Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: instagram/lauransheetsphotography

Für den perfekten Instagram-Moment zerstören diese Touristen die Natur

Yoga-Posen an spektakulären Felsschluchten und nackte Füße an spiegelglatten Seen – Instagramer finden die Inspiration zum nächsten Trip oft nicht mehr in Magazinen, sondern in ihrem Feed. Dann schmeißen sie sich ins Auto, um zu den fotogensten Orten der Welt zu pilgern.

Dieser durch Instagram getriggerte Tourismus ist inzwischen zu einem Business angewachsen – es gibt ganze Touren rund um das perfekte Smartphone-Foto.

Doch der Hype zieht auch Probleme nach sich. Oder, wie National Geographic es nennt, er "öffnet die Tür zu Überfüllung, Umweltzerstörung und gefährlichen Stunts".

Besonders deutlich wird das derzeit in den USA, wo die Nationalparks nicht mehr sicher sind, ob sie in den neuen Besuchern Fluch oder Segen sehen sollen.

Die Eintrittsgelder der Insta-Touristen nehmen sie gerne, schließlich finanzieren diese das notwendige Personal und ihre Umweltschutzmaßnahmen. Doch: Es gibt auch Schattenseiten.

Wir erklären die drei größten Probleme des Insta-Tourismus:

Problem 1: Der Insta-Hype ist schneller als die Naturschützer

Um die Natur zu erhalten, gibt es in Nationalparks gesicherte Pfade, Warnschilder und Absperrungen. 

Das Problem: Wenn ein Instagram-Foto erstmal viral geht, explodieren die Besucherzahlen an diesem Ort so schnell, dass die Gegend häufig schon zerstört ist, bevor die Verantwortlichen eingreifen können. 

Ein prominentes Beispiel ist das Devils Bathtub in Virginia, das früher nur etwa 30 Menschen im Monat anzog. Seit einem Instagrampost vor vier Jahren besuchen etwa 2000 Menschen monatlich den idyllischen Naturpool, so der US Forest Service.

In Windeseile mussten öffentliche Toiletten, Parkplätze, Müllentsorgung und gesicherte Pfade entstehen, um die Insta-Motivsucht der Touristen zu befriedigen. Das dauerte ungefähr ein Jahr. In der Zwischenzeit beschwerten sich Anwohner regelmäßig über gut 13 Säcke Müll pro Tag und Kolonnen an Autos, die durch die Stille brausten.

Selbst Verbote werden ignoriert

Schmerzhafte Erfahrungen musste auch der Glacier National Park in Montana machen. Der Park selbst postete ein Foto von einer Stelle, die gar nicht mehr betretbar war, weil sie schon so durch Besucher beschädigt wurde. 

Den Viewern war das egal. "Das Foto bekam tausende Likes und Kommentare wie ,Wow, wo ist das?', ,Ich will dahin!' und ,Wie komme ich dahin?', gefolgt von Tipps Anderer, wie man in diese geschlossenen Areale käme", schreibt Tony Bynum, der seit 15 Jahren am Nationalpark lebt und die Entwicklung auf seinem Blog kritisch betrachtet. 

"Paare Abenteuerlust mit einer Handykamera und Zugang zu sozialen Medien und du hast einen immer schnelleren Verfall unserer Nationalparks."

Blogger Tony Bynum

Absperrungen? Werden übertreten. Offizielle Wege verlassen. Alles nur für das eine, besondere Bild.

Problem 2: Für das perfekte Bild wird jedes Risiko eingegangen

Eigentlich selbsterklärend: Wer versucht, möglichst nah an ein Wildtier zu kommen, um ein spektakuläres Selfie zu ergattern, begibt sich in große Gefahr. 

Selfies mit Bisons, Selfies mit Bären – Touristen können von Glück reden, wenn sie dabei nicht angegriffen werden. Schlimmer noch: Einige füttern die Tiere sogar extra an, um sie besser fotografieren zu können.

Das macht die Tiere zutraulich und damit nicht nur gefährlich, sondern auch gefährdet. Immer wieder müssen US-Ranger Bären erschießen, weil sie den Touristen zu nahe kommen.

"Die Gäste ignorieren unsere Sicherheitshinweise."

US Forest Service

Am Lake Tahoe wurde 2014 schon überlegt, den gesamten Nationalpark zu sperren, weil Touristen mit ihren Kameras auf Bären zu rannten, sobald sie einen entdeckten. "Die Gäste ignorieren unsere Sicherheitshinweise und kommen den Bären zu nahe, nur um ein Foto oder Video zu machen", beschwerte sich der US Forest Service damals. 

Gefährliches Posieren

Ein zweites Problem ist das Posieren an steilen Felsklippen oder anderen spektakulären Orten. Bestes (aber nicht einziges) Beispiel dafür: der Grand Canyon in Nevada.

2016 kam eine 35-Jährige US-Amerikanerin um, als sie versuchte, ein Foto möglichst nahe am Abgrund des Grand Canyons zu machen. Auch ihr letztes Foto auf Instagram zeigt sie am Rand der Schlucht, den Blick in die Ferne gerichtet. 

Yoga am Grand Canyon

Der Grand Canyon ist bis zu 1800 Meter tief. Einer von 400 000 Besuchern starb 2015 an diesem Ort. Die meisten, weil sie die Hitze im Canyon unterschätzen, viele aber auch, weil sie bei Fotoshootings und Sprüngen von Stein zu Stein in die Schlucht stürzen.

Problem 3: Geo-Tags schaden den schönsten Sehenswürdigkeiten

Würden alle Instagram-Touristen sich ihren eigenen Fotospot aussuchen, wären viele Probleme schon behoben. Doch leider wollen die meisten Menschen genau dasselbe Motiv wie ihr Vorbild noch einmal selbst posten. 

Das Übel, das es möglich macht: Der Geotag. 

Wenn Influencer ihr Bild mit einem Geotag versehen, geben Hunderte junge Menschen genau diese GPS-Koordinaten in ihr Auto ein, um exakt an diesem Ort zu fahren. Der Zusammenhang zwischen Influencer-Fotos und Besucherzahlen ist den Nationalparks bekannt. 

"Instagram treibt die Menschen zu den immer gleichen Orten."

Fotograf Matera zu Outside Online

Doch gerade die schönsten Orte sind häufig ökologisch fragil, abgeschieden und eben nicht für die Masse gemacht.

In vielen US-Parks werden die schönsten Spots so überstrapaziert. Das heißt: Wurzeln uralter Mammutbäume werden platt getreten (weswegen zum Beispiel im Sequoia-Park nicht mehr bekannt gegeben wird, welcher der Bäume tatsächlich der älteste ist) oder die grüne Umgebung hat nicht genug Zeit sich von Trampelpfaden zu erholen und stirbt ab. 

Der Denali National Park bat seine Besucher daher schon 2015 offiziell, ihre GPS-Daten nicht mehr zu veröffentlichen. 

20 Posts vom Schwabacher Landing

Wie man sich richtig verhält

Auch den Nationalparks ist klar: Die meisten Besucher handeln nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissen. Viele der jungen Insta-Touristen sind nicht gut über die Verhaltensregeln in geschützter Natur informiert oder vergessen diese vor Begeisterung über das perfekte Foto.

Der Yellowstone Nationalpark hat sich an wichtige Natur-Influencer gewandt, die online einen Schwur abgaben, der sich auf die Regeln im Naturpark bezieht. Darunter auch: "Nimm sichere Selfies auf, indem du Tieren nicht zu nahe kommst."

Um keinen Schaden anzurichten, sollten ein paar Regeln immer befolgt werden, wenn man für Instagram auf der Jagd nach dem schönsten Motiv in freier Natur ist:

Umfrage

Und? Selbst schon mal für das perfekte Foto zum Natur-Zerstörer geworden?

  • Abstimmen

193

  • Schuldig. Sowas von.3%
  • Ich achte immer darauf, weder Mitmenschen noch die Natur mit meinen Selfies zu stören.66%
  • Insta-Tourismus?! Ich fahre nur an Orte, die im Schaufenster vom Reisebüro aushängen.30%

Was unserer Erde außer den Influencern zu schaffen macht

Mehr als 1000 Demonstranten fordern schnellen Kohleausstieg 

Link zum Artikel

Dieser Pottwal kämpft in der Nordsee gerade ums Überleben

Link zum Artikel

Schon wieder! Holländisches Insektengift in deutschen Bio-Eiern

Link zum Artikel

An den Balearen schwimmt ein Weißer Hai herum – erste Sichtung seit 30 Jahren

Link zum Artikel

Richtige Männerfreundschaft: Männliche Delfine kennen sich beim Namen

Link zum Artikel

So tötet der Klimawandel die Korallen des Great Barrier Reef

Link zum Artikel

Touristin findet in einem Wald (!!!) in Russland (!!!) einen toten Delfin 🤔

Link zum Artikel

Wie die Umweltministerin beim UN-Klimagipfel den Planeten retten will

Link zum Artikel

Ausgebrochene Zootiere in Rheinland-Pfalz waren doch nicht ausgebrochen ¯\_(ツ)_/¯

Link zum Artikel

Von wegen "natürlich" –Verbraucherschützer wollen irreführende Etiketten abschaffen

Link zum Artikel

33 Kilo Müll landen jährlich  in deinem Briefkasten – das soll sich nun ändern

Link zum Artikel

In diesen 7 Ländern und Städten herrschen bereits Plastikverbote

Link zum Artikel

Kragenbär Mike wurde heute erschossen – das ist seine Geschichte 

Link zum Artikel

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat 😢

Link zum Artikel

Sumpfkrebs-Fang in Berlin boomt – ein Fischer fing 8500 Tiere im 1. Monat

Link zum Artikel

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

Link zum Artikel

Süüüüüüüüüüß. Und gefährdet. 10 Tiere, die wir lieben und töten

Link zum Artikel

Wale stranden zu Dutzenden – 6 Erklärungen für das Tierdrama

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Frauen an der Gitarre unterschätzt werden – Spoiler: Es hat mit Männern zu tun

Link zum Artikel

"Halt die Fresse, du erbärmliche Frau": Flugzeug-Crew droht 22-Jähriger mit Rausschmiss

Link zum Artikel

Zyklon "Idai": Zahl der Toten in Simbabwe auf 70 gestiegen

Link zum Artikel

Klimaschützerin Luise Neubauer: Anführerin einer wachsenden Bewegung

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Tesla enthüllt das Model Y – so sieht es aus, und so viel kostet es

Link zum Artikel

Umstrittene Netflix-Doku zum Fall "Maddie" sorgt für Aufregung

Link zum Artikel

"Schulschwänzen nicht heilig sprechen" – Lindner schießt wieder gegen #FridaysForFuture

Link zum Artikel

Wie peinlich kann ein Sex-Date sein? Ja, lest mal dieses Jodlers Reim!

Link zum Artikel

Optische Täuschung: Künstlerin verschwindet dank Make-up in ihrer Umgebung

Link zum Artikel

Greta Thunberg in Schweden "Frau des Jahres"

Link zum Artikel

Katarina Barley: "Rabenmutter gibt's nur auf Deutsch"

Link zum Artikel

"Frauen der Mauer" von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft

Link zum Artikel

Wir waren mit Deutschlands bester Skaterin unterwegs. Sie ist 11 Jahre alt.

Link zum Artikel

9 Stars, denen völlig egal war, was Männer und Frauen tragen "sollten"

Link zum Artikel

In diesen Ländern haben die Frauen das Sagen (es sind immer noch zu wenige)

Link zum Artikel

Einen Tampon einzuführen erregt uns nicht und 32 weitere Wahrheiten über Frauen

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

"Pink Tax" für Frauen: Gleiches Produkt, gleicher Inhalt, aber teurer

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

watson wird zur Frau! Ja, du hast richtig gelesen

Link zum Artikel

Virgin Atlantic hebt Make-up-Vorgaben auf – aber wieso gibt es die überhaupt noch?

Link zum Artikel

Sie hat alle überlebt, alleine dafür gebührt ihr der Thron #TeamSansa

Link zum Artikel

Chinesische "Harry Potter"-Fans reisten nach Sydney – sie dachten, dass dort Hogwarts sei

Link zum Artikel

#VansChallenge – Warum jetzt überall Sneaker durch die Luft fliegen

Link zum Artikel

Trumps Twitter-Feed ist verrückt? Dann schau dir mal den von Brasiliens Präsidenten an

Link zum Artikel

Die beliebtesten Länder-Slogans – erkennt ihr den Spruch eures Bundeslandes?

Link zum Artikel

Trump nennt den Apple-CEO "Tim Apple" – und die Reaktionen sind großartig

Link zum Artikel

Der Hundewurf von Straubing – und was die AfD daraus macht

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

So romantisch wie Fußnägelschneiden – Erster Heiratsantrag bei Jauch via Telefonjoker

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel

Zitterpartie Brexit – Geht Mays Strategie schief? Und 5 weitere Fragen

Link zum Artikel

Die Oscars werden zum Queengasmus – unser Protokoll der Nacht

Link zum Artikel

Forscher stehen vor Rätsel: Was macht ein toter Wal im Dschungel?

Link zum Artikel

Darf er das? Chelsea-Torwart verweigert Auswechslung – sein Trainer tobt

Link zum Artikel

Es ist so warm in Deutschland, dass auch schon die Mücken unterwegs sind

Link zum Artikel

Grimassen und getretene Kleider – 13 Dinge, die du in der Oscar-Nacht verpasst hast

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Überall in Europa haben Schüler bei Klimastreiks den "Klimanotstand" ausgerufen.

Und das offenbar nicht ohne Grund: Wie das britische "Met Office" am Mittwochabend bekannt gab, befindet sich unser Planet inmitten der wärmsten Dekade, welche die Erde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 erlebt. 

Die Weltwetterorganisastion (WMO) veröffentlichte am Mittwoch ebenfalls ihre neuesten Auswertungen. 

Die vergangenen vier Jahre waren nach Angaben WMO die wärmsten seit Beginn der …

Artikel lesen
Link zum Artikel