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Nach Rausschmiss von "Guardians of the Galaxy"-Regisseur: Darsteller droht Disney

Ende Juli hatte das Filmstudio Disney den Regisseur James Gunn gefeuert. Als Grund gab man derbe Witze über Pädophilie und Vergewaltigung an, die Gunn vor fast zehn Jahren auf Twitter veröffentlicht hatte. Gunn führte bei den bisherigen zwei "Guardians of the Galaxy"-Filmen Regie und war bei Fans und Cast äußerst beliebt.

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Regisseur James Gunn. bild: casey curry/invision/ap/invision

Gunn hatte sich damals sogleich entschuldigt und Fehler eingeräumt. Er sagte, dass er vor zehn Jahren ein anderer Mensch gewesen sei, der provozieren wollte, sich inzwischen aber weiterentwickelt hätte. Er könne aber sehr gut nachvollziehen, dass Disney ihn trotzdem gefeuert habe.

Nicht ganz so einsichtig zeigten sich Fans und der gesamte Cast der beiden Mega-Blockbuster. In einer Online-Petition fordern über 350.000 Unterzeichner, dass Gunn wieder als Regisseur verpflichtet wird. Auch Hauptdarsteller Chris Pratt und seine Schauspielkollegen forderten in einem offenen Brief, dass man Gunn eine zweite Chance gibt.

Doch einen Darsteller scheint die Situation ganz besonders zu stören: Dave Bautista. Im Film spielt er Drax, einen Charakter, der immer geradeheraus sagt, was er denkt. Anscheinend steht Bautista seiner Rolle im echten Leben in nichts nach, denn zu Gunns Entlassung äußerte er sich als einziger Schauspieler sehr direkt:

"Ich werde tun, wozu ich vertraglich verpflichtet bin. Aber "Guardians" ohne James Gunn ist nicht, wofür ich unterschrieben habe. "Guardians of the Galaxy" ohne James Gunn ist einfach nicht "Guardians of the Galaxy". Es ist ziemlich widerlich, für jemanden zu arbeiten, der eine Schmierenkampagne von faschistischen Cybernazis unterstützt."

Mit den faschistischen Cybernazis spielt Bautista auf die konservative News-Seite "Daily Caller" an, welche Gunns Tweets ans Licht gebracht hatte. Der Regisseur hat sich in der Vergangenheit vor allem bei Alt-Right-Aktivisten unbeliebt gemacht, da er sich regelmäßig kritisch über Donald Trump äußerte.

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Dave Bautista. bild: joel ryan/invision/ap/invision

In einem exklusiven Interview mit dem Filmmagazin Short List hat Bautista seine Solidarität mit Gunn sogar noch bekräftigt. Er droht sogar mit dem Ausstieg aus dem dritten Teil von "Guardians of the Galaxy":

"Niemand verteidigt seine Tweets, aber das war eine Schmierkampagne gegen einen guten Mann. Ich habe am Tag, nachdem das passiert ist, mit Chris Pratt geredet. Er ist ein bisschen religiös und wollte zuerst beten und sich alles durch den Kopf gehen lassen. Aber ich war mehr so drauf wie "Scheiss auf das". Das alles ist einfach nur Mist. James ist eine der nettesten und anständigsten Personen, die ich kenne.

Wenn sie sein Drehbuch nicht verwenden, werde ich Disney bitten, mich aus meinem Vertrag zu entlassen, mich herauszuschneiden oder meine Rolle neu zu besetzen. Ich würde James einen Bärendienst erweisen, wenn ich dies nicht täte."

Gunn hatte kurz vor seinem Rausschmiss bekannt gegeben, dass das Drehbuch zu Teil drei so gut wie fertig sei und die Produktion noch im Herbst starten solle. Um wie viel sich nun alles verzögert, ist noch unklar. Der Film ist ursprünglich für 2020 angekündigt worden. Da Disney bisher aber noch kein exaktes Startdatum bekannt gab, hat man noch etwas Spielraum.

Dass der Rausschmiss von Gunn durchaus etwas Scheinheiliges hat, zeigen die Aussagen von zwei internen Quellen von The Hollywood Reporter. Demnach seien die Gespräche zwischen Gunn und Disney noch immer im Gange und der Mauskonzern könne sich gut vorstellen, Gunn für einen anderen Marvel-Blockbuster zu engagieren.

(pls)

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Dieser Text ist zuerst auf t-online.de …

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