Sport
Hippach, Oesterreich, 10.07.2019, Freundschaftsspiel, FC St. Pauli - WSG Wattens, Cenk Sahin (STP) schaut ( Hippach Lindenstadion Tirol Austria eu-images-01048-186084 *** Hippach, Austria, 10 07 2019, friendly match, FC St Pauli WSG Wattens, Cenk Sahin STP watching Hippach Lindenstadion Tirol Austria eu images 01048 186084 eu-images-048

Läuft nicht mehr für den FC St. Pauli auf: Cenk Sahin. Bild: imago images / eu-images

Nach Instagram-Post für türkische Armee: FC St. Pauli trennt sich von Sahin

Nach dem Einmarsch türkischer Soldaten in Nordsyrien, dem Salut-Jubel der türkischen Nationalmannschaft und der Solidaritätswelle von zahlreichen Fußball-Profis gibt es nun die ersten Konsequenzen: Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Mittelfeldspieler Cenk Sahin getrennt. Wie die Hamburger am Montag mitteilten, wurde der türkische Angreifer "mit sofortiger Wirkung vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt", nachdem es zuvor erneute Gespräche zwischen den Verantwortlichen des Vereins und dem 25 Jahre alten Profi über dessen umstrittenen Post gegeben habe.

Zur Entscheidungsfindung hätten vor allem die "wiederholte Missachtung der Werte des Vereins sowie der Schutz des Spielers" beigetragen, teilte der Klub mit. Sahins noch bis 2021 laufender Vertrag wurde noch nicht aufgelöst. "Zum Schutze aller Beteiligten" hat der FC St. Pauli Sahin eine Trainings- und Gastspielerlaubnis erteilt. Laut türkischen Medien sollen Zweitligist Boluspor und Viertligist Nevsehir Belediyespor Interesse haben, Sahin unter Vertrag zu nehmen.

Sahin hatte in einem Instagram-Post seine Unterstützung für die umstrittene türkische Militäroffensive in Syrien demonstriert. "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!", hatte der 25-Jährige zu einem Foto mit türkischer Flagge geschrieben.

St. Pauli distanzierte sich anschließend "von dem Post und dem Inhalt, weil er mit den Werten des Vereins nicht vereinbar ist." Viele Fans hatten den Rauswurf des Profis gefordert, der sich aktuell in der Türkei aufhält.

Der Zweitligist teilte dazu mit: "Nach zahlreichen Gesprächen mit Fans, Mitgliedern und Freundinnen, deren Wurzeln in der Türkei liegen, ist uns bewusst geworden, dass wir differenzierte Wahrnehmungen und Haltungen aus anderen Kulturkreisen nicht bis ins Detail beurteilen können und sollten. Ohne jegliche Diskussion und ohne jeglichen Zweifel lehnen wir dagegen kriegerische Handlungen ab. Diese und deren Solidarisierung widersprechen grundsätzlich den Werten des Vereins."

(bn/sid)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Hauptproblem war nicht Kovac" – Experte erklärt, warum die Bayern-Krise viel größer ist

In München kehrt an der Säbener Straße gerade keine Ruhe ein. Am Sonntagabend trennten sich die Wege des FC Bayern München und Trainer Niko Kovac, am Mittwoch gewann die Mannschaft mit Interimstrainer Hansi Flick in der Champions League gegen Olympiakos Piräus und am Samstag kommt Borussia Dortmund schon zum Bundesliga-Spitzenspiel nach München. Doch egal, wie die Partie ausgehen wird: Der Rekordmeister steckt in einer Krise, die vor allem eine Identitätskrise ist.

"Das Problem ist viel größer …

Artikel lesen
Link zum Artikel