SMS-Betrug: Smishing verschafft Betrügern Luxusleben
Alle kennen sie, die Nachrichten aus dem Nichts. Plötzlich bekommt man eine SMS: "Hallo Papa, ich habe eine neue Handynummer. Kannst du mir eine Million Euro überweisen?"
Ziemlich eindeutig, dass das ein Betrugsversuch ist. Auch, weil Nachrichten in dieser Art nicht nur tatsächliche Väter erhalten. Komplizierter wird es, wenn sich die Täter:innen als echte Unternehmen mit ernsten Angelegenheiten ausgeben.
Smishing: Fieser Betrugsversuch per SMS
"Smishing" bezeichnet Betrugsnachrichten, die per SMS oder iMessage verschickt werden. Kriminelle geben sich darin oft als Banken, Behörden oder große, bekannte Unternehmen aus, um Menschen zur Herausgabe vertraulicher Daten wie Passwörtern, PINs oder Bankinformationen zu bringen.
Die Nachrichten enthalten meist einen Link, der zu einer gefälschten Website führt. Dort eingegebene Daten nutzen die Täter:innen, um ihre Opfer zu überzeugen, Geld vom eigenen Konto zu überweisen. Die Verbraucherzentrale listet auf ihrer Webseite einige Beispiele diverser Smishing-Betrüge auf.
Leben in Saus und Braus – auf Kosten Unschuldiger
Betrüger:innen kann dieser Scam zu einem Luxus-Lifestyle verhelfen. Das berichtete nun der leitende Detective Chief Inspector Paul Curtis gegenüber der BBC.
"Sie behalten das Geld nicht. Sie geben es sofort aus", erklärt Curtis. "Allein in diesem Raum haben wir zwischen 8500 und 10.000 Beweisstücke", erklärt er. Diese große Menge sei das Ergebnis von Hausdurchsuchungen und Razzien der Polizei.
Mit dabei sind Luxusprodukte von Modemarken wie Gucci. "Sie führen gerne einen verschwenderischen Lebensstil", analysiert Curtis. Krimineller Fleiß kann dabei zu einem sechsstelligen Monatseinkommen führen:
Es ist die Geschichte von Ruichen Xiong, auf die der Polizist anspielt. Der chinesische Student hatte zehntausende Smishing-Nachrichten verschickt und wurde wegen des Betrugs zu einer 58-wöchigen Haftstrafe verurteilt.
Anders als Enkeltrick: Alle sind potenzielle Opfer
Smishing-Betrug betrifft unzählige Opfer. Anders als der Enkeltrick, bei dem Betrüger:innen ältere Menschen ins Visier nehmen, greift er Menschen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen an.
So wurde auch der 64-jährige Gideon Rabinowitz Opfer eines solchen Betrugs, der ihn mehr als tausend britische Pfund kostete. Der frühere IT-Manager gesteht gegenüber BBC: "Ich kam mir vor wie ein totaler Idiot".
Die Betrüger:innen hatten sich als seine Bank ausgegeben: Sie wiesen ihn auf eine angeblich verdächtige Zahlung hin. "Zweieinhalb Stunden später fehlten mir 1.400 Pfund", berichtet Rabinowitz.
Dabei war nicht nur der finanzielle Schaden schlimm für den Briten. Mehrere Tage habe es ihn beschäftigt:
Die Täter:innen haben in ihm ein Gefühl der Verletzlichkeit ausgelöst: "Ich weiß jetzt nicht mehr, wem ich vertrauen kann."
