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Brazilian soccer player Malcom Filipe Silva de Oliveira kisses the emblem on his shirt upon his arrival at the club's office at the Camp Nou stadium in Barcelona, Tuesday, July 24, 2018. Malcom has signed a five-year deal. (AP Photo/Manu Fernandez)

Ob Malcom auch das Roma-Wappen geküsst hätte, wenn er dorthin gewechselt wäre? Ziemlich sicher ... Bild: AP

Plötzlich Barca statt Roma: So kam es zum Wechsel-Chaos um Malcom

Dominik Sliskovic
Dominik Sliskovic

Bayern, Inter, Everton: Sie alle wollten Malcom Filipe Silva de Oliveira, kurz Malcom, zu sich lotsen. Den Zuschlag erhielt der AS Rom, der dem 21-jährigen Brasilianer nicht nur die schlüssigste Zukunftsvision aufzeigen, sondern seinem Club Girondins Bordeaux dank der Rekord-Einnahmen durch den Wechsel Alissons auch die höchste Ablöse (knapp 36 Millionen Euro) bieten konnte – scheinbar.

Noch ist der Tweet online:

Denn schon kurz nachdem die Roma den Transfer auf ihrem Twitter-Profil als eingetütet verkündete, platzte der FC Barcelona mit einem besseren Angebot dazwischen. Der Grund für Barcas ungestümes Auftreten: Durch den Abschied Paulinhos nach China ist noch eine Planstelle im Offensivspiel der Katalanen frei. Ihr erster Kandidat, der Brasilianer Willian, hat mit starken Leistungen bei der WM seinen Marktwert ordentlich erhöht. Barca beißt sich jedoch an der 70-Millionen-Schmerzgrenze von Chelsea die Zähne aus.

Roma-Sportdirektor Monchi erklärt den geplatzten Malcom-Wechsel:

"Es ist leicht zu erklären, was passiert ist, aber vielleicht etwas schwieriger, es komplett zu verstehen. […] Wir haben die Verhandlungen mit Bordeaux und dem Spieler, über seinen Berater, ungefähr vor einer Woche gestartet. Nach drei oder vier Tagen mit intensiven Gesprächen haben wir am Montag um 17 Uhr eine Einigung erzielt, mit dem Berater, dem Spieler und Bordeaux.Der Deal war durch und wir hatten die Erlaubnis, den Spieler nach Rom fliegen zu lassen, um seinen Medizincheck zu absolvieren. Es gab ein Flugzeug, das um 21 Uhr fliegen und um 23 Uhr ankommen sollte. Alles war geklärt, weshalb wir ruhig und gesammelt waren. Eine Stunde nach der Veröffentlichung des Statements kamen dann Andeutungen über ein neues Interesse von Barcelona.Ich rief bei Bordeaux an und mir wurde gesagt, dass Barcelona ein besseres Angebot abgegeben habe und wenn wir unseres nicht nachbessern, werden wir den Spieler nicht bekommen. Ich habe ihnen gesagt, dass es jetzt reicht, weil wir nicht Teil einer Auktion werden wollten.Es tut mir sehr leid, was passiert ist. […] Wenn jemand nach Rom kommen will, ist das großartig, aber wenn sie letztlich doch nicht nach Rom wollen, dann wollen wir sie auch nicht."

Kurzfristig soll bei den "Blaugrana" ein Umdenken stattgefunden haben: Warum 70+ Millionen für einen bald 30-Jährigen ausgeben, wenn wir für gut die Hälfte der Summe die Zukunft an uns binden können? Der Name dieser Zukunft: Malcom. Und da der in Rom nur sein Wort, nicht jedoch seine Unterschrift hinterlassen hat, entschied sich Barcelona ein Angebot über 41 Millionen nach Südwestfrankreich zu schicken.

Bordeaux entzog Malcom die Freigabe für die Reise zum Medizincheck nach Rom und stieg in neue Gespräche mit dem spanischen Meister ein. Malcom blieb nichts anderes übrig, als seinen Flug zu canceln und am Flughafen Bordeaux auf weitere Anweisungen zu warten. ("Sportbuzzer")

Doch wer ist dieser Malcom, um den sich die zwei Fußball-Schwergewichte streiten?

Geboren wurde Malcom, der seinen Namen zu Ehren des Bürgerrechtlers Malcom X erhielt, in der brasilianischen Millionenmetropole Sao Paulo. Bereits mit 17 gab er sein Debüt im Profi-Team seines Ausbildungsvereins Corinthians. Ein Jahr später krönten sich Corinthians und Malcom zum brasilianischen Fußballmeister 2015. In dieser Saison spielte sich Malcom mit 31 Einsätzen nicht nur in Corinthians Startelf fest, sondern auch in die Notizblöcke europäischer Talentsscouts. 

Den Zuschlag für das vielseitig einsetzbare Offensiv-Talent erhielt im Januar 2016 der frühere französische Meister Girondins Bordeaux. Noch in der Rückrunde der laufenden Ligue-1-Saison machte Malcom 12 Partien und spielte sich die Last von seinen gerade einmal 18-jährigen Schultern. in den darauffolgenden zwei Spielzeiten stieg Malcoms Leistungskurve kontinuierlich an. Seit Alain Giresse hatten sie an der französischen Atlantikküste keinen so kompletten Offensivspieler gesehen. Malcom kann Dribbling, Tempoverschärfungen, blitzschnelle Abschlüsse und butterweiche Diagonalpässe. 

Malcom will wie Neymar sein:

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Malcom (r.) macht Selfies mit Idol Neymar (l.) Bild: imago sportfotodienst

"Ich liebe es,  furchtlos gegen Verteidiger ins Dribbling zu gehen. Dabei versuche ich, Robinho und Neymar zu kopieren", sagt Malcom selbst über seinen Spielstil. Aufgrund seiner geringen Größe und tiefem Körperschwerpunkt ist es ein Einfaches für ihn, hüftsteife Abwehrhünen zu überlaufen. Dafür muss er oftmals nicht einmal so tief in die Neymar-Trickkiste greifen. ("Marca")

Der Roma geht in Malcom ein echter Sturm-Diamant durch die Lappen. Barcelona dagegen wird für seine Dreistigkeit also belohnt – und spart durch den Verzicht auf Willian mindestens 30 Millionen Euro. ("Transfermarkt")

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