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GNK Dinamo - Manchester City 11.12.2019., Croatia, Zagreb, stadium Maksimir - UEFA Champions league, group C, round 6, GNK Dinamo - Manchester City. Bruno Petkovic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY IgorxSoban/PIXSELL

Goliath triumphiert über David: Manchester City beerdigte am Mittwoch die Hoffnungen von Dinamo Zagreb mit einem 4:1-Sieg. bild: imago images/pixsell

Die Großen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

Philipp Reich / watson.ch

Die Königsklasse hat sich endgültig zur Zweiklassengesellschaft gemausert. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Vielleicht wäre eine europäische Super-Liga mittlerweile die beste Lösung für alle.

Die Großen unter sich: Erstmals seit der aktuelle Champions-League-Modus in der Saison 2004/05 eingeführt worden ist, kommen alle Achtelfinalisten aus den Top-Fünf-Ligen. Zu guter Letzt schaffte es auch noch Atalanta Bergamo, Schachtar Donezk und Dinamo Zagreb hinter sich zu lassen. Damit stehen je vier englische und spanische, je drei italienische und deutsche, sowie zwei französische Teams in der K.o.-Runde.

Spannung kam in dieser Gruppenphase nur selten auf. Zwar sind mit Inter Mailand, Bayer Leverkusen und OSC Lille auch drei Teilnehmer aus den Top-Fünf-Ligen gescheitert – aber bloß in jenen Gruppen, in die bereits zwei andere Top-Fünf-Vertreter gelost waren.

Achtelfinalisten außerhalb der Top-Fünf-Ligen:

2019/20: – (0)
2018/19: Ajax, Porto (2)
2017/18: Porto, Basel, Schachtar, Besiktas (4)
2016/17: Benfica, Porto (2)
2015/16: Benfica, Gent, PSV, Dynamo Kiew, Zenit (5)
2014/15: Zenit, Olympiakos, Galatsaray (3)
2013/14: Celtic, Schachtar, Porto, Galatasaray (3)
2012/13: Basel, ZSKA, Zenit, Apoel, Benfica (5)
2011/12: Kopenhagen, Schachtar (2)
2010/11: Porto, Olympiakos, ZSKA (3)

Monotonie statt Geschichten vom Außenseiter, der die Großen ärgert

Was ist von dieser Monotonie zu halten? Viele Fans sind hin- und hergerissen. Einerseits lässt ein Blick auf die möglichen Achtelfinals mit der Zunge schnalzen, denn in der K.o.-Runde winken gleich mehrere Top-Partien: Real gegen Liverpool, ManCity gegen Dortmund oder PSG gegen Chelsea – da schlägt das Fußball-Herz natürlich höher. Klubs wie Schachtar Donezk oder Dinamo Zagreb fehlen in der K.o.-Runde kaum jemandem.

SOCCER - CL, RBS vs Liverpool SALZBURG,AUSTRIA,10.DEC.19 - SOCCER - UEFA Champions League, group stage, Red Bull Salzburg vs Liverpool FC. Image shows fans of RBS. PUBLICATIONxINxGERxHUNxONLY GEPAxpictures/xMathiasxMandl

"We are not Barça or Real, but ready for our fucking dream!" Die Salzburg-Fans träumten allerdings vergebens. bild: imago images/gepa pictures

Und doch blutet das Herz auch ein wenig. Salzburgs Tempo-Fußball mit Superknipser Erling Braut Haaland in der Spitze – davon hätte man gerne noch mehr gesehen. Die Österreicher begeisterten fast so wie im Vorjahr Ajax Amsterdam. Mit spektakulärem Offensiv-Fußball stießen die Niederländer bis ins Halbfinale vor und sorgten so im Champions-League-Einheitsbrei für eine willkommene Abwechslung.

Haaland ist aktuell die Nummer zwei der Torjäger hinter Lewandowski:

Ein Außenseiter, der den großen ein Schnippchen schlägt – solche Geschichten bleiben in Erinnerung. Jeder weiß, dass Leicester City 2016 englischer Meister wurde. Wer holte den Titel 2015 oder 2017? Manchester City? Chelsea? Rückblickend irgendwie egal. In der Königsklasse sind solche Ausreißer nach oben aber noch seltener als im normalen Ligabetrieb. Seit Einführung der Champions League 1992/93 gewannen nur zwei Klubs außerhalb der Top-Fünf-Ligen den Titel: Ajax Amsterdam 1995 und Porto 2004.

Zu groß ist der finanzielle Graben zwischen den Großen und den Kleinen

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zweiklassengesellschaft wieder durchbrochen wird, ist gering. Zu groß ist der finanzielle Graben zwischen den Großen und den Kleinen in Europas Fußball geworden. Und die Superreichen sorgen dafür, dass dieser weiter wächst. Mit ihrer ständigen Drohung, die Champions League zu verlassen und eine eigene Super-Liga zu gründen, haben sie von der Uefa zuletzt Zugeständnisse wie vier fixe Startplätze oder erfolgsbasierte Prämien durchgeboxt.

Die Uefa plant bereits, den Zugang zur Königsklasse weiter zu beschränken. Trotz des massiven Widerstands der kleineren europäischen Ligen soll die Qualifikation über die nationalen Wettbewerbe ab 2024/2025 so gut wie abgeschafft werden. Stattdessen sollen 24 der insgesamt 32 teilnehmenden Teams ihren Platz auch in der Folgesaison behalten. Klar, aus welchen Ligen diese Teams kommen werden.

Wer hat, dem wird gegeben. Zwar ist die Gruppenphase der Champions League für die Großen zur lästigen Pflicht geworden, dennoch haben sie bekommen, was sie immer wollten: exklusiven und sicheren Zugang zu den Honigtöpfen der Champions League. Bayern München beispielsweise hat dank der perfekten Gruppenphase mit sechs Siegen bereits 74.19 Millionen Euro an festen Prämien verdient.

Ein Aufstand der Kleinen ist so schnell nicht in Sicht. Sie dürfen sich freuen, zwischendurch gegen die Großen antreten zu dürfen und für ihre Verhältnisse schön abzukassieren. So hat beispielsweise RB Salzburg in der Gruppenphase zwar nicht einmal die Hälfte der Prämien der Bayern eingespielt, sahnt aber immer noch 35 Millionen Euro ab.

Das reicht nie und nimmer, um die Großen herauszufordern. Aber locker, um in der heimischen Liga für ein massives finanzielles Ungleichgewicht zu sorgen. Ein weiteres Problem des aktuellen Champions-League-Formats. Vielleicht wäre die Super-Liga der Topklubs deshalb gar nicht so ein großes Übel, wie vielerorts heraufbeschworen wird.

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