Leben
Swedish environmental activist Greta Thunberg, second right, Autumn Peltier, Chief Water Commissioner of the Anishinabek Nation, right, Salvador Gomez-Colon, founder of Light & Hope for Puerto Rico, second left, and Natasha Mwansa of the Natasha Mwansa Foundation, left, address the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Tuesday, Jan. 21, 2020. The 50th annual meeting of the forum will take place in Davos from Jan. 20 until Jan. 24, 2020. (AP Photo/Markus Schreiber)

Jugendliche Aktivistinnen und Aktivisten auf dem Weltwirtschaftforum in Davos. Bild: ap

Greta ist nicht der einzige Teenie in Davos – diese Jugendlichen wollen die Welt verändern

Sie sind zwischen 13 und 19 Jahre alt und kämpfen für eine bessere Zukunft. Diese Jugendlichen sind die wichtigsten Change-Makers der Welt – und derzeit zu Gast auf dem WEF in Davos.

Autumn Peltier (15)

Die 15-jährige Autumn Peltier kommt aus Ontario im Südosten Kanadas. Sie gehört der Wikwemikong First Nation an, einem indigenen Volk in Kanada. Seit Kindesalter setzt sich Autumn dafür ein, dass alle indigenen Völker in Kanada Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Denn: Viele Haushalte von Kanadas Ureinwohnern sind nicht an das Wasseraufbereitungssystem angeschlossen.

Das Trinkwasser wird von Industrie und Ölpipelines kontaminiert. Trotz ihres jungen Alters scheut Autumn keine Konfrontation. Sie sprach schon vor Politikerinnen und Politikern der Vereinten Nationen, trat in internationalen TV-Shows auf und kritisierte den kanadischen Premierminister bei einem gemeinsamen Auftritt scharf.

Ayakha Melithafa (17)

Sie ist die bekannteste Klimaaktivistin von Südafrika. Die Mutter von Ayakha Melithafa arbeitet als Bäuerin im Westkap, einer Provinz im Südwesten des Landes, wo Dürreperioden und Wasserknappheit das Leben der Menschen stark im Griff haben. Das bewog Ayakha zum Handeln.

Sie ist Teil des afrikanischen Klimabündnisses und dem Projekt "90 by 2030", das sich für eine CO2-Reduktion um 90 Prozent bis im Jahr 2030 einsetzt.

Cruz Erdmann (14)

Der Neuseeländer Cruz Erdmann ist in Bali geboren und aufgewachsen. Dank seiner Eltern, die als Meeresschützer arbeiten, entdeckte er früh seine Faszination für die Tiefen des Ozeans.

Er hat mehrere hundert Tauchgänge absolviert und fotografiert die Unterwasserwelt, seit er zwölf Jahre alt ist. Vergangenes Jahr zeichnete ihn das Londoner Naturkundemuseum mit dem Titel des "Jungen Wildfotograf des Jahres" aus. Ihm gelang eine spektakuläre Nachtaufnahme eines Riff-Kalamaren.

Fionn Ferreira (18)

Fionn wuchs in einem Dorf an der Südwestküste von Irland auf. Seine Freizeit verbringt er gerne am und im Meer. Das ist der Grund, warum ihn die Wasserverschmutzung durch Plastik schon früh zu beschäftigen begann. Mit gerade mal 18 Jahren entwickelte Fionn Ferreira eine Methode, um Mikroplastik aus dem Wasser zu entfernen.

Dazu benutzt er eine selbst-hergestellte Flüssigkeit namens Ferrofluid, die im Wasser Mikroplastik zusammenfügt. Er hofft, dass seine Methode in Zukunft in Kläranlagen angewandt wird, um zu verhindern, dass Mikroplastik ins Meer oder Grundwasser gelangt. Sein Projekt gewann 2019 den Hauptpreis des Wissenschaftswettbewerbs "Google Science Fair".

Greta Thunberg (17)

Wer sie ist, muss inzwischen nicht mehr groß erklärt werden. Die Schwedin Greta Thunberg fehlt inzwischen bei keinem Gipfeltreffen der Großen und Mächtigen dieser Welt. Seit ihrem achten Lebensjahr beschäftigt sie sich mit dem Klimawandel.

Mit ihrem Schulstreik löste sie 2018 eine Massenbewegung aus. Hunderttausende Schülerinnen und Schüler rund um den Globus folgen seither ihrem Beispiel und streiken jeden Freitag, um gegen die Klimapolitik in ihren Ländern zu protestieren.

Melati Wijsen (19)

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Sie weiß, wie es aussieht, wenn das Meer von Plastik verschmutzt wird. Die in Indonesien geborene Melati Wijsen ist auf der Insel Bali aufgewachsen, wo es neben schönen Stränden eben auch sehr viel Plastikmüll im Meer gibt. Gemeinsam mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Isabel gründete sie die Kampagne "Bye Bye Plasticbags", die Aufklärungsarbeit betreibt, Workshops anbietet und zu Strandsäuberungsaktionen aufruft.

Inzwischen ist die Kampagne zu einer international bekannten Bewegung geworden. Dank dem Einsatz der Schwestern beschloss die Regierung von Bali Ende Dezember 2018, Einwegprodukte aus Plastik zu verbieten.

Mohamad Al Jounde (18)

Mohamad Al Jounde wurde in Syrien geboren, musste aber wegen des Bürgerkriegs mit seiner Familie in den Libanon flüchten. Wie viele andere Flüchtlingskinder auch, konnte er dort nicht am Schulunterricht teilnehmen. Also behalf sich Mohamad selbst.

Zusammen mit seinen Eltern gründete er als 12-Jähriger eine Schule in einem Flüchtlingscamp, wo 200 Kinder Zugang zu Bildung erhielten. Heute ist er im Camp als Lehrer tätig.

Naomi Wadler (13)

Seit ihrer Rede für die "March For Our Lives"-Bewegung ist Naomi Wadler eine Ikone. Angefangen hatte alles mit einem Gedenk-Protest an die 17 Toten des Schulmassakers von Parkland, den die 13-Jährige mitorganisierte.

Lokalen Journalisten sagte sie, dass sie insbesondere auf afroamerikanische Frauen aufmerksam machen wolle, die durch Waffengewalt ihre Leben verlieren. Ihre Mission ist seither, schwarze Mädchen in den USA zu unterstützen und ihnen eine Stimme zu geben.

Natasha Mwansa (18)

Trotz ihres jungen Alters hat Natasha schon so einiges erreicht. Sie ist Junior-Reporterin, Aktivistin für Kinder- und Frauenrechte und Mitglied in einem Mediennetzwerk, das Aufklärungsarbeit betreibt.

In Sambia geboren und aufgewachsen, engagiert sie sich stark gegen die Kinderheirat. Aufgrund ihrer Arbeit wurde sie in den Jugendbeirat der Kommission der Afrikanischen Union gewählt. Weil sie sich auch für die HIV- und AIDS-Hilfe einsetzt, wurde sie 2019 von der Weltgesundheitsorganisation mit dem Global Award ausgezeichnet.

Salvador Gómez-Colón (17)

Als der Hurrikan María 2017 Puerto Rico verwüstete, stand das Dorf von Salvador vor der Aussicht, mindestens ein Jahr lang ohne Elektrizität auskommen zu müssen. Er rief die Kampagne "Licht und Hoffnung für Puerto Rico" ins Leben. Innerhalb von drei Wochen sammelte er 65.000 Dollar, um über 3000 Familien auf der Insel mit solarbetriebenen Lampen und handbetriebenen Waschmaschinen zu versorgen.

Auch zwei Jahre nach dem Sturm arbeitet Salvador an der Einführung intelligenter Energiesysteme in seinem Heimatland. 2017 wurde er vom "Time"-Magazin zu einem der 30 einflussreichsten Teenager ernannt.

(sar/watson.ch)

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Stefans Töchter sind Fans von Greta Thunberg: So beeinflusst das seine Familie

Stefan, 37, ist Vater von zwei Töchtern – und beide sind Fans von Greta Thunberg. Immer wieder entlarven sie Stefan, der eigentlich umweltbewusst ist, als Klimasünder – und stellen ihn auch schon mal beim Einkaufen im Supermarkt bloß. Warum Stefan das dennoch gut findet, erklärt er im Protokoll.

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Meine Töchter sind gerade einmal fünf und sieben Jahre alt – und wissen aber ganz genau, dass die Erde immer wärmer wird, den Eisbären die Schollen wegschmelzen und das Ganze irgendwie mit Fliegen, Müll und Plastik zu tun hat. Und das lassen sie …

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