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5 Filme, die dank falscher Entscheidungen der Studios ruiniert wurden

Bild: Warner Bros.

29.03.18, 07:01

Pascal Scherrer

Wer denkt, dass der Regisseur bei seinem Film immer das letzte Wort hat, irrt. Schlussendlich zählt nur das Einspielergebnis. Damit dieses stimmt, treffen Studios des Öfteren kreative Entscheidungen, die dem Film nicht unbedingt zugute kommen.

The Hobbit

Der Hobbit (gesamte Trilogie)

Bild: Warner Bros

Gutaussehende Zwerge, Liebeleien mit Elben und ein CGI-Legolas, der wie Super Mario herumhüpft und Orks killt. Die Hobbit-Trilogie war für viele wahrlich nicht das, was man sich von Peter Jackson erhofft hatte.

Dies dürfte zu einem grossen Teil auch an Warner Bros. liegen. Diese hatten sich zuvor einen jahrelangen Streit mit einem anderen Studio geliefert, in welchem es um gewisse Rechte an der Verfilmung ging. Die Streitereien zögerten die Produktion so lange hinaus, dass der ursprüngliche Regisseur Guillermo del Toro absprang.

Schlussendlich übernahm Peter Jackson widerwillig die Regie, bat aber Warner Bros. darum, den bereits angekündigten Starttermin um mindestens ein Jahr zu verschieben. Dies sei nötig, damit er sich gut genug vorbereiten könne. Doch Warner Bros. lehnte ab und so wurde die Produktion ein einziges Chaos.

"Wir hatten nur wenige Monate, bevor der Dreh begann. Sowas ist unmöglich. Und weil es unmöglich ist, habe ich einfach mit dem Dreh begonnen, ohne wirklich vorbereitet zu sein."

Regisseur Peter Jackson

Jackson selbst berichtet in einer kurzen Doku, dass es beim Dreh des dritten Teils Tage gab, an denen sie filmen mussten, ohne dass überhaupt ein Drehbuch vorlag. Also hat man einfach ein bisschen Schlachtszenen gefilmt, um Zeit zu schinden. Auch sonst litt die Produktion unter dem knappen Zeitplan. Oftmals wurden im Nachhinein ganze Szenen digital neu aufgesetzt oder angepasst, weil während des Drehs schlicht nicht klar war, wie der fertige Film aussehen sollte.

Alien 3

Alien 3

Bild: 20th Century Fox

Obwohl "Alien 3" von "Fight-Club"-Regisseur David Fincher umgesetzt wurde, geniesst der Film bei vielen Fans kein sehr hohes Ansehen. Im Laufe der Zeit hat sich in diversen Interviews mit Regisseur und Darstellern ein Puzzle zusammengesetzt, das auf eine sehr chaotische Produktion schliessen lässt.

Bereits vor dem Drehstart steckte der Film jahrelang in der Produktionshölle fest. Schliesslich gab das Studio 20th Century Fox doch grünes Licht, liess aber gleichzeitig das Drehbuch erneut überarbeiten. Mit David Fincher engagierte man zudem einen Regisseur, der zuvor noch nie einen Spielfilm gedreht hatte. Zwar hatte Fincher eine klare Vision des Films, doch war er mit dem Ausmass des Chaos, in dem die Produktion steckte, überfordert, erzählt Darsteller Charles Dance.

"Fincher hatte das Studio im Nacken. Die ganze Zeit wurde er angerufen, stündlich, Tag und Nacht – ohne Rücksicht auf die Zeitverschiebung."

Schauspieler Charles Dance über die Produktion von «Alien 3».

Im Making-of äusserte sich Fincher dann auch kritisch über die Produktion, was dazu führte, dass sein Kommentar lange Zeit auf keiner der vielen DVD- und Blu-Ray-Versionen des Films erschien.

Kingdom of Heaven

Königreich der Himmel – Kingdom of Heaven

Bild: 20th Century Fox

Nach dem grossen Erfolg von "Gladiator" im Jahr 2000 versuchte sich Ridley Scott erneut an einem Historienfilm. Da sich die Handlung um die Kreuzzüge drehte, war die Produktion ein gigantisches Unterfangen. Das Budget betrug 130 Millionen. Das war auch nötig, denn die Detailtreue der Kostüme und der komplette Nachbau des mittelalterlichen Jerusalems als Miniatur kostete einiges. Schlussendlich hatte Scott einen Film geschaffen, der knapp über drei Stunden Laufzeit aufwies.

Doch dann trat das Studio auf den Plan und machte dem Regisseur so richtig einen Strich durch die Rechnung. 20th Century Fox plante, den Film im Sommer als Action-Blockbuster zu positionieren. Doch niemand will sich laut Marktforschung einen Action-Film ansehen, der über drei Stunden geht. Also zwangen sie Scott, die Geschichte um 46 Minuten zu kürzen. Im Wesentlichen sollte Scott die ganzen "unwichtigen" Teile, wie beispielsweise Szenen für die Charakterentwicklung und Nebenhandlungen, herausschneiden. 

Scott tat, wie ihm geheissen und entfernte rund 150 Szenen aus dem Film, welche ihn auf 135 Minuten schrumpfen liessen. Die ideale Länge für einen Action-Film. Als "Königreich der Himmel" dann schließlich in die Kinos kam, floppte er. Vor allem der leblose Inhalt und die schwach entwickelten Charaktere wurden bemängelt. Dass das Studio den Film tatsächlich ruiniert hatte, bewies der Director's Cut, der ein Jahr später veröffentlicht wurde. In dieser Version waren alle herausgeschnittenen Szenen enthalten – sie verwandelten den Streifen in einen sehenswerten Historienfilm, der die Meinung vieler Kritiker zum Positiven wandelte.

Suicide Squad

Suicide Squad

Bild: Warner Bros.

"Suicide Squad" war ein Augenschmaus, doch die Geschichte war ein wirres Durcheinander und an Dummheit kaum zu überbieten. Glaubt man den unzähligen Berichten, ist daran vor allem das Studio Warner Bros. schuld. Ursprünglich hatte Regisseur David Ayer den Film als düstere Geschichte über eine Gruppe Superschurken und deren kaputte Persönlichkeiten geplant. Auch der Joker sollte mehr Leinwandpräsenz erhalten.

Doch während der Produktion kam "Superman v. Batman: Dawn of Justice" in die Kinos und floppte kommerziell. Von vielen wurde der Film als zu düster bemängelt, also wies Warner Bros. Regisseur Ayer an, ein paar humorvolle Szenen in den Film einzubauen und die Gewaltszenen zu reduzieren. Dies tat er, doch das Studio war mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Kurzerhand beauftragte man eine externe Firma mit dem Schnitt, um daraus einen eher Marvel-mässigen Film zu machen.

Schlussendlich lagen dann zwei Schnitte vor, die miteinander verglichen wurden. Da sich Warner Bros. aber nicht für eine Version entscheiden konnte, beschloss das Studio, beide Schnitte zu kombinieren. Sicher ist sicher. Das Ergebnis ist ein Film mit schlechtem Pacing, komischen Schnitten und scheinbar zufällig eingefügter Musik aus den 80ern.

Robocop

Robocop (2014)

Bild: Studiocanal

Die Neuverfilmung von "Robocop" reiht sich in eine lange Riege von misslungenen Remakes ein. All das, was den Originalfilm von Paul Verhoeven ausgemacht hatte, ging in der neuen Version verloren – allem voran die Satire. Daran Schuld scheinen vor allem die produzierenden Studios Sony und MGM zu haben.

"Ich kam in dieses Hollywood-Business und dachte, ich könnte einen Film nach meinen Vorstellungen machen. Mein Fehler."

Regisseur José Padilha.

In diversen Interviews berichtet Regisseur José Padilha, dass es für ihn eine fürchterliche Zeit war. Als Regisseur hatte Padilha natürlich eine Vision des Films und war sich durchaus bewusst, wie wichtig beispielsweise die Satire für den Film ist. Doch die Studios sahen das anders. Kam er mit zehn neuen Ideen, wurden neun davon gestrichen. «Ich habe mich 90 Prozent der Zeit mit dem Studio gestritten», beklagte er sich in einem Interview mit dem Onlinemagazin "Screen Daily". 

Weiterhin kam hinzu, dass MGM und Sony die Altersfreigabe auf 12 Jahre drücken wollten, während die Vorlage ab 18 Jahren freigegeben war. MGM hatte zu dieser Zeit finanzielle Probleme und wollte daher ein möglichst breites Publikum erreichen, um mehr Einnahmen zu generieren. Sony wiederum erhoffte sich durch die tiefe Altersfreigabe eine Franchise à la "Transformers" aufbauen zu können.

Im Moment hat Padilha genug von grossen Hollywoodproduktionen. Glück für Netflix, denn zusammen mit dem Streaminggiganten entwickelte der Filmemacher die Serie "Narcos".

Kennst du einen Film, der deiner Meinung nach vom Studio in den Sand gesetzt wurde? Schreib es uns in die Kommentare.

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