Leben
dpatopbilder - 08.09.2020, Hamburg: Eine Bronzestatue, die einen Mann mit Kapuzenpulli darstellt, der eine Spraydose in der Hand h

Die neue Bronzestatue von "Bremsky" in Hamburg. Bild: dpa / Daniel Reinhardt

Bronzesprayer in Hamburg aufgetaucht: "Bremsky" schlägt erneut zu

Der Künstler, beziehungsweise die Künstlerin/das Kollektiv, Banksy ist weltweit bekannt. Aus der Anonymität heraus verziert Banksy Straßen, Hauswände und U-Bahnen mit Graffitis in einzigartigem Stil, immer mit politisch-gesellschaftlichem Inhalt verknüpft. Für Aufsehen sorgte Banksy zuletzt etwa mit einer Aktion in der Londoner Tube, wo Graffitis die Fahrgäste in der Coronakrise zum Masketragen aufforderten.

Nun könnte Banksy aus Deutschland ganz zarte Konkurrenz erwachsen. Im Norden des Landes macht aktuell ein Künstler unter dem Pseudonym Mohamed Smith von sich Reden. In Bremen stellte jener Smith vor wenigen Monaten eine Bronzeskulptur auf, die einen Einkaufswagen schob – Guerilla-mäßig ohne Genehmigung und über Nacht. Einige Medien schrieben damals schon von "Bremsky".

In den Bremer Wallanlagen am Rande der Innenstadt ist über Nacht eine Bronzestatue mit Einkaufswagen aufgetaucht. Wer sie geschaffen hat und was sie bedeuten soll, ist unbekannt. Viele sehen in dem Bronzemann einen Obdachlosen. *** A bronze statue with shopping trolleys has appeared overnight in the Bremen ramparts on the edge of the city centre Who created it and what it means is unknown Many see the bronze man as homeless

"Bremsky" Erstlingswerk in Bremen. Der Künstler nennt sich eigentlich "Mohamed Smith". Bild: www.imago-images.de / Eckhard Stengel

Jetzt hat "Bremsky" in Hamburg zugeschlagen. Wie das Regionalmagazin "Buten und Binnen" am berichtet, ziert seit Montag den Rödingsmarkt eine Bronzestatue des Künstlers.

Die Figur stellt dabei offenbar einen jugendlichen Sprayer dar – die Kapuze des Hoodies tief ins Gesicht gezogen und mit Farbdose gerüstet, scheint die Bronzeskulptur um die Ecke zu schielen, ganz so, als ob sie nachsähe, dass die Luft rein ist.

Ist das Kunst, oder muss das weg?

"Buten und Binnen", das zum ARD-Sender "radiobremen" gehört, beruft sich dabei auf Clips, die der anonyme Künstler dem Magazin zur Verfügung gestellt haben soll und die zeigen, wie der Bronzesprayer von Helferinnen und Helfern des Künstlers an seinem neuen "Tatort" aufgestellt wird. Den zieren im Übrigen schon mehrere Graffiti, darunter das Logo der Klimaschutzbewegung "Extinction Rebellion".

08.09.2020, Hamburg: Eine Bronzestatue, die einen Mann mit Kapuzenpulli darstellt, der eine Spraydose in der Hand hält, steht am Pfeiler des U-Bahn-Viadukts am Rödingsmarkt. Wie schon in Bremen ist nun auch in Hamburg eine Bronzeskulptur unklarer Herkunft aufgetaucht. Im Mai war in den Bremer Wallanlagen heimlich eine Bronzeskulptur aufgestellt worden. Foto: Daniel Reinhardt/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Bronzestatue und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Zwei "XR"-Logos prangen neben dem Bronzesprayer. Bild: dpa / Daniel Reinhardt

Die Figur trägt außerdem einen Strichcode auf der Brust – wird der gescannt, erscheint der Name der Skulptur: "content?" Das englische Wort bedeutet "Inhalt", kann als Adjektiv aber auch mit "zufrieden" übersetzt werden – das Fragezeichen dahinter stellt beide Worte entsprechend infrage.

Ob das nun eine Anspielung auf vermeintlich inhaltsleere Kunst ist, oder zum Nachdenken über den eigenen Zufriedenheitsgrad anregen soll, ist unklar. Ebenso wie die Frage danach, ob der Bronzesprayer stehen bleiben darf.

In Bremen, wo die erste Skulptur aufgetaucht war, darf die Kunst stehen bleiben. Vorerst für ein Jahr und von einem Bauzaun umgeben – sie steht wohl auf leicht wackeligen Füßen.

(pcl)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

watson-Story

Bordelle öffnen wieder: Prostituierte sagt, was jetzt noch fehlt

Nach sechs Monaten Corona-Pause dürfen die Bordelle in Hamburg wieder öffnen. Damit wolle die Hansestadt verhindern, dass Sexarbeiter in die Illegalität abdrifteten, gab der Senat am Dienstag bekannt. Die plötzliche Lockerung überrascht die Frauen der Reeperbahn. "Die Freude ist riesig. Endlich haben wir wieder ein normales Leben und können arbeiten", erzählt Sexarbeiterin Hanna im Gespräch mit watson. "Es war ein harter Kampf."

Seit dem Berufsverbot im März waren die Sexarbeiter zunehmend in …

Artikel lesen
Link zum Artikel