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Kommentar

Hallo Lidl! Die 50er haben angerufen und wollen ihre Werbung zurück

Kein Monat vergeht, in dem nicht wieder eine besonders sexistische Werbung durch die sozialen Medien geistert. Ob von Großkonzernen herausgegeben oder dem kleinen Blumenladen in der Nachbarschaft an die Tür geklebt. 

Ohne Worte zum ersten...

Dass man Frauen mit pinken Produkten umwirbt und Autos mit knappen Bikinihöschen verkauft, gehört auch mehr als 50 Jahre nach Adenauer scheinbar noch immer zum kleinen 1x1 der Produktplatzierung. 

Ohne Worte zum zweiten...

Solcherlei Werbung ist Teil des sexistischen Grundrauschens der Jetzt-Zeit. Sie regt uns zwar immer wieder auf, aber sie überrascht uns längst nicht mehr.

Wir kennen sie schließlich. Wir wissen, wie sie funktioniert.

Doch nun schafft es dann doch noch einmal eine Werbung, uns echt zu überraschen. Denn sie ist nicht einfach nur sexistisch. Sie ist hyper-sexistisch. Der Verein "Pinkstinks" hat sie entdeckt und bei Twitter geteilt.

Wir dürfen vorstellen: Die sexistische Lidl-Werbung aus der Hölle.

"Zeit, Danke zu sagen"

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So wird im aktuellen Lidl-Prospekt auf den Muttertag aufmerksam gemacht. Wenn es nach dem Discounter geht, lässt sich Mutti also mit folgenden Produkten am besten  "Danke" sagen:

Ja, das kann man sich ruhig alles nochmal separat durchlesen.

Denn bei dieser Werbung geht es nicht einfach nur um dämliche Stereotype.

Hier geht es um einen wahrhaftigen Backlash.

Einen Backlash mitten ins Herz der 50er Jahre.

"Sie hat es besser. Sie DARF backen."

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Video: YouTube/Dr. Oetker Deutschland

In eine Zeit, in der verheirateten Frauen zum ersten Mal per Gesetz erlaubt wurde, ihr eigenes Vermögen zu verwalten. In eine Zeit, in der Männer ihren Ehefrauen noch verbieten durften, zu arbeiten. In eine Zeit, in der viele Arbeitsverträge noch festhielten, dass Beschäftigungsverhältnisse von Frauen automatisch mit der Eheschließung endeten.

Eine Zeit also, in der Frauen noch immer in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt wurden.

Nicht, weil Frauen per se besser als Männer staubsaugen und Kuchen backen können, sondern weil genau diese Arbeitsteilung bestens dafür sorgte, Frauen in Positionen zu halten, wo sie am wenigsten fordern konnten.

Zuhause. Am Herd. 

Statt öffentlich, draußen in der Welt.

"Gleich Jobs für gleiches Geld."

Die Werber von Lidl wähnen sich offenbar noch in dieser Zeit. Und ihre Kunden sehen sie dort offenbar auch. Männer sollen ihren Frauen mit Produkten zum Muttertag danken, mit denen die ihre Arbeit als Hausfrau vielleicht etwas schneller erledigen können. 

Die Hoffnung dahinter, so scheint es: Wenn Mutti erstmal die Dampfbügelstation in Betrieb hat, wird sie nicht mehr auf die Idee kommen, Vati nach etwas Mithilfe zu fragen.

Sollte sie aber!

Denn wir schreiben zwar das Jahr 2018, aber Frauen arbeiten nach wie vor mehr im Haushalt, mehr für die Familie. Im Schnitt investieren sie fast doppelt soviel Zeit in Familien- und Hausarbeit wie Männer, wie eine Studie der OECD herausgefunden hat. Dabei haben heute mehr als 70 Prozent der Frauen einen Job, mit denen sie den überwiegenden Teil ihres Lebensunterhalts selbst verdienen.

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Bild: dpa

Lidl, wir leben nicht mehr in den 50ern. Zum Glück! Aber gleichberechtigt sind wir auch noch nicht. Wer aber heutzutage solche Werbung veröffentlicht, der untergräbt, was sich unsere Großmütter und Mütter mühsam als Fortschritt erarbeitet haben.

Einen Fortschritt, der unter anderem in diesem schlichten Satz zum Ausdruck kommt: Auch Männer können bügeln.

Und hier könnt ihr checken, wie gleichberechtigt eure Beziehung ist:

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