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Mönchengladbach-Trainer Marco Rose (l.) und sein Assistent René Maric, ehemaliger Taktikblogger von "Spielverlagerung.de". bild: imago images/moritz müller

Adventskalender für Fußballnerds: Gladbachs Co-Trainer gibt spannende Einblicke

Borussia Mönchengladbach ist aktuell Spitzenreiter der Bundesliga und steht kurz vor dem Einzug in die K.o.-Phase der Europa League. Ob Patrick Hermann, Marcus Thuram, Breel Embolo oder Yann Sommer – die Fohlen machen im Moment richtig Spaß, spielen tollen Fußball.

Dabei lohnt sich auch ein Blick auf das Team hinter dem Team: Denn der im Sommer gekommene Trainer Marco Rose hat in seinem Trainerstab wahrscheinlich einen der spannendsten und außergewöhnlichsten Assistenten der Liga. Ihm steht mit René Maric ein ehemaliger Taktikblogger zur Seite.

Der 27-jährige Österreicher Maric war im Jahr 2011 einer der Mitgründer des Taktikblogs "Spielverlagerung.de": Eine der ersten Seiten, die in ellenlangen Artikeln die Arbeit von Trainern unter die Lupe nahm, Begriffe wie "abkippende Sechser" und "inverse Außenstürmer" bei Fans und Experten in Umlauf brachte und taktische Konzepte auseinanderfriemelte.

"Rene hatte irgendwann einen Artikel über meine Salzburger Jugendmannschaft (Rose trainierte von 2013 bis 2017 Nachwuchsteams von RB Salzburg, d. Red.) geschrieben, den ich sehr interessant fand. Wir haben dann Kontakt aufgenommen und uns ausgetauscht", berichtete Rose gegenüber des Sport-Informationsdienst. Irgendwann habe man in der Akademie bei RB Salzburg einen Mitarbeiter für Spielanalysen, der auch Co-Trainer werden sollte, gebraucht. Da habe er an ihn gedacht.

Kniffligste Aufgaben gegen FC Bayern, Union und Bayer

Und so wurde Maric erst Roses Assistent in Salzburgs U18, dann folgte er ihm 2017 zur Profimannschaft der österreichischen RB-Filiale. Seit diesem Sommer ist er Roses Co-Trainer in Mönchengladbach, fokussiert sich nun dort auf die taktischen Herausforderungen, die sich Woche für Woche stellen.

Die kniffligsten Aufgaben in der bisherigen Bundesligasaison seien die Spiele gegen Bayer Leverkusen, Union Berlin und Bayern München gewesen. Das verriet Maric neulich auf Twitter. Dort macht er aktuell einen Adventskalender, bei dem er jeden Tag eine ausgewählte Frage von Followern beantwortet. Die interessierten Fans sollen zudem einen guten Zweck angeben, für den Maric dann jeweils 100 Euro spenden will.

Und so erklärte Maric in "Türchen acht" auf die Frage von User @indenwinkelBMG, warum es Leverkusen (1), Union (2) und Bayern (3) den Fohlen so schwer machten:

"Bei den Leverkusenern hatten wir schon zuvor gesehen, dass sie mehrere Spielaufbauvarianten besitzen & diese auf sehr hohem Niveau umsetzen. Insofern haben wir in unserem 3-5-2 mehrere Varianten vorgegeben, auf die unsere Spieler im Match flexibel zurückgreifen konnten."

twitter.com/renemaric

"Bei Union war es die Mischung aus enormen Mannorientierungen im Zentrum & hervorragendem Vorwärtsverteidigen auf den Seiten. Wir haben es mit dem Versuch, 2v1-Situationen durch einen asymmetrischen Dreieraufbau zu schaffen, probiert, aber es gelang nicht. Die bessere Lösung kam uns erst in der Nachbereitung."

twitter.com/renemaric

"Bei Bayern waren es die Bewegungen von Müller, Kimmich (!) & Thiago, neben der individuellen Qualität der gesamten Mannschaft, die uns Probleme bereitet hat. Von 4-Raute-2 gingen wir auf 4-2-3-1, um andere Anlaufwinkel & Positionierungen fürs Kontern zu haben."

twitter.com/renemaric

Auch wenn man als Otto-Normal-Fußballkonsument vielleicht nicht zu hundert Prozent versteht, was Maric da twittert, sind es doch extrem spannende Einblicke in die detailversessene Arbeit eines Trainerteams in der Bundesliga.

Spielvorbereitung durch Videoanalyse

Auf die Frage von @FohlenJens, wie viele Spiele von Bayern München er sich im Vorfeld des Spiels gegen den Rekordmeister angesehen habe, um die richtige Taktik beziehungsweise die Schwachpunkte zu finden, antwortete Maric:

"Grundsätzlich schauen sich Philipp & Dominik, unsere Videoanalysten, die Spiele komplett an; je nach Kontext (Umstellungen, Trainerwechsel, etc.) zwischen drei und acht Partien, schätze ich mal. Auch Frank [Geideck, d. Red.] (Co-Trainer) sieht sich ausgewählte Partien in kompletter Länge an, z.B. Spiele mit einem bestimmten Ergebnis oder Mannschaften mit einer möglichen Lösung, die zu uns auch passen könnte. Das mache ich punktuell ebenfalls"

twiiter.com/renemaric

Aus einem Videozusammenschnitt inklusive Animationen mit 15 bis 25 Minuten Länge entstünden letztlich die Besprechungen für die Mannschaft.

Warum das Trainerteam beim Jubel Abstand zum Team hält

Außerdem interessant war die Frage von @jebmgma1900, der von René Maric wissen wollte, warum das Trainerteam beim Jubeln einen solch großen Abstand zum Team halte. Die Antwort strotzt vor Demut und Respekt vor dem, was Fans und Spieler in 90 Minuten leisten:

"Weil Erfolge erstmal Fans & Spielern gehören. Die Jungs performen, setzen um & halten ihre Knochen hin. Da ist man als Co-Trainer auch einfach mal Fan, hält sich zurück & feiert die Jungs von der anderen Seite. Lars hat uns ja dann dazu geholt; diese Einladung ist ein Privileg."

Neben all der teilweise schweren Taktikkost, ist René Maric aber auch zu Scherzen aufgelegt. @schnitzelkiller postete ein Gif vom jubelnden Marcus Thuram und fragte Maric mit Augenzwinkern: "Wer ist das?"

Marics Antwort: "Einer der angenehmsten, sympathischsten & lässigsten Typen, die man so kennenlernen darf". Die Fohlen machen halt im Moment richtig Spaß. Auf dem Platz, neben dem Platz und jetzt auch noch bei Twitter, wo der Co-Trainer für den guten Zweck Aufschlüsse über die tägliche Arbeit eines Trainerteams gibt. Eine einzigartige Aktion, die mal wieder beweist, wie Fan-nah und familiär die Borussia aus Mönchengladbach ist.

Den kompletten Adventskalender von René Maric könnt ihr hier verfolgen.

(as)

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