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Thomas Müller (l.) und Marco Reus wären die großen Stars in ihren Klubs, wenn diese nur Spieler aufstellen dürften, die aus der eigenen Jugend kommen. bild: imago images/rhr foto/Pressefoto Rudel/Robin Rudel/createformation.com/watson montage

Nur eigene Jugendspieler in der Startelf? Bayern und BVB wären keine Topteams mehr

Sandro Zappella / watson.ch

Stell dir vor, es gäbe keine Transfers und jeder Klub müsste seine Spieler selbst ausbilden... Es ist nur ein Gedankenspiel, aber ein äußerst interessantes.

Die Regeln sind simpel: Man stellt die Mannschaft aus Akteuren zusammen, die zumindest einen Teil ihrer Nachwuchszeit im jeweiligen Klub absolviert haben. Spieler, die die Jugendabteilungen bei verschiedenen Klubs durchlaufen haben, wurden jenem Team zugeteilt, das auf der Position am ehesten Bedarf hatte.

Jetzt sind die ganz großen Verein an der Reihe. Was hätten Bayern, PSG, Barcelona und wie sie alle heißen zu bieten, wenn sie nur auf eigene Jugendspieler zurückgreifen könnten? Juventus Turin wäre geliefert, das schon mal vorweg. Und auch der FC Bayern sowie Borussia Dortmund könnten nur begrenzt konkurrenzfähige Teams aufbieten.

Borussia Dortmund

Der BVB könnte im Vergleich zu Bayern noch eine einigermaßen konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen. Die Eigengewächse Marco Reus und Mario Götze stechen qualitativ heraus. Dazu kommen Kerem Demirbay, Antonio Rüdiger und der Amerikaner Christian Pulisic, der als 16-Jähriger in die U17 von Dortmund wechselte und mittlerweile beim FC Chelsea unter Vertrag steht.

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Bayern München

Mit Thomas Müller, Toni Kroos und Mats Hummels haben die Bayern eine starke Achse im Kader und mit David Alaba als Linksverteidiger einen der besten auf seiner Position. Bastian Schweinsteiger gehört aus Nostalgie-Gründen in diese Mannschaft, auch wenn er vor wenigen Wochen den Rücktritt angekündigt hat. Weil er noch bis am 31.12. bei Chicago Fire unter Vertrag steht, darf er hier noch aufgestellt werden. Doch ob diese Elf Titel gewinnen könnte?

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Juventus Turin

Juventus ist definitiv nicht der Verein, der großen Wert auf die eigene Ausbildung setzt. Die beiden größten Talente Ciro Immobile und Moise Kean wurden in jungem Alter bereits abgegeben, Sebastian Giovinco schaffte bei Juve den Durchbruch nie und auch Daniele Rugani kennt von der Alten Dame hauptsächlich die Ersatzbank. Der einzige langjährige Stammspieler aus der eigenen Jugend, Claudio Marchisio, ist nach etlichen Verletzungen im Sommer zurückgetreten.

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FC Barcelona

Die Jugendakademie "La Masia" (katalanisch für "Bauernhaus") des FC Barcelona ist berühmt-berüchtigt. Und wirft man einen Blick auf die Mannschaft aus Barça-Jugendspielern, ist klar, dass sie ihren Ruf zurecht besitzt. Auch wenn Ex-Spieler wie Carles Puyol, Xavi oder Victor Valdes, die alle aus "La Masia" kommen, mittlerweile zurückgetreten sind, ist die Elf von Barcelona noch immer überragend besetzt. Für Spieler wie Cesc Fabregas, Ansu Fati oder Carles Alena reicht es deshalb nicht mal für die Stammelf.

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Real Madrid

Das größte Problem bei Real Madrid ist die Position des Rechtsverteidigers. Dort hat man nämlich die Qual der Wahl zwischen Dani Carvajal und dem an Dortmund ausgeliehenen Achraf Hakimi. Weil Torhüter-Legende Iker Casillas nach seinen Herzproblemen wohl nicht mehr zurückkehren wird, steht im Tor unserer Auswahl Fernando Pacheco, der ist immerhin Stammkeeper bei Deportivo Alaves in der Primera Division.

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Atlético Madrid

Klar, Saul Niguez hätte man ebenfalls Atlético Madrid zuordnen können, wir haben ihn allerdings schon dem Stadtrivalen Real Madrid zugeteilt. Im Mittelfeld haben die "Colchoneros" aber sowieso ein Überangebot. Deshalb unterstützen Koke und Oliver Torres die Offensive und Rodri hilft in der Innenverteidigung aus. Mit den Hernández-Brüdern, Rodri und David De Gea ist die Verteidigung, wie es unter Diego Simeone sowieso der Fall ist, das Prunkstück der Mannschaft.

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Paris Saint-Germain

PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi zückt schnell mal das Portemonnaie, um seine Wunschspieler nach Paris zu locken. Das ist insofern schade, weil dadurch viele Spieler aus der Jugendabteilung das Nachsehen haben. So sind Spieler wie Kingsley Coman (Bayern), Adrien Rabiot (Juventus), Matteo Guendouzi (Arsenal) oder Dan-Axel Zagadou (Borussia Dortmund), um nur einige zu nennen, zu anderen Topklubs abgewandert.

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FC Liverpool

Der Champions-League-Sieger hat zwei absolute Knüller zu bieten. Raheem Sterling, den man 2015 für 63,7 Millionen Euro an Manchester City verkaufte und Trent Alexander-Arnold. Ansonsten überwiegt bei den Reds viel Mittelmaß. Zum Beispiel Pajtim Kasami (FC Sion), der aus der Jugend des Grasshopper Club Zürich in die U18 von Liverpool wechselte. Im Tor steht Péter Gulácsi von RB Leipzig.

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Manchester City

Bei Manchester City sticht einer heraus, der den Klub bereits mit 17 Jahren verlassen hat: Jadon Sancho. Der mittlerweile 19-jährige Engländer von Borussia Dortmund kommt bereits auf einen Marktwert von 120 Millionen Euro. Ebenfalls 19 Jahre alt ist Phil Foden. Von ihm sagt Pep Guardiola, dass er der talentierteste Spieler sei, den er je gesehen habe. Kieran Trippier und Kasper Schmeichel stechen ebenfalls positiv heraus, sonst gibt es ziemlich viel Mittelmaß.

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Manchester United

Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass sieben der hier aufgelisteten Spieler nicht nur bei Manchester United ausgebildet wurden, sondern – Stand jetzt – auch in der ersten Mannschaft des Vereins spielen. Das komplette Mittelfeld, der komplette Sturm und Timothy Fosu-Mensah waren bereits im Nachwuchs der "Red Devils".

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FC Chelsea

Die Früchte von Chelseas Jugendarbeit sind langsam reif. Mit Mason Mount (Jahrgang 1999), Callum Hudson-Odoi (2000), Ruben Loftus-Cheek (1996), Tammy Abraham (1997), Reece James (1999) oder Andreas Christensen (1996) haben viele junge Spieler den Sprung vom Nachwuchsbereich zu den Profis der Blues geschafft. Das liegt mit Sicherheit auch an der Transfersperre, welche Chelsea wegen der Verpflichtung Minderjähriger von der Fifa verhängt bekam.

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FC Arsenal

Mit Hector Bellerin, Ainsley Maitland-Niles, Joe Willock und Reiss Nelson sind immerhin vier Spieler im Team, die schon im Nachwuchs bei den "Gunners" waren. Der Beste aus dem Arsenal-Nachwuchs heißt aber Serge Gnabry und ist bei Bayern München unter Vertrag. Torhüter Wojciech Szczesny kam als 15-Jähriger von Legia Warschau, war lange Stammkeeper und ist mittlerweile die Nummer eins bei Juventus Turin.

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