Die Mannschaft um Trainer Franco Foda (Dritter von links) nach dem EM-Aus gegen Favorit Italien
Die Mannschaft um Trainer Franco Foda (Dritter von links) nach dem EM-Aus gegen Favorit ItalienBild: ap / Catherine Ivill

"Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun" – Österreich hadert nach EM-Aus

29.06.2021, 09:44

Eine Sensation lag in der Luft, Österreich hatte Italien in einem echten Achtelfinal-Krimi alles abverlangt – um am Ende doch den Kürzeren zu ziehen. Die Italiener setzten sich nach Verlängerung mit 2:1 durch. Die eingewechselten Chiesa und Pessina machten die Tore, der Anschlusstreffer vom Stuttgarter Sasa Kalajdzic war zu wenig.

"Es ist nicht nur einer der grausamsten Fußballmomente meiner, sondern der österreichischen Fußballgeschichte"
Kalajdzic nach dem EM-Aus von Österreich

In der regulären Spielzeit bot Österreich einen echten Fight an und schien sich in der 65. Minute zu belohnen: Marko Arnautovic köpfte sein Team in Führung. Doch nach Überprüfung des Tores durch den Videoschiedsrichter wurde das Tor zurückgenommen. Arnautovic stand knapp im Abseits. "Wir haben schon oft genug diskutiert wegen dieser VAR-Geschichte: Man kann sich nicht mehr freuen, man muss immer warten, bis irgendwelche Leute irgendwas entscheiden, ob das Abseits ist, oder ein Tor ist, oder ein Foul ist. Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun."

David Alaba: "Kopf hoch, Österreich!"

Kalajdzic fügte hinzu: "Es ist nicht nur einer der grausamsten Fußballmomente meiner, sondern der österreichischen Fußballgeschichte. Das ist absolut bitter und unverdient." Der Stuttgarter wurde in der Verlängerung für den Fast-Torschützen Arnautovic eingewechselt. "Wir hätten gewonnen, wenn Marko nicht mit dem Zeh im Abseits gestanden hätte. Wir waren ebenbürtig, wenn nicht sogar besser. Ich denke, ganz Österreich kann auf diese Mannschaft stolz sein."

Ähnlich sah das auch Ex-Bayern-Star David Alaba, der in einem Instagram-Post die starke Teamleistung unterstrich und er eine Kampfansage an die Konkurrenz richtete. "Wir haben zusammen gekämpft, zusammen gewonnen und zusammen verloren. Und wir kommen wieder. Kopf hoch, Österreich!", schrieb der Kapitän.

Österreich bejubelte den Führungstreffer von Arnautovic, doch das Tor zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht
Österreich bejubelte den Führungstreffer von Arnautovic, doch das Tor zählte aufgrund einer Abseitsstellung nichtBild: ap / Ben Stansall

Die Italiener überzeugten in der Gruppenphase mit drei Siegen und zeitweise schönem Offensivfußball. Österreich setzte sich nach zwei Siegen gegen Ukraine und Nordmazedonien als Gruppenzweiter durch und wollte gegen den Favoriten Italien ihren ersten Sieg in einem K.O.-Spiel seit 1954 feiern.

In der ersten Halbzeit waren die Italiener klar spielbestimmend. Doch nach der Halbzeit sah man eine andere österreichische Mannschaft. Die Mannschaft um Kapitän David Alaba hatte einen beherzten und aufopferungsvollen Fight geboten und sich sogar einige Torchancen erspielt. Neben dem zurückgenommenen Tor von Arnautovic griff der Videobeweis ein weiteres Mal ein: Der Gladbacher Lainer wurde im Strafraum gefoult, doch stand zuvor im Abseits. Kapitän Alaba: "Keine Ahnung, was ich dazu sagen soll. Schwer, Worte zu finden. Ich denke, wenn ein Quäntchen Glück auf unserer Seite ist, ist das Spiel nach 90 Minuten vorbei und wir sind weiter." So ist das Turnier für Österreich beendet.

Die Italiener blieben auch im 31. Spiel in Folge ungeschlagen und stellten einen weiteren Rekord auf: Torwart Gianluigi Donnarumma war seit Oktober 2020, bzw. seit 1168 Minuten, ohne Gegentor geblieben. Trainer Roberto Mancini: "Wir haben es nach Hause gebracht, weil wir es verdient haben, auch wenn wir nach einer Ecke ein Tor kassiert haben." Italien spielt am Freitag im Viertelfinale gegen den Sieger aus Belgien-Portugal.

(drob)

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