Mordermittlungen – Polizei in Bremen lässt ganzen See abpumpen

Seit 1993 sucht die Polizei in Bremen nach Beweisen in einem Mordfall. Nun greift sie zu radikalen Mitteln.

Im Rahmen polizeilicher Ermittlungen haben am Samstag die Abpumparbeiten an dem bei Bremen gelegenen Tietjensee begonnen. Die Ermittler hoffen, die Leiche einer vor 25 Jahren verschwundenen jungen Frau zu finden. "Die Arbeiten haben begonnen, das Wasser läuft jetzt", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Der Tietjensee

Nach Einschätzung der Ermittler kann es zwischen drei und fünf Tagen dauern, bis der etwa 260 Meter lange und 83 Meter breite See leergepumpt ist. Dann sollen Fahnder den freigelegten Morast auf der Suche nach möglichen versenkten Beweisen durchwühlen.

Hintergrund sind Ermittlungen gegen den früheren Lebensgefährten der Frau. THW und Polizei hatten am Vortag mit den Vorbereitungen für das Abpumpen des Sees begonnen. Das abgepumpte Wasser aus dem etwa 1,60 Meter tiefen Gewässer soll über Gräben in die Weser geleitet. "Wir haben auch Unterstützung durch Umweltbetriebe wegen der im See lebenden Fische", erklärte der Sprecher, der von etwa 35 Millionen Litern abzupumpenden Wasser sprach. Nach der Durchsuchung soll der Ort wieder geflutet werden und die Fische wieder ausgesetzt werden.

1993 war eine junge Mutter in Bremen verschwunden. Eine Leiche wurde nie gefunden. Ihr damaliger Partner steht seit August wegen Mordes vor dem Landgericht. Der heute 58-Jährige soll die Frau ermordet haben, weil sie sich von ihm trennen und mit dem kleinen Sohn ausziehen wollte. Der Mann weist die Vorwürfe von sich.

(dpa)

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