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Bundestrainer Joachim Löw war von Spaniens Spiel überrascht. Sein Team auch.

4 Dinge, die du über das Spiel Deutschland – Spanien wissen musst

24.03.18, 10:24 24.03.18, 14:05

 Luis reiß, düsseldorf

Fast ein wenig verwundert wirkte die deutsche Mannschaft in der ersten halben Stunde des Spiels gegen Spanien (1:1, Tore: Thomas Müller / Rodrigo). Jahrelang hat das DFB-Team, immerhin amtierender Weltmeister, nicht mehr so eine deutliche Lektion erhalten wie in den ersten 30 Minuten. Die Spanier spielten technisch und taktisch auf einem anderen Niveau. Mats Hummels schwärmte hinterher anerkennend: „Sie haben fantastisch hinten herausgespielt, sowas habe ich noch nie gesehen.“

Was lief falsch im Spiel der DFB-Elf?

Am besten erklärte das Innenverteidiger Jeromé Boateng nach dem Spiel.  „Wir wollten eigentlich pressen und die Spanier unter Druck setzen. Aber das funktioniert nicht, wenn nur ein Spieler einen Schritt zu spät ist“, sagte der Bayern-Spieler, Teilweise, bemerkte er, habe das Zusammenspiel in der Defensive nicht gepasst. Zudem leistete sich das DFB-Team im Spielaufbau zu viele Ballverluste. Thomas Müller beklagte taktische Fehler und sagte: „Wir haben uns manchmal für den falschen Pass entschieden. Wenn die Spanier uns unter Druck setzen, wollten wir die Situation eigentlich mit langen Diagonalbällen auflösen, weil dort bei Spanien dann Platz ist. Das hat nicht geklappt.“

Abwehrchef Hummels schien zwischenzeitlich mächtig genervt. Als Joshua Kimmich und Jerome Boateng zum wiederholten Mal unter Druck den Ball verloren, forderte er mit den Armen rudernd mehr lange Bälle.

Gegen diese Teams hat's Deutschland schwer

Wie fand Löws Team zurück in die Partie?

Bundestrainer Joachim Löw verordnete seinem Team eine andere Herangehensweise. Stürmer Timo Werner berichtete vom Halbzeit-Kommando: „Wir haben besprochen, dass wir nicht mehr ganz vorne draufgehen, sondern etwas defensiver stehen und die Spanier kommen lassen.“

Das zahlte sich aus, Deutschland bekam mehr Spielkontrolle und wurde nicht mehr so häufig von den Spaniern überrumpelt. Es war eine pragmatische Entscheidung. Die Erkenntnis: in einem offenen Schlagabtausch ist die Klasse der Spanier höher.

In der Folge führte das DFB-Team ebenso eindrucksvoll vor, wie verwundbar die Spanier in der Defensive sind. Immer wieder wurde die deutsche Mannschaft über Konter brandgefährlich, verpasste aber den Siegtreffer.

Ist die miese Anfangsphase ein schlechtes Zeichen für die WM?

Nein,  Spiele wie gegen Spanien sind für das Löws Team ein Sonderfall und kommen fast nur bei den großen Turnieren vor. Normalerweise diktiert die deutsche Mannschaft das Spiel und hat mehr Ballbesitz. In der ersten Hälfte gegen Spanien waren es phasenweise unter 40 Prozent. Das gab es in der vergangenen zwei Jahren in der WM-Qualifikation nicht – und wird es auch bei der WM gegen Gegner wie Südkorea oder Schweden nicht geben. 

Erst ab dem Viertelfinale warten echte Weltklassemannschaften, bis dahin hat der Bundestrainer jede Menge Zeit mit seinem Team auch an taktischen Varianten für Spiele wie gegen Spanien zu arbeiten.

Wie es funktionieren kann, hat die zweite Hälfte bereits im Ansatz gezeigt.

Wie aussagekräftig war die Startelf?

Sehr! Joachim Löw betonte zwar, dass es nicht nur in der Startelf, sondern auch im Kader noch Überraschungen geben könne. Doch die Viererkette mit Kimmich, Boateng, Hummels und Hector scheint ebenso gesetzt wie Toni Kroos, Mesut Özil und Thomas Müller. Fraglich ist, wer im defensiven Mittelfeld neben Kroos spielt. Hier kommen Khedira, Gündogan oder Goretzka infrage. Links im Mittelfeld konkurrieren vor allem Julian Draxler und Leroy Sané. Und in der Spitze liegt Timo Werner derzeit vor Mario Gomez und Sandro Wagner.

Dieser Text ist zuerst im Nachrichtenportal t-online.de erschienen.

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