Das Geld geht mittels Bezahl-Apps direkt nach China", so ein indonesischer Professor zum Sydney Moring Herald

Insgesamt strömen jährlich über fünf Millionen Besucher nach Bali – mehr als die Insel Einwohner hat. Die Chinesen haben inzwischen die Australier bei den Touristenankünften vom Spitzenplatz verdrängt. Tausende Schweizer strömen jedes Jahr nach Bali. Kein Wunder: Den 16-Stunden-Flug ist bereits für 500 Franken zu haben.

Die Müll-Epidemie

Bali ertrinkt wegen den Touristenmassen im Plastikmüll. Die Einheimischen nennen die Regenzeit inzwischen Abfallsaison. Im letzten Dezember waren die Strände übersät von Plastikflaschen, Abfallsäcken, Flipflops. Der Müll kam von den Flüssen aus dem Landesinnern und durch Meeresströmungen von anderen Insel an die Strände. Ein Taucher wagte sich in den vermüllten Ozean, das Video (siehe oben) ging um die Welt. Aufräumteams und freiwillige Helfer sammelten in der Regenzeit täglich bis zu 100 (!) Tonnen Müll an den Stränden ein. Trotz des massiven Bevölkerungswachstums fehlt bislang eine geordnete Müllentsorgung. 

Ein Problem, das es nicht nur in Bali gibt, hier die Küste von Santo Domingo:

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Video: watson/Lia Haubner

Der Bauboom

Der Hipster-Ort Canggu ist in Bali das Mekka aller Lifestyle-Enthusiasten, Surfer und Expats. Doch statt Palmen stehen hier immer mehr Kräne. In atemberaubenden Tempo werden die Reisfelder mit neuen Hotels, Läden und Restaurants zugebaut. 

Der Bauboom trifft nun auch die Surfer. Am weltberühmten "Echo Beach" wird derzeit eine Bootsanlegestelle für die Herrscharen von Touristen gebaut. Die einheimischen Surflehrer haben das Nachsehen. 

Das Verkehrschaos

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Horror-Stau in Bali.  Video: YouTube/Михаил Завалко

Die Infrastruktur kann mit dem Touristen-Boom nicht schritthalten. Taxis, Touristenbusse und Mopeds verstopfen die Straßen. Einheimische stehen oft endlos im Stau, um von ihren Dörfern oder dem Hauptort Denpasar an ihren Arbeitsplatz in den Touristengebieten zu fahren. 

Wasserverbrauch

Bild

So viel Wasser verbrauchen Touristen im Vergleich zu Einheimischen. Bild: Family Compound

Obwohl Bali eine tropische Insel ist, sinkt der Grundwasserspiegel wegen der vielen Toursiten teilweise dramatisch. 

"Ein Tourist verbraucht fünfmal so viele Ressourcen am Tag wie ein Balinese. Am meisten ist das beim Wasser zu sehen. Pro Gast werden bis zu 2000 Liter Wasser verbraucht – pro Tag", sagte Umweltberater Nino Lotze dem SRF. Dies läge daran, dass das Wassersystem überall Lecks habe und sich niemand darum kümmere. "Das Wasser ist viel zu günstig", bilanziert der Experte. 

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