Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Atletico Madrid s fans cheer during the Women s Iberdola League soccer match between Atletico Madrid and FC Barcelona Barca at the Wanda Metropolitano in Madrid, Spain, 17 March 2019. The event could break a new record of spectators in a women s soccer match in Europe. Atletico de Madrid vs FC Barcelona !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xKikoxHuescax(es-ES)x GRAF5843 20190317-636884286377623390

Fans von Atlético Madrid machen Stimmung für die Frauen. Bild: www.imago-images.de

60.000 Fans! Rekord bei Spaniens Fußball-Frauen zeigt, was Deutschland falsch macht

Das Ligaspiel zwischen den beiden Frauenteams von Atlético Madrid und dem FC Barcelona (0:2) hat unter einer Weltrekordkulisse stattgefunden. Genau 60.739 Zuschauer fanden sich am Sonntag zum Topspiel der spanischen Liga im Estadio Metropolitano ein – mehr als je zuvor bei einem Vereinsduell im Frauenfußball.

Damit wurde ein 99 Jahre alter Rekord gebrochen. Im Jahr 1920 kamen zum Duell zwischen den Dick Kerr's Ladies und den Helen's Ladies 53.000 Zuschauer in den Goodison Park in Liverpool.

Die Bestmarke für die meisten Zuschauer bei einem Frauenfußballspiel hält allerdings das WM-Finale 1999 zwischen den USA und China – mehr als 90.000 Fans kamen damals ins Rose-Bowl-Stadion in Kalifornien.

A general view of the Wanda Metropolitano stadium full of spectators the Women s Iberdola League soccer match between Atletico Madrid and FC Barcelona Barca in Madrid, Spain, 17 March 2019. The event could break a new record of spectators in a women s soccer match in Europe. Atletico de Madrid vs FC Barcelona !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xKikoxHuescax(es-ES)x GRAF5857 20190317-636884286406842151

Das Estadio Metropolitano in Madrid war am Wochenende voll – und auch eine Choreo wurde vorbereitet. Bild: www.imago-images.de

Der spanische Zuschauer-Boom ist kein Zufall

Doch der neue Liga-Rekord, der auf den ersten Blick wie eine durchweg positive Schlagzeile wirkt, hat eine deprimierende Schattenseite. Der Grund für die spitzenmäßigen Zuschauerzahlen könnte simpler nicht sein: Die Spanier haben in den vergangenen Monaten vermehrt Werbung für Frauenfußball gemacht und PR-Aktionen gestartet. So verteilten sie Freikarten in Schulen. Denkbar einfache Maßnahmen mit großer Wirkung: Schon im Januar kamen etwa 48.000 Fans zum Pokal-Viertelfinale zwischen Athletic Bilbao und Atlético.

Zahlen, von den die deutschen Frauen nur träumen können: Laut FuPa.net strömen in die Frauen-Bundesliga im Durchschnitt lediglich 802 Zuschauer. Der Vergleich mit den deutschen Männern wirkt da schon absurd: Durchschnittlich 42.985 Besucher zählt ein Männer-Bundesligaspiel. Zum Vergleich: Selbst in der viertklassigen Regionalliga West der Männer kommen durchschnittlich 1151 Zuschauer in die Stadien.

Bild

Währenddessen in Deutschlands Oberhaus: Spielerinnen des FC Bayern München bedanken sich bei den mitgereisten Fans in Duisburg. Bild: imago sportfotodienst

Die Rekordzahlen aus Spanien zeigen nun, wo der eigentliche Grund für das vermeintliche Desinteresse am Frauenfußball liegt: Nicht an der sportlichen Leistung, sondern an der fehlenden Präsenz.

Das Problem liegt beim DFB

Ausgewählte Spitzenspiele der Frauen werden in Deutschland teilweise sogar im Free-TV übertragen. Doch trotzdem schalten nur wenige Menschen ein.

Das Problem: Kaum ein Fußballfan weiß, dass die Frauen-Spiele überhaupt übertragen werden, denn dem Frauenfußball fehlt die kommunikative Unterstützung vom DFB. Ihnen fehlt die Werbung für spannende Spieltage, die Aufmerksamkeit durch PR-Aktionen wie beispielsweise das Verteilen von Freiticktes. Ihnen fehlt der Event-Charakter, der vor allem durch Außendarstellung und Werbung kreiert wird.

Das muss nicht so bleiben

Eine gute Möglichkeit das zu ändern, bietet sich schon diesen Sommer: Vom 7. Juni bis zum 7. Juli findet die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich statt, bei der auch Deutschland um den Titel kämpfen wird.

Photo de equipe Allemagne FOOTBALL : France vs Allemagne - Feminine - Laval - 28/02/2019 FedericoPestellini/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL

Das deutsche Nationalteam: Kaum eine von ihnen wird auf der Straße erkannt und das liegt nicht daran, dass sie schlecht Fußball spielen... Bild: www.imago-images.de

Während bei der Weltmeisterschaft der Männer schon Monate vor Beginn das Waschpulver im Supermarkt in Schwarz-Rot-Gold leuchtet und jeder Schokoriegel das Gesicht eines deutschen Nationalspielers trägt, sucht man Hinweise auf die bevorstehende Frauen-Weltmeisterschaft bislang vergeblich. DFB-Präsident Reinhard Grindel kündigte bereits an, zum zweiten WM-Spiel der deutsche Frauen gegen Spanien live dabei zu sein. Weitere Termine hat er noch nicht zugesagt. Bei den Männern wäre das undenkbar.

Bis zum WM-Anpfiff in drei Monaten bleibt aber noch genügend Zeit, die Werbetrommel für die deutschen Fußballfrauen zu rühren und ihnen damit die Bühne zu bieten, die sie verdient haben. Auch Sie sind gemeint, Herr Grindel.

(mit dpa)

Noch mehr Gründe mal zu den Frauen zu gehen:

Frauen und Feminismus – da könnten wir ewig drüber reden

"Frauen der Mauer" von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft

Link zum Artikel

"Frauen sind genauso wissenschaftlich begabt wie Männer"

Link zum Artikel

Wir waren mit Deutschlands bester Skaterin unterwegs. Sie ist 11 Jahre alt.

Link zum Artikel

Wo Frauen Fotzen sind – ich bin im Fußballstadion noch immer nicht willkommen

Link zum Artikel

In diesen Ländern haben die Frauen das Sagen (es sind immer noch zu wenige)

Link zum Artikel

"Nimm dir doch ein Schaumbad" – Warum Selbstliebe Frauen auch nicht weiterbringt

Link zum Artikel

Warum Frauen an der Gitarre unterschätzt werden – Spoiler: Es hat mit Männern zu tun

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

watson wird zur Frau! Ja, du hast richtig gelesen

Link zum Artikel

Virgin Atlantic hebt Make-up-Vorgaben auf – aber wieso gibt es die überhaupt noch?

Link zum Artikel

Warum Frauen untereinander netzwerken müssen, um beruflichen Erfolg zu haben

Link zum Artikel

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Link zum Artikel

5 Lügen, die Abtreibungsgegner im Netz verbreiten

Link zum Artikel

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Link zum Artikel

Hab ich das nicht gerade gesagt? Wie "Hepeater" sich mit Ideen der Kolleginnen schmücken

Link zum Artikel

80-Jährige verklagt Sparkasse und zeigt, wie Feminismus geht

Link zum Artikel

Perioden-Shaming im Ramadan – junge Muslimas haben keine Lust mehr drauf

Link zum Artikel

Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

Link zum Artikel

Die Serie "Ku'Damm 59" verharmlost Vergewaltigung

Link zum Artikel

Und wie würde ein männlicher Autor dich beschreiben?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Granit Xhaka trifft kleinen Gladbach-Fan wieder – und unser Herz geht auf

Es war kurz vor Weihnachten 2015, als Granit Xhaka den kleinen Julian beim Heimspiel gegen Darmstadt in den Borussia Park trug. Ein unvergessliches Erlebnis für den Jungen. Aber auch der damalige Gladbach-Kapitän wollte diesen Tag nicht vergessen. Beide wiederholten das Erlebnis und der Kontakt hielt an – bis heute.

"Als ich zum ersten Mal als Kapitän von Gladbach auflief, ist er mit mir aufs Feld gekommen", erinnert sich der Schweizer Nationalspieler. "Ich habe sofort eine sehr schöne, sehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel