Spaß
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
This image released by State Run Films/Briarcliff Entertainment shows filmmaker Michael Moore in a scene from the documentary

Bild: State Run Films/Briarcliff Entertainment

Michael Moore gegen Donald Trump – hat es der Filmemacher diesmal übertrieben?

Simone Meier / watson.ch

Unterhaltung, Tränen, Ohnmacht, Revolution: Der Dokumentarfilmer gibt in "Fahrenheit 11/9" wie immer alles. Aber ist es jetzt zu viel?

Michael Moore hat jetzt die Schuldigen gefunden. Sie sind weiblich. Und weil er diese Idee offenbar enorm sexy findet, eröffnet er seinen letzten und seinen aktuellen Film auch gleich damit. In "TrumpLand" von 2016 war Beyoncé schuld an Trumps Erfolg als Präsidentschaftskandidat. Weil sie in der Halbzeit des Wahljahres-Superbowls mit ihren "shit-kicking" Stiefeln und ihrem feministischen Schlachtgesang den heiligsten Rasen Amerikas versaut habe. Exakt da habe der gehässige weiße Mann begriffen, dass es nun um alles geht. Hat geklappt.

Jetzt, in "Fahrenheit 11/9" ist Gwen Stefanie schuld. Weil Trump irgendwann herausgefunden habe, dass sie bei "The Voice" mehr verdiene als er bei "The Apprentice". Exakt da habe Trump als gehässiger weißer Mann begriffen, dass er nun seinen eigenen Show-Wert ins Unermessliche steigern und einfach mal behaupten müsse, der nächste Präsident werden zu können. Hat geklappt.

Der Trailer

abspielen

Video: YouTube/mmflint

Ein typischer rhetorischer Stunt à la Michael Moore. Wild, plakativ, populistisch, lustig. Hauptsache Unterhaltung, Hauptsache These, Hauptsache Emotion. Moore, der kraft- und saftstrotzende Haudegen unter den Dokumentarfilmern, ist da bei allen politischen Differenzen Trump nicht ganz unähnlich. Er verschweigt auch nicht, dass Trump und seine Entourage ihn deshalb früher durchaus cool fanden.

Steve Bannon, Kellyanne Conway, Jared Kushner und Trump selbst – allesamt machen sie Werbung für seine Filme, plauschen, essen und trinken mit ihm. Sind für ihn genauso Multiplikatoren wie es die Medien für Trump sind.

Alle sind Amerika. Trump, Moore, die Medien. Mitverantwortlich für Amerikas Traum. Seinen Alptraum. Wie konnte es kommen, dass es zu Trump kommen konnte, fragt Moore und fragt das Richtige. Bloß mit der Antwort verzettelt er sich unendlich. Denn jetzt wird alles herbeigezogen, was in irgendeiner Beziehung zum Versagen des konservativen Amerikas steht, darunter die Wasserkatastrophe von Flint oder die Schießerei an der Parkland High School.

Und Michael Moore tut, was er seit jeher tut: Er, der eben noch mit Kellyanne flirtete, geht zu den Opfern des Systems. Den schwarzen Familien von Flint, den Überlebenden der Schießerei, setzt sich dazu, hört zu, wird unweigerlich von der Augennässe der aufrichtigen Betroffenheit überfallen, muss schlucken und auch einfach mal nur schweigen.

Er wäre nicht Michael Moore, wenn er nicht zur Wahl (gegen Trump) aufrufen würde

Es folgt, auch dies seit jeher, der nächste Schritt in der bewährten dramaturgischen Erregungskurve seiner Filme: Er protestiert im Namen der Schwachen bei den Mächtigen. Geht mit einem Glas Flint-Wasser zu einem Mitarbeiter des Gouerneurs von Michigan und bittet diesen, es zu trinken. Fährt mit einem Tankwagen voller Wasser vor die Villa des Gouverneurs und spritzt dessen Rasen. Demonstriert damit wirkungsvoll, aber ohne irgendeine Konsequenz die Ohnmacht derer, mit denen er sich solidarisiert.

Doch Moore wäre nicht er, wenn sich aus der aschgrauen Ohnmacht nicht schillernd wie Phoenix Hoffnung und Protest erheben würden: Moore demonstriert mit den streikenden Lehrerinnen und Lehrern von West Virginia, zeigt Emma Gonzalez bei ihrer mitreißßenden Rede über die Toten von Parkland, trifft die neuen jungen Gallionsfiguren der Demokraten.

Er vollzieht auf dem Höhepunkt der Emotionalität und Aufwiegelung, die sich aus seinem satten Agitprop unweigerlich ergibt, den Koitus zwischen Trump und Hitler: Unterlegt den gestikulierenden Hitler mit Trumps Worten. Sagt, dass das Böse ein sich langsam vorwärts bewegender Organismus sei, dem jetzt durch die Kraft des kollektiven Aktivismus' Einhalt geboten werden müsse.

Die Energie, die er dafür aufbringt, die Rhetorik, die Masse der Argumente gehören gewiss zum Bewegtesten, Hässigsten, was er seit Längerem geschaffen hat. Und es ist schier unmöglich, sich seiner dreisten Emotionsdramaturgie zu entziehen. Er weiß schon sehr genau, was er tut. Und vielleicht ist das gelegentliche Abgleiten in gröbere Konfusionen ja nichts anderes als die sehr populistische Aneignung und Zurschaustellung von Trumps eigener präsidialer Verwirrungsstrategie.

Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel

Pete wer??? Die neue Demokraten-Hoffnung ist jung, schwul und will Donald Trump besiegen

Link zum Artikel

"Finde das furchtbar!" Hamburg kämpft gegen Helikoptereltern – diese 3 Mütter machen mit

Link zum Artikel

Vorhaut-Cremes und Unten-ohne-Sonnenbäder: Die absurdesten Promi-Beauty-Tipps

Link zum Artikel

Wurden sie über Bord geworfen? Tote Kühe am Strand von Teneriffa angespült

Link zum Artikel

9 Eltern, die ihren Sinn für Humor hoffentlich weitervererben

Link zum Artikel

Frauenarzt?! Was im Rammstein-Video zu "Deutschland" keinem auffiel

Link zum Artikel

Nach dem sinnlosen Tod von Hund Sam warnt sie vor diesem Spielzeug

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Erstes Poster zu "Joker" ist da – so irre sieht Joaquin Phoenix als Gruselclown aus

Dieses Jahr verwandelt sich Joaquin Phoenix in den Batman-Bösewicht Joker. In der Rolle des wohl ikonischsten Schurken der Superheldengeschichte tritt er in die Fußstapfen von Jack Nicholson, Heath Ledger und Jared Leto.

Gut ein halbes Jahr vor der geplanten Premiere von "Joker" ist der 44-Jährige Schauspieler nun auf dem ersten Poster als Filmbösewicht zu sehen. Das Studio Warner Bros. veröffentlichte das Plakat mit dem ikonischen Gruselclown am Dienstag auf Instagram. Aber es kommt noch …

Artikel lesen
Link zum Artikel