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Das ist mein sechster Abstieg mit dem 1. FC Köln. Dabei fing alles ganz harmlos an...

Hallo, ich heiße Gunda, ich bin FC-Fan und ich mache meinen sechsten Abstieg mit. 

Ich fühle mich ungefähr so:

Vor 30 Jahren hat alles ganz harmlos angefangen:

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Gunda, 1990 im Alter von 9 Jahren im Müngersdorfer Stadion privatfundus

Ich komme aus Köln, bin in Ehrenfeld aufgewachsen. Meine Eltern hatten mit dem FC nicht so viel am Hut, dafür die große Schwester meines besten Freundes umso mehr. Als ich das erste Mal mit Icke und seiner Schwester Monika in der Kurve war, stand es am Ende 2:1 gegen Nürnberg. Ich war erst neun Jahre alt, doch schon damals war klar, wie die verbleibenden Samstage in meinem Leben aussehen würden. Nur der Effzeh.

Auf was ich mich da eingelassen hatte, habe ich allerdings nur stückweise verstanden. Am Ende der Saison waren wir nämlich erstmal Vizemeister. Vizemeister! ❤️

Und vier FC-Spieler im Weltmeister-Kader. Litti, also Pierre Littbarski, war mein Lieblingsspieler. Litti und Gunda? Ich erklärte meinen Eltern, sie müssten mich ab jetzt Gitti nennen.

Die Autogramm-Karte hängt immer noch in meinem Kinderzimmer.

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Am Anfang wusste ich nicht so recht wie das ging, das Fan-Sein. Aber ich habe ganz schnell gelernt. Icke und ich bemalten selbst T-Shirts, bei meiner Großtante Anneliese bestellte ich einen Strickschal in Rot-Weiß und die Liedtexte notierte ich in ein kleines Büchlein:

"Rot steht für die Liebe, die mein Herz zum Schlagen bringt    Weiß für die Erfolge, die uns nie mehr einer nimmt /               Diese beiden Farben sind das Schönste was es gibt, die ganze Südkurve singt mit…"

Meine Eltern nahmen diese wachsende Begeisterung für den 1. FC Köln zunächst mit Unbehagen zur Kenntnis, folgten mir aber bald mit selbstgestrickten Schals und Brillen-Band ins Stadion.

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Dass ich so richtig Hardcore-Fan wurde – diese Eskalation geht ebenfalls auf Ickes Konto. 

Ein Beispiel: Auf unserem Schulweg parkte ein Auto mit Bayer-Leverkusen-Aufkleber. An diesem Auto liefen wir immer ganz schnell vorbei, mit angehaltenem Atem. Nur ja keine Pillenkusen-Luft schnappen. Icke meinte, das wäre besser so.

Heute kann ich sagen: Das ist noch das Netteste, was mir zu der "Werkself" einfällt.

Ich mit Icke im Stadion. Mit selbst gemalten T-Shirts. Und dem Schal von Tante Anneliese.

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Aber dann habe ich schnell gemerkt, wie ernst es ist. Wie ernst es sein kann. Fußballspiel heißt es nur auf dem Papier.

Irgendwann war ich alt genug, um auch zu Auswärtsspielen mitfahren zu dürfen. Mit Benedikt aus meiner Stufe. Im Regionalzug nach Krefeld, Mönchengladbach. Und nach Bielefeld. Das war das Schlimmste. Der Abstieg hing über dem Stadion wie das Fett über einer Reibekuchenbude. 

Saison 1997/98, wir hätten den Abstieg noch verhindern können. Ich stand zwischen Benedikt und ein paar Jungs von der Wilden Horde. Die flippten nach der Führung des FC so aus, dass ich kurz ein bisschen Angst um mein Leben hatte, als zwei erwachsene Männer mich vor Freude so fest hielten, als sei ich das letzte Kölsch in ihrem Leben. Ich wäre fast erdrückt worden, aber es wäre ja für einen guten Zweck gewesen. Für den FC.

Doch dann die zwei Gegentore, ausgerechnet von Uwe Fuchs, einem ehemaligen FC-Spieler. Alles aus. Beim Schlusspfiff standen die Jungs von der Horde plötzlich nicht mehr neben mir. Ich schaute mich um. Sie saßen jetzt auf dem Boden. Und weinten. Alle haben geweint.

Ich konnte nicht, ich war irgendwie leer.

Im nächsten Spiel gegen Leverkusen wäre der Abstieg zwar theoretisch noch aufzuhalten gewesen, aber es war vorbei. Das merkten wir einfach. Genau wie jetzt, nach dem Spiel gegen Schalke. 

Karsten Baumann biss stellvertretend für uns alle ins Gras. Literally.

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Auf der Zugfahrt nach Hause haben wir uns zum Auswärtsspiel gegen Unterhaching verabredet. In der zweiten Liga. Bitter. Wir waren abgestiegen. Das wünsche ich keinem Fan. Keinem FC-Fan.

1998 war schlimm. Aber die aktuelle Saison war noch schlimmer. Weil die letzte Saison so schön war. 

Wisst ihr noch? Ich hatte schon gedacht, ich wäre etwas abgestumpft. Aber dann kam alles wieder. Siege, schöne Spiele. Hochscrollen in der Tabelle. Und das Gefühl, dass es vielleicht so bleiben könnte. Nach 25 Jahren endlich wieder Europaleage. Europa! Wir hatten es doch verdient. Wirklich, wir hätten es doch so verdient gehabt.

Und so sind wir zu Saisonbeginn zuversichtlich in den Dom. Zur FC-Messe.

"Wat mähst Du dann he? Biste jläubig?" "Nä, äver schad' ja nix."

Geholfen hat es leider nicht.

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Aber vor allem: Europapokal. Nach 25 Jahren wieder. Ich dachte, mein Herz platzt. Vor Stolz, vor Freude. Vor Genugtuung.

"Zwick mich mal!"

Es war wirklich wahr.

Und wir fuhren nach London. Dort dann mit der decke Trumm durch die Straßen. Ich habe vorher geheult, währenddessen und danach.

Gän-se-haut!

abspielen

Video: YouTube/Max _

Und auf dem Heimweg gleich noch mal:

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Damals deutete sich die schreckliche Saison allerdings schon an. Das 2:1 gegen Arsenal. Hector verletzt. Maroh verletzt. Risse verletzt. 5:0 Klatsche gegen Dortmund. Aber dat Jeföhl war größer als der Zweifel. Und es zählte ja auch einfach: Europa!

Zurück zum Weinen. Manchmal wundere ich mich über mich selbst. Es ist egal, wie es mir gerade geht. Ob ich traurig bin, oder fröhlich. Ob ich auf der Südtribüne stehe, oder vor einem Fernseher auf der anderen Seite der Welt.

Wenn ich die Hymne höre, knäult sich in mir etwas zusammen. Es ist erst ein kleiner Brocken, der sich warm ballt und dann nach oben schiebt. Am Herz vorbei und dann merke ich, wie ich einfach nur laufen lassen möchte.

Bei der Hymne muss ich immer weinen:

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Video: YouTube/Kai Jackner

Beweis aus meiner WhatsApp-Gruppe:

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Macht daraus was ihr wollt, ich kann halt nicht anders. Wir haben dem FC schließlich unsere Treue geschworen.

"Un mer jon met dir wenn et sin muss durch et Füer"

Feuer. Die Saison nahm einen grässlichen Lauf. 

Die Saison des FC in 11 Bildern

Wir haben wieder angefangen, tagsüber Alkohol zu trinken. Mit System. Nicht, weil wir wollten. Es ging nicht anders.

Stimmung nach dem Spiel gegen Stuttgart:

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Dann wurde Stöger gefeuert. Und saß eine Woche später beim BVB auf der Trainer-Bank.

Was die Saison aber vor allem so schlimm machte, war die Hoffnung. Diese vermaledeite Hoffnung, die immer erst am Ende stirbt, aber einen selber schon vorher umbringt.

Die Partie gegen Freiburg:

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Diese ganzen Niederlagen waren zu viel. Es war kaum noch auszuhalten. Ich wollte wirklich etwas loskommen, ein bisschen zumindest. Wenigstens ein paar Spieltage Pause. Ich habe es versucht, aber es ging nicht. Am nächsten Wochenende habe ich doch wieder geguckt und was ich da durchgemacht habe, zeigt auch vielleicht dieser dysfunktionale WhatsApp-Chat:

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Wir dachten ja eigentlich, es ginge nicht schlimmer. Wir dachten ja wirklich, irgendwann müsste gut sein. Irgendwann müsste es doch mal wieder klappen. Irgendwann! 

Wir stellten erst mal Kerzen im Dom auf:

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Dann das Rückspiel gegen Dortmund:

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Und Stöger.

Es kamen noch ein paar Highlights. Das Spiel gegen Leipzig, das gewonnene Derby. Hoffnung. Hoffnung auch, als Stefan Ruthenbeck als Trainer kam. 

Hier sind wir beim Leipzig-Spiel – zusammen übrigens mit Benedikt:

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Aber es hat alles nicht gereicht.

Jetzt war's das also. Schon wieder ein Abstieg, der sechste. Manchmal fühle ich mich einfach nur abgestumpft; so verödet, innerlich. Manchmal möchte ich gegen irgendwas treten.

Aber ich weiß ja, wir sollten das Positive sehen.

Bevor ich's vergesse: Ich möchte übrigens nichts von Leuten hören, die sich auf die Aufstiegsfeier nächstes Jahr freuen. Ich möchte gerade ein bisschen in Ruhe gelassen werden. Ich sag Bescheid, wenn es wieder geht.

Gut, ich habe natürlich auch schon die Fotos vom letzten Aufstiegs-Platzsturm rausgekramt. Vom Rasen küssen. Ich kann nicht anders. Ihr könnt ja auch alle nicht anders.

FC – e Levve lang.

Anfang August reden wir wieder, ja?

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Hast du schon mal den Abstieg deines Lieblingsclubs mitgemacht und vielleicht ein paar aufmunternde Worte für Gunda? Poste in die Kommentare!

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