Urlaub: Tausende Flugzeuge dürfen erst nach Software-Update starten
Ende Oktober 2025 musste ein Flugzeug auf seinem Weg aus dem mexikanischen Cancún nach New York außerplanmäßig in Tampa in Florida landen. Der Hintergrund: Das Flugzeug hatte einen "plötzlichen Höhenabfall" mit heftigen Folgen, wie "Aerotelegraph" berichtete.
Denn etwa 15 bis 20 Fluggäste wurden bei dem unerwarteten Zwischenfall verletzt und mussten mit leichten Verletzungen in Krankenhäusern versorgt werden.
Der Zwischenfall an Bord zog Ermittlungen nach sich, die nun abgeschlossen wurden. Die daraus resultierende Warnung hat weltweite Auswirkungen auf Tausende Flugzeuge, womöglich auch auf unzählige Passagier:innen.
Zu Beginn der Adventszeit: Viele Flugzeuge dürfen nicht starten
Nun hat der Flugzeugbauer am 28. November verkündet, dass die A320-Familie überprüft werden müsse und zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten.
Die A320-Familie ist die erfolgreichste Flugzeugserie der Welt. Ein zentrales Drehkreuz der Fertigung ist das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder: Von dort aus werden wichtige Produktionsabläufe koordiniert. Zahlreiche Flugzeuge entstehen laut dem NDR direkt am deutschen Standort.
Betroffen sind laut "Aerotelegraph" mehr als 6000 Flugzeuge mit den Typen A319, A320, A321 sowie A319 Neo, A320 Neo und A321 Neo. Das sind mehr als zwei Drittel aller A320-Flieger weltweit.
Airbus entschuldigt sich in einem Statement bereits vorab für die Verspätungen:
Eine Analyse hätte ergeben, dass starke Sonneneinstrahlung Daten verfälschen könnte, "die für das Funktionieren der Flugsteuerung entscheidend sind".
Lufthansa ergreift umgehend Maßnahmen
Für die Betreiber der tausenden Flieger besteht daher nun unmittelbarer Handlungsbedarf. Je nach Alter und technischer Konfiguration der Flugzeuge können Software-Updates glücklicherweise direkt vor Ort durchgeführt werden. Bei älteren Jets könnte jedoch zuerst ein Hardware-Eingriff anstehen.
Auch die Flugzeuge von Lufthansa mussten sich den Updates unterziehen. "Wie alle betroffenen Fluggesellschaften weltweit werden wir alle Anforderungen des Herstellers und der Behörden strikt einhalten", erklärte ein Sprecher der deutschen Fluggesellschaft laut "Aerotelegraph". Der Vorgang dauere "mehrere Stunden pro Flugzeug".
Die Airline habe den Großteil der Updates in der Nacht der Ankündigung bereits abgeschlossen. Das Fazit: "Es kommt voraussichtlich zu keinen Flugstreichungen bei den Airlines der Lufthansa Group." Verspätungen am ersten Adventswochenende könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
(Mit Material von afp)
