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Küstenschutz: Forscher nutzen Xiriton als Alternative zu Beton

An der Küste ist einiges los.
An der Küste ist einiges los.Bild: pexels / rdne
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Küstenschutz: Forscher testen neuen Baustoff aus Gras und Meerwasser

Ein Stoff aus Gras, Muscheln und Meerwasser könnte den Küstenschutz verändern: Biobasierte Materialien bieten nicht nur Stabilität, sondern schaffen sogar neuen Lebensraum.
29.11.2025, 11:5529.11.2025, 11:55

Die Klimakrise stellte eine erhebliche Bedrohung für die deutschen und internationalen Küstengebiete dar. Diese generieren nicht mehr genug Material, um mit dem steigenden Meeresspiegel mitzuhalten, sodass Küstenrückgang zu einem echten Problem wird.

Verschiedene Studien zeigen, dass sich etwa an der Ostseeküste rund 65 Prozent der Küsten im Abbau befindet, nur rund 13 Prozent von ihnen wachsen, etwa durch Sedimentablagerung.

Besonders ärgerlich: Selbst klassische Schutzbauwerke aus Beton können das Zusammenspiel zwischen Meer und Natur stören. Eine Alternative aus den Niederlanden könnte den Küstenschutz nun aber revolutionieren.

Niederlande: Baustoff aus Gras hilft beim Küstenschutz

Wissenschaftler:innen des Forschungsinstituts NIOZ haben laut einem Bericht von "ingeneur.de" einen Baustoff aus Gras und Meerwasser getestet, der demnach nicht nur schützt, sondern zugleich Raum für neues Leben schafft. Der biobasierte Baustoff namens Xiriton ist ein Verbund aus getrocknetem Gras, Muscheln, Sand, vulkanischem Puzzolan, Kalk und Meerwasser und wurde bereits 2009 von Frank Bucher entwickelt.

Die Mischung kann so verarbeitet werden, dass daraus eine stabile Struktur entsteht, die offenbar auch in dynamischen Gezeitenzonen überleben kann.

Die Forschenden testeten das Material in Form von Blöcken an der Küste von Yerseke im Süden der Niederlande. Zweimal täglich wurden diese durch die Flut vom Meer überspült. Trotzdem blieb der Stoff auch nach 63 Tagen mit starker Strömung so stabil wie traditionelle Betonalternativen.

Xiriton schafft neue Lebensräume im Wasser

Nach einem Jahr waren die Blöcke laut einem Bericht der NIOZ außerdem bereits zu knapp 70 Prozent mit Meerestieren wie Muscheln, Austern und Algen bewachsen. Das Team wertet das als klaren Hinweis darauf, dass die Organismen die Blöcke annehmen und auf diese Weise auch neue Riffe entstehen könnten.

Bei Beton, dem klassischen Baustoff im Küstenschutz, ist das anders. Durch seinen hohen pH-Wert ist er für die meisten Organismen im Wasser relativ unattraktiv.

Ein weiterer Vorteil von Xiriton ist, dass es sich nach einer bestimmten Zeit zersetzt und keine bleibenden Fremdkörper in der Natur zurücklässt. "Durch Anpassung der Lebensdauer des Materials kann es auch auf natürliche Weise in harmlose Substanzen zerfallen, sobald sich ein Riff selbst erhalten kann, anstatt dauerhaft im Ökosystem zu verbleiben", erklärt NIOZ-Forscherin Victoria Mason. Konventionelle Baustoffe müssen oft mittels teurer Verfahren aus dem Wasser entfernt werden.

Wissenschaftlicher:innen sehen in dem biobasierten Baustoff eine wichtige Neuerung für ein klimabewusstes Leben. "Wenn wir unseren Fußabdruck wirklich verringern wollen, müssen wir die Art und Weise, wie wir bauen, radikal überdenken", erklärt NIOZ-Forscher Jim van Belzen.

In Kombination etwa mit Holz kann Xiriton auch an Land als robustes Material verwendet werden. Einerseits stabilisiert es dieses, andererseits schützt es das Material.

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