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Soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben: Bloggerin Marie Sophie Hingst. Bild: screenshoot twitter

Fall Relotius in der Bloggerszene? Historikerin soll ihre jüdische Familie erfunden haben

Die Geschichte erinnert an den Fall Claas Relotius: Im Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der deutsche Journalist zahlreiche seiner zum Teil preisgekrönten Reportagen ganz oder teils erfunden hatte.

Nun will der "Spiegel", der Relotius im Dezember überführte, von einer weiteren Betrügerin wissen. Die preisgekrönte Historikerin und Bloggerin Marie Sophie Hingst soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben.

Die in Irland lebende Autorin soll sowohl in ihrem Blog als auch dem Archiv der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegenüber falsche Angaben über ihre Abstammung gemacht haben.

Laut der Spiegel-Recherche hat Hingst gar keine nähere jüdische Verwandtschaft, obwohl sie das immer wieder berichtete. Tatsächlich stamme Hingst laut dem Nachrichtenmagazin aus einer evangelischen Familie. Ihr Großvater, der gemäß der Bloggerin im Vernichtungslager in Auschwitz gewesen sein soll, sei keineswegs jüdisch sondern ein evangelischer Pfarrer gewesen sein.

Hingst äußerte sich vorerst über ihren Anwalt zu den Anschuldigungen. Sie ließ verlauten, dass die Texte auf ihrem Blog "Read on my dear, read on", der aktuell nicht mehr erreichbar ist, "ein erhebliches Mass an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch" nähmen. Es handle sich dabei um Literatur und nicht um Journalismus, hieß es weiter in der Stellungnahme.

(ohe)

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