Nachhaltigkeit
The Tesla Cybertruck is unveiled at Tesla's design studio Thursday, Nov. 21, 2019, in Hawthorne, Calif. CEO Elon Musk is taking on the workhorse heavy pickup truck market with his latest electric vehicle. (AP Photo/Ringo H.W. Chiu) |

Bill Gates fährt keinen Tesla. Elon Musk gefällt das nicht. Bild: screenshot: youtube/dpa/Ringo H.W. Chiu/Eventpress Fuhr/montage: watson

Elon Musk genervt: Bill Gates hat sein erstes Elektroauto gekauft – ratet mal, welches

Daniel Schurter / watson.ch

Stell dir vor, du bist die reichste zweitreichste Frau oder der zweitreichste Mann der Welt (nach Jeff Bezos) und kaufst ein neues Auto. Da du zudem ein bekannter Wohltäter bist und dich im Kampf gegen die Klimakatastrophe engagierst, soll es natürlich ein Elektroauto sein. Und natürlich bist du dir bewusst, dass ein solcher Kaufentscheid von der Öffentlichkeit registriert und interpretiert wird. Für was entscheidest du dich?

Microsoft-Gründer Bill Gates hat darüber jetzt mit dem bekannten YouTuber Marques Brownlee gesprochen. Und nein, es ist kein Tesla!

Der "Porsch" sei sein erstes Elektroauto, verriet der Multimilliardär. Gates bezeichnete den Elektro-Porsche als premium-teuer und "sehr, sehr cool" und verriet, das Auto bereite ihm viel Vergnügen.

So sieht der Porsche Taycan aus:

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Bild: imago images / Arnulf Hettrich

 200218 -- TORONTO, Feb. 18, 2020 -- Visitors look at an electric Porsche Taycan and its charging station during the 2020 Canadian International Autoshow at the Metro Toronto Convention Centre in Toronto, Canada, Feb. 18, 2020. The annual event held from Feb. 14 to 23 showcases more than 40 models of new energy vehicles from global automakers. Photo by /Xinhua CANADA-TORONTO-INTERNATIONAL AUTOSHOW-NEW ENERGY VEHICLES ZouxZheng PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Bild: imago images/Xinhua

 Der Taycan ist ein batterieelektrischer Sportwagen des Automobilherstellers Porsche. Er wurde am 4. September 2019 der Oeffentlichkeit vorgestellt und in den Versionen Turbo und Turbo S angeboten. Die Reichweite des E-Mobil Porsche Allrad reicht fuer ueber 300 Kilometer Fahrstrecke. Foto: Porsche Taycan Turbo *** The Taycan is a battery-electric sports car of the automobile manufacturer Porsche It was presented to the public on September 4, 2019 and is available in the Turbo and Turbo S versions The range of the E Mobil Porsche all-wheel drive is sufficient for over 300 kilometers of driving distance Photo Porsche Taycan Turbo

Bild: imago images / Manfred Segerer

Und jetzt kommt der Haken, der uns an Gates' Urteilskraft zweifeln lässt: Vor laufender Kamera erzählt er von der "Reichweitenangst", die angeblich immer noch viele potenzielle Leute vom Kauf eines Elektroautos abhalten soll.

Wir fragen uns:

Warum hat er sich dann ausgerechnet einen E-Porsche gekauft, dessen Reichweite nie und nimmer an einen Tesla herankommt, weil er weniger effizient ist?

Schließlich kommt man mit dem E-Porsche nur gut 300 Kilometer weit.

Antwort: Gates liebt Penisverlängerungen auf vier Rädern Porsche. Den Microsoft-Gründer verbindet eine lange Geschichte mit den deutschen Sportwagen. Er besitzt auch einen extrem seltenen 959, für dessen Import in die USA er über ein Jahrzehnt gekämpft hat. Mit anderen Sammlern erreichte er die Verabschiedung eines Sondergesetzes.

Immerhin räumte der Microsoft-Gründer ein, dass Tesla führend sei, wenn es um Elektroautos gehe. Und nur weil Elon Musks Unternehmen seine Fahrzeuge preiswerter anbiete, sei Bewegung in den Markt gekommen. Ansonsten hätten sich die traditionellen Autohersteller nicht bewegt.

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Der Microsoft-Gründer hat sich bei einem bekannten YouTuber aufs Sofa gesetzt und mit ihm über Elektromobilität und die Klimakrise gesprochen. Bild: screenshot: youtube

Tesla ist Innovationsführer, aber ...

Tatsächlich ist Tesla nicht nur Innovationsführer und Antreiber für einen ganzen Wirtschaftszweig. Die Zerlegung eines Model 3 durch japanische Experten ergab, dass Tesla in Sachen Elektronik einen gewaltigen mehrjährigen Vorsprung auf die Konkurrenz hat: Der als "Hardware 3" bekannte Prozessor für das autonome Fahren (Full Self Driving) – eine Eigenentwicklung – sei die größte Waffe des Unternehmens im aufstrebenden Markt für Elektroautos, wird berichtet.

War Bill Gates von Teslas krassem technischen Vorsprung, den wir an dieser Stelle aus Platz- und Zeitgründen nicht vertiefen können, tatsächlich zu wenig beeindruckt?

Es sei wichtig, dass die Anschaffungspreise sinken, damit die Elektromobilität in der Gesellschaft mehr akzeptiert werde, meinte Gates weiter. Für Elektroautos würden die (massiv tieferen) Unterhalts- und Reparaturkosten sprechen. Und: Von allen Faktoren, die auf das Klima unseres Planeten einwirken, erscheine ihm der Verkehrssektor zurzeit der vielversprechendste, was Verbesserungen betrifft.

Und darum kaufte er sich einen E-Porsche? 🙈

Die Äußerungen des Multimilliardärs zeigen schonungslos die Inkonsequenz, die unsere Spezies umtreibt. Wir wissen ganz genau, welches Verhalten gut für die Umwelt wäre, wollen uns aber beim persönlichen Konsum nicht entscheidend einschränken. Das ginge dann doch zu weit, oder?

Tesla-Chef Elon Musk reagiert

Bleibt anzumerken, dass der Kaufentscheid von Gates auch bei Twitter intensiv diskutiert wird.

Tesla-Chef Elon Musk selbst sah sich zu einer Reaktion provoziert und zeigte sich dabei nicht von seiner charmanten Seite.

"Meine Gespräche mit Gates waren nicht gerade überwältigend, um ehrlich zu sein"

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screenshot: twitter

Im Anschluss machte sich Musk noch über ein altes Video lustig, das Bill Gates beim Sprung über einen Stuhl zeigt. "Sehr eindrucksvoll", kommentiert Musk diese Sprung-Fähigkeiten.

Für dieses Video verspottete Musk Gates:

PS: Was Elon Musk und Bill Gates tun sollten

Bei Elon Musk ist es ganz einfach: Er sollte Gates ein Model 3 schenken, statt den Microsoft-Gründer zu verunglimpfen. Vielleicht fehlte dem 64-Jährigen nur das technische Know-how, um das fortschrittlichste Gefährt zu kaufen.

Bei Bill Gates ist es ganz einfach: Er sollte sich mit seinem Einfluss für echte Steuergerechtigkeit auf nationaler und internationaler Ebene einsetzen, und nicht nur von der dringend nötigen stärkeren Besteuerung der Superreichen reden.

Das Gespräch von Gates mit dem YouTuber Marques Brownlee, dessen Tech-Kanal über 10 Millionen Abonnenten hat, wurde bereits am 23. Januar 2020 aufgezeichnet.

Hier das ganze Video:

abspielen

Video: YouTube/Marques Brownlee

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fafa 25.02.2020 10:20
    Highlight Highlight Man merkt, dass der Autor noch nie in einem Porsche und/oder Tesla gesessen hat.
    In Verarbeitungsqualität und Materialanmutung liegen Welten. Der Tesla ist typisch amerikanisch. Hartplastik wohin das Auge reicht. Das hat deutlich wenig mit einer Penis Verlängerung zu tun, wenn man ein schönes Interior haben möchte... und unter Umständen die 300km Reichweite ausreichen...
    Schonmal in einem Dacia gesessen und hinterher in einen Audi gesetzt? Kommt in etwa aufs Selbe hinaus.

    Aber Hey, hauptsache auf den Tesla-Zug aufgesprungen und Porsche gehated. Passt schon :-)
  • Sherlock Watson 23.02.2020 14:57
    Highlight Highlight Der Porsche ist eindeutig das höherwertige Fahrzeug. Ihn mit einem Model 3 zu vergleichen ist schon lächerlich. Bill Gates gar zu unterstellen, ihm fehle das technische Know How um zu erkennen, wie "überragend" der Tesla sei, ist mehr als erheiternd.
  • Nofront 20.02.2020 19:15
    Highlight Highlight Toller Artikel....
    1. Selbstverständlich total subjetiv der Artikel, war aber ja nicht anders zu erwarten.
    2. Gates sagt, für den Automarkt war es wichtig das es auch günstigere gibt und kauft sich einen teureren weil er aufs Geld nicht achtet. Kann man einfavh hinnehmen ohne dumme Bemerkungen dazu zu machen.
    3. Die durchgestrichenen Anmerkungen sind nicht nur abslout unmötig sondern auch absolut lächerlich.
    4. Elon Musk sollte kein Auto verschenken, er sollte einfach akzeptieren das gates einen aggressiv aussehenden traditionssportwagen einem kühlschrank mit viel reichweite vorzieht
    Lg
  • Herbert Jungermann 19.02.2020 21:02
    Highlight Highlight Irgendwann ist der Spuk mit den Elektro Autos vorbei. Spätestens dann wenn in Südamerika ganze Landstriche umgepflügt sind und die Menschen dort auf die Palme gehen. Werden werden doch nur vera... scht. 6 Kohlekraftwerke werden abgeschaltet mit insgesamt 2700kw und ein Kraftwerk wird hochgefahren mit 4000kw. Das verkauft man uns Einsparung. Und wenn wir Brennstoffzellenautos fahren. Wo bleibt dann das Schröpfen der Autofahrer?
  • Ste Graever 19.02.2020 20:46
    Highlight Highlight Der Autor dieses Artikels hat zwar Recht bzgl. der Reichweite, aber der Taycan ist eben als Sportwagen konzipiert und daher im Handling etc. den Teslas überlegen. Ist halt ein Porsche.

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