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CRADDOCK Lawson of Team EF Education First-Drapac p/b Cannondale during stage 1 of the 105th edition of the 2018 Tour de France cycling race, a stage of 201 kms between Noirmoutier-en-l Ile and Fontenay-Le-Comte on July 07, 2018 in Fontenay-Le-Comte, France, 7/07/2018 ( CYCLISME : Tour de France - Etape 1 - Noirmoutier en l Ile a Fontenay le Comte - 07/07/2018 PhotoNews/Panoramic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

Bild: imago sportfotodienst

Der Letzte, der auch Erster ist: Die Tour-Tortur von Lawson Craddock 

Ralf Meile / watson.ch

Die Tour de France ist das berühmteste Radrennen der Welt. Wohl jeder aufstrebende Fahrer träumt davon, sie eines Tages gewinnen oder zumindest teilnehmen und nach drei Wochen in Paris einfahren zu können. Der Amerikaner Lawson Craddock wird letzteres bei seiner zweiten Teilnahme zum zweiten Mal schaffen – weil der 26-Jährige Tag für Tag auf die Zähne gebissen hat.

Denn dass Craddock die Champs-Élysées erreichen wird, schien nach dem Auftakt der Frankreich-Rundfahrt unwahrscheinlich. Auf der ersten Etappe stürzte er in der Verpflegungszone. Resultat: ein gebrochenes Schulterblatt und stark blutende Kopfwunden.

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Craddocks Geschichte der Tour 2018 Video: YouTube/Bicycling

Weiterfahren für den guten Zweck

Craddock schien ein Fall für den Besenwagen zu sein. Doch er stieg aufs Rad und fuhr weiter. Und weiter. Und weiter. 3236 Kilometer hat er seit dem Start zurückgelegt, er hat das Pavé-Gerüttel im Norden überstanden, die Alpen und die Pyrenäen. Auch die letzten 115 Kilometer nach Paris hat "lanterne rouge", die "rote Laterne", gemeistert.

"Ich bin Texaner. Wir sind zum Kämpfen geboren", sagte Craddock dieser Tage. Das vergangene Jahr sei schwer gewesen und er habe sich so darüber gefreut, die Tour bestreiten zu können. Also habe er es trotz Schmerzen versuchen wollen.

"Ich habe jahrelang auf dem Rad gelitten, mein halbes Leben lang. Aber niemals so wie jetzt."

Lawson Craddock

Typisch amerikanisch verband Craddock seinen Kampf gegen das Aufgeben mit einer wohltätigen Geste. Für jede Etappe, die er überstehe, werde er 100 Dollar für den Wiederaufbau des durch einen Hurrikan zerstörten Velodroms in Houston spenden, kündigte er an. Und er fragte in die Runde, ob sonst noch jemand das Portemonnaie zücken werde.

Als einer der ersten tat dies Lance Armstrong, ebenfalls Texaner und bis zur Streichung seiner Resultate siebenfacher Sieger der Tour de France. Und es folgten viele mehr, die spendeten. Mehr als 140.000 US-Dollar sind zusammengekommen.

4:34:19 hinter dem Sieger – und 21:50 Minuten hinter dem Vorletzten

Ein Detail, das besonders für jene auffällig ist, die abergläubisch sind: Craddock trug bei der Tour de France die Startnummer 13. Vor dem Beginn des Rennens sei ihm das egal gewesen, sagte der Fahrer, "aber als ich stürzte, habe ich sofort an die Nummer 13 gedacht."

Über viereinhalb Stunden Rückstand hat der 145. und Letzte auf Geraint Thomas, der die Tour de France 2018 gewann. Doch Lawson Craddock ist ebenfalls ein Sieger.

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