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Bild: Laci Perenyi

Egal, wie beschissen es dir ging, das war Sandro Wagners "Scheiß-Woche"

23.05.18, 14:07 23.05.18, 15:48

Am letzten Wochenende noch schien alles in Ordnung für Sandro Wagner: Bundesliga-Saisonabschluss mit dem FC Bayern (trotz der 1:4-Niederlage gegen Stuttgart), das DFB-Pokalfinale vor Augen, acht Tore und zwei Vorlagen in 14 Einsätzen für den Rekordmeister seit seinem Wechsel im Januar, das WM-Ticket in greifbarer Nähe. Dann kam der 15. Mai, der Tag der Nominierung des vorläufigen DFB-Kaders – und das Chaos nahm seinen Lauf.

Hier ist die Chronologie von Sandro Wagners "Scheiß-Woche":

Dienstag, 15.05.: Nominierung des vorläufigen DFB-Kaders.

Bundestrainer Joachim Löw überrascht mit seiner Entscheidung im Angriff: Freiburgs Nils Petersen ist dabei – und Wagner nicht. "Ich verspreche mir viel von ihm", sagt Löw über Petersen. Für Wagner traf dies offenbar nicht zu. Am selben Tag gab es Bilder von Wagner im Bayern-Training – mit Tränen in den Augen.

That's schon ein bisschen "funghi":

Mittwoch, 16.05.: Der Paukenschlag: Wagner tritt aus der Nationalmannschaft zurück.

"Ich trete hiermit sofort aus der Nationalmannschaft zurück. Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse," erklärt Wagner in der "Bild". Mehr noch: Löws Entscheidung könne er "nicht ernst nehmen."

Das 0:1 gegen Brasilien war das letzte Spiel von Deutschlands Nummer 9. Bild: imago sportfotodienst

Donnerstag, 17.05.: Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.

Frankfurts Manager Fredi Bobic betont: "Menschlich ist es absolut verständlich, dass er enttäuscht ist. Seine Reaktion hat mich aber schon überrascht. An seiner Stelle hätte ich noch ein, zwei Nächte drüber geschlafen."

Freitag, 18.05.: Fußball-Deutschland diskutiert immer heißer über Wagners Rücktritt – und der 30-Jährige muss bereits einige Schläge einstecken:

Zwar unterstützt t-online.de-Kolumnist Stefan Effenberg die Entscheidung des Stürmers: "Dass Wagner nun zurückgetreten ist aus der Nationalmannschaft, das kann ich nachvollziehen," schreibt "Effe". Denn: "An seiner Situation wird sich ja nichts ändern. Er ist schon 30 Jahre alt und das Trainerteam wird das gleiche bleiben. Seinen Charakter wird er nicht mehr ändern können und ich mag solche Charaktere auch mit ihrer Offenheit, Ehrlichkeit und Direktheit."

Wagner hätte der DFB-Elf gut getan: "Er hat mich in dieser Saison in seiner Rolle überzeugt und ist ein Spielertyp, bei dem ich sage: Den kann jede Mannschaft gebrauchen. Dazu ist er selbstbewusst. Es hätte aus meiner Sicht nichts dagegen gesprochen, Gomez und Wagner mitzunehmen."

Aber: Bayern-Trainer Jupp Heynckes findet deutliche Worte für seinen Spieler: "Ich denke, er hat zu voreilig emotional reagiert. Ich hätte es lieber anders gesehen, aber es ist seine persönliche Entscheidung, die muss man respektieren."

Auch FCB-Präsident Uli Hoeneß sagt zu "Sky" zuvor: "Das hat mich schon ein bisschen überrascht, so böse hätte er jetzt nicht unbedingt reagieren müssen." Wagner solle "jetzt schön in den Urlaub fahren, sich gut vorbereiten und seine Zukunft beim FC Bayern sehen".

Jogi Löw war richtig sauer nach der Kritik von Wagner. Bild: imago sportfotodienst

Die deutlichste Kritik aber kommt vom Bundestrainer höchstpersönlich: "Diese Dinge sind bei uns schon groß geschrieben, dass man offen und ehrlich miteinander umgeht", sagt Löw auf einer Veranstaltung der "Bild". Und: "Schlimmer finde ich seine Worte gegenüber den Kollegen: Er sagt, dass andere ihren Mund nicht aufmachen. Was sollen Jérôme (Boateng), Mats (Hummels) denken? Das ist ja völlig hanebüchen."

Samstag, 19.05.: Der nächste Eklat

Nach der bitteren Pleite im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt wirft Wagner frustriert seine Silber-Medaille ins Publikum! Ein Zuschauer postet danach Fotos der Medaille auf Twitter, weitere Bilder belegen erste Berichte.

Die Medaille hat es nur für ein paar Sekunden um Wagners Hals geschafft. Bilder: imago/Sven Simon

Sonntag, 20.05.: Auf der Meisterfeier der Bayern am Münchener Marienplatz spricht Wagner von einer "Scheiß-Woche".

Dienstag, 22.05.: Als Reaktion auf den Medaillen-Wurf kassiert Wagner die nächste öffentliche Standpauke von Uli Hoeneß:

"Wenn er das gemacht hat, dann geht das nicht", sagt Hoeneß dem "Kicker". "Das kann er bei Bayern München nicht machen. Das war schon der zweite Fall in kürzester Zeit."

Dieser Artikel erschien zunächst auf t-online.de

Das sind die Spieler des vorläufigen WM-Kaders:

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