Sport
Referee Deniz Aytekin consults the VAR (video assistant referee) before awarding a penalty to Italy during the international friendly soccer match between England and Italy at the Wembley Stadium in London, Tuesday, March 27, 2018. (Nick Potts/PA via AP)

Auch Schiedsrichter Aytekin musste bei einem Freundschaftsspiel zwischen England und Italien  schon auf den Videoassistenten zurückgreifen.  Bild: Nick Potts/ap

Analyse

Die Statistiken belegen: Der Videobeweis macht den Fußball gerechter – aber ...

Philipp Reich / watson.ch

Der Videobeweis im Fußball ist ein voller Erfolg – zumindest, wenn man die nackten Zahlen betrachtet.

In Italien beispielsweise wurde die Fehlerquote der Schiedsrichter in der Serie A und in der Coppa Italia dank VAR (Video Assistant Referee) deutlich gesenkt, wie aktuelle Zahlen belegen.

In diesen 4 Fällen darf der VAR eingreifen:

1. Bei Toren oder Regelverstößen bei deren Entstehung.
2. Bei Penalty-Entscheidungen.
3. Bei Roten Karten (nicht bei zweiten Gelben Karten).
4. Wenn die falsche Person die Gelbe oder Rote Karte sieht.

Damit der Videobeweis zum Zug kommen kann, muss eine klare Fehlentscheidung des Platz-Schiedsrichters vorliegen.

Laut Gazzetta dello Sport wurde der Videobeweis in insgesamt 346 Spielen bis und mit 33. Spieltag 1736 Mal angewandt: 916 Mal bei Toren, 464 Mal bei Penaltys und 356 Mal bei Platzverweisen. 105 Entscheidungen wurden geändert, davon 17 zu Unrecht.

Acht von diesen Fehlentscheiden hatten später auch Einfluss aufs Resultat. In Italien belegen die Statistiken zum VAR außerdem, dass es seit seiner Einführung weniger Fouls, Proteste und Simulationen gegeben hat.

Ähnlich sind die Zahlen in Deutschland. Bis und mit 28. Spieltag wurden in der Bundesliga in 234 Partien gemäß der "Bild"-Zeitung 63 Schiri-Entscheide durch den Videobeweis revidiert. Davon waren 11 VAR-Korrekturen falsch, allesamt ereigneten sich in den ersten 15 Spieltagen.

Aus den Statistiken ist eindeutig herauszulesen: Der Fußball ist seit der Einführung des Videobeweises gerechter geworden. Trotzdem hat dieser nach wie vor einen schlechten Ruf.

Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Keine absolute Gerechtigkeit möglich
    Die Entscheidungen des Video-Schiedsrichters beruhen nach wie vor auf subjektiven Einschätzungen. Fehler können deshalb nie gänzlich vermieden werden. Die Akzeptanz beim Publikum für Fehlentscheidungen ist mit Videobeweis aber tiefer geworden. Schließlich können die Unparteiischen dank VAR auf Zeitlupen und Wiederholungen zurückgreifen.
  2. Zu lange Entscheidungsfindung
    Zwar wurde hier nachgelegt, aber nach wie vor dauert es schlicht zu lange zwischen Aktion und endgültiger Schiri-Entscheidung. Laut dem regelbestimmenden International Football Association Board (IFAB) im Schnitt 68 Sekunden, wenn sich der Schiedsrichter die Szene am Bildschirm selbst anschaut. Falls nicht, verkürzt sich die Zeitspanne auf durchschnittlich 35 Sekunden. Doof, wenn dazwischen der Pausenpfiff liegt, wie beim Spiel zwischen Mainz und Freiburg.
  3. Fehlende Transparenz
    Wann und warum der Video-Schiedsrichter einschreitet, ist meist weder für die Zuschauer im Stadion noch zuhause am TV nachvollziehbar. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Alle müssen sofort wissen: Es erfolgt eine Videokontrolle, die getroffene und im Moment bestehende Entscheidung könnte revidiert werden. Schließlich darf der Fußball seine größte Stärke – eine einfache und für alle auf Anhieb zu verstehende Sportart zu sein – nicht verlieren.

Noch immer befindet sich der Videobeweis in der Testphase, in den Kinderschuhen sozusagen. Spätestens an der WM im Sommer in Russland, wo der Videobeweis erstmals bei einem großen Turnier zur Anwendung kommt, müssen diese Probleme behoben sein. Sonst droht dem Videobeweis ein Debakel – und das, obwohl der den Fußball eigentlich gerechter macht.

Kennst du schon diese watson-Sport-Meldungen?

"Wir sind wie Menschen zweiter Klasse", sagt die Anführerin des US-Cheerleader-Aufstands

Link zum Artikel

Die 7 besten Pressekonferenzen der Saison, in denen Christian Streich die Welt erklärt

Link zum Artikel

Ups! Gesichtserkennung machte 2.000 friedliche Fans zu Hooligans

Link zum Artikel

Wetten, du weißt nicht, welchen Sport diese 17 US-Teams ausüben?

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Drei Fälle in kurzer Zeit: Arzt erklärt, was hinter Fehlbildungen bei Babys stecken kann

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut geht erstmals aufs Oktoberfest – und leistet sich böse Stil-Entgleisung

Link zum Artikel

Amthor führt bei Lanz alle hinters Licht – jetzt will er Teile des Rezo-Videos liefern

Link zum Artikel

Wolfgang Joop über Heidi Klums Ehe: "Hat sich mit jedem Mann verändert"

Link zum Artikel

Nach ZDF-Eklat: Oliver Welke macht in "heute show" bösen Höcke-Witz – Raunen im Publikum

Link zum Artikel

Ter Stegen top, Neuer aber auch – jetzt gibt es einen Verlierer im Torwart-Zoff

Link zum Artikel

Dagmar Michalsky wurde mit 58 schwanger – bei Lanz spricht sie von "neun Monaten Horror"

Link zum Artikel

Torwart-Zoff: Hoeneß hat mit einer Sache recht – doch er wird dem FC Bayern schaden

Link zum Artikel

Lena rappt über Sex mit sich selbst bei "Gemischtes Hack"

Link zum Artikel

Diese Szenen zeigen: Nicht mal die Experten sind von der Hartz-IV-Show "Zahltag" überzeugt

Link zum Artikel

Barça-Keeper vor Linie: Wieso der VAR bei größter BVB-Chance nicht eingriff

Link zum Artikel

"Steh auf" – Rammstein-Sänger verstört Fans mit Video

Link zum Artikel

Tiere: 11 Fotos, die zeigen, wie lustig es in der Natur manchmal zugeht

Link zum Artikel

Helene Fischer verdient an "Herzbeben" – Songwriterin verrät, was sie für den Hit bekam

Link zum Artikel

Hai pirscht sich an ahnunglosen Surfer heran: Dann kommt Hilfe – von oben!

Link zum Artikel

Brief ans Jobcenter: Hört auf, meine über 60-jährige Mutter in Jobs zu drängen

Link zum Artikel

Gottschalk über Helene Fischer und Florian Silbereisen: "Hatte immer schlechtes Gefühl"

Link zum Artikel

Luke Mockridge macht Andrea Kiewel in seiner Show ein Angebot – die blockt ab

Link zum Artikel

Kontakt mit 2 Bundesliga-Stars – warum der FCB trotz allem keinen Lewandowski-Backup holte

Link zum Artikel

Luke Mockridge traf Kiwi kurz vor ZDF-Auftritt: Er täuschte beim "Fernsehgarten" alle

Link zum Artikel

Hartz-IV-Show "Zahltag": Wie die Sendung falsche Hoffnungen schürt

Link zum Artikel

Helene Fischer und Thomas Seitel: Polizei spricht von Einsatz auf ihrem Anwesen

Link zum Artikel

7 Zitate, die zeigen, wie "bürgerlich" Alexander Gauland wirklich ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nicht nur Zigaretten in den Stutzen – das sind die legendärsten Walter-Frosch-Geschichten

9. September 2007: Walter Frosch – allein der Name ist schon Kult. Der Mann dahinter mit Walross-Schnauz, lockerem Mundwerk und beinharten Grätschen gehört zu den schrägsten Vögeln der Bundesliga-Geschichte – und ist mitverantwortlich für die Einführung von Gelb-Sperren.

Wer beim FC St.Pauli ein Kultspieler werden will, der muss sehr speziell sein.

Walter Frosch ist so einer, der die Herzen der Fans im Sturm eroberte. "Ein Vorbild, das soff und rauchte", titelte die "Welt" nach seinem Tod im November 2013. Von 1976 bis 1981 kickte der Verteidiger für St.Pauli und wurde 2008 von den Lesern des "Hamburger Abendblatt" in die Jahrhundert-Elf des Klubs gewählt.

Über 25 Jahre nach seinem letzten Profiauftritt für den Hamburger Verein läuft er wieder einmal am …

Artikel lesen
Link zum Artikel