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Sorry, Leute: Der HSV wird aufsteigen und ein Zweitliga-Sympath muss runter! 

03.08.18, 13:29 03.08.18, 17:25

noah platschko

Während die Bundesliga noch pausiert, feiert die 2. Liga den Auftakt in die heiße Saison 2018/19. Wer steigt auf, wer rettet sich? Der große Zweitliga-Check!

Platz 1: 1. FC Köln

Vor einem Jahr Arsenal, jetzt Aue. Der Höhenflug des "Effzeh" ging fünf Jahre und gipfelte mit der Qualifikation für die Europa League. Quasi mit dem Abgang von Toptorjäger Anthony Modeste begann ein Seuchenjahr für die Rheinländer. Kein Glück mit dem Videobeweis, zahlreiche Verletzungen, der Abgang von Sportdirektor Schmadtke und die unschöne Trennung von Erfolgscoach Peter Stöger. Die desaströse Hinrunde unter dem Österreicher mit lediglich drei Punkten aus 14 Spielen konnte auch Nachfolger Stefan Ruthenbeck nicht mehr geradebiegen.

Schuften für den Aufstieg. imago/Herbert Bucco

Doch der Abstieg soll nur ein Betriebsunfall bleiben. Mit dem gebürtigen Kölner Markus Anfang geht der Klub aus der Domstadt die Mission Wiederaufstieg an. Und etliche Bundesligaprofis helfen ihm dabei. Ob Nationalspieler Jonas Hector, Keeper Timo Horn oder Kapitän Matthias Lehmann. Sie und etliche weitere Absteiger blieben der Mannschaft treu, dazu wurde der Kader mit Lasse Sobiech, Rafael Czichos, Dominick Drexler und Louis Schaub punktuell gut verstärkt.  

Tipp: Köln hat was gut zu machen und möchte zeigen, dass der Abstieg bloß ein Ausrutscher war. Zudem sind die Kölner das Team mit dem höchsten Marktwert. Der Druck ist zwar groß, aber der Kader auch gut genug. Köln steigt als Meister auf.

Und von Anfang an werden sie gut sein:

Platz 2: Hamburger SV

Nun hat es den Dino also doch erwischt. Knapp fünf Jahre entkam der HSV dem Gang in die Zweitklassigkeit, die vergangene Spielzeit war eine zu viel. Abstiegstrainer Christian Titz durfte bleiben, konnte er der Mannschaft doch zumindest wieder Leben einhauchen.Viele Spieler (Bobby Wood, Walace, André Hahn, Nicolai Müller) verließen den HSV nach dem Abstieg, der Kader ist mit 33 Akteuren allerdings der größte der Liga. Zudem stellt der Nordklub das jüngste Team (22,9 Jahre im Schnitt). Ähnlich wie auch der VfB Stuttgart 2016/2017 setzt der HSV damit auf junge, hungrige Spieler, um die Rückkehr ins Fußballoberhaus zu realisieren.

Tipp: Der HSV stieg zwar ab, zeigte aber zum Ende der vergangenen Saison, welchen Fußball er spielen kann. Christian Titz stand für eine klare spielerische Linie. Setzt der HSV diese fort, ist der HSV klarer Aufstiegsfavorit neben Köln.

Was der HSV seit dem Abstieg nicht mehr braucht:

Platz 3: VfL Bochum

Die Saison 2017/2018 wird wohl jedem Bochum-Fan im Gedächtnis bleiben. Chaotischer als der VfL kann man nicht in eine Saison starten. Zwei Wochen vor Saisonstart beurlaubte der damalige Sportvorstand Christian Hochstätter Trainer Gertjan Verbeek. Es folgten mit Ismail Atalan und Jens Rasiejewski zwei weitere Trainer, ehe auch Hochstätter seinen Hut nehmen musste.Robin Dutt, gewissermaßen als Feuerwehrmann geholt, rettete die Blau-Weißen vor dem Abstieg. Und nicht nur das: Zwischen Februar und Mai blieb der VfL neun Partien ungeschlagen, hatte sogar noch theoretische Chancen auf den Aufstieg. Wie überraschend die Verpflichtung Dutts auch gewesen sein mag: der Erfolg gibt ihm Recht. Er legte sich mit dem 4-2-3-1 auf ein Spielsystem fest, gewann sogar beim späteren Meister Fortuna Düsseldorf.

Verl, Germany 25.07.2018, 2. Bundesliga Testspiel, VfL Bochum - AS Monaco, Julien Serrano (AS Monaco) und Tom Weilandt (Bochum) im zweikampf ( DeFodi001 *** Verl Germany 25 07 2018 2 Bundesliga Test match VfL Bochum AS Monaco Julien Serrano AS Monaco and Tom Weilandt Bochum in the fight DeFodi001

Bochum testete in der Vorebreitung u.a. gegen den französischen Top-Klub AS Monaco. imago/DeFodi

Tipp: In Bochum ist Ruhe eingekehrt. Das Gespann Butscher/Dutt scheint Stabilität in eine verunsicherte Mannschaft gebracht zu haben. Im Umfeld bleibt man bescheiden, der Aufstieg ist vorerst kein Thema. Aber mit Robin Dutt steht ein Mann an der Seitenlinie, der weiß, wie man aufsteigt. 2009 führte er Freiburg als Tabellenerster zurück ins Fußballoberhaus. Vielleicht gelingt ihm zehn Jahre später das gleiche Kunststück.

Platz 4: FC Ingolstadt 04

Als Aufstiegskandidat Nummer eins gestartet, entpuppte sich die vergangene Saison für den FC Ingolstadt als eine äußerst durchwachsene. Nach nur drei Spieltagen trennten sich die Bayern von Trainer Maik Walpurgis, Stefan Leitl übernahm interimsweise und blieb.Wie für so viele Klubs folgte eine Spielzeit zwischen Auf-und Abstiegschancen. Und auch in diesem Jahr wird der Verein aus Bayern wieder zum Favoritenkreis gehören. Allein der Sturm um Dario Lezcano, Stefan Kutschke und Charlison Benschop hat Erstligapotential.

Tipp: Die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind gegeben. Allerdings ist die Fluktuation im Kader relativ groß. Der Saisonstart könnte Probleme bringen, sodass es auch in dieser Spielzeit nicht für den Aufstieg reicht. 

Eine Liga höher: Das sind die neuen Bundesliga-Trikots

Platz 5: 1. FC Union Berlin

Alles neu bei Union. Neuer Trainer, neuer Torjäger, neuer Kapitän, neuer Torwart. Urs Fischer anstelle von André Hofschneider, Sebastian Andersson für Steven Skrzybski, Christopher Trimmel anstelle von Felix Kroos sowie Rafal Gikiewicz für Jakob Busk. Coach Fischer zieht den Verein auf links, dabei war doch gar nicht alles schlecht in Köpenick.Union Berlin galt in der vergangenen Saison als Aufstiegskandidat, befand sich in der Hinrunde auch auf Kurs. Die überraschende Beurlaubung Jens Kellers‘ brachte nicht den nötigen Schub im Aufstiegsrennen – im Gegenteil. Unter André Hofschneider schwebten die Eisernen bis zwei Spieltage vor Ende der Saison in Abstiegsgefahr. Der Schweizer Urs Fischer, Meistertrainer des FC Basel 2016 und 2017, soll nach der verkorksten Rückrunde der Mannschaft neues Leben einhauchen. Ob es ihm gelingt?

Fussball, Herren, Testspiel, Saison 2018/2019, Queens Park Rangers - 1. FC Union Berlin (3:0), die Spieler von Union nach dem Spel bei den Fans aus Berlin, Sebastian Andersson (1. FC Union) verschenkte sein Trikot, 28.07. 2018, *** Football Mens Test Match Season 2018 2019 Queens Park Rangers 1 FC Union Berlin 3 0 the players of Union after the Spel with the fans from Berlin Sebastian Andersson 1 FC Union gave away his jersey 28 07 2018 Copyright: xMatthiasxKochx

Neuzugang aus Kaiserslautern: Sebastian Andersson. imago/Matthias Koch

Tipp: Union Berlin hat das Potential unter den Top-Sechs der Liga mitzuspielen, auch wenn der Schritt nach ganz oben diese Saison noch zu früh kommt. Harmonieren Spielidee und Mannschaftsgefüge, könnte den Berlinern ähnlich wie Düsseldorf vergangene Spielzeit eine kleine Überraschung gelingen.

Platz 6: SSV Jahn Regensburg

"Der SSV Jahn Regensburg ist zwölfter in der Auswärtstabelle. Überragend". Coach Achim Beierlorzer war begeistert ob der auf fremdem Platz gezeigten Leistungen seiner Mannschaft in der Saison 2016/2017. Nicht nur auswärts, sondern auch zuhause überzeugte der Jahn, holte 30 Punkte – und das obwohl der Etat der Bayern mit elf Millionen Euro der drittgeringste der Liga ist.

Tipp: Der frische, temporeiche Spielstil Beierlorzers führte Regensburg auf einen sensationellen fünften Platz. Ein Ergebnis, das schwer zu toppen sein wird. Auch wenn Regensburg sein Niveau halten kann: die Konkurrenz ist dieses Jahr stärker. Dennoch beendet der SSV die Saison im oberen Tabellendrittel.

Platz 7: Arminia Bielefeld

Nach einer überragenden Saison mit dem überraschenden vierten Platz in der Abschlusstabelle, glauben nur die absoluten Optimisten unter den Fans an eine Wiederholung dieser Leistung – doch die Hoffnung besteht. Mit Trainer Jeff Saibene hat sich die Mannschaft stabilisiert, entwickelte sich vom Chaosklub zur Strukturttruppe. Zwar verließ mit Konstantin Kerschbaumer ein wichtiger Spieler den Verein, dafür holte die Arminia sowohl hungrige Talente (Prince Owusu, Nils Seufert) als auch erfahrene Bundesligaspieler (Sven Schipplock).

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Arminias Florian Hartherz (l.) im Laufduell mit Bochums Philipp Ochs. imago

Tipp: Bielefeld hat den Absteiger-Status abgelegt, rund um den Klub ist so etwas wie Euphorie zu verspüren. Die Arminia landet auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Platz 8: SV Sandhausen

Der Sportverein Sandhausen hat nicht nur den ältesten Kader (26,5 Jahre im Schnitt), sondern erlebte auch die größte Fluktuation im Kader (12 Zu-, 14 Abgänge). Viel Bewegung im Team, dafür Konstanz auf der Bank. Trainer Kenan Kocak war in den vergangenen Monaten bei etlichen Bundesligisten im Gespräch. Kein Wunder, konnte er doch die erfolgreiche Arbeit von Alois Schwartz (jetzt Trainer beim KSC) fortsetzen und den SV in der zweiten Liga etablieren. Punktuell schnupperte das Team aus dem Rhein-Neckar-Kreis immer mal wieder an den Aufstiegsrängen, jedoch entpuppten sich die Leistungen der Vergangenheit als zu schwankend.

Tipp: Sandhausen ist so ein wenig die graue Maus der Liga. Nach oben sowie nach unten ist ihnen alles zuzutrauen. Deswegen landet Sandhausen auch dort wo sie immer landen: im gesicherten Mittelfeld.

Platz 9: SpVgg Greuther Fürth

Was für ein Drama für Greuther Fürth. Nach 33 Spieltagen stand die Elf von Damir Buric mit 39 Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz. Ein 1:1 beim 1. FC Heidenheim reichte für Platz 15. In der nun folgenden Saison kann es für die Kleeblätter nur ein Ziel geben: eine sorgenfreie Saison spielen. Trainer Buric konnte im Gegensatz zum vergangenen Sommer die gesamte Vorbereitung übernehmen und darf gewissermaßen bei Null starten. Vergangenes Jahr kam er als Feuerwehrmann und trainierte das Team nach dem fünften Spieltag am Tabellenende – und schaffte den Klassenerhalt.

Tipp: Greuther Fürth geht die Saison mit dem kleinsten Kader der Liga an (25 Spieler), Trainer Buric betonte aber sein Vertrauen in die Mannschaft. Hinzu kommt ein positiver Fakt aus dem letzten Jahr: In der Buric-Tabelle erreichte Fürth einen soliden zehnten Platz. In dieser Region wird der Sportverein auch 2018/2019 anzusiedeln sein.

Platz 10: SV Darmstadt 98

Zurück in die Zukunft lautet das Motto bei Darmstadt 98. Neben Erfolgstrainer Dirk Schuster, dem mit den Lilien der Durchmarsch aus der dritten in die erste Liga gelang, ist auch Flügelflitzer Marcel Heller zurück am Böllenfalltor. Die Darmstädter dürften demütig in die Saison gehen, schließlich stand der Bundesligaabsteiger am 32. Spieltag der vergangenen Saison noch auf einem direkten Abstiegsplatz und entging nur knapp dem Absturz aus der Bundesliga in die Drittklassigkeit. Der Spielstil Schusters birgt wenig Neues. Lange Bäle, schnelle Konter, Fokus auf Standards.

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Cenk Dursun ist neu bei den Lilien. imago/Jan Huebner

Tipp: Himmel oder Hölle. Darmstadt erlebte in den vergangenen fünf Jahren eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das jüngste Tief wurde überwunden. Zeit, mal durchzuschnaufen für die Hessen.

Platz 11: Dynamo Dresden

Die Saison 2017/2018 war eine komische für Dynamo Dresden. Zwar gerieten die Schwarz-Gelben tabellarisch nie wirklich in Abstiegsgefahr, standen aber wie so viele Mitstreiter nur wenige Punkte vom Relegationsrang entfernt. Nach der Überraschungssaison 2016/2017 (Platz fünf), in der Dresden fußballerisch zu den stärksten Teams der Liga gehörte, fehlte der SGD das spielerische Element. Coach Uwe Neuhaus muss neben der kämpferischen Einstellung wieder die Leichtigkeit der Mannschaft wecken, die durchaus in der Lage ist, begeisternden Fußball zu spielen. Gelingt der Spagat, muss einem um Dynamo nicht bange sein.

Tipp: Der Trainer weiß was zu tun ist, die Mannschaft auch. Können beide es umsetzen, wird in Dresden auch im vierten Jahr in Folge Zweitligafußball gespielt.

Platz 12: FC St. Pauli

Der FC St. Pauli gehört auch dieses Jahr zu den Vereinen, die man im Zusammenhang mit anderen Aufstiegskandidaten nennt. Allerdings zählen die Kiezkicker eher zu den Geheimtipps denn zu den Favoriten bei den Buchmachern. Die Bilanz unter Markus Kauczinski, seit Dezember im Amt, ist im wahrsten Sinne mittelmäßig. Sechs Siege, fünf Remis und sieben Niederlagen stehen für den gebürtigen Gelsenkirchener bei Pauli zu Buche. Kauczinski weiß, dass er liefern muss. Die Ausgangslage am Millerntor ist aufgrund der medialen Diskussion um seine Person nicht die beste. Ein guter Start ist erfahrungsgemäß goldwert.

Tipp: St. Pauli hat sowohl die wenigsten Neuzugänge als auch die wenigsten Abgänge der Liga zu verzeichnen. Ob das ein gutes Zeichen ist, darf bezweifelt werden, schließlich konnten die Kiezkicker in der Rückrunde nicht wirklich überzeugen. Für den Ligaverbleib aber reicht’s definitiv.

Platz 13: 1. FC Heidenheim

Der 1. FC Heidenheim entwickelt sich mehr und mehr zu einem festen Bestandteil der zweiten Bundesliga. Zusammen mit Erfolgstrainer Frank Schmidt (seit 2007 im Amt und damit dienstältester Trainer im Profigeschäft) absolviert der Verein aus Baden-Württemberg bereits seine fünfte Saison in der zweiten Liga in Folge.Nach drei sorgenfreien Saisons steckten die Heidenheimer vergangene Spielzeit, wie so viele andere Mannschaften, bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf. Doch der Kern des Teams hat sich nicht verändert, die Mannschaft ist intakt. Dazu hat das Team, das bis auf Angreifer Dovedan (Österreich) nur aus deutschen Spielern besteht, mit Kapitän Marc Schnatterer eine Allzweckwaffe im Team, die den Unterschied machen kann.  

Tim Skarke ( 1.FC Heidenheim 38) Neuzugang Niklas Dorsch ( 1.FC Heidenheim ) mit Marc Schnatterer (1.FC Heidenheim 7) Masken, Fussballtestspiel, 1.FC Heidenheim vs. Hellas Verona, 2.Bundesliga, Fussball, 28.07.2018, Fussballtestspiel, 1.FC Heidenheim vs. Hellas Verona, 2.Bundesliga, Fussball, 28.07.2018 Heidenheim *** Tim Skarke 1 FC Heidenheim 38 New Entry Niklas Dorsch 1 FC Heidenheim with Marc Schnatterer 1 FC Heidenheim 7 Masks Football Test Game 1 FC Heidenheim vs Hellas Verona 2 Bundesliga Soccer 28 07 2018 Football Test Game 1 FC Heidenheim vs Hellas Verona 2 Bundesliga Soccer 28 07 2018 Heidenheim Copyright: xLangerx/xEibner-Pressefotox EP_HLR

Seit zehn Jahren in Heidenheim: Marc Schnatterer (v. l. n. r.).  imago/Eibner

Tipp: "Wenn ich spiele, dann gibt’s nichts zu verschenken", sagte Coach Schmidt vor einigen Jahren im Rahmen einer Dokumentation. Dieser Ehrgeiz führt die Schwaben auf Platz 13.

Platz 14: 1. FC Magdeburg

Der Meister aus Liga drei startet als großer Underdog in die Saison. Magdeburg geht das Projekt Klassenerhalt nicht nur mit dem kleinsten Kader (25 Spieler), sondern auch mit dem geringsten Marktwert (8,8 Millionen Euro) an. Der dreifache DDR-Oberligameister konnte sich mit Rechtsverteidiger Aleksander Ignjovski (Freiburg), Keeper Jasmin Fejzic (Braunschweig) und Angreifer Mergim Berisha aber prominent verstärken und dürfte den Aufstiegsschwung mitnehmen.

Tipp: Die Sachsen-Anhaltiner feierten mit dem Aufstieg in Liga zwei den größten Erfolg ihrer jüngeren Vereinsgeschichte. Dank eines guten Saisonstarts reicht es für den Ligaverbleib.

Platz 15: MSV Duisburg

Der Meidericher SV blickt auf eine für seine Verhältnisse ruhige Saison zurück, auch wenn selbst die vergangene Spielzeit Höhen und Tiefen mit sich brachte. Die erste Saison nach dem Wiederaufstieg 16/17 beendete die Mannschaft von Trainer Ilia Gruev auf Rang sieben. Schnupperten die Zebras zehn Spieltage vor Saisonende noch an den Aufstiegsrängen, folgte darauf eine Serie mit sechs Spielen ohne Sieg – und prompt befand sich der MSV wieder im Abstiegskampf. Um ein solches Auf-und Ab in der kommenden Saison zu verhindern, braucht Duisburg vor allem eines: Konstanz. Um diese zu garantieren, muss die Defensive deutlich stabiler werden. Zusammen mit Heidenheim stellte der MSV die schlechteste Abwehr der Liga (56 Gegentore).

Tipp: Der Kader des MSV ist nicht so gut, wie Platz sieben aus dem Vorjahr es glauben lässt. Für Duisburg geht es bis zum Ende um den Klassenerhalt, der gelingt.

Platz 16: Holstein Kiel

Mit Dominick Drexler (Midtjylland, mittlerweile Köln), Rafael Czichos (1. FC Köln) sowie Top-Stürmer Marvin Ducksch (Fortuna Düsseldorf) verließen drei absolute Stützen der vergangenen Saison den Nordklub. Dazu verabschiedete sich mit Trainer Markus Anfang quasi der Vater des Erfolgs gen Köln. Bedenkt man, welche Schwierigkeiten Teams hatten, die in den vergangenen Jahren in der Relegation scheiterten, kommt auf die Störche eine verdammt harte Saison zu. Der neue Trainer Tim Walter hat die große Aufgabe, den Spagat zwischen gestiegener Erwartungshaltung und realistischem Abstiegskampf zu meistern. Denn mehr ist für die KSV in dieser Saison nicht drin.

Kiel, Deutschland, 23.04.2018, 2. Bundesliga 31. Spieltag, Holstein Kiel - 1. FC Nuernberg, Kingsley Schindler (Holstein Kiel) ( DeFodi035 *** Kiel Germany 23 04 2018 2 Bundesliga 31 Matchday Holstein Kiel 1 FC Nuernberg Kingsley Schindler Holstein Kiel DeFodi035

Ein Leistungsträger, der den Störchen erhalten blieb: Kingsley Schindler. imago

Tipp: Der Etat gering, neuer Trainer, andere Ansprüche: Kiel spielt wieder Relegation. Dieses Jahr allerdings nach unten.

Vergangene Saison ging's fast nach oben:

Platz 17: SC Paderborn

Der SC hat wilde Jahre hinter sich. Auf den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, den Aufstieg in die Bundesliga 2013/2014, folgten zwei direkte Abstiege, die mit einem dritten und dem damit verbundenen Absturz in die Regionalliga verbunden waren. Einzig der Rückzug 1860 Münchens verhinderte den sportlichen Dreifach-Abstieg Paderborns, die eine zweite Chance in Liga drei bekamen und vergangene Saison prompt die Rückkehr in die zweite Liga feierten. Doch der Aufstieg könnte zu früh gekommen sein.

Tipp: Die Blau-Schwarzen dürften kader-technisch nur schwer mithalten können im Bundesliga-Unterhaus. Dazu kommt die Unerfahrenheit. Einziger Hoffnungsschimmer: Unbekümmertheit. Doch tendenziell geht’s wieder nach unten.

Platz 18: Erzgebirge Aue

Im Erzgebirge sind sie dankbar. Dankbar für ein weiteres Jahr zweite Liga. Erst in der Relegation gelang der Klassenerhalt für die Mannschaft von Hannes Drews, der kurz nach Saisonende seinen Rücktritt bekanntgab. Mit dem zwei Jahre älteren ehemaligen Kölner Nachwuchs-Chef Daniel Mayer (38) verpflichtete der Klub aus Sachsen den sechsten Trainer in den vergangenen drei Jahren. Fehlende Konstanz auf der Trainerbank, die Aue zum Verhängnis werden könnte.

Tipp: Namhafte Verstärkungen: Fehlanzeige. Dazu die Abgänge von Nicky Adler, Sebastian Hertner und Pascal Köpke. Aue steht abermals eine brutale Saison bevor, die diesmal kein gutes Ende finden wird – im Gegenteil.

Und hier kommen 5 Gründe, warum die 2. Liga geiler wird als die Bundesliga:

Dieser Text ist ursprünglich in drei Teilen auf t-online.de erschienen.

Die treuesten Kicker der Bundesliga seit Profi-Unterschrift:

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