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Comedian Louis C.K. attending the 2016 Vanity Fair Oscar Party Hosted By Graydon Carter at Wallis Annenberg Center for the Performing Arts on February 28, 2016 in Beverly Hills, California. Foto:xD.xVanxTinex/xFuturexImage

Comedian Louis C K attending The 2016 Vanity Fair Oscar Party hosted by Graydon Carter AT Wallis Anne-mining Center for The Performing Arts ON February 28 2016 in Beverly Hills California Photo XD xVanxTinex xFuturexImage

Bild: imago stock&people

Louis C.K. ist wieder da. Fast, als wäre nie was gewesen

30.08.18, 06:39

Immer wieder fragte er Frauen, ob er vor ihnen onanieren dürfe. Lautete die Antwort nicht explizit nein, ging es jeweils schnell. Wie 2002 bei Dana Min Goodman und Julia Wolov. Sie glaubten, Louis C.K. scherze nur.

Doch der gestandene Comedian zog sich aus. Der "New York Times" schildern sie ihren Fall, berichten davon, dass sie paralysiert gewesen seien, sich gegenseitig gehalten und gelacht hätten, bis der Spuk vorbei war. Danach seien sie geflüchtet.

Als Abby Schachner 2003 Louis C.K. am Telefon zu ihrer Show einlud, konnte sie hören, wie er während dem Gespräch onanierte. 2005 fragte Louis C.K. Rebecca Corry, ob sie ihm zuschauen wolle, wie er masturbiere. Sie verneinte.

Eine Mitarbeiterin der "The Chris Rock Show", wo Louis C.K. als Schreiber und Produzent engagiert war, sagte nicht nein. "Wegen der Betriebskultur", erklärte sie der "New York Times", "Ich wusste, dass es falsch war. Er missbrauchte seine Machtposition."

Und dann kam #MeToo und die Frauen traten an die Öffentlichkeit.

Louis C.K. wurde bis jetzt juristisch nie belangt, doch sein Fall rüttelte besonders auf.

Ausgerechnet er, der sich mit präzisen und kritischen Gesellschaftsbeobachtungen den Ruf eines Opinion Leaders erarbeitet hatte, er, als Mitverantwortlicher dafür, dass Comedians in den USA nicht mehr nur Witzfiguren, sondern ernstzunehmende politische Analysten mit Deutungsmacht sind, hatte seine Machtposition missbrauch.

Machtposition missbraucht? Als Dana Min Goodman und Julia Wolov von ihrem Erlebnis berichten, um einen Shitstorm gegen C.K. zu produzieren, sorgt Louis' Manager Dave Becky dafür, dass sie nicht mehr gebucht werden. So interpretieren es Goodman und Wolov in der "New York Times". Becky dementiert. 

C.K., der mit bürgerlichem Namen Louis Székely heisst, dementierte seinerseits nichts, gab sich in einem Statement reumütig und kündigte an, sich für eine längere Zeit von der Bühne zu verabschieden, um vor allem eines zu tun: zuzuhören.

Sein Kinofilm wurde gestrichen, ebenso Auftritte, Interviews, Kooperationen, Spezialsendungen. C.K.s Karriere war am Ende.

Damit war das Thema aber nicht vom Tisch. Männliche Berufskollegen, allen voran Dave Chappelle, nahmen mehrmals öffentlich Stellung: "Wenn du am Telefon hörst, dass er onaniert – wieso hängt du dann nicht auf?" "Victim blaming" wurde Chappelle darauf vorgeworfen – Opferbeschuldigung. Und damit war die Diskussion endgültig lanciert. Um Sexismus im Comedybusiness, Hierarchien und Handlungsunfähigkeit – auch wenn keine juristische Straftat vorliegt. 

Seit Louis C.K.s Abgang sind zehn Monate vergangen. Letzten Sonntag tauchte er überraschend und ohne Ankündigung wieder auf. Im New Yorker Comedy Cellar. Augenzeugen berichten von Standing Ovations und einem sehr relaxten Louis C.K., der in seiner typischen Art Anekdoten über Trinkgelder, Paraden und Rassismus erzählte.

Es sei ein bisschen wie früher gewesen, berichtet der Besitzer des Clubs – was wiederum für Diskussionen, vor allem auf Twitter, sorgte. Darf es das denn? Sich wieder wie früher anfühlen? So wie damals, als der mächtige Louis C.K. die Frauen noch fragte, ob er vor ihnen onanieren dürfe ohne dass es die Öffentlichkeit wusste?

Von all den Beiträgen zu C.K.s Rückkehr auf die Bühne sticht einer heraus. Jener von Comedian Jennifer Kirkman. Es lohnt sich, ihn zu lesen:

In dem Sinn: Happy Birthday, Jennifer Kirkman. 

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