Spaß
15.03.2019, xtgx, Schueler-Demo Fridays for Future in Magdeburg Schueler demonstrieren in der Magdeburger Innenstadt im Rahmen der Friday-fo-Future-Demonstrationen Magdeburg *** 15 03 2019 xtgx Schueler Demo Fridays for Future in Magdeburg Schueler demonstrate in downtown Magdeburg as part of the Friday fo Future Demonstrations Magdeburg

Bild: www.imago-images.de

#FridaysForFuture schwänzt fürs Klima. Und wir damals? Die watson-Redaktion offenbart sich

Weltweit schwänzen Schüler freitags die Schule. Na gut, sie schwänzen nicht einfach nur. Sie protestieren mit dem Schwänzen gegen den Klimawandel. Fridays for Future eben.

Aus diesem Anlass haben wir uns in der watson-Redaktion zurückerinnert. Wie war das nochmal damals (höhö) bei uns in der Schulzeit und dem Schwänzen? Eins vorab: Unsere Aktionen waren nicht ganz so von höheren Zielen bestimmt.

Aber schaut doch mal selbst:

Toni Lukic

Physik fand schon immer ohne mich statt, auch wenn ich physisch (welch Ironie dieses Wort umgibt) anwesend war. Mein Dilemma zeigte sich in der 11. Klasse: Meine besten Freunde hatten alle Freitags zwei Freistunden, während ich in Physik hätte sitzen müssen. Irgendwann machte ich jeden Freitag zum Casual Friday auf der Parkbank rauchend und Semichki-kauend. Die Quittung kam dreifach: Mein Physik-Lehrer kam eines Freitags eine halbe Stunde zu spät zur Schule gehetzt, während ich lauthals lachend aus dem Gebäude schlurfte. Beim nächsten Schwänzen kackte mir noch eine Taube auf die Schulter. Alle anderen im Kurs bekamen eine 2, ich gerade so noch eine 4.

Martyna Rieck

Ich bin eigentlich immer Klassen- und dann später Schulsprecherin gewesen, aber in der 11. Klasse hat keine*r Bock auf Unterricht, oder? Dementsprechend fehlte ich damals extrem oft unentschuldigt, besonders in den ersten Stunden – zu früh! Bis ich ins Schulleiter-Büro zitiert wurde, weil ich am kommenden Morgen in der Aula meine Mitschüler*innen "als eine von ihnen" daran erinnern sollte, das Ganze, also die Schule, ernstzunehmen und zu betonen, wie wichtig eine regelmäßige Anwesenheit doch für ein erfolgreiches Schuljahr sei. Der Schulleiter wollte vorher aber sichergehen, dass ich auch zu der Versammlung kommen würde... Das nennt man dann glaube ich einen Schlag mit dem Zaunpfahl. Mitten ins Schwänzer-Gesicht. Als krönenden Abschluss meiner schulischen Laufbahn wurde ich im Abi zu "Mrs. Chiller" gewählt. Passt ja!

Felix Huesmann

Ich war beides. Ein politischer Schulschwänzer, ähnlich den klimastreikenden Schülern heute, und ein fauler Sack, der manchmal lieber ausschlief, als im Mathe-Unterricht zu sitzen. Ich habe auf jeden Fall häufiger geschwänzt, weil ich müde, lustlos oder immer noch betrunken war. Mehr Ärger haben mir jedoch die Fehltage eingehandelt, an denen ich demonstriert habe. Meine Lehrerinnen und Lehrer fanden das meist völlig in Ordnung. Mein Schulleiter sah das jedoch anders. Beurlaubung für den Bildungsstreik? No way! Stattdessen ließ er ein Schreiben in der Schule aushängen, in dem er uns an die Schulpflicht erinnerte. Ich habe ihm mit einem offenen Brief geantwortet und die Versammlungsfreiheit verteidigt. Dieser Brief hing schließlich nicht nur am Schwarzen Brett, sondern dank einer Lehrerin auch im Lehrerzimmer. Das war der Zeitpunkt, an dem mein Schulleiter aufgehört hat, mich auf dem Schulflur zu grüßen.

Bleibt lieber anonym

Ich hab in der 11. Klasse wegen meiner ersten Berührungen mit Binge-Watching häufiger die Schule geschwänzt. Nach drei Folgen “Lost” war es um mich geschehen und ich habe regelmäßig bis in die frühen Morgenstunden vor dem Laptop die Serie gestreamt. Frei nach dem Motto: "Nur noch eine Folge!" Als ich dann hätte aufstehen sollen, habe ich Magen-Darm simuliert, bin nach drei Stunden Schlaf wieder aufgewacht und habe weiter geguckt. Im Abi-Jahrgang haben wir dann an manchen Nachmittagen immer mal wieder den Unterricht geschwänzt, weil wir mit dem Polo eines Mitschülers über die niederländische Grenze nach Maastricht gefahren sind. Dort haben wir in einem Coffeeshop gechillt und gekifft.

Bleibt lieber anonym 2

12. Klasse: Freitagmorgen Doppelstunde Physik. Habe eh nicht mehr verstanden, worüber wir geredet haben und stattdessen regelmäßig mit meiner besten Freundin "Sex and the City"-Marathon gemacht. Entschuldigungen konnte man ja schon selber schreiben, fiel nur dann irgendwann auf, als da immer nur der gleiche Lehrer und die gleiche Zeit drauf stand... Trotzdem am Ende 'ne 2 in Physik auf dem Zeugnis gehabt. Bei völliger Ahnungslosigkeit.

Philip Buchen

In der Oberstufe bin ich in einer langweiligen Mathe-Unterrichtsstunde irgendwann einfach aufgestanden – und hab gesagt: "Ach, Herr Schneider. Seien wir ehrlich: Ich hab eh ne Fünf und komm da nicht mehr runter. Ich muss auch gar nicht mehr kommen." In den letzten Schulmonaten habe ich bei Herrn Schneider also unentschuldigt gefehlt – und ganz ehrlich? Ich glaube, er war deshalb ganz erleichtert.

Sara Orlos

Ich habe im Erdkunde-Unterricht mal Nasenbluten simuliert. Unter der Schulbank kritzelte ein Mitschüler fleißig mit einem roten Edding auf einem Taschentuch rum. Als ich das Horror-Tuch an meine Nase hielt, schickte mich die Lehrerin ins Sekretariat. Natürlich wählte ich als Begleitung meinen Mitschüler. Bei der netten Sekretärin legte ich mich auf die legendäre Kranken-Liege und chillte kurz. Dann schnappten wir uns ein Kühlakku und verschwanden im türkischen Kiosk neben der Schule, statt zurück in die Doppelstunde zu gehen. Das war das erste und letzte Mal in meinem Leben, dass ich Nasenbluten hatte.

Wer war der/die beste Schulschwänzer/-in? Schreibt es uns in die Kommentare.

Darum sind Gender und Geschlecht zwei unterschiedliche Dinge

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