Eine Walmart-Filiale in Pico Rivera, Kalifornien.
Eine Walmart-Filiale in Pico Rivera, Kalifornien.
Bild: imago images / ZUMA Press

Nach Rassismusvorwurf: Walmart ändert Vorgehen bei Beautyprodukten für Schwarze

12.06.2020, 20:2913.06.2020, 08:30

Im Zuge der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus nach der Tötung von George Floyd durch die Polizei wurde auch die US-amerikanische Supermarktkette Walmart stark kritisiert. Der Grund: Sie bewahrt Kosmetikprodukte für Schwarze in einigen Filialen in verschlossenen Glasvitrinen auf.

Haarpflege- und Schönheitsprodukte, die überwiegend an Schwarze verkauft werden, waren in bestimmten Geschäften nur zugänglich, wenn ein Mitarbeiter von Walmart die Vitrinen aufschloss. Einige von diesen waren sogar noch mit zusätzlichen Diebstahlsicherungsmaßnahmen ausgestattet.

In einigen Geschäften befanden sich die Vitrinen direkt gegenüber den unverriegelten Regalen mit Beautyprodukten, die sich nicht vor allem an Schwarze Menschen richten.

Das brachte dem Händler schon länger den Vorwurf ein, seine Schwarzen Kunden unter Generalverdacht zu stellen. Im Zuge der Protestwelle gegen Rassismus, die gerade durch das Land geht, kam das Thema erneut auf die Agenda. Und wie die "New York Times" berichtet, hat Walmart nun vor, das zu ändern.

Walmart reagiert

Nach Angaben der "New York Times" verkündet der Sprecher von Walmart in einer E-Mail: "Als Einzelhändler, der täglich Millionen von Kunden mit unterschiedlichem Hintergrund bedient, duldet Walmart keinerlei Diskriminierung." Weiter heißt es: "Wir haben die Entscheidung getroffen, multikulturelle Haarpflege- und Schönheitsprodukte nicht mehr in verschlossenen Kästen zu platzieren, eine Praxis, die in etwa einem Dutzend unserer 4700 Geschäfte landesweit praktiziert wird."

Bereits 2018 hatte es wegen der Vorgehensweise eine Klage gegen den Einzelhändler gegeben. Eine Frau aus Kalifornien ging damals wegen rassistischer Diskriminierung rechtlich gegen Walmart vor. Der Rechtsstreit kam bis vor das Bundesgericht, bis die Frau ihre Vorwürfe fallen ließ. Weder die Frau noch ihre Anwältin noch Walmart wollten der Zeitung sagen, ob es eine außergerichtliche Einigung gegeben hatte.

(vdv)

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